Fliesen auf Epoxyharz - Doch wie? Langzeiterfahrung bevorzugt

Liebe Community!

Weiss wer was?
Ich bin auf der Suche nach Menschen, die erfolgreich und möglichst langfristig bereits Fliesen auf Expoyharz aufgebracht haben.
Es gibt grundlegend einen Bericht aus 2004, der 2 Möglichkeiten auflistet:

  • Aufrauen des Epoxy (meschanisch), Aufbringung eines Haftanstriches, Verlegen der Fliesen Mit CT2S1 Flexkleber
  • Aufrauen des Epoxy (mechanisch, Aufbringung einer neuen Schicht Epoxy mit einsteuen von Quarzsand, Verlegen der Fliesen mit CT2S1 Flexkleber
  • Ein Hersteller empfiehlt Verwendung eines chemischen Klebers, der nicht durch Austrocknung von Wasser reagiert. (ungemein teuer!). Grund wurde genannt, da weder die Fliesen oben noch der Epoxy unten eine Diffusion erlauben (Wasser kann nicht weg). Was hier für mich aber komisch ist: Fliese auf Fliese wäre ok?

Hat jemand hier schon Erfahungen gemacht?

DANKE im voraus für etwaige Infos.

Ein Abtragen der ganzen Epoxyschicht wäre eine Wahnsinnsaufgabe (120 Quadtradmeter in bewohnten Haus)
LG
Meld

hi,

wo soll das Problem liegen?

Anschleifen, mit Epoxy grundieren und absanden. Da anschleifen so einfach aber auch nicht geht, wird man wohl bei einer Diamantfräse landen.

Kommt auf die Fliesengröße an. Es gibt Kleber, die haben eine hohe kristalline Wasserbindung, was zu empfehlen wäre, wenn es schnell gehen muss oder die Platten größer als 60x60 werden.
Bei normalem Kleber muss man eben etwas warten, bis man die Fläche betreten kann.
C2S1 ist mittlerweile der ganz normale Kleber, da is nix besonderes dran.
(ergänzend wäre hier zu sagen: C2 ist so niedrig angesetzt, vergütete Kleber schaffen hier Werte deutlich darüber. Daher: nicht den billigsten Kleber.)

Ein Haftgrund wird wohl auch gehen, aber ebenso ein Anschleifen nötig (um Trennmittel von Reinigern zu entfernen) Da kann man dann auch gleich Epoxy nehmen.

Epoxid ist nach dem aushärten im Grunde tot. Das sind daher alles übliche Herangehensweisen für glatte Untergründe.
Vorher an ein paar Stellen prüfen, ob die Haftung auch wirklich gegeben ist.

grüße
lipi

Hi Lipi,

Danke. Du beruhigst mich schon einiges.

Anschleifen: habe ich bereits angefangen. Diamant Schleifscheibe auf großer FLEX. Optisch Recht erfolgreich rau.
Da ich von einem anderen Bereich noch einiges an Haftgrund (Superhaftgrund Knauf) habe, wäre das mein Favorit, wenn du nicht meinst, Epoxy/Quarzsand sei deutlich besser.

Die Fliesen werden 17x114 sein. Somit größer, aber seitlich Recht schmal. Stress mit auftrocknen gibt’s keinen. Begehbar nach 24 Stunden wäre aber praktisch.

Wenn ich der Klassifikation von C2 nicht ganz trauen kann (weil zu niedrig), welche Kleber Fallen dir da ein, die sehr gut sind?
Ich lebe in Österreich und habe eventuell nicht den gleichen Zugang.
Bekannte Fabrikate waren hier

Knauf Flexkleber Extra
Mem Flexkleber
Akit 402 (Hornbach)

Von deiner Antwort nehme ich an, dass Glasfaserfasern zusätzlich (oder Arremierungsgitter Glasfaser) nicht nötig wären? Die Idee dabei: sollte ein Teil nicht so stark an Epoxyboden haften, wäre dieser Teil entkoppelt dennoch noch als Verbund am der Oberfläche.

Vielleicht mache ich mir ja zu sehr Sorgen, aber für mich als DIY Bauherr ohne massiv Geld eine heftige Arbeit (100qm) und ein lösen der Fliesen wäre die Katastrophe. Ich danke dir sehr bereits für die gegebene Info.

