Um ehrlich zu sein, finde ich es mittlerweile ziemlich dreist, was manche Menschen für weitgehende Kenntnisse betreffs des Unternehmens, bei dem man sich bewirbt, erwarten.
Natürlich kann es nicht angehen, dass man nicht mal weiß, mit was sich das Unternehmen beschäftigt und so weiter. Aber über bestimmte „Eckdaten“ sollte das nicht hinausgehen müssen.
Sämtliche Zahlen (Umsatz usw.) von der Gründung bis heute, -Firmenentwicklung und haste nicht gesehen… das ist einfach übertrieben!
Und zwar aus folgendem Grund:
Als ob Personaler etc. erwarten können, dass man sich in der heutigen Zeit nur bei „ihrem“ Unternehmen beworben hat. Natürlich hat man vielleicht seine Favoriten („Wunsch-Arbeitgeber“), aber es wäre einfach unverantwortlich (dumm!), sich bei nur einem einzigen Unternehmen zu bewerben, egal, wie gut die Noten, Kenntnisse usw sind!
Und ich bin mir sicher, dass Personaler sich darüber im Klaren sind. Trotzdem erwarten sie da Wunder…
Über alle Firmen, bei denen man sich beworben hat, soll man Bescheid wissen, als ob man schon seit 10 Jahren da arbeiten würde. Klasse!
Ich kenne Leute, die haben bis zu 50! Bewerbungen laufen, -einige auch mehr. Darf man da erwarten, dass sie über jedes einzelne Unternehmen perfekt Bescheid wissen?
Das ist doch lächerlich!
Ich denke auch nicht, dass es eine gute Möglichkeit wäre, auf eine Einladung zu warten und dann mit dem „Lernen“ anzufangen. Dazu reicht oft die Zeit nicht!
Es ist klar, dass Unternehmen niemanden einstellen wollen, der offensichtlich desinteressiert, einfach nur blöd oder was auch immer ist. Aber die Voraussetzung, solch tiefgreifendes Wissen über die Firma zu haben, halte ich auf Grund des oben erläuterten Problems für anmaßend!
Natürlich bin ich bereit, mich auf ein Gespräch vorzubereiten,
und mich dazu auch über die Firma zu informieren. Aber in
einem gewissen Rahmen!!
Und der reicht nun mal nicht aus. Nochmal:
Wieso soll ich eine Person, die der Meinung ist, ihr Kurzzeitgedächtnis nicht mit den notwendigen Infos zu füttern, einstellen?
Komischerweise erfüllen nicht gerade wenig Bewerber dieses Kriterium!
Gerade weil ich mich bei mehreren Unternehmen beworben habe
und nicht über jedes einzelne komplettes Detail-Wissen haben
kann…
Komplett wird auch niemand verlangen, aber etwas tiefer sollte es schon gehen.
LG
Guido -> ca. 150 Unternehmen auswendig gelernt (und danach wieder vergessen)
hast du gerade ein Vorstellungsgespräch versiebt?
Mir scheint, du hast in Puncto Bewerbungsstrategie Nachholbedarf.
(…)
aber es wäre einfach unverantwortlich
(dumm!), sich bei nur einem einzigen Unternehmen zu bewerben,
egal, wie gut die Noten, Kenntnisse usw sind!
Warum? Kommt auf die Strategie an.
Und ich bin mir sicher, dass Personaler sich darüber im Klaren
sind. Trotzdem erwarten sie da Wunder…
Die grosse Mehrheit bestimmt nicht.
(…)
Ich kenne Leute, die haben bis zu 50! Bewerbungen laufen,
-einige auch mehr.
Diese Leute können oft keine Prioritäten setzen, und wundern sich, dass so mancher Personaler das merkt.
Darf man da erwarten, dass sie über jedes
einzelne Unternehmen perfekt Bescheid wissen?
Man kann erwarten, dass sich der Bewerber die Homepage des Unternehmens näher angesehen hat und 2 bis 3 Fragen daraus abgeleitet hat, also in der Lage ist, beim Gespräch AKTIV nachzufragen.
Damit bezeugt man Interesse!
Der Aufwand, sich vorab 2 bis 3 Fragen auf einem Zettel zu notieren, geht im Rauschen unter.
Wenn ein Personaler anfängt, „unverschämte“ Detailfragen zu stellen, dann könnte er es deswegen tun, um herauszufinden, ob seine Firma nur eine von 50 ist, die der Bewerber nach Schema F abklappert.
Ich denke auch nicht, dass es eine gute Möglichkeit wäre, auf
eine Einladung zu warten und dann mit dem „Lernen“ anzufangen.
Dazu reicht oft die Zeit nicht!
Bevor man eine Bewerbung verfasst, sollte man sich gründlich über die Firma informiert haben.
Dein letzter Punkt tritt bei einer gescheiten Bewerbungsstrategie gar nicht auf.
hast du gerade ein Vorstellungsgespräch versiebt?
Mir scheint, du hast in Puncto Bewerbungsstrategie
Nachholbedarf.
Mein „Unmut“ kam daher, dass es ein paar Unternehmen gibt, für die ich mich interessiere, -ich auf deren Homepage war und mir nur dachte… „Und das muss ich jetzt alles wissen…!?“
Da ich ja nicht weiß, WAS ich gefragt werde, muss ich ja so ziemlich auf alles vorbereitet sein~
Da ich ja nicht weiß, WAS ich gefragt werde, muss ich ja so
ziemlich auf alles vorbereitet sein~
Hallo Katharina,
ein paar wichtige Eckdaten solltest du dir sicherlich merken. Wie hier schon gesagt wurde kannst du dir am besten aus den Informationen, die du auf den Homepages findest, Fragen formulieren, die du dann im Bewerbungsgespräch stellst. Das signalisiert, dass du dich informiert hast und dass du interessiert bist. Außerdem ist es taktisch geschickt, da du so selber das Gespräch etwas lenkst und sich die Gefahr etwas verringert, dass du Fragen zur Firma gestellt bekommst, die du nicht beantworten kannst.
