Flatscreens - vernünftig oder Mode-Diktat?

hallo,

ich möchte ein paar meinungen hören von leuten, die sich auch mal etwas mehr gedanken machen über die dinge … also zu w-w-w damit :smile:

röhrenmonitore haben bei mir technisch gesehen ein eher gutes image:
zwar altmodisch, aber langlebig, störungsfrei, und im zeitalter der flatscreens so günstig, dass man sogar 21-zöller mittlerweile tlw geschenkt bekommt. nachteilig ist da aber der hohe stromverbrauch - für meinen siemens MCM2110 werden 145W angegeben. für manche einsatzzwecke kommt vielleicht noch nachteilig das hohe gewicht und der platzbedarf hinzu, aber bei mir nicht: der monitor steht da - und gut!

flatscreen-monitore haben bei mir technisch gesehen ein zweifelhaftes image:
zwar schick, angesagt und jeder will sie haben, aber eher kurzlebig und störungsanfällig (z.b. displaybeschädigungen, netzteil def.). dank massenproduktion sind sie mittlerweile so günstig, dass man sich für unter 200 euro einen 24-zöller leisten kann. warum gleich so groß? weil die flatscreens nur deshalb mit großen zollangaben glänzen können, weil sie so (unnötig) breit sind. um aber die vertikale höhe eines 21"-röhrenmonitors (4:3) zu bekommen, müsste ich schon einen 24"-flatscreen (16:10) haben. positiv bei so einem monitor ist aber der geringere strombedarf mit 80W. die vorteile des niedrigen gewichts und platzbedarf spielen bei mir wieder keine rolle: der neue würde ja den platz des alten in der ecke aufm schreibtisch einnehmen (vielleicht nachteilig sogar die fast schon störende breite, aber 4:3-flatscreens sind viel teurer).

wenn ich alleine mal die rechnung des jährlichen stromverbrauchs aufmache (und der monitor läuft bei mir bestimmt 80 stunden / woche), wären das bei meinem stromanbieter ca. 55 EUR / jahr. setze ich dem den kaufpreis und die zu erwartende lebensdauer (ist natürlich etwas subjektiv und hypothetisch) entgegen, dann könnte sich dieses argument ganz schnell wieder in luft auflösen.

wie seht ihr das? bin gespannt auf eure einschätzungen!

lg, pit

zwar altmodisch, aber langlebig, störungsfrei,

Kann ich nachvollziehen. Konvergenzprobleme haben CRTs von Anfang an und mit der Zeit wird’s auch nicht besser. Und dass die Röhren an „Kraft“ einbüßen und z.B. dunkle Farben dann absaufen durfte ich auch erleben.

zwar schick, angesagt und jeder will sie haben, aber eher
kurzlebig und störungsanfällig (z.b. displaybeschädigungen,
netzteil def.).

Auch diese Pauschalisierungen kann ich nicht nachvollziehen. Selbst Billigheimer dürften nicht übermäßig kaputt gehen und ich kenne niemanden, dem sein Flachbildschirm mal einfach so kaputt gegangen ist.

dank massenproduktion sind sie mittlerweile so
günstig, dass man sich für unter 200 euro einen 24-zöller
leisten kann. warum gleich so groß?

200€ für einen 24-Zöller ist dann aber Consumerschrott.
Ich weiß ja nicht, was du mit deinem Monitor vorhast, aber falls es z.B. in Richtung Bild- oder Fotobearbeitung geht, sollte man sein Gerät lieber danach auswählen, was für ein Panel verbaut ist. TN ist eher schlecht, IPS, MPS (oder so) besser, da blickwinkeltreuer, besser kalibrierbar, bessere Farben.

weil die flatscreens nur
deshalb mit großen zollangaben glänzen können, weil sie so
(unnötig) breit sind. um aber die vertikale höhe eines
21"-röhrenmonitors (4:3) zu bekommen, müsste ich schon einen
24"-flatscreen (16:10) haben.

Man gewöhnt sich schnell an große Monitore und möchte es nicht missen. Der Umstieg von 15" auf 20" war schon gewöhungsbedürftig. Nach einem Monat hat man sich dran gewöhnt und jetzt sind mir sogar zwei 20er nebeneinander fast zu wenig :wink: Aber ich gebe dir im Punkt mit dem Breitbildwahn recht. 4:3-Monitore gibt es leider kaum noch, dabei ist gerade die Höhe fast wichtiger als die Breite (beim Programmieren, auf Websites, bei Textverarbeitung etc.). Ich sehe 16:9 oder noch schlimmer also definitiv auch als Plage.

