flüssiger Stickstoff

Liebe WWWler
was passiert mit einem Mensch in einem kleinen Raum, wenn flüssiger Stickstoff verschüttet wird ?
Danke
Reiner

Liebe WWWler
was passiert mit einem Mensch in einem kleinen Raum, wenn
flüssiger Stickstoff verschüttet wird ?

Das kommt auf die Menge an.
In einem tragischen Fall ist einer mal erstickt.

Mir ist mal, beim Umfüllen aus einem 300 l Dewar in einen kleinen 25 l, der 300 aufgrund von Siedeverzug im Stickstoff wie ein Vulkan ausgebrochen.
So schnell war ich noch nie aus dem Raum draussen!

http://www2.umdnj.edu/eohssweb/aiha/accidents/cryoge…
http://www.tu-darmstadt.de/pvw/dez_iv/a/arbeitssiche…

Gruß
Mike

Hallo!

was passiert mit einem Mensch in einem kleinen Raum, wenn
flüssiger Stickstoff verschüttet wird ?

Gase haben (größenordnungsmäßig) etwa eine um den Faktor 1000 geringere Dichte als die Flüssigkeiten. Auf deutsch: Aus einem Liter flüssigem Stickstoff werden 1 m³ gasförmiger Stickstoff (können auch zwei oder drei sein - mir geht es nur um die Größenordnung…). Der Stickstoff ist sehr kalt, wird sich also am Boden verteilen. Problematisch wird es also nur, wenn der Raum sehr klein ist, wenn er unten dicht ist, so dass kein Stickstoff abfließen kann und wenn oben ein Loch ist, so dass der Sauerstoff nach oben aus dem Raum verdrängt wird. Wenn es sich um ein abgeschlossenes System handelt, passiert sogar was recht lustiges: Der Druck im Raum steigt. Die Warme Luft mit Sauerstoff wird in der oberen Hälfte des Raums komprimiert. Solange man steht, hat der Sauerstoff in der Atemluft einen höheren Partialdruck als vorher, d. h. man kriegt sogar „mehr Luft“ beim Atmen. Bloß hinlegen sollte man sich nicht…

Michael

Vielen Dank für Eure Antworten, sie haben mir sehr geholfen
Reiner

Hallo Reiner,

was passiert mit einem Mensch in einem kleinen Raum, wenn
flüssiger Stickstoff verschüttet wird ?

E gibt ab und zu auch tragische Unfälle.
Bei genügender Menge endet man als Tiefkühlprodukt.
Gerade bei einem Siedeverzug, kann sich ein so ein Voratsbehälter wie ein Vulkan in Sekunden entleeren. Wenn du dann mit einigen 100l geduscht wirst, hast du keine Chance mehr.

Man kann flüssigen Stickstoff über die Hand laufen lassen, das ist zuerst nur kühl, da sich eine Dampfschicht bildet, welche isoliert.

Wenn aber die Haut soweit abgekühlt ist, dass der Dampffilm zusammenbricht, wird dem Lörper die Wärme fast schlagartig entzogen.

„Flüssige Luft“ ist ein lustiges Spielzeug, kann aber auch grossen Schaden anrichten, wenn man nicht aufpasst. In meiner Jugend hab ich oft damit gespielt :wink:)

MfG Peter(TOO)

Hallo Mike,

Mir ist mal, beim Umfüllen aus einem 300 l Dewar in einen
kleinen 25 l, der 300 aufgrund von Siedeverzug im Stickstoff
wie ein Vulkan ausgebrochen.

Hast du das Rohr zu schnell in den Dewar gesteckt ??

MfG Peter(TOO)

Hallo Mike,

Mir ist mal, beim Umfüllen aus einem 300 l Dewar in einen
kleinen 25 l, der 300 aufgrund von Siedeverzug im Stickstoff
wie ein Vulkan ausgebrochen.

Hast du das Rohr zu schnell in den Dewar gesteckt ??

Nö, das ging schon los, als die Lanze ein paar cm im Stickstoff drin war…
War aber sehr beeindruckend, wie das Ding zu dröhnen anfing und dann WUSCHUSCHUSCH oben der Stickstoff zum Stutzen rauskamm, und dann überall auf dem Boden der kochende Stickstoff… Und der Alarm, der dann losging…

Das einzige, was mein Kollege schrie, war „RAUS“! und als wir dann vor dem Raum standen und kreidebleich (vor Schreck) nach Luft schnappten, kamen schon die Techniker aus der Werkstatt angerannt. (So ein Sauerstoffmessgerät ist doch was feines)

Der Dewar ist danach übrigens ausgemustert worden, der war anscheinend defekt.

