Hallo Versicherungsexperten,
ich fahre einen Firmenwagen, der mir auch zur (fast) uneingeschränkten privaten Nutzung zur Verfügung steht.
Anläßlich einer Betriebsversammlung wurde uns mitgeteilt, daß das Dienstauto nur an Tagen versichert ist, wo wir auch Dienst haben. Für die rund 70 Tage Urlaub und Freizeitausgleich im Jahr müßten wir - weil wir den Firmenwagen dann ausschließlich privat nutzen - eine eigene Versicherung abschließen.
Der Versicherung meines Privat-PKW (sun direct) ist eine derartige Verfahrensweise unbekannt und sie bietet entsprechend auch keine solche Versicherung an.
Wer kennt einen (möglichst günstigen) Versicherer, der solch eine Police im Angebot hat?
Vielen Dank vorab
Frank
Hallo Frank,
haben die Leute, die sowas verbreiten, sich überhaupt über die Rechtslage informiert ?
Eine „Doppelversicherung“ gibt es nicht. Sicher bestünde die Möglichkeit seitens des Arbeitnehmers, den Versicherungsbeitrag für die Privat genutzte Zeit irgendwie abzurechnen. Allerdings stellt sich mir hier die Frage, wie denn der Firmenwagen generell abgerechnet wird (Fahrtenbuch?,1%-Regelung?).
Im Falle eines Unfalles ist die Versicherung Regulierungspflichtig, bei der das Fahrzeug versichert ist (diejenige, die die Deckungskarte für die Zulassung ausgestellt hat) und zwar unabhängig vom Zeitpunkt des Unfalls.
Gruss Sebastian
Hallo Frank,
es gibt die Möglichkeit, den Kaskoschutz auf Privatreisen mit einem Dienst-PKW anzubieten.
Dieser Schutz nennt sich folgerichtig: Privatreisekasko-Versicherung. Diese Versicherung greift an all denen Tagen in den Kaskovertrag ein, an denen die Dienstreisekasko-Versicherung sagt, das war eine Privatreise und die ist bei uns nicht versichert.
Wichtig für dich zu prüfen wäre, wie das mit der Haftpflicht ist. Normalerweise gilt die dennoch das ganze Jahr und zahlt dein Arbeitgeber. Dies begründet sich darin, dass die Doppelkarte am WE und im Urlaub ja nicht ausgetauscht wird und solange die vorliegt, besteht eben auch Kraftfahrzeug-Haftpflichtschutz.
Interessant wird hierbei aber dennoch die Frage, ob der Versicherer sich einen möglichen Regres vorbehalten hat, für den Fall, dass ein KH-Schaden bei einer Privatfahrt auftritt. Dies sollte hier aber nicht der Fall sein. Nur zu deiner Sicherheit würde ich das nochmals klären.
Und zur Privatreisekasko. Da du einen Dienst-PKW fährst, wirst du sicherlich nicht der kleine Arbeiter sein. Vielleicht kannst du deinem Arbeitgeber ja empfehlen, dass er diesen Schutz für alle im Paket besorgt und den Beitrag ggf. von eurem Lohn direkt abzieht. Dies hat meist den Vorteil, dass beim Makler dazu bessere Konditionen ausgehandelt werden können und dies überhaupt in Deckung gegeben werden kann.
Gruß
Marco
Hi Frank,
hierzu mal eine andere Frage: versteuerst Du den Dienstwagen?
Falls ja, solltest Du Dir mal durchrechnen ob sich das lohnt. Wobei ich mir die Sache mit der Versicherung schwer vorstellen kann. Klärt das lieber noch mal mit Eurem Chef ab. Bietet ihm an, ein paar Vergleichsangebote einzuholen, evtl. findet Ihr eines, das insgesamt mit voller Deckung auf dem Beitrags-Niveau Eurer aktuellen, „halben“ Versicherung liegt.
Grüße,
Mathias
Hallo Mathias,
der Firmenwagen wird mit 1% versteuert, d.h. für mich monatlich 410 DM, sorry ca. 200 Euro.
Von daher waren wir eigentlich der Meinung, daß alle Kosten abgegolten seien. Offensichtlich ist dem nicht so, schade.
Würde die Tatsache der Versteuerung etwas an der Sachlage ändern?
Gruß Frank
Hi!
der Firmenwagen wird mit 1% versteuert, d.h. für mich
monatlich 410 DM, sorry ca. 200 Euro.
Von daher waren wir eigentlich der Meinung, daß alle Kosten
abgegolten seien. Offensichtlich ist dem nicht so, schade.
Würde die Tatsache der Versteuerung etwas an der Sachlage
ändern?
Ich bin mir ehrlich gesagt nicht ganz sicher.
Auf alle Fälle rechtfertigt das eine
Überprüfung der Situation dahingehend, ob sich die Privatnutzung überhaupt lohnt.
Auf alle Fälle würde ich den privaten Versicherungsbeitrag in der Steuererklärung einkommensmindernd angeben.
Grüße,
Mathias