Da ich ja nicht weiß, WAS ich gefragt werde, muss ich ja so
ziemlich auf alles vorbereitet sein~
naja, ich hätte zumindest noch kein Vorstellungsgespräch erlebt, wo ich „abgefragt“ wurde, im Stil von „Wieviele Mitarbeiter weltweit haben wir? Wie hoch stand die Aktie am 25.2.2007? Welches unserer Produkte hat sich letztes Jahr 100mal verkauft? Dreimal nix gewusst --> Absage“
Eher war es so, dass der Personaler die Firma vorgestellt hat „Wir sind Weltmarkführer im Bereich xy und unser bestes Produkt hat sich letztes Jahr 100mal verkauft“ und dann kann man elegant einwerfen „Ach? Sie reden vom Ultra?“. Oder - wenn man da seinen Einsatz verpasst - dann kurz sagen „ah, ja, das hab ich auf Ihrer Internetseite gelesen“ oder notfalls irgendwas thematisch halbwegs passendes einwerfen „Planen Sie mittelfristig das Produktspektrum nach oben/unten zu erweitern?“
Sprich, es geht dabei nicht drum, abgefragt zu werden, sondern selber eine Basis für ein angenehmes fachliches Gespräch über die Firma zu haben. Auch Fragen kannst Du sehr gut vorbereiten „Auf Ihrer Internetseite habe ich gelesen, dass… Wie wollen Sie dies zukünftig…“ Klar, wir nehmen dafür positive Dinge, nicht „seit 6 Monaten purzelt Ihr Aktienkurs, was gedenken Sie dagegen zu tun“ sondern in dem Fall halt nicht nach Aktienkursen fragen
Der grosse Vorteil von dieser ganzen Sache ist, dass Du Dir diese Fragen in aller Ruhe zuhause vorbereiten und lernen kannst (vom Spickzettel würde ich persönlich abraten, kenne aber auch Leute die das als „gute Vorbereitung“ werten). Achtung, bereite deutlich mehr Fragen vor, als Du stellen möchtest, denn einen Teil wird Dir sicher der Personaler vorwegnehmen, einige wirst Du vergessen oder in der Situation nicht anbringen können - da brauchst Du genügend Reserven.
*wink* und viel Erfolg
Petzi
PS: Achja, ich so für mich finde diese Recherche im Vorfeld auch äussert interessant, denn schliesslich lerne ich über die Internetseite auch viel über die potentiell neue Firma.
Kann es sein,…
dass du Profi im Aufmuntern bist? Hab jetzt schon bissi bessere Laune… danke!
Und wenn man so manche Postings von dir liest, hebt das echt die Stimmung~
„Dreist“ und „dumm“ ist es vor allem seitens eines Bewerbers, sich nicht auf das Gespräch vorzubereiten und somit allen Beteiligten die Zeit zu stehlen.
Für Positionen oberhalb einer Sekretärin erwarte ich, dass ein Bewerber sich eingehend mit der Firma auseinandergesetzt hat und, je nach zu besetzender Position, auch über existierenden Wettbewerb, Fragen zum Vertrieb des Produktes im Ausland oder spezielle Verwaltungsfragen für die Unternehmensgröße bescheid weiß. Zudem erwarte ich, spätestens im 2. Gespräch, konkrete Ideen dazu, wie der Bewerber sich seinen Job in der Firma überhaupt vorstellt.
Informationen zu Unternehmen, Produkt und Wettbewerb bekomme ich erschöpfend, wenn ich 1 Stunde im Internet investiere. Wenn ich mir ansehe, wieviel Zeit manche Leute bei youtube, Sexdotcom oder auch hier im Forum verbringen, kann reiner Mangel an Zeit für die Recherche nicht das Problem sein. Es ist eher die reine Trägheit und Faulheit.
Und Leute, die schon keine Lust haben, sich vernünftig auf ein Bewerbungsgespräch vorzubereiten, von mir aber durchaus erwarten, ihre Bewerbungsunterlagen zu kennen, sollten sich dann eben woanders bewerben.
Wer heute einen einigermassen qualifizierten Job will, muss neben für die Position brauchbaren Fachkenntnissen auch Lust mitbringen, etwas zu tun. Und dazu gehört das Interesse herauszufinden, was der Laden überhaupt macht.
Ich denke auch nicht, dass es eine gute Möglichkeit wäre, auf
eine Einladung zu warten und dann mit dem „Lernen“ anzufangen.
Dazu reicht oft die Zeit nicht!
wieso? ich hatte bei meinen Gesprächen bisher mindestens vier Tage vorlauf, oft wesentlich mehr. und wenn jemand dir ein Gespräch für den nächsten Tag anträgt, dann verschiebst du das halt, kannst ja auch nicht immer Zeit haben.
Und wenn man so manche Postings von dir liest, hebt das echt
die Stimmung~
Das hast Du ja offensichtlich auch selber schon festgestellt. Noch besser merkt man das bei Treffen, wenn man mit Petzi allem Blödsinn Urgrund der Weltgedanken auf den Zahn fühlt.