Hallo,
in der Schule muss ich ein Referat über Fleisch ist mein Gemüse von Heinz Strunk halten. Da das Buch ja noch sehr neu ist, habe ich bisher leider keine Interpretationen, etc gefunden. Kann mir da jemand weiterhelfen, bzw and die, welche das Buch gelesen haben: Wie seht ihr das Buch? Welche Beweggründe hatte der Autor? Ist es wirklich Autobiographisch? Und welche Interpretationsansätze lassen sich finden?
Liebe Grüße!
Hallo Noraia,
erstmal Respekt an deinen Lehrer, dass er so einen Roman (oder als was man es bezeichnen kann) ausgewählt hat.
Du musst bedenken, dass es sich um Satire handelt. Anders als bei anderen Romanen, die du vielleicht schon interpretieren musstest, steht es hier im Vordergrund, bei den Lesern Heiterkeit hervorzurufen. Heinz Strunk ist ja auch Mitglied bei Studio Braun. Du musst also nicht unbedingt einen tieferen Sinn finden.
Und ja, soweit ich weiß ist der Roman weitestgehend autobiografisch. Ich bin selbst Neugrabener Jung und kann sagen, dass alles, was Heinz über den Hamburger Süden erzählt, richtig ist. Auch die Erlebnisse als Musiker sollen wahr sein. Ich denke, es geht in erster Linie um eine vergeudete Jugend. Heinz ist verklemmt und verpickelt, und muss sich musikalisch extrem anpassen. Er kann sich nicht verwirklichen, wie er eigentlich gerne möchte. Als Erwachsener blickt er nun etwas selbstironisch auf die Jugend zurück.
Hier steht näheres:
http://de.wikipedia.org/wiki/Mathias_Halfpape
Wenn dir das Thema sehr wichtig ist, könntest du versuchen, den FAZ-Artikel zu bekommen.
Viele Grüße
Ultra
Hallo,
das Buch ist tatsächlich weitgehend autobiografisch. Das erzählen mir Kollegen, die den Autor kennen. Natürlich werden die Geschehnisse durch die außerordentlich komische Erzählweise in ihrem Aberwitz noch verstärkt.
Ich kann Dir aber versichern, dass es in dieser Szene tatsächlich so zugeht, wie er es beschreibt.
Ich finde, dass er sehr ehrlich ist, soweit das überhaupt ohne langweilig und zu sachlich zu werden, möglich ist. Stichwort: „Abmelken“!!
Das mag daran liegen, dass viele Musiker und Künstler allgemein zu einem Übermaß an exibitionistischer Selbstkritik, gepaart mit Ironie bis hin zum Sarkasmus, neigen.
Ein wesentlicher Aspekt ist - denke ich, die Grundstimmung allgemeiner Resignation, angesichts der Tatsache, dass eine Profi-Karriere für den / die Protagonisten in der Musikbranche mit zunehmender (Selbst-) Erfahrung immer unrealistischer wird.
Für mich - und für alle Musiker, die ich kenne - ist dieses Buch eine der witzigsten und entlarvendsten Satiren der letzten Jahre.
Vielleich ist etwas zu viel Insider-Wissen Voraussetzung, um wirklich alles nachvollziehen zu können, aber auch so ist es einfach nur köstlich. Intelligenter Straßen-Jargon!
Beste Grüße (Auch an Deinen Lehrer)
Capman42
Danke?
BITTE!
Entschuldigung. Hab zur Zeit so viel Stress(Abi). Aber wirklich danke an euch zwei, für die ausführlichen und interessanten Antworten. Ihr habt mir sehr weitergeholfen. Besonders finde ich es erstaunlich, dass ihr euch in der Materie so auskennt. Wenn man selbst Musiker ist bzw. aus der gleichen gegend stammt, bekommt das Buch wahrscheinlich nochmal ganz neue Dimensionen. Ich denke ich werde das Buch auf jeden Fall als moderne satirische Darstellung interpretieren. Also danke nochmal.