Flugangst eines Freundes

Hallo,

ich selber liebe Fliegen, zum einen Mal das Fliegen an sich, zum Anderen das Reisen, für das ja oftmals ein Flug nötig/sinnvoll ist. Ich habe inzwischen sogar mit einem Segelflugschein angefangen.
Ich habe mit einem Freund darüber geredet, der hat aber von dem Ganzen nicht wissen wollen, denn er hat Flugangst (Angst vor Absturz, Angst vor der Höhe/der vielen Luft unter einem, Angst wegen dem Kontrollverlust -> Er findet das Konzept des Fliegens nicht gut)!

Ich selber weiss, was man Alles erleben kann, wenn man fliegt (v.A. in Bezug auf Reisen) und möchte eigentlich, dass er das auch mal erlebt. Ich habe ihn auch schon zu einem innerdeutschen Flug eingeladen, er hat das aber ignoriert. Dann habe ich versucht, ihn zu überreden, doch mal einen Tag mit mir zum Segelfliegen zu kommen und evtl. mal mitzufliegen. Schließlich habe ich probiert, ihn zu einer Flughafen-Führung zu überreden, weil er da ja das Ganze mal sieht, aber nicht Fliegen muss. Aber Beides hat ihn nicht interessiert. Er ist da stur, auch Statistiken („Bei einer Flugreise ist die Autofahrt das gefährlichste“) helfen nichts.

Kann man da irgendwas machen? Wenn ja, was? So ein Seminar, wie es von der LH für 780 Euro (??) angboten wird, ist zu teuer :smile:

Viele Dank,
ticom

P.S.: Ich habe bei Google schon gesucht, aber keine Infos zu einer schrittweisen „Heilung“ der Flugangst bei anderen gefunden.

Moin ticom,
klar - gegen Flugangst kann man was machen - aber dein Freund will dagegen nichts machen. Du nennst das ‚stur‘ - damit respektierst du seine Ansichten nicht.
Nur wenn er einen Leidensdruck verspüren würde, wenn er z.B. unbedingt nach Amerika in Urlaub wollte, hätten Aktionen wie z.B. ein Kurs gegen Flugangst Sinn. Solange ihn Fliegen, Fernreisen und alles was damit zu tun hat nicht interessiert - keine Chance ihn zu irgendwas ‚zu Überreden‘.
Das einzige was du machen kannst, ist weiter das Fliegen zu genießen und damit zu zeigen welche Bereicherung es für dich ist. Vielleicht wird er mit der Zeit neugierig. Aber bis dahin musst du als Freund seine Einstellung respektieren.
…lux

Phobien im Allgemeinen
Moin,

Flugangst wird zu den Phobien gerechnet Fachbegriff Aviophobie.

Solche Phobien lassen sich aber nur behandeln, wenn der/die Betroffene es selber wollen. Will meinen, wenn Dein Freund kein Interesse an einer Änderung der Situation hat, kannst Du Dich auf den Kopf stellen und mit den Beinen wackeln, es wird nichts passieren.

Wenn Du jetzt anfängst, irgendwie zu drängeln oder zu nörgeln, wirst Du erst recht nichts erreichen.
Entweder er kommt von alleine, oder Du musst Dich damit abfinden, daß sich eure Interessen in diesem Punkt nicht decken.

Gandalf

Hallo!

Ich selber weiss, was man Alles erleben kann, wenn man fliegt
(v.A. in Bezug auf Reisen) und möchte eigentlich, dass er das
auch mal erlebt.

Das wird er aber nicht - aus dem einfachen Grund, weil er nunmal er ist und nicht Du.

Ich habe ihn auch schon zu einem
innerdeutschen Flug eingeladen, er hat das aber ignoriert.
Dann habe ich versucht, ihn zu überreden, doch mal einen Tag
mit mir zum Segelfliegen zu kommen und evtl. mal mitzufliegen.
Schließlich habe ich probiert, ihn zu einer Flughafen-Führung
zu überreden, weil er da ja das Ganze mal sieht, aber nicht
Fliegen muss.

Klingt ziemlich nervig. Und völlig sinnnlos. Im Gegenteil: Die Wahrscheinlichkeit, daß er um so weniger dazu bereit sein wird, je mehr er von Dir bedrängt wird, ist sehr groß. Hinzu kommt: In deinen Aussagen und Bemühungen steckt eine implizite Abwertung seiner Gefühle und seiner Empfindungen. Das ist die denkbar schlechteste Vorausetzung, jemanden zu überzeugen. Du kannst ihm die Möglichkerit offerieren - letztendlich musst Du aber seine Freiheit und seine Entscheidung respektieren. Und das ist leichter gesagt, als getan. Du denkst vielleicht, daß Du seine Entscheidung respektiert hast, weil Du ihn nicht an den Haaren ins Flugzeug gezerrt hast, aber allein deine Frage hier, deine Suche nach dem ultimative Überredungsmittel, deine diversen Bemühungen deuten eher auf das Gegenteuil hin - und du kannst Dir ziemlich sicher sein, daß er das genauso empfindet.

