Fluortabletten bei Säuglingen sinnvoll?

Hallo Experten,

habe nun von verschiedenen Seiten verschiedene Auskünfte bzgl. Vitamin-D-Fluor-Kombinationen für Säuglinge erhalten. Sollen die Kleinen denn nun FLuortabletten bekommen oder nicht? Was denkt Ihr?

Es dankt im voraus für ev. Antworten
der Schwabe

Servus Schwob :wink:,

hier findest Du das ‚geballte‘ Wissen der deutschen Zahnhaeilkunde zu diesem Thema.
http://dgzmk.de/index.php?site=std45&backlink=m034X

Kai

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hallo kai.

hier findest Du das ‚geballte‘ Wissen der deutschen
Zahnhaeilkunde zu diesem Thema.
http://dgzmk.de/index.php?site=std45&backlink=m034X

darin heißt’s u.a., der direkte kontakt des fluorids zum zahn ist besser als die „systemische“ zufuhr.

außerdem soll man keine wohlschmeckenden zahncremes verwenden, damit die kinder sie nicht hinunterschlucken (warum eigentlich nicht?).

andererseits wird die verwendung von fluoridhaltigem speisesalz oder tabletten empfohlen - was dem zweiten punkt doch irgendwo widerspricht und die erste behauptung stützt.

link dazu: http://www.wissenschaft.de/sixcms/detail.php?id=237787

gruß

michael

der meint, daß man sich die systemische zufuhr von fluorid komplett sparen kann.

Grüßdich Schwabe,

unser dammaliger Kinderarzt, der übrigens nicht nur regional einen sehr guten Ruf hatte, hat von D-Fluoretten ebenso abgeraten, wie von Impfungen. Ich fand ihn damals ziemlich schrullig, u. a. deswegen, aber etliche Nachbarn (deren Kinder inzwischen mein Alter hatten und alle mopsfidel waren), verbürgten sich für ihn.

Inzwischen bin ich froh, ihm dann doch noch halbherzig vertraut zu haben. Er ist inzwischen fast 13, hatte weder eine der vielen Kinderkrankheiten, die ständig überall grassieren, noch irgendwelche Zahnprobleme, obwohl etliche seiner Backenzähne und auch 3 seiner Eckzähne noch aus der 1. Kollektion stammen (Milchzähne). Alle Zähne blütenweiß, obwohl es uns nicht gelingt, seinen Zuckerkonsum in vernünftigen Grenzen zu halten.

Beim Zahnwechsel hatten wir zunächst ob der Stellung der durchbrechenden Zähne Befürchtungen und der Zahnarzt stellte schon eine Zahnspange in Aussicht, aber wie durch Geisterhand (Gottes Hand) hat sich bislang alles irgendwie in eine schöne Reihe gefügt.

Ich hoffe sehr, dass es so erfreulich weiter geht!

LG
sine (die diese anfangs zögerlichen Entscheidungen nun jederzeit wieder mit Inbrunst treffen würde!)

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hallo kai.

hier findest Du das ‚geballte‘ Wissen der deutschen
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darin heißt’s u.a., der direkte kontakt des fluorids zum zahn
ist besser als die „systemische“ zufuhr.

Servus Michael,
daran ist nichts zu deuteln. Aaaaber - als dreifacher Vater und Großvater, Schulzahnarzt und langjähriger Familienzahnarzt glaube ich, mir ein Urteil über die nachhaltige Umsetzung ALLER Prophylaxemaßnahmen erlauben zu können. Jedenfalls dann, wenn sie eine andauernde, pingelige, sorgfältige Befolgung von Verhaltensregeln beinhalten. Beispiel: was nützt die optimierte Zahnpaste, wenn ihre Wirkung vom regelmäßigen Kontakt mit allen Zahnflächen bei ausreichender Anwendungsdauer abhängt?

„Papa, das tut weh an der Backe, Opa - ich hab doch schon gestern, - Nein, das kann ich ganz alleinig, - Bäh, schmeckt eeeklich“

außerdem soll man keine wohlschmeckenden zahncremes verwenden,
damit die kinder sie nicht hinunterschlucken (warum eigentlich
nicht?).

bei den wohlschmeckenden Zahncremes ist ‚wohlschmeckend‘ fast immer synonym mit ‚süß‘ (Sorbitol, Mannitol). Das sind, wohlgemerkt, keine kariogenen Substanzen, aber sie tun das ihre, die Kinder auf ‚Süß‘ zu konditionieren. (einer der zahnärztlichen Prophylaxepäpste hat gar von ‚anfixen‘ gesprochen). Ansonsten ist die verschluckte Wirkstoffmenge (Fluorid) so verschieden, daß man mit der Konzentration des Fluorids in der Paste auf der sicheren Seite bleiben muß, um keine Nebenwirkungen (mottled teeth) zu riskieren.

andererseits wird die verwendung von fluoridhaltigem
speisesalz oder tabletten empfohlen - was dem zweiten punkt
doch irgendwo widerspricht und die erste behauptung stützt.

link dazu:
http://www.wissenschaft.de/sixcms/detail.php?id=237787

gruß

michael

der meint, daß man sich die systemische zufuhr von fluorid
komplett sparen kann.

Man kann noch weiter gehen: Karies ist keine Fluoridmangelkrankheit. Ein sauberer Zahn kriegt keine Löcher. Ohne Zucker keine Karies. Das ist alles wahr. Also sind es doch irgendwelche Kobolde, die in der Nacht kleine Löcher in die Kinderzähne bohren? Oder - schlimmer noch: wenn wir unsere unschuldigen Goldengelchen zum Zahnarzt bringen (im Parterre der nette Apotheker hat ihnen noch ein paar Gummibärchen geschenkt), dann piekst der Doc mit seinem Stahlinstrument kleine Vertiefungen in den Schmelz und schon in einem halben Jahr ist ein Loch drin. (auch dafür gibt es übrigens Anhaltspunkte).

Tatsache ist: Fluorid steht nicht nur in Wechselwirkung mit der mineralischen Zahnoberfläche, es geht auch den Kariesbakterien ans Leder. Fluorid im Kochsalz führt - ohne weiteren logistischen Aufwand - zu einer meßbaren-, epidemiologisch bedeutsamen, nebenwirkungsfreien Herabsetzung des Kariesbefalls. Es wäre wirksamer bei höherer Dosierung, aber dann müßten schon wieder Beipackzettel, Warnhinweise etc. den Mißbrauch, die möglichen Fehlerquellen auszuschließen versuchen.
Deswegen kann man sich immer noch auf die alte Trias verlassen:
Sauberer Zahn - maßvoller und vernünftiger Umgang mit Industriezucker - Fluorid in Kochsalz und Zahncreme.

Dazu kommt: Prophylaxeuntersuchungen beim Zahnarzt nutzen

UND

auf den routinemäßigen Einsatz von Säure- und zuckerhaltigen Getränken („meine Kleine bekommt nur Bio-Apfelsaft mit Perrier zu trinken, diese Apfelsaftschorle vom Aldi kommt mir nicht ins Haus!“) VERZICHTEN, kurz: die Erwachsenen von morgen nicht schon zu Konsumtrotteln machen, wenn sie sich noch nicht selbst entscheiden können.

Wenn Du das ohne Fluoridgaben hinkriegen willst - you are very, very welcome!

Kai

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