ich hatte vor ca. 2 Monaten eine neue WSR und eine nachbehandelte 2’t WSR an einem anderen Zahn - nun habe ich schon wieder eine Fistel am nachbehandelten Zahn. Ich wollte nächste Woche wieder zum ZA und würde gerne wissen ob das normal ist das dies in einer so kurzen Zeit wieder auftritt, ob eine Behandlung mit Antibiotika was nützt und ob eine 3’te Resektion empfehlenswert wäre.
eine Behandlung mit Antibiotika nützt nicht nachhaltig, weil dort, wo die Bakterien noch zu sitzen scheinen, kein ausreichend wirksamer bakterizider Spiegel zu erreichen ist
wenn, dann nur in Verbindung mit einer Revision der Wurzelfüllung, oder wenigstens einer adhäsiven, retrograden Füllung
Das Problem bei solchen Rezidiven liegt immer darin, daß in den Mikro-Hohlräumen der gefüllten Wurzel irgendwo noch Bakterien sitzen, die der Körper loswerden möchte. Die Resektionen zielen ja darauf ab, die Wurzelspitze mit ihrem delta-artigen Kanalsystem aus dem Knochen zu nehmen - also das Bakterienreservoir zu eliminieren. Wenn zweimal reseziert worden ist, ist die Wurzel jetzt schon um einiges kürzer, ohne daß sich der gewünschte Erfolg eingestellt hätte. Jetzt kann man versuchen, von hinten einen dichten Stöpsel auf den Wurzelstumpf zu kleben (retrograde WF) und die Übeltäter gleichsam in einen Sarkophag zu sperren, oder eben die ganze Wurzelbehandlung von vorn (Revision) zu versuchen. Erfolgswahrscheinlichkeit? Hm, Hm.
In bestimmten Zahnarztkreisen wird noch ein bestimmtes Behandlungsprotokoll propagiert (Desinfektion mit CHKM, sog. ‚Timbuktu‘ - Methode), die, was die Evidenz ihres Erfolges anbelangt, noch auf sichere Zahlen wartet.
Kai
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