Der Witz kommt zuerst, danach folgt Antwort für Miss Tollkirsch,
In der Schule fragt die Lehrerin, was ein Trauerfall ist.
Sagt der erste Schüler: „Wenn ich meine Geldbörse verliere!“
„Nein“ sagt die Lehrerin, „das nennt man einen Verlust!“
Sagt der nächste Schüler:
„Wenn ein Loch in unserm Dach ist, und es hereinregnet!“
„Nein“ sagt die Lehrerin wieder, „das nennt man einen Schaden!“
Sagt der dritte Schüler: „Wenn unsere Bundeskanzlerin sterben würde!“
„Richtig“ sagt die Lehrerin,
"das wäre ein Trauerfall, und kein Schaden und kein Verlust!"
Hallo Tollkirsche,
erst mal ist es eine Wohltat, dass hier sachlich argumentiert
wird, und man nicht persönlich angegriffen wird. (Im Para- und
Esobrett geht’s ganz anders ab.)
Das mit der Wohltat sehe ich ebenso wie Du, doch leider sind wir hier auch nicht ganz ungestört, wie Du an den Artikeln oberhalb siehst, melden sich schon die ersten Meckerer zur Form, nun warte ich nur noch auf die in anderen Brettern üblichen Hyänen.
Damit wir dafür besser gewappnet sind und wegen dem ot habe ich mir schnell oben den Witz einfallen lassen - natürlich mit dem Zusatz, dass ich unserer Bundeskanzlerin ein langes, gesundes und schaffensreiches Leben wünsche.
Ich finde, dass Humor etwas Heilendes hat. Die echten
Flüsterwitze wurden unter Lebensgefahr weiter gegeben, und es
ist Tatsache, dass sich Männer dagegen gewehrt haben,
Kanonenfutter zu zeugen. Unter Lebensgefahr hefteten sie
gefüllte Kondome samt eben diesem derben Spruch an Parkbänke.
Dies war die einzige Möglichkeit, anonym zu protestieren.
Deshalb halte ich Witze/Gedichte/Sprüche dieser Art für
historisch interessant. Komik und Humor (oft mit deutlichem
Zynismus) PS: half, das Unfassbare erträglich zu machen.
Außerdem signalisierten sich so Gleichgesinnte, was sie von
den Diktatoren und ihren Entscheidungen halten.
Danke, dass Du mir, wie auch schon andere vor Dir, Deine Ansicht zu diesem Thema mitteilst. Alle Eure Ansichten sind mir wichtige Anregungen, um meine Einstellung zum Umgang mit dem mörderischen und vernichtenden Nationalsozialismus zu reflektieren.
Ich glaube nicht, dass sich Opfer des NS-Regimes durch die
hier geposteten Witze verletzt und herabgewürdigt fühlen,
Tja, man sagt, Glaube soll Berge versetzen.
Doch genau wissen tun wir nicht, ob sich die noch lebenden Opfer der NS - Schreckensherrschaft verletzt und herabgewürdigt fühlen würden.
Für mich ist auch erst mal wichtig, wie fühle ich mich mit den „Flüsterwitzen zum dritten Reich“ und das beschrieb ich schon gestern ausführlich in meinem ersten Posting zu diesem, unserem Artikelthema.
Ich kopierte mir Eure Antworten, damit ich diese noch lesen kann, wenn es hier aus dem WB längst gelöscht ist und um in Ruhe diese neuen Facetten bedenken zu können. Veränderungen im Denken gehen manchmal sehr schnell, doch für diese Thema benötige ich Zeit. Eine jahrzehnte lange Erziehung und Prägung verändert sich meist nicht über Nacht und dehalb hat sich auch an meinen, im ersten Artikel benannten Gefühlen bis heute nichts verändert. Gebt mir Zeit.
Ich kann die DDR-Aufbereitung des 3. Reiches nicht
nachvollziehen, weil ich eine „Wessi“ bin. Wir Wessis wurden
sicherlich auch BRD-gefärbt informiert. Nazis durfte es nicht
mehr geben, also gab es sie auch nicht.
In der DDR durfte es auch keine Altnazis geben und gab es deshalb auch keinen braunen Sumpf, obwohl die auch dort vorhanden waren und man staune, in Einzelfällen sogar in führenden Posititonen, teils als weiß gewaschene oder besser rot gewandelte Schafe auch in dieser Einheitspartei und bei der Stasi.
Aber in meiner Kindheit (60er) gab es noch ordentlich braunen Sumpf.
