Wir müssen für unsere Tochter ein Medikament mitnehmen das die ganze Zeit gekühlt werden sollte.
Die Aufbewahrungstemperatur sollte im Bereich von 2° bis 8° Celsius liegen.
Die reine Flugzeit beträgt 3 Stunden.
Wie stellen wir das am besten an?
Und welche Temperaturen herrschen eigentlich im Gepäckraum bei einem Flieger?
Gedacht hatten wir selbst im Augenblick an eine kleine Kühltasche mit einem Kühlakku.
Aber ob das so geht wissen wir nicht.
Hat jemand Erfahrung bzw. Kenntnisse zu dieser Problematik und kann uns weiterhelfen?
Hi,
solltet ihr eine Pauschalreise via örtlichem Reisebüro gebucht haben,
so geht dort bitte hin und schildert die Problematik. Ich hab, im
Fall meiner Tochter, die Erfahrung gemacht, dass das Reisebüro alles
managete (Anmelden bei Hotel, Airline, Flughafen-Sicherheitspersonal
sowie dortigem Notfallteam). Ich musste nur ein Attest des behandel-
den Arztes vorlegen, dass Medikamente und Gerätschaften benötigt
werden. Dies wurde in die Landessprache des Zielortes durch die in
Deutschland ansässige Botschaft übersetzt.
Die Reise verlief super. Ab Ankunft Abflughafen wurden wir durch
ein Notärzteteam des hiesigen Flughafens bis einsteigen in den Flieger
betreut. Dort wurden wir vom Flugpersonal empfangen und das Flugperso-
nal wurde über Notfallmaßnahmen und Aufbewahrung der Geräte/Medikamente
eingewiesen. Am Zielflughafen wurden wir zuerst abgefertigt (ein
Notfallteam des Zielflughafens kam in den Flieger und „übernahm“
uns. Dies begleite uns bis zum Einsteigen in den Hotelbus. Das Hotel
hatte einen deutschsprechenden Vertreter im Bus, der uns dann bis
ins Hotel begleitete. Auch er wurde vom Notarztteam des Flughafens
eingewiesen. Im Hotel wurden wir direkt nach Ankunft dem Hotelarzt
vorgestellt, der täglich nach unserer Tochter sah und ein Protokoll
für unseren Arzt sowie die Rückreise schrieb.
Die Rückreise lief genau umgekehrt.
Keine Frage, dass wir bei allem Umsteigen bevorzugt behandelt wurden
und nirgends anstehen mussten.
Im Nachhinein kann ich sagen, dass ich das erste mal wirklich
abschalten konnte und wirklich Urlaub hatte. Mich mal um mich und
nicht nur um Medikamente und Therapie kümmern konnte.
Solltet ihr -auf eigene Faust- gebucht haben, so werdet ihr wohl
nicht drum rum kommen, euch um das alles selbst zu kümmern.
Fazit:
örtliches Reisebüro ist vielleicht billiger aber der Service (so,
wie ich ihn kennen lernen durfte) macht es auf jeden Fall wett.
Manchmal hab ich ein schlechtes Gewissen, im nachhinein, ob das
Reisebüro bei all dieser Organisations-Arbeit, nicht drauflegte.
Naja, die Mitarbeiter kennen mich immer noch, grüßen immer noch,
und sind gerne bereit, sofern ich wieder verreisen will/kann,
die Buchung zu übernehmen.
theoretisch könnte man bei einer Flugdauer bis zu 3 Stunden auch normale Kühlakkus nehmen, also die Dinger, die man einfriert. Nur: da drin ist Flüssigkeit bzw. Gel -> Probleme. Außerdem, wo friert man die Akkus wieder ein, wenn man auch auf dem Rückflug noch was vom Medikament hat?
Eine Alternative zu den Kühlakkus: Eine gute Thermoskanne kaufen, also sowas, wie man in einem Globetrottergeschäft findet. Medikament in einem Plastikbeutel wasserdicht verpacken und in die Thermoskanne geben. Außenrum kommt Wasser mit Eiswürfeln. (Vorher mit einem Thermometer testen, damit es nicht zu kalt wird.) So läuft der Transport bis zum Flugzeug. Dann müssen Wasser und Eiswürfel weg (böse Flüssigkeit), das Medikament kommt in den Kühlschrank an Bord. Das muss man natürlich vorher mit der Fluglinie absprechen, vor allem wenn es Spritzen sind. Beim Aussteigen lässt man sich wieder Eiswürfel geben und füllt Wasser nach.
Attest vom Arzt für das Medikament nicht vergessen.
Gemacht habe ich das selber noch nicht; meine Spritzen dürfen bis +25° gelagert werden, und ich war leider schon lange nirgends mehr, wo es wärmer wird. ;-(
Wie die Temperaturen im Gepäckraum sind, würde mich auch mal interessieren. Da habe ich die widersprüchlichsten Antworten bekommen. Eine Antwort war, dass der Gepäckraum an die Luftversorgung des restlichen Flugzeugs angeschlossen ist und also die gleiche Temperatur hat. Dort werden ja auch Tiere transportiert. Eine andere Antwort war, dass es dort irre kalt wird (bis -20°). Ich kann nur sagen, dass mein alter Aldi-Laptop einen Flug im Koffer unbeschadet überstanden hat, und bei -20° wäre das bestimmt nicht der Fall gewesen. Da würden ja auch Kosmetika gefrieren und die Flaschen platzen.
Aber ich würde das Medi eh mit in die Kabine nehmen. Ich weiß ja nicht, wie dringend deine Tochter das braucht, aber stell dir vor, der Koffer kommt weg …
Hallo Robert,
Aber ich würde das Medi eh mit in die Kabine nehmen. Ich weiß
ja nicht, wie dringend deine Tochter das braucht, aber stell
dir vor, der Koffer kommt weg …
eben, deswegen vorher anmelden, dann sorgen die Flugbegleiter
für richtige Lagerung in der Nähe des Passagiers (meist Bordküche,
während der Passagier in einer der ersten Reihen am Mittelgang
sitzt). So kann schnell eingegriffen werden und das Zeug geht
im Trubel nicht verloren.
ich wollte wenigstens Rückmeldung geben was sich ergeben hat.
Erstmal Danke für eure Infos und Ratschläge.
Ich habe einmal bei der Fluggesellschaft, Condor, angerufen und den Hersteller des Medikamentes angemailt.
Bei Condor sagte man mir das es möglich ist sich beim einsteigen an das Flugpersonal zu wenden.
Diese würden dann das Medikament während des Fluges in den Kühlschrank legen können.
Der Medikamenthersteller hat sich superschnell gemeldet und angeboten uns eine Medikamententransporttasche kostenlos zuzuschicken.
Diese ist heute angekommen und besteht aus einer gut isolierten Tasche mit 2 Kühlakkus.
Wow, sage ich nur. Liegt wohl aber auch daran das das Medikament wohl nicht das preiswerteste ist.
Also Danke an alle Krankenkassenmitglieder.