Fondlöschung

Hallo ihr,

also angesichts der rasanten Talfahrt der Aktien und infolgedessen auch der Fonds hört man hin und wieder schon die Aussage, dass die Menschen ihre Geldmittel aus dem Fonds abziehen.

Spielen wir mal einen Extremfall durch:

A kauft für 100 € einen Fonds dieser verliert an Wert bis auf 2 € und es gibt am Ende nur noch einen Fondsinhaber mit einem Anteil.

Was passiert jetzt mit dem Fonds? Wird selbiger plattgemacht und bekommt A 3,91 DM *bei Auflösung vor dem 01.01.02* ausgezahlt?
Was hat A für Mittel dies zu verwirken, denn er kann ja evtl. berechtigt davon ausgehen, dass sein Anteil wieder auf 100 € anwächst.

Vielen Dank und Gruß
Marco

Hallo,

A kauft für 100 € einen Fonds dieser verliert an Wert bis auf
2 € und es gibt am Ende nur noch einen Fondsinhaber mit einem
Anteil.

Soweit wird es die KAG nicht kommen lassen. Ab einem kritischen Volumen (ca. 10 Mio. €) rentiert die Verwaltung nämlich nicht mehr, da der Fondsverwalter und die Depotbank schließlich auch bezahlt werden wollen. (Für 2 € arbeiten die nicht mal eine Minute!)
Die KAG wird den Anteilseignern wohl anbieten (natürlich kostenlos) in einen „ähnlichen“ Fonds zu wechseln, oder mehrere Fonds fusionieren.

Cu Rene

Eh klar…
Hallo Rene,

aber wieviel Anteile bekommst du dann? sagen wir 100 € hat einen Anteil ausgemacht… bekommst du dann 1 Anteil des neuen Fonds? oder eben nur den Gegenwert für 2 € … dahingehend zielte meine Frage, denn ich wäre ja davon ausgegangen, bei einem Fonds wahrscheinlich auch gerechtfertigter als bei einer Aktie, dass 1 Anteil mal wieder 100 € kostet.

Gruß
Marco

Vorschlag
Hallo Marco,

nicht daß ich einen derartigen Fall schon gehabt hätte, denke ich, daß die Rechnung so aussieht (ich hab jetzt Deine Zahlen nicht im Kopf):

Fondsvermögen alter Fonds: 1 Mio.
Anteile: 10.000
Anteilswert: 100

Fondsvermögen weitergeführter Fonds: 100 Mio.
Anteile 500.000
Anteilswert: 200

  1. Schritt: Verkauf der Anteile alt.
  2. Schritt: Kauf Anteile neu.

Also bekommt man für einen Anteil alt einen halben Anteil des bestehenden und weitergeführten Fonds.

Denke ich.

Gruß
Christian

Hallo,
natürlich bekommst du nur den Gegenwert von 2€, mehr ist im entsprechenden Sondervermögen (des Fonds) auf deinen Anteil umgelegt nicht mehr enthalten.

Cu Rene

Hallo Rene,

wäre doch aber Betrug am Kunden… aus einem Anteil mach 0,005 Anteile… kann sich ja nie so schnell hoch entwickeln wie in dem alten Fonds…

darf sowas überhaupt passieren? Immerhin würde doch da ein Eingriff in meine Entscheidungen vorgenommen werden…

Gruß
Marco

ähh
Hallo Marco,

darf sowas überhaupt passieren? Immerhin würde doch da ein
Eingriff in meine Entscheidungen vorgenommen werden…

da solltest Du mal in den Fondsbedingungen schauen, das wird da irgendwie schon drinstehen.

wäre doch aber Betrug am Kunden… aus einem Anteil mach 0,005
Anteile… kann sich ja nie so schnell hoch entwickeln wie in
dem alten Fonds…

Hm, den Teil vrstehe ich nicht, meinst Du prozentual oder absolut? Unterstellen wir den Wertzuwachs aller Aktien des Fonds von 10% an einem Tag, dann steigt er von 2 EURO auf 2,20EURO, Wertzuwachs für Dich bei einem Anteil: 20 Cent. Neuer Fonds steigt von 100 auf 110 EURO, Dein Wertzuwachs bei 0,02 Anteilen: 20Cent. Wie gesagt, da habe ich wohl was nicht verstanden :wink:

Gruß
Christian

Hallo Chris,

ist es aber nicht wahrscheinlicher, dass ein Fonds, der schonmal bei 100 € war, dort wieder schneller hinkommt, als einer, der bei 30 aufgelegt wurde und nun zwischenzeitlich dort ankommt?

Beispiel:

alter Fonds: 100 Anteile á 100 €

ich habe 1 Anteil

jetzt fällt der Fonds auf 2 €
macht also 100 Anteile á 2 €

der neue Fonds hat auch 100 Anteile, die kosten aber immer noch 100 €. Ergo wird aus 1 Anteil bei richtigem Umrechnen 0,02 Anteile.

Sagen wir, der alte Fonds hätte sich von 2 € auf 4 € erhöht. Dann sind das 100% … um diese Wertsteigerung zu erreichen, brauche ich ja bei dem neuen Fonds dann einen Kurszuwachs von 100 € … ich denke, das dauert dann etwas länger :smile:

So war es gemeint…
Besser ausgedrückt?