Da wurden Hitlernadeln unterm Revers getragen, und vermeintlich
Verbündeten gezeigt. Mein Vater war Jahrgang 1919, und er
wurde immer mal wieder von Braunen angequatscht, ob er „dazu“
gehören würde. Jedesmal gab es fanatische Beschimpfungen gegen
meinen Vater, wenn sich dieser als „Russe“ outete. Hat sich da
jemand auf die Seite meines Vaters gestellt? Niemand und
niemals! Ich behaupte, dass dieser Sumpf bis heute noch nicht
trocken gelegt ist, im Gegenteil.
Ich lebte zwar einige Zeit im Wessiland, entschied mich dann jedoch wieder für das geistig freiere Berlin und deshalb kenne ich diesen braunen Sumpf nicht so recht, kann mir das aber gut vorstellen, was Du beschreibst.
Tja, so ist das mit den Altlasten von politischen Systemen, man kann dann nur noch auf das naturbedingte Recycling bauen.
Sogar die Regierung behandelt die Täter besser als die Opfer.
Bekannte Nazigrößen erhalten großzügige Renten, aber
Zwangsarbeitern wird bis heute ihr rechtmäßiger Lohn
verweigert, weil sie nachweisen sollen, ob sie nicht
freiwillig dieser Tätigkeit nachgegangen sind.
Entschädigungszahlungen für Holocaustopfer werden so lange hinaus
gezögert, bis diesearmen Menschen gestorben sind.
Es gibt so viele Sümpfe:
braune, rote, schwarze,
Spendengeldaffäre, Mannesmann, VW, Telecom, Siemens, Zumwinkel, Liechtenstein …
Da bekommt der Zumwinkel (ehemalige Postchef) eine mtl.
Rente von fast 90.000 Euro.
Ich wiederhole 90.000 Euro.
Was macht ein Mensch mit soviel Geld?
Wie kann sich ein Mensch so viel Rente mit ehrlicher Arbeit verdient haben?
Und Du siehst, auch bei den anderen Skandalen, es passiert kaum was, es geht immer so weiter in dieser bunt versumpften Gesellschaft.
Gleichzeitig werden für zig Millionen bröselnde Stelen als
Image-guckt-welch-Gutmenschen-wir-mittlerweile-sind-Objekt in
Berlins Betonwüste gestellt.
Interessant, kommst Du aus Berlin?
Und wo stehen die Dinger?
Ja, es gibt noch viel aufzuarbeiten.
Wenn ich schon gegen dieses für mein Empfinden beschämende und
schreiende Unrecht nichts machen kann, will ich mich wenigstens an
den Widerstandswitzen beteiligen.
Änderst Du mit Deiner Beteiligung an den Widerstandswitzen etwas?
Nein, zum Lachen sind diese Witze nicht wirklich.
Das möchte ich so stehen lassen.
Vielleicht sollten wir ein neues Brett vorschlagen für
politische Satire etc.
In meiner kurzen Zeit im we-we-wa (ich denke am 29.02. sind es vier Wochen, fast 30 goldene Sternchen, fast 100 DIN A4 Seiten von mir geschriebenem Text) ist mir, als ob Selbsterfahrungsberichte, so wie es Dein Artikel auch ist, hier nicht so gerne hier gesehen sind.
Das ist mir sehr schade, weil ich meine, dass Selbsterfahrung ein riesiger Wissenspool sein kann und erfahrenes gelebtes Wissen, auch sehr viel lebensechter, fühlbarer, anfassbarer und deshalb nachvollziehbarer sein kann, als wenn nur distanziert, trocken theoretisch über ein Thema debattiert wird.
Bzüglich dem Umgang und den Erlebnissen zur deutschen braunen Ära halte ich ganz besonders das Benennen und Schreiben von Selbsterfahrungen für sehr wertvoll.
So etwas heraus zu schreiben, kann sehr reinigend wirken und vielleicht den auf uns heute noch immer lastenden riesigen Berg der kollektiven deutschen Schuld etwas abtragen helfen.
Deshalb bin ich für ein Brett „Selbsterfahrungen“
oder „Ich schreibe mich frei“.
Aber welcher MOD will sich so was freiwillig antun?
Andere Frage: Welcher MOD ist reif dafür?
Liebe Grüße auch von mir.
Sophia
PS: Kennst du die Kurzgeschichte „Nachts schlafen die Ratten
doch“ von Wolfgang Borchert?
P.S.S.:
Nee, kenne ich nicht. Was ist damit?
P.S.S.S.:
Wenn Du antworten möchtest, denke bitte an die hier gewünschte Witzquote.