Floppy für alten Midi-Sequenzer reparieren

Hallo Ihr lieben Experten,

vielleicht könnt ihr mir einen Tip geben, ich komme nicht mehr weiter.

Ich habe mir bei Ebay einen alten Sequencer gekauft, also ein Gerät, mit dem man (Musik-)Mididaten aufnehmen und bearbeiten kann. Leider habe ich erst zu spät gemerkt, dass das Diskettenlaufwerk nicht richtig funktioniert.

Fehler zu Beginn: Laufwerk liest keine Daten von fremden Disketten. Den eigenen Formatierungsprozess fährt es braf auf allen Sektoren durch, beim anschliessenden Initialisieren der Disk bricht das Gerät mit Fehlermeldung ab. Datemspeichern auch auf den selbst formatierten Disks nicht möglich. Immerhin erkannte das Gerät, dass mit der Disk etwas gemacht wurde; wollte man sie erneut formatieren kam die Frage „alle Daten löschen?“. Einmal mit dem Gerät formatierte Disketten lassen sich auf dem PC (Win98) nur noch über direkte Eingabe der Formatierungsdaten (format a: /t:80 /n:9) formatieren, ansonsten findet er die Spur 0 nicht. Reinigen der Köpfe brachte keine Besserung.

Ein völliger Ersatz der Floppy ist kaum möglich; die Floppy (Teac FD-235HF 6590) ist ein recht spezielles Gerät mit einigen Jumpern. So wird z.B. die DiskChange-Meldung auf Pin 2 gelegt. Sie ist zwar HD-fähig, der Sequencer arbeitet aber nur mit dem DD-Format.

Nun ja, dachte ich, es geht ja auch anders. Ein Freund hatte zufälligerweise eine Floppy einer ähnlichen Baureihe (FD-235HF 6291), jedoch ohne die Jumper. Da habe ich die Elektronik und den Drehmotor der Originalfloppy in diese eingebaut. Wenn ich mich recht erinnere, gelang es mir schon danach, Disketten zu formatieren und Daten zu speichern und zu laden.

Was jedoch blieb, war dass ein Austausch der Disketten mit dem Rechner oder auch einem Keyboard mit Diskettenlaufwerk nicht gelang. Auch liessen sich die im Sequencer formatierten Disketten im PC nicht „ohne Tricks“ erneut formatieren, da der PC die Spur 0 nicht fand.

Eine Reinigung der Lischtschranke erbrachte keine Verbesserung.

Daraufhin habe noch etliches anderes versucht, eine neue Floppy ähnlicher Bauart (zerlegt, die Lese/Schreibköpfe in die alte eingebaut, den Schrittmotor ausgetauscht etc. etc., leider ohne Erfolg.

Jetziger Zustand: Elektronik, Schreib/Leseköpfe/Drehmotor vom Originalgerät kombiniert mit Schrittmotor der anderen alten Floppy. Kann Disketten formatieren und beschreiben/lesen, Austausch mit anderen Geräten weiterhin nicht möglich.

Bitte helft mir etwas mit der Theorie und sagt, ob ich etwas falsch sehe:

  • heutige Diskettenlaufwerke kalibrieren sich selbst, Einstellmöglichkeiten irgendeiner Art gibt es nicht mehr.

  • um den richtigen Anfangspunkt für Spur 0 zu finden, orientieren sich die Geräte an einer kleinen Lichtschranke, in die ein Fortsatz des Kopfschlittens hineinfährt.

  • bei meinem funktioniert anscheinend die radiale Grundausrichtung der Köpfe nicht richtig (LED der Lichtschranke erschöpft?). Dafür spricht auch, dass ich einmal nach Verdrehung des Schrittmotors während die Floppy unter Strom stand, vollen Zugriff auf eine computerformatierte Diskette hatte. Nach dem nächsten Systemstart war das natürlich wieder weg :frowning:

Die Platine, auf der ja auch die Lichtschranke sitzt, hat beim Festschrauben ein klein wenig Spiel. Ich habe es schon mit verschiedenen Stellungen versucht, hatte aber keinen Erfolg.

Glaubt ihr, dass es Sinn hat, noch mehr zu versuchen? Theoretisch könnte ich ja die Lichtschranke tauschen, aber vielleicht sind die ja gar nicht kompatibel (ganz abgesehen davon, dass ich trotz guter geregelter Lötstation nur mit Scheuh an solche Teilchen gehe).

Oder weiss jemand eine Quelle, wo man solche konfigurierbaren Diskettenlaufwerke nachkaufen kann? Wenn ich das mäßig lesbare Teac-Datenblatt, das ich Netz fand, richtig interpretiere, sind die Unterschiede zum PC-Standard:

drive select 0 an pin 10 (statt 1 an 12)
disk change output an pin 2 (statt 34)
ready output an pin 34

Wenn jemanden was zu meinem Problem einfällt, wäre es sehr nett, wenn er seine Meinung postet.

Vielen Dank für eure Antworten

Madders

ah, was ich noch vergaß:

der Sequencer ist ein Roland MC-50 MKII, zu seiner Zeit in wirklich gutes Gerät, aber natürlich völlig veraltet.

Tschüss

Madders

Läuft, alles in Butter
da sieht man mal wieder, wie wertvoll dieses Forum ist. Da werkel ich tagelang ohne Lösung rum und kaum setzt ich mein Problem hier rein, schon ist es gelöst :smile:

Weiß letzendlich nicht, warum es jetzt geht. Ich hab halt weiterhin mit den Teilen jongliert und die Platine „micrometerweise“ anders plaziert. Igrnedwann hatte ich dann die richtige Kombination und alles läuft wieder.

Tschüss und danke

Madders