LG aus Österreich
Meld

hi,

kenn’ ich selbst nicht. Epoxid sollte aber ganz erheblich darüber liegen. Die Haftgründe bekommt man abgeschabt, wenn man es denn will.
Prinzipiell wird ein Haftgrund auch gehen. Harzgrundierungen sind das Ende der Fahnenstange. Wenn nix mehr geht, dass eben das.
An Haftgründen gibt es jedoch eine gar riesige Produktpalette. Mit Ardex P4 hätte ich wohl auch keine Bedenken.

Würde in die Entscheidung unter anderem einfließen lassen, ob der Boden noch (sehr dick) gespachtelt werden muss. Dickere Schichten erzeugen höhere Spannungen.
Und für das Format willst du einen sehr ebenen Boden. (und auch ein Verlegesystem, die Platten schüsseln nahezu immer)

so nicht richtig. Es gibt eben keine offizielle Klasse C3, daher sind die besseren Kleber eben auch nach der Norm C2.
Knau, Mem und Zeug ist alles eher Baumarkt würde ich meinen, kann ich nicht einschätzen. Klingt aber alles eher nach einem Standardkleber.
Ardex X78 aufwärts würde ich nehmen.
Wobei es hier nicht primär um den Untergrund geht, Schwachpunkt ist viel mehr die Haftung an der Fliese.

Belagsgröße und mögliche Dehnfugen, eventuelle Sonneneinstrahlung, Fugenraster (hier vermutlich wilder Verband) und Fugengröße sind so die Punkte die Spannungen im Belag erzeugen, die vom Kleber irgendwo aufgefangen werden müssen.
Bei Holzoptik (vermutlich) ist es leider so, dass man in fast allen Punkten Abstriche zugunsten der Optik macht. Das muss dann aber auch irgendwo wieder ausgeglichen werden.

das ist der Punkt.
Abends fertig gelegt, nächsten Abend könnte man drauf. Kommt auch auf die Temperaturen an. Das Format is durchaus günstig fürs trocknen.

kann ich mir kaum vorstellen.
Wir arbeiten nur mit Ardex.
Der X78 wäre geeignet, würde aber einen vollen Tag warten mit dem begehen. Wenn es schnell begehbar sein soll, den X90.
Bei Botament müsste etwa der M29 gut geeignet sein.

wüsste nicht wozu. Wenn sich was löst, dann löst sich das Gewebe ja mit.
Kommt auch eher nicht vor, dass sich einzelne Fliesen lösen. Die Fugen verbinden alles recht gut, das löst sich dann eher als Scholle, auch ohne Gewebe.
Unter Fliesen würde man eher entkoppeln, wenn man dem Boden nicht traut.

grüße
lipi

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Hallo Lipi,

Da bin ich baff, welche Kompetenz bei Dir dahinter steckt.

Deine Vermutungen treffen alle zu.

Zusammengefasst:

  • Knauf, Mem usw. sind österreichischer Baumarkt, auch wenn angeblich die bessere Schiene.
  • Holzdekorfliesen sind korrekt
  • Fugen 2mm
  • Wilder Verband ist korrekt
  • Partielle Sonneneinstrahlung
  • Begehbarkeit erst nach 24 oder gar 48 kein Thema. Hauptsache es „pickt“ nachher gut.
  • Der Boden muss eher dick gespachtelt werden. Ich überlege, ob ein Nivelliermasse vielleicht sogar klüger wäre. Der alte Epoxy ist vermutlich Marke Pfuscher, denn Gerade ist was anderes. Rakelspuren sind deutlich erkennbar. Also entweder mehr Fliesenkleber (dachte an 6mm auf Fliese, 8mm auf Boden im Buttering Floating System) oder 2x6, wenn eben nivelliert.
  • Verlegesystem im Hause (Laschen plus Zugkeil)

Ardex ist hier wohl scheinbar nicht so üblich, aber es sein einige fachspezifische Händler gelistet. Könnte ich somit wohl bekommen. Sehr gut.

Mit dem Buttering Floating hatte ich bei unkritschen UnterBöden (habe 2x in meinem Leben selbst gelegt) eigentlich immer eine gefühlt volle Fliese. Die Betonung liegt auf „gefühlt“.
Das Verfahren braucht zwar Mega Zeit, aber ich möchte als nicht Profi ja soviel Eigenschwäche wie möglich mit Technik kompensieren. Daher glaube ich weniger an eine Lösung der Fliese vom Kleber selbst. Ich sehe ja den Epoxy als kritsches Element und dachte hier könnte ein Gitter partielle Lösungen vom Unterboden überbrücken. Aber wenn du meinst die Fugen tun hier ebenso einen guten Job, werde ich das Gitter lassen.

Ich werde Ardex bezüglich des Preises der Kunstharzvariante reden. Haftgrund ist relativ preiswert und ich möchte zwar nicht bei wichtigen Themen sparen, aber auch nicht unmengen Geld reinpulvern, wo nicht nötig. Typische Denkweise eines Häuslrenovieres :wink:

DANKE IN JEDEM FALL für deine bereits große Hilfe!

Es gibt halt auch noch echte Experten hier. :slight_smile:

namd,

vorher Spachteln ist auf jeden Fall besser.
Zum Schutz der Grundierung, das dauert ja sicher seine Zeit bis alles gelegt ist.
Zum auf nehmen der Feuchtigkeit, zumindest etwas geht da rein.
Und die Spannungen bleiben auch niedriger, Fliesenkleber schwinden doch deutlich mehr als man so denkt.

naja, Feinsteinzeug ist eben sehr dicht. Oft reist es an der Platte ab, aber natürlich nicht unter normalen Umständen, sondern wenn man es darauf anlegt.

Wenns einmal los geht, ist das Problem schon da. Da wirkt das Gewebe dann bestenfalls noch verzögernd. So lose Böden können aber durchaus sehr lange durchhalten, nur durch die Spannung der Fuge.

Du musst dich beim Haftgrund nicht auf was spezielles einschießen.
Die P4 ist eben schön, da sie - ähnlich Betonkontakt - Quarzsand enthält und dadurch sehr griffig ist. Sollte nur ein Beispiel sein.

Letztlich sollte aber jede andere auch funktionieren, die man eben so üblicherweise auf irgend was Glattes pinseln kann.

Es ist einzig: ich kenne den Superhaftgrund von Kauf nicht.
Wenn du Zeit hast, mach eine Probe. Anschleifen, grundieren, kleben und nach ~7 Tagen abschlagen.

grüße
lipi

1 Like

Hey Lipi,

Dank dir bin ich glaube ich jetzt auf Plan. Danke.

Werde beim Haftgrund eben den P4 nehmen (oder falls Epoxy halbwegs preiswert zu bekommen auch deine erste Lösung Epoxy+Quarzsand) oder einen Haftgrund mit Quarzsand. Der von Knauf ist glaube ich rein chemisch ohne Sand.

Ich werde mich nach etlichen Wochen wieder melden, wenn ich darf. Nun geht’s erst mit der Fliesen Bestellung los und eine Wochen werde ich auch fürs Anschleifen brauchen.
Es ist ja nur ein Teil des großen Projektes „Haus“. Wollte aber früh genug planen.

Eine letzte Frage noch:
Wegen Probe:
Schleifen. OK
Grundieren. Ok
Kleben
Aber was meinst du mit abschlagen?

Habe nun Mal wegen Epoxy geschaut. Zugfestigkeit 160N auf mm2??? Kann das richtig sein? Fliesenleger liegt bei >1N/mm2

Wenn das stimmt, verstehe ich deine Aussage Kunstharz ist Ende der Fahnenstange… Das wäre brutal der Unterschied

hi,

keine Ahnung. Das sind ja Werte die auf Baustellen uninteressant sind, da rein theoretisch.
Aber das ist ein Bereich, wo der Untergrund eher nachgibt und man dann eben ein Stück davon abreißt.

Hammer und Meißel nehmen und das Stück Fliese wieder abschlagen, um zu sehen, wo es sich löst.
Ist die Grundierung nicht die Schwachstelle, ist alles ok. Optimal wären natürlich 28 Tage Trocknung.

grüße
lipi

Jetzt hab ich es kapiert. Zwischen rein mit dem Meisel. Fliegt die Fliese: Haftung auf Fliese schlecht. Fliegt Fliese mit Kleber: Haftung Boden schlecht. Bricht Fliese mitsamt Kleber: optimal.

Du hast nicht ein/zwei Wochen Zeit in Österreich Fliesen zu legen?!? :wink: Ich glaube wenn du es machst, passts :slight_smile:

Ich werde prüfen was mir epoxy/Sand kostet. Hat ja auch den Vorteil, das es leicht die Mulden kaschiert und somit ein nivellieren unnötig wird (es sind wenige Millimeter um, keine 5-10mm)
Wenn das zu teuer kommt (auf eBay habe ich was mit 120 Euro für 10l gesehen, aber Mal vergleichen), dann Haftgrund/nivellieren.

Auf jedem Fall mache ich den Test mit aufrauen/Haftgrund/Kleber/Fliese. 28 Tage könnte noch klappen, da ich eben die Fliesen erst bestelle und eh ein paar andere für den Test nehmen könnte.

Danke!!!