Hallo,

Im Großen und Ganzen bevorzuge ich auch den CRT. Gegenüber den Flachbildschirmen hat er einen besonderen Vorteil: er hat keine Festlegung auf eine native Auflösung und damit verbundene Qualitätsabstriche bei anderen Auflösungen.
Als Flatscreen wäre für mich höchstens die 3-D Optik kommender Geräte eine Kaufoption als 2. - Monitor.

mfg

nutzlos

ach, das heißt, wenn ich z.b. einen 1600 x 1200 TFT mit 1024 x 768 oder 1280 x 1024 betreibe, habe genau deshalb bildqualitätseinbußen? beim CRT merkt man davon wirklich nix …

naja - für nen eizo reicht der etat nicht …

z.b. ein LG W2452TX, packard bell 242 DX, oder philips 240SW9FS
ja, die haben alle ein TN-panel. aber wenn ich das richtig verstehe, geht es doch dabeo hpts um den blickwinkel? ich blicke immer in einem rechten winkel auf den monitor - kann ich aus meiner schreibtischkonfiguration heraus gar nicht anders … oder verstehe ich das mit dem blickwinkel falsch?

Vernünftig (unbedingt!)
Hallo,

röhrenmonitore haben bei mir technisch gesehen ein eher gutes
image:
zwar altmodisch, aber langlebig, störungsfrei

mir fallen spontan etliche Faktoren ein, die einen CRT Monitor deutlich schlechter stellen:

  • Ein CRT gibt technologiebedingt deutlich mehr Strahlung ab
  • Die Bildqualität (Schärfe, Konvergenz, Geometrie etc.) ist deutlich schlechter
  • Die Bildröhre unterliegt einem Verschleiß
  • Sehr viel höhere Ausfallrate
  • Lebensdauer nur ca. 50% eines LCD
  • Deutlich geringere Schnittstellenvielfalt (DVI? HDMI? USB?)
  • Schlechtere Ergonomiewerte (Stichwort Flimmern)
  • Störempfindlich gegenüber magnetischen Feldern, wie Trafos etc.
  • Gewicht
  • Platzbedarf
  • Stromverbrauch
  • Wärmeabgabe
  • Erhöhtes Risiko von Schäden beim Transport
  • Keine Pivotfunktion
  • Nur in Standard Position betreibbar (z.B. kein „Überkopf“- Betrieb mgl.)
  • Deutlich mehr Schadstoffe enthalten (Stichwort Entsorgung)
  • Optimale Bildqualität erst nach langer Aufwärmphase
  • Sichtbare Diagonale deutlich geringer als tatsächliche

Andererseits hat ein CRT Monitor auch einige (wenige) Vorteile:

  • Keine Pixelfehler möglich
  • Reaktionszeit kleiner 1 MS
  • Bild aus allen Blickwinkeln gleich
  • Bildqualität unabhängig von der Auflösung gleich gut, da keine Interpolation

Da aber Punkt 1 bis 3 auch bei LCD Monitoren immer weniger relevant sind, ist für mich nur noch bei speziellen Einsatzgebieten ein CRT ein Thema.

Gruß

S.J.

Hallo,

Im Großen und Ganzen bevorzuge ich auch den CRT. Gegenüber den
Flachbildschirmen hat er einen besonderen Vorteil: er hat
keine Festlegung auf eine native Auflösung und damit
verbundene Qualitätsabstriche bei anderen Auflösungen.

man könnte auch sagen, dass das Bild bei einem CRT bei jeder Auflösung gleich schlecht ist.

Ich persönlich habe bei einem CRT noch nie eine weiße oder schwarze Linie gesehen, die nicht von mehr oder weniger starken Konvergenzfehlern verfälscht wird. Das ist schon technologiebedingt gar nicht anders machbar, insbesondere im Ost - West Bereich und mit Diagonale der Röhre zunehmend. Von Geometrieverzerrungen in allen Bereichen ganz zu schweigen.

Gruß

S.J.

ach, das heißt, wenn ich z.b. einen 1600 x 1200 TFT mit 1024 x
768 oder 1280 x 1024 betreibe, habe genau deshalb
bildqualitätseinbußen? beim CRT merkt man davon wirklich nix

Das ist der einzig nennenswerte „Nachteil“ eines TFT: Die Interpolation bei von der nativen abweichenden Auflösung.

Was aber häufig auch bei CRT Monitoren nicht berücksichtigt wird:

Eine Röhre hat wie ein TFT ein festes Seitenverhältnis von 4:3, 5:4 oder wie auch immer. Hat man aber z.B. einen CRT Monitor mit einem Seitenverhältnis von 4:3 und betreibt diesen mit einer Auflösung von z.B. 1280 x 1024, was einem Verhältnis von 5:4 entspricht, wird das Bild total verfälscht angezeigt. Ein Kreis ist dann alles andere als rund, eher elipsenförmig.

