Es gibt gute Gründe für und gegen das verwenden von Fertig Fonds:
Ein extra Einkauf lohnt zumeist nicht, um einen Fond selber zuzubereiten, wenn also der Wareneinkauf gezielt auf ein bestimmtes Programm abgestimmt ist und von daher wenig Reste anfallen, dann wird’s schwierig. Z.B. braucht ein gutes Sauerkraut als Basis einen guten Kalbs- oder Rinderfond zum Kochen, was aber, wenn das Brauhaus (auch in der gehobenen Klasse) nur Schweinespezialitäten im Program hat.
Zudem garantiert ein Fond aus dem Glas eine stets gleichbleibende Qualität, und die verlangen die Kunden zumeist - und zwar eher als ein sogenanntes Frischesiegel.
Auch möchte ich mich meinen Vorrednern anschließen: Viele zu der Spitzengastronomie gehörende Ketten, vor allem aber Franchiseunternehmen und Ketten verwenden Produkte aus dem „Konvectomaten“, das sogenannte Convenienced Food. Vorgekochtes Essen garantiert dem Betreiber wenig Arbeitsaufwand, gleichbleibende Qualität und eine solide Spanne. Mövenpick ist beispielsweise ein gutes Beispiel: sie betreiben sowohl den Vertrieb von „Convenienced Food Produkten“ und unterhalten selber Restaurants, die ein bestimmtes Spektrum aus diesem Programm anbieten. Hier ist nicht nur der Fond vorgekocht, sondern das komplette Menu. Anbieter solcher Produkte findet man auch im Internet: Die Kette Hollyfood beispielsweise ( http://www.hollyfood.de ). Wenn ich mich nicht täusche, bezieht u.a. die Block-Haus Kette hier teilweise einige Ihrer Produkte.
Der Fertigfond ist aber auch Salonfähig geworden. Mittlerweile kann man in einschlägigen Kochsendungen im TV beobachten, wie sowohl Profiköche aber auch leidenschaftliche „Kreativkocher“ zum Instant aus dem Glas greifen: Biolek beispielsweise gehört eher zur letzteren Sparte, die Stars aus dem „Kochduell“ - allesamt Profis - standen sogar Pate für ein solches Produkt, welches mittlerweile im Supermarkt zu finden ist.
Was in der Gastronomie erschwerend hinzu kommt, ist, daß ab einer gewissen Dimension der Abfall in einem Betrieb richtig ins Geld gehen kann - die Tonnen für Fleischreste und gekochte Küchenabfälle sind wesentlich teurer als die bekannte graue Restmülltonne.
Aber: das Herz des leidenschaftlichen Kochs schlägt nach wie vor für das Selbstgemachte - er liebt es zu improvisieren und alles selber zu machen. Wie in jedem Handwerk, welches Kunstfertigkeit verlangt, gibt es auch noch solche Perlen - sie werden sich nicht hereinredenlassen wegen irgendwelcher Gewinnspannen oder Kostenfragen.
Es gibt also solche und solche, die letzteren (Hausmacher) erkennt man unter Umständen an wechselnden Tages- und Wochenkarten, saisonalem Geschäft und eine Speisenkarte, die Rückschlüsse auf ein umfangreiches Warensortiment zulässt. Zudem variiert die Qualität der Speisen, abhängig von der Tagesform des Chefkochs und seinem freien Tag…