Flegelhafter Kater

Hallo,
wir haben eine 3jährige Hauskatze und einen jetzt knapp 1jährigen Kater (Mischung aus Siam und Ägypter).
Beide sind sterilisiert bzw kastriert.
Die Katze ist superlieb, verschmust und gutmütig.
Der Kater - er kam später dazu - ist ein kleiner Wirbelwind, was auch ok ist. Abgesehen davon, dass er ständig die Katze „angreift“ und sich auch nicht von ihrem Fauchen (mehr macht die Gute kaum) irritieren lässt - ok, müssen sie wohl untereinander ausmachen.
Er lässt sie auch nicht in Ruhe fressen und sie wehrt sich auch nicht dagegen, sondern schiebt lieber Kohldampf.
Seit ein paar Tagen ist es aber ganz schlimm mit dem Kleinen.
Alles ist ein Tick extremer geworden - sein Gerangel mit ihr, seine Fresswut und Gier, und dazu kommt jetzt noch, dass er laut miauend und heulend durch die Wohnung läuft - egal ob tags oder nachts.
Jede Möglichkeit wird genutzt, um aus der Wohnung ins Treppenhaus zu entkommen. Das hat er bis vor kurzem nie gemacht.
Er ist wirklich grade sehr anstrengend.
Kann es sein, dass es eine Phase ist, die er durchmacht, so wie kleine Kinder ihre Phase durchleben?
Ich weiss wirklich nicht, was ich tun kann, damit die Katze auch mal in Ruhe futtern kann und wie ich ihn wieder beruhigen kann.

Wer weiss vielleicht Rat?

DANKE

Liebe Tanja,

ich beherberge neben meinen beiden ca. 13 Jahre alten Hauskatzen einen nun einjährigen Perserknaben. ER MACHT MICH WAHNSINNIG. Manchmal.

Wie deine Katze sich mit deinem Kater arrangiert, dass müssen die beiden wirklich selbst entscheiden. Meine Alten zum Beispiel lassen sich die Butter nicht vom Brot nehmen. Nicht, dass es dem „Kleinen“ was ausmacht, er ist die reinkarnierte Penetranz. Aber die Alten haben das trotzdem ganz gut in Griff.

Aber da sind ja noch die Dinge, die ich zu regeln habe. Ich denke (und hoffe inständig), wenn ich ihn 100 000x mit einem NEIN vom Tisch gehoben habe, wird er es vielleicht kapiert haben. Wenn ich ihn 100 000x daran gehindert habe, in den Kühlschrank / den Vorratsschrank / die Katzenfutterkiste / den Kleiderschrank / unter meinem Hintern in die Kloschüssel / auf das Balkongeländer / hab ich was vergessen? zu steigen, dann werde ich vielleicht auch mal meine Ruhe haben. Wenn ich 100 000x losgebrüllt habe, nachdem er zum 99 999sten Mal die Milchtüte von Tisch geschmissen hat um an den nun großflächig verspritzten Inhalt zu gelangen, dann wird er vielleicht auch dieses infernalische Geräusch richtig deuten und sich rechtzeitig vom Acker machen.

Ja, Tanja, das ist eine Phase. Und ja, es geht vorüber.

Wenn deine Katze keine Ruhe beim Fressen hat und zu kurz kommt, dann sperr die Beiden für die Zeit auseinander. Falls sie bisher Futter zur freien Verfügung hatten, dann kann es sein, dass du besser feste Futterzeiten einrichtest, während denen das Fressen da steht. Dann wird es weggeräumt. Deine Katze wird sich dran gewöhnen, der Kleine sowieso.
Das Singen und Brüllen wirst du wohl ertragen müssen. Mein Kleiner jodelt auch manchmal seine überschüssige Kraft hinaus. Vielleicht hilft es, wenn du dann mit ihm spielst. Vielleicht ein paar Müdemacher wie Lichtpunkte jagen oder Mäuschen an der Angeln hinterher rennen. Kann nämlich auch sein, dass die kleinen Macker einfach nicht richtig ausgelastet sind.

Die Kraft sein mit dir! Und immer dran denken, wenn du deine Katze dazu bringen willst, etwas bestimmtes zu tun oder zu lassen, musst du einfach ein wenig hartnäckiger sein als sie.

Hi tanja,

hört sich an als wenn der Kleine (genau wie kleine Kinder) seine Grenzen austesten will. Setze ihm die Grenzen, die du für nötig und richtig hälst. Wichtig sei dabei konsequent, dann verhält er sich irgendwann wieder normaler.