Ich möchte es nicht nochmal erleben

Gruß
Mike

Hallo Mike,

Ich kenns nur, wenn die Dinger bis zum Rand (über)gefüllt sind, aber da kommt dann nicht so viel.

Der Dewar ist danach übrigens ausgemustert worden, der war
anscheinend defekt.

Dann hat der wohl von unten Wärme gezogen.

Ich möchte es nicht nochmal erleben

Das glaub ich dir, ich beeindrucken wenns so faucht … und deshalb hast du dich auf Lagerstätten eingelassen und nicht auf Vulkane :wink:

MfG Peter(TOO)

Moin,

Aus einem
Liter flüssigem Stickstoff werden 1 m³ gasförmiger Stickstoff
(können auch zwei oder drei sein - mir geht es nur um die
Größenordnung…).

Für’s Protokoll: Es sind sogar nur ca. 0,7.

Der Stickstoff ist sehr kalt, wird sich
also am Boden verteilen.

Anfangs schon. Aber die Temperatur zwischen Luft und Stickstoff gleicht sich relativ schnell aus. Außerdem sollte man nicht zuviel Bewegung in die Gase bringen…

Problematisch wird es also nur, wenn
der Raum sehr klein ist,

Man braucht keine 100% Stickstoff, um Probleme zu kriegen. Auch 15% Sauerstoffgehalt sind auf die Dauer nicht sehr gesund…

Wenn es
sich um ein abgeschlossenes System handelt, passiert sogar was
recht lustiges: Der Druck im Raum steigt. Die Warme Luft mit
Sauerstoff wird in der oberen Hälfte des Raums komprimiert.
Solange man steht, hat der Sauerstoff in der Atemluft einen
höheren Partialdruck als vorher, d. h. man kriegt sogar „mehr
Luft“ beim Atmen. Bloß hinlegen sollte man sich nicht…

Bewegen auch nicht. Und nicht zu lange warten.

Wir kriegen in regelmäßigen Abständen Unfallberichte von Leuten, die in Stickstoff- oder Argonatmosphäre erstickt sind. Daher kann ich nur dringend empfehlen, den Versuch nur mit Atemschutz und Meßgerät durchzuführen.

Gruß

Kubi

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Wir kriegen in regelmäßigen Abständen Unfallberichte von
Leuten, die in Stickstoff- oder Argonatmosphäre erstickt sind.
Daher kann ich nur dringend empfehlen, den Versuch nur mit
Atemschutz und Meßgerät durchzuführen.

Das besonders fiese an solchen Gasen ist übrigens, daß man nicht merkt, wie man erstickt. Solange das CO2 abgeführt wird, denkt der Körper alles sei in Ordnung. Und zu allem Überfluß ist das Gehirn das erste Organ, das sich infolge des Sauerstoffmangels abschaltet. Wenn man also merkt, daß etwas nicht stimmt, ist es schon zu spät.

Das besonders fiese an solchen Gasen ist übrigens, daß man
nicht merkt, wie man erstickt. Solange das CO2
abgeführt wird, denkt der Körper alles sei in Ordnung. Und zu
allem Überfluß ist das Gehirn das erste Organ, das sich
infolge des Sauerstoffmangels abschaltet. Wenn man also merkt,
daß etwas nicht stimmt, ist es schon zu spät.

In reiner Stickstoffatmosphäre gibt’s auch nicht mehr viel zu merken. Zwei ordentliche Atemzüge, und exitus. Also nochmal zur Wiederholung:

Keine unbedachten Experimente mit Stickstoff!!!

Gruß

Kubi

Wir kriegen in regelmäßigen Abständen Unfallberichte von
Leuten, die in Stickstoff- oder Argonatmosphäre erstickt sind.
Daher kann ich nur dringend empfehlen, den Versuch nur mit
Atemschutz und Meßgerät durchzuführen.

Hallo Kubi,

hier sollte man vielleicht dazu schreiben, dass ein von der Umgebungsluft unabhängiger Atemschutz verwendet werden sollte - nicht dass jemand versucht eine Vollschutzmaske mit Filter zu verwenden und sich in der Sicherheit wiegt, geschützt zu sein. Dieser Filter kann ja aus Stickstoff keinen Sauerstoff generieren. Ich glaube es gibt spezielle Filter (möglicherweise: 2NaO2 + CO2 -> Na2CO3 + O2), die durch Reaktion O2 herstellen, aber das funktioniert mit Sicherheit nicht mit Stickstoff.

Gruß

Ralf

MOD: Überflüssige Zitatteile gelöscht.