Wo finde ich z.B. die Herkunft (und seinerzeitige Bedeutung) des Flussnamens Aller (Nebenfluss der Weser)?
Aller, Iller, Eller, Elle, Ola, Ala, Ahla, aber auch erweiterte Formen wie Olve, Alva, Alaw, Alwyn, Allan, Allen, Alme, Almo, Ilm, Eaulne, Olana, Olenne, ja selbst noch Elster, Alster, Alantia und Elz und alle ähnlichen Flußnamen gehen auf eine alteuropäische Wortschicht zurück, die älter ist als das Keltische, Germanische, Illyrische und andere geschichtlich fassbare Sprachen.
Man sprach auch vom Indogermanischen, was nicht ganz korrekt ist, da außer den Indern und den Germanen noch andere Sprachgruppen dazu gehören.
In dieser Sprachschicht gibt es - so sagen Fachleute - eine Silbe el- oder ol-, die die Grundbedeutung „fließen, strömen“ hat.
Diese Silbe wird mit v, r, m, n, t erweitert, wodurch die verschiedenen Flußnamen entstehen, in ganz Europa.
Ich habe dies aus einem kleinen Büchlein:
Die Wahrheit über Deppenhausen von Wolf-Henning Petershagen, ISBN 3-8062-1442-5 Buch anschauen.
Dieser zitiert den „Papst der Gewässernamenskundler“: Hans Krahe, Unsere ältesten Flußnamen, Wiesbaden 1964.
Wenn du Genaueres wissen willst, musst du da schauen.
Bis du eigentlich auch ein strikter Nichtgrüßer?
Fritz
Alteuropäisch…
…
Alster, Alantia und Elz und alle ähnlichen Flußnamen gehen auf
eine alteuropäische Wortschicht zurück,
Man sprach auch vom Indogermanischen, was nicht ganz
korrekt ist, da außer den Indern und den Germanen noch andere
Sprachgruppen dazu gehören.
Hallo Fritz,
so ungern ich es tue, aber hier muß ich mal widersprechen: alteuropäisch ist nicht unbedingt indogermanisch. Die alteuropäische Schrift gehört zu einer Sprache/Sprachgruppe, die noch ziemlich rätselhaft ist und eventuell nicht zur indogermanischen Gruppe gehört.
Indogermanisch wurde übrigens nicht so genannt, weil man meinte, nur die indischen und germanischen Sprachen gehörten dazu, sondern weil man diese Gruppen für die westliche und östliche Abgrenzung hielt. Falsch ist es trotzdem, und die in anderen Sprachen gebräuchliche Bezeichnung „indoeuropäisch“ trifft es besser, auch wenn man auch östlich von Indien noch auf diese Gruppe treffen kann.
Grüße vom besserwisserischen
Kubi
alteuropäische
Man sprach auch vom Indogermanischen,
Hallo Kubi,
ich sehe in deiner Präzisierung keinen Widerspruch, sondern eben eine Präzisierung.
Ich habe doch eh schon recht vorsichtig, ja fast schwammig formuliert, um nicht zu viel oder gar Falsches zu behaupten.
Mir ist aber nicht klar, warum du von „alteuropäischer Schrift“ sprichst.
Gruß Fritz
Alteuropäische Schrift
Hallo Fritz,
ich sehe in deiner Präzisierung keinen Widerspruch, sondern
eben eine Präzisierung.
Na, dann bin ich ja froh.
Ich habe doch eh schon recht vorsichtig, ja fast schwammig
formuliert, um nicht zu viel oder gar Falsches zu behaupten.
Das glaube ich Dir gerne. Ich hatte aber das Gefühl, daß man es doch in den falschen Hals kriegen könnte, und daher fühlte ich mich bewogen, meinen ungefragten Senf dazu zu geben…
Mir ist aber nicht klar, warum du von „alteuropäischer
Schrift“ sprichst.
Weil dies die vorläufige Bezeichnung für die Schrift ist, die man im heutigen Balkan entdeckt hat, und die eventuell mit die älteste bekannte Schriftform ist. Nur hat man bisher so gut wie keine Anhaltspunkte dafür, zu welcher Sprache diese Schrift gehörte. Manche Forscher vermuten, daß es sich um eine vor-indoeuropäische Sprache (oder mehrere solche) handelt.
Gruß Kubi
Hai, Kubi,
Weil dies die vorläufige Bezeichnung für die Schrift ist, die
man im heutigen Balkan entdeckt hat, und die eventuell mit die
älteste bekannte Schriftform ist.
Das ist mir ganz neu. Erzähl mir mehr.
Fritz
Hallo Fritz,
also ein bißchen was zu „Alteuropa“:
Es handelt sich hier um die älteste Regionalkultur des Altertums, in der nachweislich die Schrift verwendet wurde. Man unterscheidet im Bereich des heutigen Balkan (Zentrum ungefähr im heutigen Belgrad, reicht bis in etwa Budapest, Bukarest und Sofia) bereits für die Wende vom 7. zum 6. vorchristlichen Jahrtausend fünf verschiedene Kulturen. mit fortgeschrittenen Techniken der Keramikherstellung und Architektur. Das Areal ist als Vinca (auf das c gehört der slawische Haken)-Kultur bekannt geworden, nach einem Fundort in der Nähe Belgrads.
Auf den Keramiken dieser Kultur hat man Inschriften gefunden, die auf das Ende des 6. Jahrtausends v. Chr. datiert werden. Diese sogenannte altbalkanische Schrift stammt definitiv nicht von der altsumerischen Bilderschrift ab. Zum einen ist sie älter, zum anderen weist sie auch keine Ähnlichkeit mit dieser auf. Nach aktuellem Kenntnisstand handelt es sich um eine Sakralschrift, die nicht für „alltägliche“ Niederschriften genutzt wurde.
Die Anfänge dieser Schriftkultur stammen also aus vorindogermanischer Zeit. Es ist aber nicht möglich, die Schrift irgendeiner der bisher bekannten vorindogermanischen Sprachen zuzuordnen, da die Rekonstruktionsversuche der Vorläufer der heutigen Sprachen nur bis bestenfalls ins 3. Jahrtausend v. Chr. zurückreichen, und Europa damals bereits weitgehend „indogermanisiert“ war.
Reicht das für den Anfang?
Gruß Kubi
Hallo Kubi!
Reicht das für den Anfang?
Nein, natürlich nicht! Du hast es unterlassen eine oder drei Literaturangaben zu machen.
Verzeih meine Penetranz, aber in diesen Dingen will ichs genau!
Keine Panik, natürlich gehe ich jetzt googeln!
Aber Dank! Großen Dank.
Gruß Fritz
Literatur…
Hallo Fritz,
eine Quelle habe ich noch im Kopf: Harald Haarmann, Universalgeschichte der Schrift.
Die sei Dir hiermit schon Mal gegeben.
Die anderen muß ich erst wieder heraussuchen, aber das war die hauptsächliche.
Gruß Kubi
Hallo Kubi,
danke, werde mich danach umsehen.
Ich hab bei google einige Titel gefunden, wo dieses „Alteuropäische“ samt den Kelten und noch einigen Sachen in feministisch-matriarchalischer Weise interpretiert und in wilde Spekulationen vermengt wird.
Nochmals Dank
Fritz