ich bin ein bekennender Fleischesser, habe ich mich aber nun zwecks Diät und gesunder Ernährung (und natürlich auch Neugier) dazu entschlossen, Fisch auszuprobieren und habe auch gleich den Schritt gewagt. Mein Problem: ich mag diesen penetranten Fischgeschmack nicht, habe aber durchaus schon leckeren Fisch ohne diesen gegessen.
Schlau wie ich bin, habe ich also den in Wasser aufgetauten, abgespülten und trockengetupften Fisch (Filet) in Zitronensaft mit Dill eingelegt. Danach habe ich ihn fachgerecht gewürzt, angebraten, mit Weißwein abgelöscht. Jedoch: der Fisch zerfiel in hundert Einzelteile, die Sache verkam zu einer Art Fischmuß. Igittigitt.
Also: was habe ich falsch gemacht? Darf man de Fisch nicht in Wasser auftauen? Habe ich ihn zu lange in Zitronensaft eingelegt? Wenn ja: wie bekomme ich den „fischigen“ Geschmack weg?
Hallo littlefool
Mein Vorschlag: Erst mal Süßwasserfisch probieren. Am besten Forelle. Die schmeckt sehr mild.
Wichtig bei Fisch: Die 3 „S“, säubern, säuern, salzen.
Rezepte gibts in jedem Kochbuch.
Für Fischfilet gilt: Kurzbraten! Hautseite zuerst. Sobald es sich vom Pfannenboden lösen lässt, wenden, und nochmal auf der anderen Seite genauso lang braten. Fisch herausnehmen und dann die Sauce machen. Dann kann eigentlich nichts passieren.
Ganz einfach und wie von alleine macht sich Fisch in Alufolie im Backofen.
(z.B Forelle)
Dazu ausgenommenen ganzen Fisch mit etwas Öl ausstreichen,mit Kräutern füllen, dann in eingeölte Alufolie legen,Zitronenscheiben darauf verteilen, Alufolie verschliessen.
Fisch dann im Backofen ca 30-40 Minuten backen,je nach Fischgrösse.
Dazu z.B Kartoffeln oder Reis und/oder Salsat…LECKER!!!
ich weiß nicht, wie meine Vorredner ihren fisch kochen, aber eigentlich ist das kein Problem. Vielleicht liegts dran, daß ich als Nordlicht frischen Fisch gewöhnt bin…
Wichtig ist die Auswahl des Fisches. Frischer fisch hat hellrote Kiemen und nicht eingefallene Augen, sein Fleisch gibt auf druck nur wenig nach und geht eigentlich augenblicklich wieder in die ursprüngliche Form zurück.
Frischer Fisch duftet nach Meer, statt nach Fisch zu stinken. wenn Fisch deutlich nach Fisch riecht, laß ihn riechen, aber kauf ihn nicht. Ein guter fischhändler wird Dir immer einen Blick in die kiemen gewähren und Dich beraten.
Ob Süßwasser oder Salzwasser mußt Du selbst entscheiden, ich persönlich bevorzuge Salzwasser, aber auch eine forelle ist lecker. Wichtig auch da siehe oben.
Forelle hat viele Gräten, also ist bei unerfahrenen Essern der Frust oft vorprogrammiert.
Kauf eine Dorade. Die hat Riesengräten. Oder ein Stück Filet vom Viktoriabarsch. Annähernd grätenfreie steaks liefern Thunfisch, Heilbutt und Schwertfisch. Lachs ist auch toll, aber etwas feiner in den Gräten. tiefkühlware nur im Notfall…
Zum Einstieg gönn Dir eine Delikatesse: Nimm Seeteufel. Der Fisch sieht doof aus, schmeckt aber toll und hat nur große Gräten. Laß Medaillons davon schneiden. (Dieser Fisch ist sehr teuer…). Öl in der Pfanne erhitzen, Fisch pfeffern und salzen, einen Rosmarinzweig in die Pfanne und den Fisch dazu. etwa 3 minuten je Seite braten. Mit Kartoffeln, Reis, Broccoli oder Blattspinat servieren.
Vom Thunfisch geht auch leckeres steak:
Steaks salzen und pfeffern, ins heiße Öl legen. Hitze etwas zurücknehmen. Je Seite 5 Minuten braten. Er darf innen ruhig noch rose oder rot sein, sonst ist er trocken.
Mit einer Sauce bernaise, Reis oder Kartoffeln oder Spinat eine Delikatesse.
billigerer Fisch ist Rotbarsch oder Viktoriabarsch. Auch da, bei Filetware, auf Frische achten. Sollte nicht von WalMart sein und nach Fisch stinken. Den kann man nun panieren, vorher pfeffern und salzen oder auch in Bierteig ausbacken. Wunderbar zu Kartoffel- oder Nudelsalat.
Seelachs solltest Du meiden, sein Eigengeruch ist stark.
Nun kannst Du dich einmal quer durch die Fischtheke futtern, und all das ausmustern, was nicht der Hit war.
Einige Fische kannst du gut braten, andere pochiere besser in einem Sud mit möhren und Poree, Senfkörnern und Zwiebeln. Oder etwas Weißwein dazu?
Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Frag Deinen Fischhändler nach Rezepten, mail mich an oder frag hier im Forum.
Es gibt so viele arten, Fisch zu machen:smile:
vielen Dank für Deine Hilfe! Da habe ich ja schonmal eine gute Auswahl… - leider muss ich wohl doch auf Tiefkühlware zurückgreifen (aus Geldbeutelgründen, aber auch: ich wohne mehrere hundert Kilometer vom Meer entfernt, der Meerfisch ist also sowieso gefroren), ansonsten hat mir Dein Artikel sehr geholfen, ich werde ihn mir auf jeden Fall ausdrucken.
hi, ein guter frischer „anfängerfisch“ ist auch der zander. das fleisch ist superweiss und sehr lecker, praktisch keine gräten bei grossem filet. denke aber dran, daß tiefkühlware nie wirklich spaß macht! übrigens: die moderne lebensmittelverarbeitung stellt paradoxe verhältnisse auf. so hat die entfernung zum meer heute wirklich nichts mehr mit der frische des fisches zu tun! kühlketten und lieferwege bestimmen das heute. logistisch gesehen ist der frischeste fisch der, der am flughafen köln/bonn eingeflogen und dann sofort in die grosshandel gefahren wurde. unser fisch kommt heute aus westafrika, westküste spanien und frankreich. daher ist eine rotbarbe zuerst im dortmunder grosshandel gewesen und dann im hamburger fischrestaurat, einen tag später. der hummer, der auf sylt gegessen wird, ist aus canada!
kein wunder, daß der fisch auseinandergefallen ist. hab noch nie gehört, daß schmoren für fische gut ist.
weißwein mit dem dill und pfeffer aufkochen, aufgetauten fisch einlegen und sofort vom feuer nehmen. ist er gefroren, hitze wegnehmen.
fisch sollte pochieren, das heißt unter dem siedepunkt ziehen lassen.
und bitte nicht stundenlang sondern 2-5 minuten, es sei denn, das filet ist sehr dick.
beim braten reicht mittlere hitze, pro seite ca. 2 minuten bei zartem fisch.
strubbel
S:open_mouth:)
(hab ich nochwas vergessen?)
Vielen Dank für die vielen hilfreichen Antworten!
Ich habe es vorhin geschafft und einen sehr leckeren, nicht fischigen Fisch verspeist Und obwohl ich bisher immer nach dem Motto gelebt habe „alles aus dem Meer = bäh“ hat es mir gut geschmeckt, und ich werd’s wieder tun.