Fondsgebundene Lebensversicherung

Hallo!

Ich habe eine Frage, weil ich mir in diesem Bereich sehr unsicher bin und nicht unbedingt auf den Versicherungsvertreter vertrauen möchte:

Die Eltern einer Person schlossen vor 2005 eine fondsgebundene Lebensversicherung mit dem Zusatz Berufsunfähigkeitsversicherung bei der AXA ab. Nach dem Studium hat die Person die Versicherung auf ihren Namen umschreiben lassen. Diese Versicherung läuft bis 2050. Der Beitrag erhöht sich monatlich und liegt derzeit bei ca. 100€.

Meine Fragen sind folgende:

Woher weiß ich, für wieviel € die Versicherung Fondsanteile erwirbt?

Ist eine solche Lebensversicherung nicht überflüssig (keine Kiner, kein Haus, niemanden zum absichern) und wäre es nicht besser die Fondsanteile direkt zu erwerben?

Gibt es irgendwelche Vorteile dieser Art von fondsgebundener Lebensversicherung?
Der Versicherungsvertreter sagte etwas von steuerbegüstigung, da die Versicherung vor 2005 abgeschloßen wurde?

Vielen Dank schon einmal vorab.
Friederike

unsicher bin und nicht unbedingt auf den Versicherungsvertreter vertrauen möchte:

Wer soll Dir dann bitte hier in diesem Forum antworten ? Ein Amateur ?

Beitrag erhöht sich monatlich und liegt derzeit bei ca. 100€.

Dynamik ist normalerweise jährlich, monatliche Erhöhung kann ich mir nicht vorstellen.

Woher weiß ich, für wieviel € die Versicherung Fondsanteile erwirbt?

Ich glaube nicht, dass das irgendwo erkennbar ist.

Ist eine solche Lebensversicherung nicht überflüssig (keine
Kiner, kein Haus, niemanden zum absichern)

Doch, Du sicherst Dich selber ab. Du erwirbst eine Altersversorgung und bist für den Fall der Berufsunfähigkeit (wenn eine Rente versichert ist) abgesichert.

besser die Fondsanteile direkt zu erwerben?

Das häntt von Deinen Vorsorgezielen ab. Auf jeden Fall würde Dir die BU-Absicherung fehlen (25 % aller Arbeitnehmer werden BU).

Gibt es irgendwelche Vorteile dieser Art von fondsgebundener Lebensversicherung?

Da kann man lange drüber streiten (wird hier im Forum auch immer wieder gerne getan). Es gibt Argumente dafür und dagegen.

Der Versicherungsvertreter sagte etwas von steuerbegüstigung,
da die Versicherung vor 2005 abgeschloßen wurde?

Stimmt.

Hallo, es macht schon mehr Sinn hier zu fragen, da die Antwortgeber hier nicht provisionsgesteuert sind.
Allgemein kann man sagen dass eine fondsgebundene LV extrem teuer ist, und man meistens mit einer klassischen LV (wenn man die Absicherung braucht) und/oder einem Fondssparplan wesentlich besser fährt.

Es ist schön dass die Person sich Gedanken macht, das ist nur leider 4 Jahre zu spät passiert. Die meisten Kosten sind schon bezahlt und ja, 2004 war die Besteuerung auch noch etwas besser.

Wenn die Person sich also selbst mit Investment und Versicherungen nicht auskennt (scheint mir hier der Fall zu sein) wird es wohl leider das Beste sein, die Versicherung weiterlaufen zu lassen.
Fondsgebundene LV sind (aus meiner Sicht) keine sinnvollen Produkte aber noch schlimmer ist es, ständig hin- und herzuwechseln und neue Abschlusskosten zu zahlen.

Gruß
Granini

Hallo Friederike,

also grundsätzlich ist eine vor 2005 abgeschlossene Lebensversicherung in sofern interessant, als dass du auf die Kapitalerträge, die deine Fondsanteile über den langen Anlagehorizont hoffentlich erwirtschaften, steuerfrei sind.

Würdest du z.B. die LV ruhen lassen und privat die Fondsanteile kaufen, müsstest du auf die Zinserträge 25% Abgeltungssteuer zahlen. Auch bei einem Fondswechsel würde die Abgeltungssteuer fällig (sofern dein Freibetrag überschritten wird). Darüber hinaus fallen bei „normalem Fondssparen“ natürlich auch weitere Kosten an, wie Depotgebühren, Ausgabeaufschläge etc.

Des Weiteren muss ich Nordlicht Recht geben, dass die BU-Absicherung heute eine der wichtigsten Absicherungen ist. Und das nicht nur für Hinterbliebene o.ä., sondern in erster Linie für dich selbst.

Der Betrag, für den Fondsanteile gekauft werden, müsste sich bei deiner Versicherung erfahren lassen. Dies ist von dem genauchen Produkt abhängig, das du hast. Normalerweise müsstest du evt. auch irgendwo in deiner Police den Ausweis eines Risikobeitrages für den BU Schutz finden. Ruf doch einfach mal deinen Ansprechpartner an.

Ich persönlich würde eine vor 2005 abgeschlossene Lebensversicherung nicht einfach aufgeben. Da muss man schon ganz genau die Konditionen prüfen, Höhe und Leistung der BU Versicherung etc.

