Es ist eine Spezialfrage. Dass bei höherer Gewalt- hier die ersten Ausläufer der Mutter aller Stürme auf einer europäischen Atlantikinsel- keine Entschädigung kommen kann ist klar und das ist auch völlig in Ordnung, darum geht es also nicht.
Es geht um die Rechte, die sich aus so einer Stornierung auch ergeben: Unterbringung und Übernahme der durch die Stornierung entstehenden Kosten.
Das ist der Text, der von Condor kam, als man schon im Gate war und alle auf den Abflug warteten:
"
Lieber Fluggast, aufgrund der aktuellen Wetterlage mit starken Windböen am Flughafen X kann Ihr Flug leider nicht wie geplant stattfinden und musste storniert werden. Wenn Sie Ihren Flug direkt über Condor gebucht haben, wenden Sie sich bitte an unser Service Center, um eine kostenfreie Umbuchung oder Stornierung vorzunehmen: https://condor.com/kontakt. Falls Ihre Buchung Teil einer Pauschalreise ist, kontaktieren Sie bitte direkt Ihren Reiseveranstalter. Wir bedauern die Unannehmlichkeiten und danken Ihnen für Ihr Verständnis. Ihr Condor Team"
Den Ort habe ich im Text durch ein X ersetzt.
Der link im Text gibt her:
" Annullierung
Sollte Ihr Flug annulliert werden, für den Sie eine bestätigte Buchung haben, informieren wir Sie über eine mögliche anderweitige Beförderung. Außerdem stehen Ihnen Betreuungsleistung, Erstattung und Ausgleichsleistung zu, wie oben aufgeführt.
Außergewöhnliche Umstände
Wurde Ihr Flug wegen außergewöhnlichen Umständen annulliert, haben Sie kein Recht auf eine Ausgleichsleistung."
OK, kein Ausgleich wegen außergewöhnlichen Umständen, aber alles andere- richtig?
Es sah dann so aus, dass man ewig auf die Koffer gewartet hat- geschenkt- und dass keiner am Flughafen einen Plan hatte.Irgendwann gab es Koffer und noch viel später hat der Flughafen (nicht Mitglieder der airline, womöglich in deren Auftrag, das weiss ich nicht, sich zumindest bemüht, die Leute unterzubringen, mehr halbherzig und in keinem mir bekannten Fall mi Erfolg. Es kam irgendwann jemand von denen und verkündete, man finde keinesfalls genug Unterkünfte, und wer kann, möge sich selber etwas besorgen und ansonsten kämen Betten vom Roten Kreuz.
Von der airline selber kam nichts weiter, als die obige mail.
Nachdem man sich also wieder gefangen hatte, kam die Erkenntnis, dass Condor keineswegs über „mögliche anderweitige Beförderung“ informierte, schon gar nicht proaktiv- man musste selber dort anrufen um dann zu hören, dass alles, was man am Telefon kriegen konnte ein Ersatzflug genau eine Woche später war.
Hat man dann angenommen, weil Sorge bestand, dass es sonst noch länger dauern würde, denn es macht den Eindruck, als würde Condor nicht einmal den Gedanken gehabt haben, einen Ersatzflug auf die Beine zu stellen.
Man dachte zunächst, informiert zu werden in einer weiteren mail, wann denn nun gestartet würde- heute gab es z.B. am Flughafen slots, wo Flugverkehr statt gefunden hat. But no.
Also alles was sie boten war die eine Woche später. (Man war auch bereit, an einen anderen deutschen oder österreichischen Flughafen zu fliegen und dann mit der Bahn weiter zu fahren, gab keine Option, egal wohin vor dem 25.3.) Man behandelte das Anliegen, als würde einfach jemand einen neuen Flug buchen wollen, ausser, dass die Umbuchung natürlich kostenlos war.
Warum man dennoch in Frieden ist mit dem Termin: Gestern war erst der Anfang einer Extremwetterperiode, hier sind sogar die Schulen zu und Ausnahmezustand, und das soll mindestens bis Sonntag so gehen.Höhere Gewalt also.
Aber: Man konnte zwar glücklicherweise zunächst schnell wieder da unterkommen, wo man herkam- konnten sicherlich viele auch nicht- und man wurde wieder abgeholt vom Flughafen.
Ist nun die airline für eine Woche Unterbringung plus Taxi zum Flughafen am neuen Abflugtag plus „habe ich noch etwas vergessen?“ zuständig?
Alles, was ich ergoogelt habe und auch der link von Condor sagen so.
Am Telefon wollte man das aber nicht bestätigen.
Langer Rede (sorry, ich wollte nichts auslassen) kurzer Sinn:
Welche Recht haben Fluggäste in so einem nicht ganz alltäglichen Fall eines mehrtägigen Zusatzaufenthalts?
Und wie können diese Rechte praktisch wahr genommen werden?
(Es gibt einige Rechtshilfeangebote, die man online findet, diese beziehen sich aber immer nur auf Entschädigungsansprüche.)
Natürlich ist das nur eine fiktive Fallgeschichte und es wird nicht mit einer Rechtsberatung zu einem realen Fall gerechnet ![]()
Ich danke für die Aufmerksamkeir, ich weiss, es war lang…