Ich großen Maschinen geht es so einigermaßen, wenn sie dann mal in der Luft sind. In kleinen Propellermaschinen habe ich panische Angst runter zu fallen. Wie kann ich dieser Flugangst begegnen? Eine Beobachtung habe ich schon gemacht. Wenn ich richtig „vollgefressen“ bin und vor dem Flug vielleicht noch ein (wichtig EIN!!!) Bier getrunken habe, ist mir der Flug relativ egal. Habe ich aber aus Geiz (Nahrungsmittel an Flughäfen sind teuer) oder aus anderen Gründen wenig gegessen, wird der Flug zum Alptraum.
Kennt jemand andere Tricks um die Flugangst (in kleinen Maschinen) zu reduzieren?
Ich habe übrigens auch schon Höhenangst, wenn ich im 3. Stock an einem geöffneten Fenster stehe.
normalerweise ist nach meiner Erfahrung ein grosser Auslöser von Flugangst die Passivität, dass der Passagier hinten sitzt, nicht eingreifen kann, ja noch nicht mal sieht, was da vorn abgeht.
Bei Dir ist es was anderes, die Angst vor dem Defekt. Theoretisch, so Deine Angst, könnten ja beide Props ausfallen und das Flugzeug fällt wie ein Stein vom Himmel. Richtig ?
Falsch ! Selbst wenn der gesamte Antrieb ausfällt, fällt das Flugzeug nicht einfach so runter. Hast Du mal ein Segelflugzeug gesehen ? Auch ein Verkehrsflugzeug segelt, wenn der Antrieb ausfällt und zwar je nach Modell, Flughöhe und Pilotengeschick bis zu 200 Kilometer ! (Die kleineren fliegen nicht so hoch, die schaffen vielleicht 100 km). Es gibt ein paar Flugunfälle in der Geschichte, wo kein Antrieb mehr da war. Mir ist kein Fall mit Todesopfern bekannt. Die Maschine konnte entweder (wenn erreichbar) zu einem Ausweichflughafen segeln oder sich in aller Ruhe ein geeignetes Feld für die Notlandung suchen. Die Piloten müssen ja regelmässig in den Simulator und trainieren auch das.
Letztes Missverständnis: Eine grosse Maschine ist ja schwerer und segelt sicher nicht so weit wie eine kleine. Auch falsch, das Gegenteil ist der Fall. Auch wenn es unlogisch klingt, im Physikbrett gibts die Bestätigung: Je schwerer die Maschine ist, desto weiter kann sie segeln (gespeicherte Höhenenergie).
Ein netter Bericht mit einem „Segelflugzeug“ ist hier:
Es gibt meines (Nichtfach-) wissens nur eine Methode, Ängste loszuwerden: Du mußt Dich ihnen stellen. Wer als Spinnenphobiker mal eine Vogelspinne auf der Hand hatte, wird in Zukunft über einen Weberknecht nur müde lächeln…
Flieg mit dem kleinsten, klapprigsten Flugzeug, dass du finden kannst, möglichst mehrmals. Mit jedem Mal bei dem es gutgeht, wird Deine Angst geringer werden. Kostet einen Haufen Überwindung, seh es als Herausforderung. Und: Informiere Dich über die Technik von Flugzeugen, über die Sicherheitsvorkehrungen, Statistiken über Unfallwahrscheinlichkeiten.
Nichts anderes machen übrigens die sauteuren Kurse, die manche Fluggesellschaften anbieten.
Ich habe übrigens auch schon Höhenangst, wenn ich im 3. Stock
an einem geöffneten Fenster stehe.
Auch hier: Tu es absichtlich und überzeuge Dich davon, dass das Befürchtete nicht eintrifft. Hierbei würde ich aber Sorge tragen, dass das auch wirklich sicher ist, nicht dass dir schwindlich wird und sich so deine Angst bewahrheitet. Also: Begleitung mitnehmen oder anbinden.
Hallo Hans-Jürgen,
aufgrund meiner Ausbildung weiß ich, dass ein Flugzeug so gut wie nie runterfallen kann. Es ist mein Hintern, der mich betrügt. Kleinste Beschleunigungen (z.B. bei sogenannten Luftlöchern) lösen Panik aus.
Komischerweise habe ich dieses Gefühl nicht, wenn ich auf See mit dem Boot durch die wildesten Brecher fahre.
Mein Verstand weiß also, dass ich nicht runterfallen kann und mein „Beschleunigungssensor“ reagiert beispielsweise auf dem Meer auch ganz anders. Und, wenn ich „vollgefressen“ bin, ist mir auch alles egal. Wer, so frage ich, macht mir in nüchternem Zustand Angst?
Ich habe übrigens auch im Film „Unsere Erde“ Angst gehabt, als die Kamera über den Wasserfall flog. Ich vermute daher, dass bei mir auch viel über die Augen geht. Beispiel: wenn sich ein Flugzeug in die Kurve legt, wandert der Schatten der Kabine entlang der Tragfläche bis zu dessen Spitze. Kommt der Schatten an der Spitze an, muss ich wegsehen, sonst bekomme ich Panik. dabei kann der Schatten ja auch nicht runterfallen.
Ich vermute daher, dass bei mir auch viel über die Augen geht.
ja, und über die Ohren (Gleichgewichtssinn). Das Problem ist, dass gerade wir Männer eher zu rationalen Denken neigen (es kann nicht runterfallen). Leider hilft das wenig bei einer so emotionalen Erscheinung wie Angst.
