Hallo zusammen,
Wie ist eigentlich eine Flachantenne prinzipiell aufgebaut, und wie funktioniert sie?
(„gut“ wäre auch eine richtige Antwort!)
es grüßt
Helmut
Hallo,
Basis einer Antenne ist üblicher weise ein Dipolelement.
Das kann bei niedrigen Frequenzen ein Stab oder eine Draht sein,
der mind. 1/4 x Lambda lang sein sollte. Bei symetrischer
Anordnung 2 Stäbe mit je 1/4 Lambda.
Beim UKW und SHF/UHF (Ferhnsehen) sind die Dipole auch glatte
oder auch zu einer Schleife gebogene Metallstäbe.
Bei noch höheren Frequenzen gibt es dann auch andere Dipol-
kontruktionen, die z.B. als Schlitz in einem Rohr ausgeführt sind.
Da verschilzt auch etwas der Übergang von Wellenleiter und
eigentlichem Dipol.
Solche Konstruktionen werden z.B. beim LNB von Sat-Schüsseln
benutzt. Die Schüssel selber ist ja nur ein passiver Reflektor,
der die einstrahlenden Wellen auf dan LNB fokussiert.
Am LNB ist üblicherweise eine Trichterförmige Öffnung (Horn-
strahler mit einem Stückchen Rohr (Hohlleiter) das am Ende
auf den eigentlichen Dipol (kurze Drahtstückchen oder entsprechnede
Strukturen auf einer Leiterplatte) trifft. Das ganze ist
auch zweimal angeordenet, um hor. und vertikale Polarisation
zu empfangen.
Der Antennengewinn (also die Verstärkung) wird aber aus der
Fokussierung des Parabolreflektors geholt.
Wie ist eigentlich eine Flachantenne prinzipiell aufgebaut,
und wie funktioniert sie?
Da ist so, daß auf der Fläche viele einzelne Dipole nebeneinander
angeordnet sind . Das ist also ein Antennenarray.
Der Gewinn erfolgt hier aus dem Zusammenschalten vieler
einzelnen Antennen-(dipole). Solch ein Array hat auch genauso
eine Richtwirkung, weil sich schräg einfallende Wellenfronten
wegen der verschobenen Phasenlage in den Dipolen gegeseitig
aufheben. So ein Teil muß also auch ausgerichtet werden.
Es gibt da aber noch tolle Tricks. Wenn man die Phasenlage der
Dipole elektronisch definiert verzögert, kann man die Empfangs-
richtung der Planarantenne verstellen. Damit kann man also
elektronisch die Empfangsrichtung nachführen ohne die Antenne
selbst zu bewegen. Das geht natürlich auch viel schneller als
mechn. Nachführung.
(„gut“ wäre auch eine richtige Antwort!) es grüßt
Eine ordentliche Frage bekommt auch eine richtige Antwort.
Gruß Uwi
Es gibt da aber noch tolle Tricks. Wenn man die Phasenlage der
Dipole elektronisch definiert verzögert, kann man die
Empfangs-
richtung der Planarantenne verstellen. Damit kann man also
elektronisch die Empfangsrichtung nachführen ohne die Antenne
selbst zu bewegen. Das geht natürlich auch viel schneller als
mechn. Nachführung.
Hallo Uwi,
genau das war die Intension zu meiner Frage. Ich betrieb eine analoge Flachantenne auf meinem Boot. Mit dieser Antenne auf meinem Cockpit-Dach kam ich noch unter den französischen Kanalbrücken durch. Dann kam digital und siehe da, die neue Antenne stand plötzlich auf den Ecken und war damit zu hoch. Ich denke heute, daß das nur ein Marketing/Design-Gag war, damit die Besitzer der analogen sich eine neue, digitale kaufen, um nicht öffentich als rückständig erkennbar zu sein.
Wie dem auch sei, das hat mich zu der Frage gebracht, ob man nicht durch Zusammenschalten mehrerer kleiner Antennen die Bauhöhe reduzieren kann. Das führt natürlich zu größerer Breite, was zu erhöhter Anforderung an die Ausrichtung führt, oder eben zur erforderlichen Kompensation der Laufzeit-Unterschiede.
Danke für die ausführliche Erklärung.
Wird eine solche Antenne auf dem Markt angeboten?
Auf einem Boot vor Anker, das nur in einem begrenzten Bereich schwoit, wäre das ausreichend, ohne auf die mechanische Nachführung zurückgreifen zu müssen.
Nochmal Danke und viele Grüße von
Helmut