Gruß

Phoebe

Hallo Tanja,

so wie sich das für mich darstellt, ist das bei ihm eine Phase. Einer meiner Kater macht das auch hin und wieder durch: obwohl er kastriert ist, ärgert er gern zwei meiner Katzendamen, postiert sich vor sie und macht den dicken Max, verkloppt sie. Tags und Nachts läuft er dann oft laut miauend durch die Wohnung. Das ganze ist immer nur zeitweise und ich beobachte es alle paar Monate. Dann ist es extrem. Denke immer das dann vielleicht die „Hormone“ mit ihm durchgehen.

Du solltest beide getrennt füttern und wenn sie fertig sind, das Futter einfach wegstellen. Mache das zu festen Zeiten.
Ansonsten würde ich dem Kerl viel Spielsachen anbieten, damit er sich ein wenig auspowern kann. Er ist ja noch recht jung.
Vielleicht hast du auch die Möglichkeit mit ihm nach draussen zu gehen? Vielleicht will er einfach neues entdecken. Probier es doch mal. Mit einem Geschirr kann man das ganz gut handhaben. So gehe ich mit meinen im Sommer auch vor die Tür und sie können nicht genug davon bekommen. Du müsstest ihn natürlich langsam dran gewöhnen, falls es für dich in Frage kommt.
Ansonsten zeig ihm einfach seine Grenzen und geh auch mal dazwischen , wenn es sein muss.

Drück dir die Daumen.
LG Teufelsweib

Hallo Tanja,

habe selbst 2 Katzendamen (Schwestern 4 Jahre alt) und etwa gleichaltrigen Adoptivkater, der vor 2 Jahren dazu kam. Alle sind sterilisiert bzw. kastriert. Auch unser Kater ist mittlerweile die Penetranz in Person. Vorgeschichte: Der Kater war ein Berliner Wohnungskater, der in den ersten zwei Jahren vermutlich mehr Schläge als Futter bekommen hat und sich bei seinem damaligen Herrchen, wenn der schlief, das Fressen selbst „organisiert“ haben muß.
Die ersten Wochen haben wir den Kater weder gesehen noch gehört, nur am Katzenklo und am Futterteller gesehen, er ist da. Nur langsam fasste er Vertrauen, und nach ca. 12 Wochen fing er an, das Haus zu erkunden. Der Weg von „Erkundung“ zum „Ich bin der Boss“ war nicht mehr weit. Eine Katze ignoriert ihn einfach mehr oder weniger, die andere faucht ihn ständig an. Ihn juckt das nicht. Gefüttert werden die Samtpfoten getrennt, da sie als Freigänger zumindest tagsüber sehr viel draussen sind. Auch der Stubenkater hat noch anfänglich großer Scheu den großen Garten als gutes Revier für sich erkundet und bewacht es entsprechend. Andere Katzen aus der Umgebung sehe ich seitdem eher selten, dafür hat er diese anscheinend zu sehr verhauen
(einmal wurde ich Zeuge seiner Kampfkunst). Im Haus haben wir mittlerweile seine unangenehmen Jugendangewohnheiten im Griff: Tische meidet er jetzt, wenn wir dabei sind. Aber es darf nichts geruchlich Verführerisches draufstehen. Ist er nämlich unbeobachtet, macht er sich ohne Zögern darüber her. Nur eins hat er sich erkämpft, lachend toleriert von meinem Mann: Er nimmt einen Stuhl am Frühstückstisch in Besitz und wartet artig, das auch für ihn etwas vom leckeren Essen abfällt. Ansonsten wickelt „SOHNI“ uns mit seinem unvergleichlichen Charme um jede seiner vier Pfoten und lacht sich vermutlich in seinem Katzenherz über soviel menschliche Blödheit kaputt. Aber wir werden das Gefühl nicht los, das unsere drei Schnurris trotz Fauchen und hin und wieder Kratzen glücklich sind. Nimm es mit Humor und betrachte es als Phase. Gegen Unarten hilft vielleicht anstelle des lauten „NEIN“ mal ein Klaps mit einer zusammengerollten Zeitung. Das tut nicht weh, und der Kater bringt es auch nicht mit der guten Fütterhand in Verbindung. Viel Glück und Spaß noch mit deinen Schmusetatzen. M.P.