Hi,
wir saßen gerade ziehmlich lange an einem Satz. Man kennt das… erst ist die Sache klar, doch je öfter man sich den Satz durchliest, desto weníger sich wird man.
Hier mal der Satz:
„Der Hass der Tochter von Störtebeckers schlimmstem/n Feind …“
Muss es „schlimmstem“ oder „schlimmsten“ heißen?
Ich hab dann mal im Grammatikduden nachgesehen und bin jetzt auf folgende Lösung gekommen:
Muss man rausfinden in welchem Kasus, Genus und Numerus das Adjektiv steht, bzw. das Subjekt, dem es angeglicgen wird. In dem Fall ist es Dativ, Maskulinum und Singular.
Muss man wissen ob das Adjektiv stark oder schwach gebeugt ist.
„Wenn dem Adjektiv ein Artikelwort mit Flexionsendung vorangeht, wird das Adjkektiv schwach flektiert, sonst stark“.
Da da kein Artikelwort mit Flexionsendung steht (ich seh da keins), wird es stark flektiert.
In der Dudentabelle nachschauen:
–> Dativ-Singular-Maskulin/Neutrum = -em
Anfangs war ich für „schlimmsteN“. Ist meine Lösung oben korrekt?
Konnte mir jetzt allerdings auch unter einem „Artikelwort mit Flexionsendung“ nichts vorstellen. Das Dudenbeispiel war mir unverständlich.
„Der Hass der Tochter von Störtebeckers schlimmstem/n Feind“
Muss es „schlimmstem“ oder „schlimmsten“ heißen?
Hallo, Stanley,
Du denkst viel zu kompliziert.
Zunächst fragen wir uns „Zu welchem Nomen gehört das Adjektiv?“ und da finden wir schnell heraus, dass dies „Feind“ sein muss.
Die zweite Frage, die wir uns stellen müssen ist: „In welchem Fall steht ‚Feind‘“? Das ist nicht ganz so einfach, denn „Feind“ hat keine Flexionsendung, an der wir den Fall erkennen könnten. Aber „Feind“ ist ganz offenbar abhängig von der Präposition „von“, die mit dem Dativ einhergeht. Also steht Feind im Dativ und auch „schlimmst“ muss in diesen Fall gesetzt werden.
Flexionstabelle gezückt und dort nachgesehen:
Nom der schlimmste
Gen des schlimmsten
Dat dem schlimmsten
Akk den schlimmsten.
Das würde uns jetzt zu „dem schlimmsten“ führen, aber der Artikel entfällt ja. Also hängen wir dessen „m“ dem Adjektiv an und finden unseren Satz wieder als
„Der Hass der Tochter von Störtebeckers schlimmstem Feind“
Deutsch ist doch überhaupt nicht kompliziert Oder?
Gruß
Eckard
(ein paar Tippfehler berichtigt.) Übrigens „zemlich“ bitte ohne h, das ie ist ja sowieso lang.
Du hast ja recht, Wodi
Übrigens noch eine weitere Anmerkung zum Beispielsatz:
Wenn man den vorgegebenen Satz
„Der Hass der Tochter von Störtebeckers schlimmstem Feind“
ein wenig umstellt in
„Der Hass der Tochter vo m schlimmste n Feind Störtebeckers“,
zieht die Präposition das den Dativ kennzeichnende „m“ an sich.
Allerdings hat man sich damit um einen Genitiv herumgemogelt, denn dann müsste der Satz wohl lauten:
„Der Hass der Tochter des schlimmsten Feindes Störtebeckers“
treiben wir es doch noch auf die Spitze:
„Des Hasses der Tochter des schlimmsten Feindes Störtebeckers gewiss“