Hallo,
aufgrund gesetzlicher Beschränkungen in Deutschland (ich verweise auf die FAQ) werde ich zum Thema Steuern hier keine detaillierten Auskünfte erteilen.
a)in Bezug auf die Rendite bei einer Laufzeit von 25 Jahren?
Sofern Du denselben Fonds besparst (nur dann sind Vergleiche möglich), wird der Fondssparplan billiger sein und damit eine höhere Rendite haben. Eine fondsgebundene RV ist ein Fondssparplan mit Versicherungsmantel. Da eine Versicherung nicht kostenlos zu haben ist, beantwortet sich Deine Frage damit von selbst.
b)in Bezug auf die steuerliche Belastung in der Ansparphase?
Ein reiner Fondssparplan ist steuerlich nicht abzugsfähig. Abzugsfähig sind, unter gewissen Voraussetzungen, aber Fondssparpläne im Rahmen von Riesterverträgen (da kann auch dann der Versicherungsmantel fehlen, lediglich eine Beitragsgarantie muß vorhanden sein). Fondsgebundene RV oder LV sind im Rahmen der Höchstbetragsreglung und unter Einhaltung gewisser anderer Dinge (haltefristen u. ä.) steuerlich absetzbar.
c)in Bezug auf die steuerliche Belastung in der
Auszahlungsphase?
Ein reiner Fonds unterliegt der Abgeltungssteuer (25 % ESt, 5,5 % Soli auf die ESt und eventuell 8 bzw. 9 % KiSt auf die ESt). Das gilt für die Erträge des Fonds bei Realisierung der Erträge (also zumeist bei Auszahlung oder auch bei der Umschichtung). Fondsgebundene LV sind nach wie vor nach 12 Jahren Haltedauer nur mit 50 % der Erträge dem persönlichen Steuersatz bei Auszahlung zu unterwerfen. Bei fondsgebundenen RV sind die späteren Rentenzahlung mit dem Ertragsanteil dem persönlichen Steuersatz zu unterwerfen.
Was also besser ist, hängt entscheidend von der Entwicklung des Steuerrechts und den persönlichen Verhältnissen bei Renteneintritt ab. Niemand ist Hellseher. Nach heutiger Rechtslage ist eine nachgelagerte Besteuerung in vielen Fällen sicher besser. Aber das kann unter Umständen anders aussehen, wenn man erst später zu steuerpflichtigem Vermögen kommt.
Die vermeintliche Steuerersparnis durch die nachgelagerte Besteuerung muß dann aber die niedrigere Rendite einer fondsgebundenen Verischerung auffangen.
Aufgrund dieser vielen Unbekannten in der Gleichung kann Dir niemand eine verläßliche Aussage geben, was genau nun besser ist. Es gibt aber eine Faustregel: Zuerst ist die erwartete Rendite einer Anlageform interessant. Erst viel später müssen dann auch die Steuern mit einbezogen werden. Wer sich also eine Anlageform mit guter Rendite aussucht und lange sparen kann, macht damit nichts falsch.
d)in Bezug auf die Umschichtung auf andere Fonds in der
Sparphase?
Das kommt ganz auf die vertragliche Gestaltung an. Sowohl Depotbanken als auch Versicherungen bieten eine Vielzahl von Verträgen an. Bei manchen sind Umschichtungen komplett kostenlos, bei anderen kosten sie richtig viel Geld. Eine allgemeine Aussage ist nicht möglich.
e)in Bezug auf die jährlichen Verwaltungskosten?
Die Fondsverwaltungskosten sind identisch, wenn es derselbe Fonds ist. Bei einer fondsgebundenen Versicherung kommen dann die Kosten der Versicherung dazu. Ergo: Die Kosten eines reinen Fondssparplans sind immer niedriger als die einer fondsgebundenen Versicherung.
f)in Bezug auf die Erbschaftssteuer?
Sofern die jeweiligen Guthaben aus dem Anlageprodukt der Erbschaftsteuer unterliegen (sprich vererbbar sind - ein Rürup-Guthaben ist beispielsweise nicht vererbbar), ist die Behandlung identisch. Allerdings kann sich die Bemessungsgrundlage unterscheiden (grobe Orientierung: Fonds = aktueller Rücknahmepreis der Anteile; RV = aktueller Rückkaufwert der Versicherung)
Auf welcher Website im Internet kann man modellhaft das
Ergebnis einer fondsgebundenen Rentenversicherung bzw. eines
Fondssparplanes durchrechnen?
Niemand kann in die Zukunft schauen. Es gibt aber Tabellen (http://www.test.de der Stiftung Warentest als neutrale Quelle beispielsweise), die die vergangene Entwicklung abbilden. Deine Herangehensweise sollte aber eine andere sein. Du solltest Dir klarwerden, wie Deine Assetverteilung aussehen soll. Willst Du also Dein Geld eher in Aktien oder eher in Renten anlegen. Das entscheidest Du nach Alter, Vorsorgebedarf und persönlichem Geschmack und Risikoverhalten. Danach suchst Du Dir Deinen Fonds aus (singular und plural). Wenn Du den hast, solltest Du für Deinen persönlichen Umstände durchrechnen, wie es mit der Steuer aussieht (nach jetziger Rechtslage). Erwartest Du im Alter hohe steuerpflichtige Einkünfte? Dann mußt Du auch im Alter auf Deine Rente mehr Steuern zahlen. Verdienst Du eher jetzt gut und möchtest im Alter nur von der Rente leben, ohne noch andere steuerpflichtigen Einkünfte zu erwarten? Dann kannst Du von der steuerlichen Absetzbarkeit der Beiträge profitieren.
Kleiner Tip zum Schluß: Man kann Riesterfondssparpläne auch übersparen. Zwar erhält man für die übersteigende Summe keine Förderung (auch nicht steuerlich), aber Abgeltungssteuer wird eben auch nicht fällig. Man versteuert die Rente bzw. die Kapitalentnahme ganz normal bei Fälligkeit.
Gruß,
Benni