Aber by the way: Warum sollte man einen TFT Monitor, der 1600 x 1200 kann, denn überhaupt mit einer geringeren Auflösung betreiben?

Gruß

S.J.

Aber by the way: Warum sollte man einen TFT Monitor, der 1600
x 1200 kann, denn überhaupt mit einer geringeren Auflösung
betreiben?

hmmm … z.b. um webseiten zu gestalten, die von jedem monitor aus richtig betrachtet werden.
und weil bei 1600 x 1200 doch alles sehr klein wird - meinen 21"-CRT betreibe ich mit 1024 x 768. fühlt sich für mich (46) sehr angenehm an :wink:

nachtr: Flatscreens - vernünftig oder Mode-Diktat?
wie ist das eigentlich, kann ich auf einem 1920 x 1200 (16:10) TFT eine auflösung im verhältnis von 4:3 (z.b. 1024 x 768) einstellen? und wird das dann horizontal gestreckt, oder bleibt links und rechts ein freier rand?

Hallo,

hmmm … z.b. um webseiten zu gestalten, die von jedem monitor
aus richtig betrachtet werden.
und weil bei 1600 x 1200 doch alles sehr klein wird - meinen
21"-CRT betreibe ich mit 1024 x 768. fühlt sich für mich (46)
sehr angenehm an :wink:

nun gut. Ich weiß natürlich nicht mit welchem Betriebssystem Du arbeitest. Ich verwende eins, bei dem man mit Fenstern arbeitet. Heißt Windows. Da kann man bei hoher Auflösung die Webseiten einfach in einem entsprechend kleineren Fenster testen (Frontpage bietet diese Option übrigens an) und wenn einem die Schriftart zu klein ist, kann man entweder den DPI Wert oder das Anzeigeschema anpassen.

XGA auf einem 21" CRT finde ich schon relativ heftig. Diese Auflösung wird standardmäßig bei 13 und 14" Notebook Bildschirmen verwendet. Das ist immer hin ein Unterschied in der Diagonale von 7 bis 8", also bis zu 20 cm!

Auch wenn ich nicht viel jünger bin, sitze ich vor einem 20" TFT mit 1600 x 1200er Auflösung. Schon mal über eine Brille nachgedacht?

Gruß

S.J.

wie ist das eigentlich, kann ich auf einem 1920 x 1200 (16:10)
TFT eine auflösung im verhältnis von 4:3 (z.b. 1024 x 768)
einstellen? und wird das dann horizontal gestreckt, oder
bleibt links und rechts ein freier rand?

Kommt auf den verwendeten Monitor bzw. die verwendete Grafikkarte an.

In der Regel lässt sich das einstellen.

Hallo,

ja, die haben alle ein TN-panel. aber wenn ich das richtig
verstehe, geht es doch dabeo hpts um den blickwinkel?

auch. Aber TN Panels können technologiebedingt nicht den vollen Farbraum darstellen. Die meisten Anwender merken das aber gar nicht.

Gruß

S.J.

naja - für nen eizo reicht der etat nicht …

Ich hab ja auch garnicht von EIZO gesprochen. Ich hab hier zwei HP LP2065 rumstehen. 20,1", 1600x1200 Pixel, 4:3. Sind noch zu bekommen.
Und haben kein TN-Panel.

wie begrenzt ist denn dieser farbraum?
ist es vielleicht vergleichbar mit 16 Bit?
oder 256 farben?
kann der monitor z.b. cyan nicht richtig darstellen?

meine graka ist übrigens eine NVIDIA GeForce2 MX 400 mit 64 MB

und bezogen auf die andere frage:
ja, windows XP.
durch meine sitzposition und den monitorstandort beträgt der abstand augen monitor ca. 70 cm.
ich trage seit meinem 8. LJ eine brille :wink:

wie begrenzt ist denn dieser farbraum?
ist es vielleicht vergleichbar mit 16 Bit?
oder 256 farben?
kann der monitor z.b. cyan nicht richtig darstellen?

Ganz so heftig ist es nicht. Statt der möglichen 16.7 Mio. Farben kann ein TN Panel nur 16.2 Mio darstellen.

Schätzungsweise mehr als 95% der verwendeten TFT Monitore haben ein TN Panel. Im Regelfall fällt die Farbschwäche gar nicht auf. Wenn es aber darum geht farbecht zu arbeiten (Stichwort Druckvorstufe), sollte man eine andere Technolgie einsetzen.

Gruß

S.J.

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okay, danke für deine vielen antworten. ich werne nun in mich gehen :smile: