Hallo Uta,
eine Wand meines Wohnzimmers möchte ich in einer kräftigen
Farbe streichen, im Baumarkt hab ich eine Werbung von Sophia
Farben gefunden. (www.sophia-farben.de).
Das mit dem Flächenstreicher oder auch mit dem
Ledereffektstempel gefällt mir sehr gut… allerdings
ja mir auch, auf den Prospekten
allerdings in echt nicht so gut, weil
die Farbe, die als Untergrund aufgebracht werden soll, hat eine sehr geschlossene Oberfläche. Ziel ist, dass die darauf aufgebrachte Effektfarbe nicht gleich in den Untergrund einzieht und damit vorschnell trocknet, damit eben diese Effekte herausgearbeitet werden können, also Farbe verwischen oder stellenweise wieder abnehmen usw. Von der Sache her ganz gut, allerdings hat der untere Farbauftrag einen gewissen Glanz und das Ganze wirkt dadurch wie versiegelt. Für kleine Räume ganz schlecht, für große, wenn nicht den ganzen Raum betreffend, meiner Meinung nach bedingt zu akzeptieren.
Was mir außerdem nicht gefällt, ist der Arbeitsaufwand. Gerade diese Stempel- oder Wischtechnik. Stell dir die Flächen vor, die du gestalten willst und dann stell dir vor, wie du vor dieser Wand stehst und in der vollen Raumhöhe Meter für Meter der Wand (Wände) mit diesem Lederstempel oder einen Flächenstreicher (nur ein paar cm breit) bearbeitest. Es dauert länger und ist anstrengender als du dir vorstellst. Wenn du mit Helfern arbeitest, brauchst du mehrere dieser recht teuren Werkzeuge und das Ergebnis sieht bei jedem anders aus.
Dazu kommen die recht langen Trocknungszeiten (für beide Farbschichten) bei diesen Techniken.
Und die Preise.
Zum Schluß wirkt der Raum wie versiegelt.
hat unser Baumarkt nur die normalen Innenfarben, keine
Effektfarben. Bestellung würde ewig dauern, fällt also aus.
Hat jemand sowas selbst gemacht? Ist das wirklich so einfach
zu machen, wie das im Prospekt oder Internet aussieht? Gehts
auch mit normaler Farbe?
Wir haben mit normaler Dispersionsfarbe in zwei aufeinander abgestimmten Farbtönen ebenfalls sehr schöne Effekte erzielt in recht kurzer Verarbeitungs- und Trocknungszeit.
Den ersten Farbton (meist den etwas helleren) haben wir mit ganz normaler Rolle aufgetragen. Den zweiten Farbton mit einer Folienrolle (eine Rolle mit einer faltigen mit etwas Luft gefüllten Folie umhüllt.
Diese Rolle darf nicht eingetaucht werden, sondern wird nur in einer flachen Farbwanne minimal mit Farbe benetzt. Dabei soll die Farbe möglichst nicht in die tiefen Falten der Rolle eindringen (gröberes Muster) sondern oberflächlich auf der Rolle bleiben. Dann in verschiedenen Richtungen über den ersten Anstrich rollen. Die Farbe verteilt sich durch das Rollen auch in die Falten, da aber die Folie faltig über der Rolle mit dem Luftpolster dazwischen gespannt ist, kommt immer nur ein Teil der Oberfläche mit der Wand in Berührung. Sieht aus wie gestempelt oder gewischt, je nach dem wie häufig man über die gleiche Stelle in verschiedenen Richtungen rollt.
Wenig Farbe und ganz viel kreuz- und querrollen, bringt feine Effekte, dick Farbe und wenig kreuz- und querrollen, bringt gröbere Effekte.
Geht schnell, ist einfach, sieht gut aus, trocknet schnell und da man Dispersionsfarben in allen Farbtönen mischen lassen kann und sogar kleine Mengen (1 l) in exakt den gleichen Farbton jederzeit wieder bekommt, absolut ideal.
Für kleine Räume würd ich die Farben eher hell und mit wenig Farbunterschied wählen, für größere Räume kann es auch etwas gröber wirken (geht schneller). Wenn der Untergrund noch ein klein wenig feucht ist, wirken die Farbübergänge weicher, bei ganz trockenem und wenig kreuz- und querrollen wirken die Übergänge zwischen den Farben klarer und strukturrierter, dominanter. Durch die Richtungen beim Rollen kann man weitere Effekte/Richtungsbetonungen erreichen.
Wir wenden diese Technik schon ein paar Jahre an. Bei Interesse kann ich gern ein Foto machen und den Link hier reinstellen.
Lieben Gruß und gutes Gelingen (mit welcher Technik auch immer)
Marion