Hoffe ich konnte dir ein wenig weiterhelfen.

PS: Nur weil jemand Versicherungen vermittelt, heißt das noch lange nicht, dass du schlecht beraten wirst. Such dir einen Vermittler, zu dem du Vertrauen hast. Wichtig ist eine vernünftige Beratung im Bereich Absicherung der Arbeitskraft und Konzeption der eigenen Altersvorsorge, sowie regelmäßige Überprüfung.

Hallo Granini,

eine kurze Frage: Warum ist denn eine fondsgebundene LV teurer als eine klassische? Meines Erachtens sind 100 € die ich in eine fondsgebundene LV stecke genauso 100 € wie in einer klassischen LV, mit dem Unterschied, dass ich bei Laufzeiten von mindestens 10 Jahren deutlich bessere Renditechancen habe (Cost Average Effect).

Und die Besteuerung war nicht nur besser, sondern LVs vor 2005 sind die letzte komplett steuerfreie Anlagemöglichkeit. Wie du wissen müsstest, sind alle heutigen Anlageformen spätestens im Leistungsbezug steuerpflichtig.

Wenn ich einen puren BU-Schutz will, ohne Kapitalansammlung, nehme ich eine reine selbstständige BU-Risikoabsicherung.

Besten Gruß

Katharina

Hallo Katharina, eine merkwürdige Frage bei deinem Beruf. :wink:
Die FLV die ich kenne (also mit klassischem Anteil) haben deutlich höhere Kosten als gute KLV’s oder natürlich, die beste Möglichkeit wenn man Ahnung hat, selber Investment betreiben.
100€ sind nun mal nicht 100€, die Kosten gehen ja erstmal davon ab…

KLV’s sind aber immer noch nur zur Hälfte steuerpflichtig bzw. Ertragsanteil, deshalb „nur“ besser. Abgesehen davon war ja mein Rat auch, nichts Neues abzuschließen!?

Ausserdem kommt man sicherlich günstiger weg, irgendwann mal 25% Abgeltungssteuer zu zahlen als sofort gezillmerte Abschlusskosten und jährliche Verwaltungskosten. Und mach jetzt bitte keine Beispielrechnung mit AA usw., kein aufgeklärter Mensch zahlt die heutzutage noch… den Cost-Average-Effekt hat man da ausserdem auch.

Wenn wir hier aber über eine „reine“ Fondspolice reden, also ohne klassischen Anteil mit Garantieverzinsung etc. , sieht die Sache schon anders aus, da halten sich die Kosten auch in Grenzen wenn man ein vernünftiges Produkt hat. Ich weiß ja nicht, welches Produkt der Themenstarter hat.

Was du zur BU schreibst, verstehe ich nicht, wie hängt das mit der Frage zusammen?

Gruß
Granini

Hallo,

Hallo Granini,

eine kurze Frage: Warum ist denn eine fondsgebundene LV teurer
als eine klassische? Weil sie kostentechnisch 2 Ebenen bedienen muss - die Versicherungs- und die Fondsebene!

Meines Erachtens sind 100 € die ich in

eine fondsgebundene LV stecke genauso 100 € wie in einer
klassischen LV, mit dem Unterschied, dass ich bei Laufzeiten
von mindestens 10 Jahren deutlich bessere Renditechancen habe
(Cost Average Effect).

Mit Verlaub, das ist Unsinn! Wer hat dir denn das eingeschult?
Schon wegen den Doppelkosten müssten ausgerechnet dann die Wertsteigerungen der gewählten Fonds zufällig in sehr großen Höhen sein, um dies zu kompensieren!
Und der CAE!?? Verzeih, dass ich über diesen Popanz etwas lächle! Wenn der Markt zum Ablaufzeitpunkt im Keller ist, nützen dir auch noch so viel kleinere Anteile nichts!
Übrigens, die Praxis beweist es regelmäßig.
Vor kurzem (2008) kamen auch wieder empirische Zahlen bei 2 Gesellschaften auf den Tisch des Hauses: Es wurden jeweils bei der Aach.Münch. bzw. bei der Cosmos zwischen der eigenen Fonds-LV und der eigenen konventionellen LV verglichen, was nach 12 Jahren, 30j. Mann, 1.200 EUR Jahresbeitrag,Fälligkeit 09/2008, 100% Todesfallleistung, herauskam:
AM Fonds-LV(schlechtester Fonds) = 14.155 EUR, (besterFonds) = 18.258 EUR
AM konventionelle LV = 18.692 EUR!!!

Cosmos Fonds-LV = 18.902 EUR,
konvent. LV = 19.902 EUR!!!
Ich möchte nochmal darauf aufmerksam machen, dass die Erhebung vor der Auswirkung der Bankenkrise war und der DAX (ich glaube) noch bei ca. 6.300 war!!

Gruß cooler

Hallo,

eine kurze Frage: Warum ist denn eine fondsgebundene LV teurer
als eine klassische? Weil sie kostentechnisch 2 Ebenen dienen mus - der Versicherungs- und der Fondsebene!!

P.S. Kam im vorherigen Post nicht deutlich raus!

Irgendetwas stimmt mit der Technik nicht, ich probier´s nochmals:

Weil sie kostentechnisch 2 Ebenen dienen muss - der Versicherungs- und der Fondsebene!!