'Fixierung' beim Hund aufheben

Hallo zusammen,

mein 1,5 Jahre alter Rüde (Border-Collie-Mix, kastriert) ist seit ca. 2 Wochen bei unseren Spaziergängen total auf Stöcke fixiert. Er besaß zwar schon immer eine ausgeprägte Apportierbegeisterung, aber wir hatten bisher immer bestimmte Orte auf dem Spaziergang, wo ich sie bedient und mit ihm trainiert habe. In den letzten Tagen sucht er sich direkt vor dem Spaziergang einen Stock vom Grundstück, legt ihn mir ständig vor die Füße und schaut mich mit seinem Arbeitshundeblick an. Nichts, aber auch gar nichts anderes ist mehr interessant: Keine Leckerlies, keine Gerüche, nicht der Kaukasische Hütehund, den wir immer auf den Mittagsspaziergängen treffen und mit dem er sonst über die Wiesen gerannt ist (und der ihn vergeblich animiert)…lach, ich kann froh sein, wenn er mal sein Geschäft erledigt.

Er ist eben total auf diesen Stock fixiert - allerdings gehorcht er in diesem Apportier-Zusammenhang bestens (vorlaufen, warten, bringen, ablegen).

Meine Frage: Was kann ich machen, um diese extreme Fixierung (substituierter Arbeitseifers?) aufzuheben, ohne ganz auf das Apportieren zu verzichten? Und woher kann sie von jetzt auf heute kommen?

Zur Hintergrundinfo: Mein Hund ist kaum allein, da ich von zu Hause aus arbeite, er hat ständig Zugang zu einem großen Hof, Garten und einer Weide, besitzt vom Welpenalter her eine (etwas trägere) Spielkameradin. Für einen „joblosen“ Border ist er auch sehr ausgeglichen.

Danke und viele Sonntagsgrüße

Kathleen

Du bist der Boss, nicht er
Er besaß zwar schon immer eine ausgeprägte

Apportierbegeisterung, aber wir hatten bisher immer bestimmte
Orte auf dem Spaziergang, wo ich sie bedient und mit ihm
trainiert habe. In den letzten Tagen sucht er sich direkt vor
dem Spaziergang einen Stock vom Grundstück, legt ihn mir
ständig vor die Füße und schaut mich mit seinem
Arbeitshundeblick an.

Sieht so aus, als wolle er die Regeln bestimmen … n kleiner Aufstieg im Rudel … man kanns ja mal versuchen … lach!

Du solltest bestimmen, nicht er. Also ignorier seine Versuche und besteh auf den gleichen Stellen wie zuvor.
Wird er schnell akzeptieren, wenn Du konsequent bleibst.

Viele Grüße, Son-ja

Liebe Son-ja,

das mit dem Versuch, im Rudel aufzusteigen, mag ich nicht so richtig glauben: Diese Pubertätsphase haben wir eigentlich durch und diese Machtspielchen haben sich bisher anders dargestellt.

Natürlich hast Du trotzdem Recht damit, dass zum Apportieren immer zwei gehören und ich die Regeln bestimmen muss.

Vielleicht habe ich mich auch nicht deutlich genug ausgedrückt: Auch ohne Stock ist er fixiert drauf, einen zu finden, den ich werfen könnte, und alles anderes ist uninteressant. Er rennt dann eben die ganze Zeit mit einem erwartungsvollen Blick neben mir her und lässt sich von nichts anderem ablenken, wo ich vermute, dass es mit dem Arbeitseifer dieser Hütehunde im Zusammenhang stehen könnte, den mein Rüde auf diesem Wege substituiert?!

Vielleicht hast Du noch einen Tipp?

Danke und viele Grüße

Kathleen

Der Versuch hört nie auf …

Liebe Son-ja,

das mit dem Versuch, im Rudel aufzusteigen, mag ich nicht so
richtig glauben: Diese Pubertätsphase haben wir eigentlich
durch und diese Machtspielchen haben sich bisher anders
dargestellt.

Hi Kathleen,

auch Dein Hund hat die Gene des Wolfrudels noch in sich. Da wird also immer wieder versucht, ob man im Rudel nicht aufsteigen kann (im Rudel altert der Leitwolf nu mal n bischen flotter als Du … grins). Das hört nicht mit der Pubertät auf.

Wenn der eine Versuch nicht funzt, dann nimmt Hund gerne eine andere Version.

Spiel mit ihm, was ihm und Dir Freude macht. Doch lass ihn nicht bestimmen „wann“ und „wo“. Er wird es schnell lernen, lass Dich nur nicht an der falschen Stelle von ihm „becircen“, sonst nimmt er Dich wirklich nicht mehr ernst …

Glaub mir, es hift ihm, seine Stellung im Rudel zu sehen. Und damit ist er dann bis zum nächsten Versuch auch glücklich und zufrieden. Kannst aus einem Hund keinen gleichwertigen Partner machen, das ist gegen ihre Natur. Was nicht heißt, dass man ihn nicht liebevoll behandelt!

Liebe Grüße, Son-ja

Hallo Son-ja,

wir haben unser „rituelles Abendrangeln“ (beide auf dem Fußboden), allerdings gibt es zwischendurch immer ein „Schluss“, wo klar die Grenze gezogen wird, dass ich der Chef bin und er aufzuhören hat. Das klappt hervorragend! Ansonsten beschreibe ich uns eher aber - ehrlich gesagt - als gutes Team, was wahrscheinlich nur so gut funktioniert, da mein Hund einen äußerst freundlichen, unängstlichen und aggressionsfreien Charakter besitzt.

Daher hast Du weiterhin Recht: Ich lass mich dann wohl doch zu häufig becircen! :frowning:

Trotzdem bleibt für mich die Frage im Raume stehen, ob diese Fixierung nicht auch noch andere Ursachen haben könnte.

Viele liebe Sonntagsgrüße

Kathleen

Kleiner Charmeur, mh?

Daher hast Du weiterhin Recht: Ich lass mich dann wohl doch zu
häufig becircen! :frowning:

Trotzdem bleibt für mich die Frage im Raume stehen, ob diese
Fixierung nicht auch noch andere Ursachen haben könnte.

Viele liebe Sonntagsgrüße

Kathleen

Hi Kathlee,

son treuer Hundeblick hat was, ich weiß … lach …
Und der Hund merkt die Wirkung auf Dich auch …

Er liebt einfach das Spiel mit dem Stöckchen, das macht ihm Freude!

Das ist nu keine „Fixierung“, sondern sein Lieblingsspiel.
Andere rennen hinter Bällen her … oder buddeln wie wild … oder verfolgen Radfahrer und Jogger … oder schleppen Zeitungen und Portemonaies rum … oder jagen hinter Nachbars Katze her … oder verfolgen Vögel und Enten … jo mei.

Es ändert doch nix, lass ihm sein Lieblingsspiel, doch sei der Boss. Und schon ist Dein Hund glücklich, so gehts euch Beiden gut.

Liebe Grüße, Son-ja

Hallo zusammen,

mein 1,5 Jahre alter Rüde (Border-Collie-Mix, kastriert) ist
seit ca. 2 Wochen bei unseren Spaziergängen total auf Stöcke
fixiert.

Du hast einen Arbeitshund! Nach 1 1/2 Jahren ist Schluß mit lustig, gib ihm was zu tun! Deutlicher kann ein Hund nun wirklich nicht in der „Menschensprache“ sprechen
Wandle apportieren um in Such und Gehorsamsübungen, er wird es dir danken. Agillitiübungen auf Deinem Hof?
Laß ihn doch mal zwei/drei Stöckchen gleichzeitig apportieren, etwas anspucken hilft beim finden :smile:. Gestalte die Aufgaben anspruchsvoll. Bring ihm bei Dir Zigaretten und Feuerzeug zu bringen? Hausschuhe, Leine, HB. Fernsehzeitung, Fernbedienung… Laß Dir was einfallen. Botengänge im Haus mit einem Zettel zu Deinem Mann? Kind? Für Bordies ist arbeitslos zu sein und Selbstbeschäftigung tödlich langweilig… Verstecke sein Lieblingsspielzeug im Haus und las ihn suchen, wenn er „Such“ begriffen hat und Du entsprechende Bezeichnungen wie: Balli, Quitschi, Püppi verwendest. Versteck Dich selber und las ihn dann auf Zuruf nach Dir suchen. Unendliche Möglichkeiten tun sich auf…
Grüße von der Jagdelster

Hallo Jagdelster,

das habe ich in der Art auch von Anfang an gemacht (daher sprach ich davon, dass er als „jobloser“ Border recht ausgeglichen ist).

Aber anscheinend sind seine Arbeitsansprüche gestiegen!

Danke und viele Grüße

Kathleen

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hallo
ich sehe das auch so wie Son-ja
wenn Hunde das „Spielen“ beginnen dann wollen sie Chef spielen und wenn du frauf eingehst, dann steigst du ab in der Rangfolge. Ich glaube dir, wenn du sagst, dass es ihm für einen joblosen Collie ganz gut geht, ich glaube nicht, dass seine arbeitsansprüche gestiegen sind, sondern dass er es einfach mal probieren will. Sie streng und konsequent, dann hört er sicher damit auf

liebe Grüße Verena

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Hallo Verena
verzeih mir daß ich dich mal ganz provokant frage was die Antwort soll…
Seit wann sinke ich in einer „Hierarchie“ wenn ich jemandem seine Spielaufforderung annehme???
Hast ud Kinder?
Hast du mehrere Hunde?
Wenn eines davon ja ist dann überleg dir bitte deine Antwort.
Ich lebe mir 4 Hunden in einer Hundepension. Hier rennen bis zu 8 Hunde gleichzeitig um mich herrum wenn ich sie im Auslauf oder dem Haus mit meien kombinieren kann.
Aber! es gibt klare Regeln wer hier was zu sagen hat. Doch nie konnte ich ansatzweise erkennen daß ein Hund der hier das Sagen hat seine Stellung deswegen einbüßte daß er beim Spiel mitmachte wenn aufgefordert.

  1. Hunde leben nicht mehr in Starren Rudeln (siehe Bloch oder Coppinger, alternativ bitte andere Quellen belegen welche wissenschaftlich das Gegenteil der beiden behaupten)
  2. Eine Rangfolge wie bei Wölfen behauptet, die du hier propagierst, daß sie existiert ist mir selbt beim lesen der akutellen Forschungen nicht untergekommen
    Daher ist eine Spielaufforderung und ein Eingehen darauf nicht als „Rangverlust“ zu sehen sondern als Sozial Bindungsritual und Lernspiel zu sehen.

Vergleiche hierzu Kinder welche bei uns Menschen in gesunden Sozialstrukturen aufwachsen. Ein Nein wenn es gerade absolut nicht passt oder man seine Ruhe will, respektiert jeder. Aber! ohne daß eine Spielaufforderung stattfindet kann keine Sozialinteraktion unter intelligenten Lebewesen stattfinden.
Vergleiche Schwertwale, Delphine, Affen, usw. usw. usw.
Die Soziale Stellung imk Gegenteil entwickelt sich durch das Spiel.
Daher bitte!!! Erklär mir wo du deine Aussage hernimmst. Laß mich gerne mit fachlichen Erkenntnissen die mir nicht bekannt sind überzeugen.
Gruß Steffen

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Hierarchien
Hi Steffen!
In diesem Fall muss ich dir Recht geben. Dieses EINZELNE Verhaltensmuster als „In-Frage-Stellen“ der Hierarchie anzusehen, ginge etwas weit…
Allerdings kommt es schon vor, dass mit Verhaltensänderungen der Besitzer z. B. bei einem dominant-aggressiven Hund viel erreicht werden kann, auch damit (das ist dann in diesem Fall nur eine von vielen Regeln an die Besitzer), dass die Spielaufforderung NUR vom Besitzer aus geht.
Im beschriebenen Fall würde ich dem Gefühl nach (Ferndiagnosen mache ich nicht) sagen, der Hund ist wirklich mächtig unterbeschäftigt!