Basiswissen, wie von mir vermittelt, kann aber schon helfen. Wichtig ist, wie schon genannt, die Konfrontationsmethode, die aber sehr hart ist. Zumindestens solltest Du diesen kleinen Dingern nicht ausweichen, sondern Dich stellen.
sieh es doch einmal so: Wenn du fliegst, kommst du entweder heil an oder gar nicht. Das jemand bei einem Flugzeugunglück „nur“ verletzt wird, ist relativ selten.
Wenn du aber mit dem Auto fährst, kann jede Fahrt mit einem mehrmonatigen Krankenhausaufenthalt enden, wobei du das Krankenhaus dann im Rollstuhl verlässt.
Also ich fliege gern. Beim Autofahren habe ich Angst.
sieh es doch einmal so: Wenn du fliegst, kommst du entweder
heil an oder gar nicht. Das jemand bei einem Flugzeugunglück
„nur“ verletzt wird, ist relativ selten.
Flieg mit dem kleinsten, klapprigsten Flugzeug, dass du finden
kannst, möglichst mehrmals.
ob das (auch und vor allem) im vorliegenden Fall die allerbeste Lösung ist, ahne ich wirklich nicht. Aber falls sich der Ursprungsposter dafür entscheiden sollte: bittebitte dem Piloten RECHTZEITIG VORHER Bescheid sagen. Wenn wir das wissen, können wir entsprechend drauf eingehen und vielleicht beim ersten Besuch erstmal am Boden alles genau angucken und zeigen. Und denn auch Flugzeug, Flugdauer und -strecke etc. entsprechend wählen - und auch drauf achten dass der „Delinquent“ der einzige Passagier ist und dann natürlich vorne sitzt etc.
Nix schlimmer als ein Passagier wo man nach ungefähr 20 min (und maximal weit weg vom Heimatplatz) erfährt, dass er das ganze als Mutprobe ansieht und dieselbe jetzt und sofort zu beenden wünscht. Noch schlimmer, er klammert sich bei dieser Aktion panisch an irgendwelchen Steuerorganen, Türgriffen oder so fest
Wie gesagt, wenn er so einen Flug machen möchte - herzlich gerne (er ist nicht der erste und wird nicht der letzte sein und er macht sich damit überhaupt nicht lächerlich oder sonstwas), aber bitte vorher von seinem Problem erzählen…
sieh es doch einmal so: Wenn du fliegst, kommst du entweder
heil an oder gar nicht. Das jemand bei einem Flugzeugunglück
„nur“ verletzt wird, ist relativ selten.
LOL, haste dafür eine Quelle?
IMHO entstehen wenn überhaupt viele der Verletzungen durch die Evakuierungsmaßnahmen und nicht durch das Unglück selbst.
Aber es stimmt natürlich, dass der Straßenverkehr DEUTLICH gefährlicher ist als fliegen. Aber wir reden hier ja nicht von kopfgesteuerter GefahrenABSCHÄTZUNG sondern von FlugANGST. Von Spinnen geht (in Deutschland) GAR KEINE Gefahr aus, trotzdem soll es Leute geben die Angst vor ihnen haben.
Wenn alles nicht hilft, kannst Du Dir Tavor verschreiben lassen.
Macht ein bisschen müde und der Flug ist Dir dann ziemlich egal. (angstlösend bei Panikattacken, wirkt wohl recht schnell)
Wenn Du noch mehr Ängste hast (außer Höhen- und Flugangst), solltest Du vielleicht über eine Therapie nachdenken, außer wenn Du mit den Ängsten Leben kannst
Musst Du denn häufig mit kleinen Maschinen fliegen? sonst such Dir doch Airlines, die mit großen unterwegs sind
sieh es doch einmal so: Wenn du fliegst, kommst du entweder
heil an oder gar nicht. Das jemand bei einem Flugzeugunglück
„nur“ verletzt wird, ist relativ selten.
Relativ selten ist es, dass man bei dem Flugzeugabsturz direkt stirbt. Die meisten sterben erst danach an Rauchvergiftung, da sie nicht schnell genug das Flugzug verlassen können. Daher wird ja jedes Flugzeug vorher auch getestet, ob die Paxe in einer bestimmten Zeit alle rauskommen können. Nur leider sieht das dann in der wirklichen Notfallsituation etwas anders aus, da sich jeder selbst der nächste ist, und nichts mehr geordnet abläuft.
Ich habe übrigens auch schon Höhenangst, wenn ich im 3. Stock
an einem geöffneten Fenster stehe.
als verhaltenstherapeut gebe ich dir die heilende übung, die mad dog-übung:
du stellst dich mit total hungrigem bauch an ein fenster im 30. stock, so dass die ganze rutsche mit herzklopfen etc. schön losgeht. blicke auf die uhr, bleibe an dem ort, beobachte dich selbst. bleibe einfach so lange da, bis du merkst, dass die angst von alleine zurückgeht, sie geht zurück, wenn du dich ihr nur bewusst aussetzt, also nicht irgendwie ablenken mit handy oder so…dann, wenn´s richtig deutlich besser gegangen ist, gehst du essen oder belohnst dich mit einem eis.
steigere dich, denk dir was aus: noch höhere stockwerke, noch mehr hunger (aber nicht unterzuckern bitte!), vielleicht ein gläserner aufzug an einem hochhaus etc. wenn das wiederholt gut klappt, immer danach belohnen, weil´s so schön war, als die angst von alleine wegging. du hast dann erfahrung mit deiner angst, sie kann dir also keinen „alptraum“ mehr bescheren, sondern nur vorrübergehend lästig sein.
dann fliege.
essen erhöht den serotoninspiegel (angsthemmend), bier sediert, besonders über die acetylcholin-transmitter, das ist ebenfalls psychoaktive erregungshemmung.