Aber Beides hat ihn nicht interessiert. Er ist
da stur, auch Statistiken („Bei einer Flugreise ist die
Autofahrt das gefährlichste“) helfen nichts.

Das ist sein gutes Recht. Jeder Mensch darf so irrational sein, wie er will.

Kann man da irgendwas machen?

Ihn in Ruhe lassen. Seine Freiheit respektieren. Ich denke, du hast schon zu viel gemacht.

So ein Seminar,
wie es von der LH für 780 Euro (??) angboten wird, ist zu
teuer :smile:

Und völlig rausgeschmissenes Geld, wenn jemand nicht will.

P.S.: Ich habe bei Google schon gesucht, aber keine Infos zu
einer schrittweisen „Heilung“ der Flugangst bei anderen
gefunden.

Ganz einfach deshalb, weil das nur die Betreffenden selbst machen können, wenn sie wollen.

Gruß,
Max

Hallo,

Ich selber weiss, was man Alles erleben kann, wenn man fliegt
(v.A. in Bezug auf Reisen) und möchte eigentlich, dass er das
auch mal erlebt.

Das ist zwar wahr - aber man muss nicht unbedingt fliegen, um etwas zu erleben. Ganz Europa kannst du mit der Bahn bereisen, wenn es auch manchmal etwas dauert. Ich bin schon mal mit der Bahn von München nach Madrid gefahren (das war zu meiner Öko-Phase, als fliegen „böse“ war). Das hat 28 Stunden gedauert, man fährt da über Paris. Ich würde es heute zwar nicht mehr machen, kann es aber durchaus guten Gewissens zur Nachahmung empfehlen. … Besonders witzig war es, als ich im Baskenland umsteigen musste und da so Schilder in einer ganz komischen Sprache sah. Ich dachte im ersten Moment, ich wäre in den falschen Zug gestiegen und irgendwo in Skandinavien gelandet :wink:

Nach Amerika kommt man mit der Queen Mary bzw. Queen Elizabeth. Das kostet, wenn man ein Angebot bucht, um die EUR 2.500 und man ist da schon ein paar Tage unterwegs. Wenn es dich interessiert: Cunard bietet sowas an, einfach mal googeln. (Ich spekuliere ja schon ein wenig mit dem Gedanken … Amerika ohne Jetlag … aber dann vergleiche ich den Preis und stelle fest, dass es mich mit dem Flieger wesentlich weniger kostet.)

Wenn du deinen Freund davon überzeugen kannst, etwas gegen seine Flugangst zu tun - gut. Aber wenn nicht, kann er trotzdem sehr weit reisen.

Schöne Grüße

Petra

Man muss dem Frager nach dem Mund antworten,
sonst meldet er sich ab, so wie hier ;-»

Pit

Flugangst wird zu den Phobien gerechnet Fachbegriff
Aviophobie.

Ich möchte da mal einhaken, auch wenn die UP sich schon abgemeldet hat.

Abgesehen davon, dass es natürlich stimmt, dass der Betroffene etwas ändern wollen muss. Ob hier überhaupt eine Phobie vorliegt, weiss man nicht. Die Beschreibung:

Angst vor Absturz, Angst vor der Höhe/der vielen Luft unter einem, Angst wegen dem Kontrollverlust -> Er findet das Konzept des Fliegens nicht gut

Das reicht noch nicht für eine Phobie. Dafür müssen einige Symptome mehr her. Meiner besten Freundin behagt das Konzept des Fliegens auch nicht. Zu viel Luft unter dem Hintern, sie findet es für den Menschen unnatürlich, nebenbei auch unökologisch und unter philosophischen Aspekten fragwürdig.

Sie reist anders und ihr geht es sehr gut dabei. Keine Einschränkungen im Alltag. Die dabei entstehende Langsamkeit gehört zum Lebenskonzept. Wenn es wirklich sein muss, fliegt sie aber, wie unlängst, als eine gemeinsame Freundin schwer krank geworden ist. Dann fliegt sie nicht gerne, aber sie fliegt. Ohne körperliche Symptome, Panikattacken, etc.