Liebe/-r Experte/-in,
mein Mann hatte vor 4 Monaten eine Hirnblutung rechts.
Seither hat er einen linksseitigen Gesichtsfeldausfall, kein räumliches Sehen mehr sowie einen Fleck im rechten Auge.
Dieser Fleck befindet sich kurz unter dem zentralen Sehfeld, ist etwa so groß wie eine Linse, unscharf, also leicht durchlässig, steht immer am selben Platz, hat ganz dünne bunte feststehende Streifen und ganz selten flimmert er kurz.
Er behindert meinen Mann ungemein beim Lesen, dazu kommt noch das fehlende räumliche Sehen, was auch keiner erklären kann. Auch beim Optiker abgeklärt.
Mehrere Augenkliniktermine (sehr gute Kliniken) brachten das Ergebnis, daß die Augen komplett gesund sind ebenso die Sehnerven nicht geschädigt sind.
Beim Amslertest „fielen die Striche in ein Loch, wurden wie runterezogen“.Ein vermutetes Ödem hat sich nicht bewahrheitet. OCT war auch alles in Ordnung.Für diese „Wölkchen“ bzw.Glaskörperabhebung ist es zu festsitzend.
Wenn Sie eine Idee hätten, würde ich sehr glücklich sein. Dann könnte man endlich etwas tun.
Der Gesichtsfeldausfall geht im rechten Auge fast bis in Zentrum, Therapie wurde begonnen.
Vielen Dank und liebe Grüße
Hallo Isabella,
Dein Mann hatte eine Gehirnblutung rechts. Seither leidet er an einem zentralen Gesichtsfeldausfall links. Dein Mann wurde gründlich augenärztlich untersucht. Und es wurde festgestellt, dass an beiden Augen keine Erkrankungen sind.
Er leidet links an einem fast zentralen Gesichtsfeldausfall. Ich denke, dass weitere Untersuchungen keine neuen medizinischen Aussagen bringen.
Es handelt sich mit großer Wahrscheinlichkeit um eine Gehirnblutung bzw. um dessen Folgen (Apoplex).
Die Gehirnblutung wurde nachgewiesen. Man kann eine Gehirnvernarbung mit einer Computertomographie nachweisen – mit großer Aussagekraft einige Wochen nach einer Blutung.
Der Gesichtsfeldausfall links ist erklärt. Es ist eine Blutung in der linken Hälfte des hinteren Großhirns, kurz vor dem Kleinhirn. Das Sehzentrum liegt am hinteren Teil des Großhirns. Von dort laufen Sehstrahlen und bündeln sich in Höhe der Zwischenhirndrüse (Hypophyse). Dort kommt es zur Teilung der Sehfasern - eine Hälfte zieht jeweils zur anderen Seite. Somit wird erreicht, dass der Mensch einen Gegenstand mit zwei Hirnhälften sieht.
Somit ist erklärt, warum Dein Mann einen Gesichtsdefekt links bemerkt.
Der Fleck im rechten Auge deutet darauf hin, dass im Hinterkopf auch eine kleine Blutung im linken Sehzentrum erfolgte.
Bei Deinem Mann kann man keine erfolgreiche Therapie einleiten. Dies liegt daran, dass die sogenannte Blut-Hirnschranke keine Medikamente durchlässt (das Gehirn schützt sich).
Hier muss man auf die Zeit vertrauen. Es ist nämlich erstaunlich, dass nach langer Zeit die Nachbarteile des Gehirns die ausgefallene Funktion des abgestorbenen Hirnteils übernehmen.Ich meine damit, dass sich nach etwa 3 Jahren eine Besserung oder gar eine Heilung ergeben kann.
Allerdings muss das Gehirn unterstützt werden. Da gibt es viele Risikofaktoren, die schaden können.
Übergewicht
Nikotin
Hoher Blutdruck
Mangelnde Bewegung
Fettreiche Ernährung
Wenig Schlaf
Stress
Hoher Alkoholgenuss (nicht das abendliche Glas Wein)
Die Halsschlagader muss durchgängig sein (Carotis). Sie versorgt das Gehirn. Der Neurologe kann sehr genau mit Ultraschall den Blutfluss in allen wichtigen Gehirnadern messen.
Bitte denke unbedingt an die 4-Stundenfrist. Das heißt, bei Verdacht auf neue Gehirnblutungen schnell in die „Stroke-Abteilung“ einer neurologischen Abteilung im Krankenhaus fahren. Da kann man durch eine sofortige Infusion das Blutgerinnsel auflösen. Auf keinen Fall bis zum nächsten Tag warten.
Warnzeichen: Schwindel, verwaschene Sprache, Geh-oder Greifstörungen -alles nur für kurze Zeit…
Also- es kann besser werden, aber man braucht viel Geduld.(und spezielle langwährende Gymnastik).
Gute Besserung wünsche ich Deinem Mann
samsontiffy