LG, Iris

Höchste Zeit!
Hi!
Stimme Jagdelster zu! Sternchen von mir.
Wollte noch hinzufügen, dass die Möglichkeit besteht, dass es sich bei dem hier gezeigten Verhalten um eine beginnende Verhaltensstörung (Stereotypie) handeln könnte.
Also keinen Tag länger warten. Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen starten!

Grüße, Iris

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Hallo Iris
jetzt kann ich dir zustimmen.
Das es dominate Hunde gibt die dadurch zu Aggression neigen… kein Thema. Daß schwache „Leitmenschen“ zu Problemen mit Hunden führen auch kein Thema und durch Stärkung des Menschen hier weitreichende Besserungen stattfinden kenn ich selber zu genüge.

Bin schon weiter

-) hab geraten mal sich Schafe oder Enten anzuschaffen…

Das ist das einzige wozu Border und Co wirklich taugen…

Gruß Steffen

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Hallo,

dass Du was tun mußt hast Du ja schon gesagt bekommen.
Was Iris erwähnte steht auch in vielen Steckbriefen zur Rasse geschrieben.

Ich kenne 2 Familien mit Border Collies, die hatten erst die Hunde und nachher die Schafe für den Hund *g

Wie wäre es denn als Alternative mit sowas:
Natürlich Agility :wink:
Intelligentes Hundespielzeug (für den Anfang)
http://www.hundespiele.com/hundespielzeug.php
Flyball
http://www.flyball.de/
Oder Rettungshund
Auch das THW bildet Rettungshunde aus, das wäre eine abwechslungsreiche Ausbildung. Vielleicht findest Du hier einen Ansprechpartner in Deiner Nähe:
http://www.rettungshund-info.de/

Gruß
Maja

Danke an alle
Liebe Maja,

vielen Dank Dir und auch den anderen.

Ich denke, es ist von jedem etwas (weil diese Stockmanie wohl doch in erster Linie bei mir ausgelebt wird - wie ich gestern hören durfte, als meine Mutter ihn mit zum Spaziergang genommen hat und er sich mal nach 2 Wochen wieder wie ein „normaler“ Hund verhalten hat). Man kann es jetzt als Bindungsritual deuten - oder eben vielleicht doch als „Machtkampf“ (an Letzteres glaube ich immer noch nicht so recht, da dieser sich - wie erwähnt - anders dargestellt hat).

Danke für die Links. Einige dieser Spielzeuge sind hier auch im Einsatz, der „Herr“ bringt mir auch Schuhe, seine Lieblingsspielzeuge (kann sie auch zumeist unterscheiden - lach, @Jagdelster: Das mit den Zigaretten lasse ich lieber, ich bin nämlich Selbstdreher!), und ich werde tendenziell von meinem Umfeld eher darauf hingewiesen, dass ich dem Kerl vielleicht etwas viel abverlange (z.B. Leute, die zu Besuch kommen, mit Namen kennenzulernen). Ich kenne auch die Phasen an ihm, wenn ich mich am Tag zu wenig mit ihm beschäftigen konnte - da hat er anders reagiert.

Man muss auch noch erwähnen, dass er kein reiner Border ist (es muss noch etwas Größeres drinstecken, da er eine Schulterhöhe von 64 cm misst und auch so viel zu „stämmig“ für einen Border ist) - und sein Hütetrieb trat bisher kaum in Erscheinung (das, was man so von den „verhaltensgestörten“ Borders hört: Radfahrer, Autos, Kinder, andere Haustiere etc.).

Und jetzt muss ich mich und meinen Hund auch mal ein wenig „verteidigen“: Er ist abgesehen von dem beschriebenen Phänomen in keiner Weise irgendwie verhaltensauffällig. Lach, höchstens in seiner Sanftmütigkeit und Freundlichkeit und Angstlosigkeit allem und jedem gegenüber.

@Steffen: Das mit den Laufenten werde ich mir aber trotzdem - wie erwähnt - überlegen!

Nochmals Danke und Euch allen einen schönen Tag

Kathleen