'Fixierung' des Patienten bei OP's

Hi Medizinfrauen und -männer,

mir wurde gesagt, daß bei OP’s das „Opfer“ muskelerschlaffende Mittel bekommt, damit der Patient nicht zum rumzappeln anfängt während der Meister grad mit dem Skalpell ansetzt. Soweit versteh ich das und aus Laiensicht macht das auch Sinn. Wie läuft das dann eigentlich mit der Lebenserhaltung weiter. Die Lunge läßt sich zwangsbeatmen, nur was ist mit dem Herz? Wie wird der Blutkreislauf in Gang gehalten?

Da ich absoluter medizinischer Laie bin, währe ich über eine Antwort in „deutscher Sprache“ dankbar.

Danke

Tom

Muskelrelaxantien
Hallo Tom,

mir wurde gesagt, daß bei OP’s das „Opfer“ muskelerschlaffende
Mittel bekommt, damit der Patient nicht zum rumzappeln anfängt
während der Meister grad mit dem Skalpell ansetzt.

Die Beschreibung ist geradezu goldig! *lach*

Wie
läuft das dann eigentlich mit der Lebenserhaltung weiter.

Muskelrelaxantien (= die von Dir erwähnten muskelentspannenden Mittel) wirken sich zwar auf die Atemmuskulatur aus, aber nicht auf das Herz. Das hat nämlich sozusagen eine eigene Schaltzentrale, deswegen wird bei einer Narkose der Kreislauf nur überwacht.

Die Narkose an sich hat ja vier Stadien:

  1. Desorientierung, Schmerzdämpfung, Du kannst nicht mehr richtig denken und das Bewußußtsein verabschiedet sich so langsam.
  2. Du bist zwar schon im Reich der Träume, aber: Du reagierst durchaus, wenn Dich z. B. der Anästhesist pickst (auch beliebt: über die Wimpern streichen).
  3. Die Reflexe setzen aus, keine Reaktion mehr auf Schmerzreize. Das ist das Stadium, in dem die OP stattfindet.
  4. Autsch! Erweiterte Pupillen + Atemstillstand. In dieses Stadium wird Dich ein guter Anästhesist niemals kommen lassen bzw. wenn so etwas mal passiert, sofort mit der Reanimation anfangen.

Die
Lunge läßt sich zwangsbeatmen, nur was ist mit dem Herz? Wie
wird der Blutkreislauf in Gang gehalten?

Bei einer OP am offenen Herzen sieht die ganze Sache natürlich etwas anders aus. Da läuft es über eine Maschine.

Beste Grüße

Tessa
*Medizinfrau*

Hai, Tom,

hier 'ne Antwort von 'ner nicht-Medizinerin, die sich (und dann auch andere) das auch gefragt hat:
Im Prinzip gibt es zwei lass-mal-den-Muskel-zucken-Systeme in unserem Körper. Einmal den ganzen Kram, den wir bewusst benutzen können: Arme, Beine, Bauchmuskeln und so, das sind die, die einen Chirurgen ganz schön nerven können, wenn sie auf Verletzung (reinschneiden) mit wüsten Zuckungen reagieren. Darum werden die mit Medikamenten ausgeschaltet. Dann gibt es noch den Teil, der von uns nicht so ohne weiteres bewußt beeinflusst werden kann, der Herzmuskel z.B oder unsere Iris. Die werden von den bei einer OP üblichen Mitteln nicht beeinflusst; das Herz schlägt auch während tiefster Narkose munter weiter. Daraus folgt, daß bei einer normalen OP das Herz keine Ermunterung von außen braucht.
Soweit ich weiß, ist auch die Atmung ein Bewusstseins-unabhängiger Reflex, der Schlauch, den man in den Hals kriegt, ist dafür da, daß man nicht die Zunge verschluckt, man wird also
normalerweise nicht beatmet - hier bin ich mir aber nicht sicher…
Hoffe, etwas geholfen zu haben
Gruß
Sibylle

Hai, Tessa,

da haste aber schneller getippt, als ich…

Muskelrelaxantien (= die von Dir erwähnten muskelentspannenden
Mittel) wirken sich zwar auf die Atemmuskulatur aus

Da war ich mir nicht sicher, haste ja jeklärt…

Die Narkose an sich hat ja vier Stadien:

Wieso vier Stadien??? Bei mir war nur

„Es wird jetzt gleich nach Knoblauch schmecken…“ „Oh, ich schmeck jetzzzzzzz…“

Bei einer OP am offenen Herzen sieht die ganze Sache natürlich
etwas anders aus. Da läuft es über eine Maschine.

…und noch ganz anders bei einigen OP am Hirn - da laufen auch Maschinen und zusätzlich das Bewusstsein des „Opfers“

greetz
Sibylle
nicht-Medizinfrau, aber waaahnsinnig neugierig (hast Du „Körperwelten“ gesehen?)

Hallo Tessa,

  1. Autsch! Erweiterte Pupillen + Atemstillstand. In dieses
    Stadium wird Dich ein guter Anästhesist niemals kommen lassen
    bzw. wenn so etwas mal passiert, sofort mit der Reanimation
    anfangen.

Ich hoffe mal, du hast dich verschrieben und meinst Herz stillstand und nicht Atem stillstand? Der Atemstillstand im Rahmen der OP ist ja nicht wirklich außergewöhnlich und außerdem nicht reanimationspflichtig…
Weil sonst hast du nämlich recht schnell den Herz stillstand, und wer will das schon?

MfG Claus (der sich sicher ist, dass Tessa nur mal kurz tüddelig war)

Oje… Tüddelige & zerstreute Hexen… (owT)
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