Hallo!
- Kann man in irgendeiner Form eine provisorische Dichtung
des Lecks vornehmen, die möglichst bis zum Frühjahr hält?
Ohne den Zustand des Daches zu kennen, lassen sich Deine Fragen nicht beantworten. Ist das Dach noch in ordentlichem Zustand und man findet die schadhafte Stelle, klebt/nagelt man ein Stück Dachpappe über die Stelle, dichtet Rand und Nagelstellen sorgfältig ab und gut ist es.
Wenn es aber ein Jahrzehnte altes Pappdach ist, rissig, voller Blasen und hohler Stellen, schon mehrmals mit glashart gewordenem Zeugs beschichtet, ist es schade um jeden Euro, den man in den alten Belag investiert. Dazu kommt, dass man die Leckage oft nicht erkennen, allenfalls vermuten kann. Manches alte Pappdach bekommt schon beim Betreten für die Suche die nächsten Leckagen. Soll heißen: Niemand wird Dir garantieren, dass Du mit Flickerei über den Winter kommst.
- Durch die Undichtigkeit besteht die Angst, dass Schlimmeres
mit dem Dach passieren könnte. Kann dieses passieren?
Schlimmeres wäre in diesem Fall ein Einsturz.
Als Folge einer Undichtigkeit stürzt ein Dach nicht nach Wochen oder wenigen Monaten ein. Es kann natürlich sein, dass das Dach schon seit Jahren undicht ist, stetig etwas Wasser eingedrungen und der Unterbau längst verfault ist. Wenn man ein altes Pappdach entfernt, kann man schon mal auf ein vollständig verrottetes Tragwerk stoßen, obwohl es an der Decke der darunter liegenden Wohnung nur an einer Stelle feucht wurde.
Im Moment ist das Wetter für Dacharbeiten noch verträglich. Wenn es ein altes Dach ist, das ohnehin erneuert werden muss und es ist finanziell irgend möglich, wäre es vermutlich besser, statt unsicherem Flickwerk ein neues Dach aufzubauen. Den alten Kram runterreißen, thermische Dämmung, Tragwerk, vermutlich auch Regenrinnen erneuern und darauf eine mehrlagige Pappdeckung ist alles zusammen binnen weniger Tage erledigt.
Gruß
Wolfgang