Und es war auch nur hypothetisch :smile: ganz so schlimm gehts meinen Fonds dann noch lange nicht :smile:

Gruß
Marco

Hallo Marco,

ist es aber nicht wahrscheinlicher, dass ein Fonds, der
schonmal bei 100 € war, dort wieder schneller hinkommt, als
einer, der bei 30 aufgelegt wurde und nun zwischenzeitlich
dort ankommt?

Nein, wieso? Es sind doch die Aktien, die in dem Fonds enthalten sind, die sich entsprechend bewegen müssen. Daß es wahrscheinlicher ist, daß eine Aktie die um 90% gefallen ist, anschließend um 100% steigt (und somit immer noch 80% unter dem Höchststand notiert!!) als ein Schwergewicht im DAX, ist klar. Liegt aber letztlich an den Spekulanten und läßt keine Rückschlüsse auf das normale Marktverhalten zu.

alter Fonds: 100 Anteile á 100 €
ich habe 1 Anteil
jetzt fällt der Fonds auf 2 €
macht also 100 Anteile á 2 €

Hmm, das verstehe ich schon wieder nicht. Wieso auf einmal 100 Anteile? Spielt für den Rest aber auch keine so große Rolle…

der neue Fonds hat auch 100 Anteile, die kosten aber immer
noch 100 €. Ergo wird aus 1 Anteil bei richtigem Umrechnen
0,02 Anteile.

genau

Sagen wir, der alte Fonds hätte sich von 2 € auf 4 € erhöht.
Dann sind das 100% … um diese Wertsteigerung zu erreichen,
brauche ich ja bei dem neuen Fonds dann einen Kurszuwachs von
100 € … ich denke, das dauert dann etwas länger :smile:

S.o.: Wenn überhaupt die Aktien. Aber hier geht es ja nicht um die prozenuale Rendite, sondern um den Vermögenszuwachs. Und da erhälst Du bei einem 10% Anstieg des alten Fonds 20Cent. Die 20 Cent hast Du bei einem Anteil des neuen Fonds jedoch bei einem Anstieg von 0,2 %.

Daß ein billigerer Fonds bzw. billigere Aktien volatiler sind gilt aber auch in beide Richtungen, wie Du vermutlich ja leidvoll erfahren hast.

Sagen wir es einfach so: Bei der Auflösung eines Fonds wird die Fondsgesellschaft regelmäßig versuchen, Dich in einen Fonds überzuführen, der in etwa die gleichen Anlagekriterien hat, wie der alte, wahrscheinlich ja sogar „bessere“ :wink: Übervorteilt wirst Du dabei wohl eher - zumindest bei seriösen Fondsgesellschaften - nicht. Daß da irgendwelche Gebühren gerechnet werden könnten, will ich nicht ausschließen. Wenn der Fonds aufgrund seiner abscheulichen Renidite platt gemacht wird, wird aber die Gesellchaft m.e. vermeiden, noch weiteren Unmut zu schüren.

Gruß
Christian

P.S.
Welchen tollen Fonds hast Du denn? Im meinem Kollegenkreis war der Nordasia.com sehr beliebt. Ausgabekurs war 100, derzeit 16,94. Bei dem ewigen vorgeschwärme über ca. 3 Wochen hinweg, wie blöd ich doch gewesen sei, ihn nicht zu kaufen, hält sich mein Mitleid eher in Grenzen.

Hallo Chris,

Nordasia? Davon kenne ich ja gar nichts… und wie gesagt… ich habe zwar einen, aber dem gehts noch besser :smile:
Und dass der Fonds aufgrund der darin enthaltenen Aktien fällt ist auch klar :smile:

War aber eben auch alles nur Theorie :smile:

Gruß
und danke

Marco

Hallo Marco,

vielleicht kann ich etwas Licht ins Dunkel bringen.

Für Deine Frage musst Du Dich bloss von der Fondstheorie mal lösen. Das ist ein rein mathematisches Problem.
Es ist bei dieser Betrachtung völlig egal, ob der Anteilspreis bei 100 Euro oder 200 Euro liegt und Du zwei Anteile hast oder einen.
Insgesamt macht Deine Anlage 200 Euro aus. Bewegt sich das Anlagevermögen um 10%, hast Du 220 Euro, egal wie hoch der Anteilspreis ist. Es verändert sich ja bloss die absolute Zahl.
Werden die Anteile des alten Fonds also konvertiert, hat das für den Kunden keine Nachteile, da nur die Stückelung seines Vermögens verändert wird.

In der Praxis ist dieser Fall´wie schon beschrieben allerdings ausgeschlossen. Die Verschmelzung würde bedeutend früher passieren. Dann erhält der Anleger eben so viele Anteile am neuen Sondervermögen, wie seine Altanlage wert war. (bei Dir waren es 2 Euro)
Und das nach einem Kursverfall von 50% eine Verdoppelung nötig ist, ist auch nicht fondseigen. :smile:

Gruss
Christian