Fondsgebundene RV oder Fondssparplan?

Hallo,

welche der beiden Sparformen ist günstiger

a)in Bezug auf die Rendite bei einer Laufzeit von 25 Jahren?
b)in Bezug auf die steuerliche Belastung in der Ansparphase?
c)in Bezug auf die steuerliche Belastung in der Auszahlungsphase?
d)in Bezug auf die Umschichtung auf andere Fonds in der Sparphase?
e)in Bezug auf die jährlichen Verwaltungskosten?
f)in Bezug auf die Erbschaftssteuer?

Auf welcher Website im Internet kann man modellhaft das Ergebnis einer fondsgebundenen Rentenversicherung bzw. eines Fondssparplanes durchrechnen?
Welche Foren im Internet beschäftigen sich mit Finanz- bzw. Versicherungsmathematik?

Danke für Eure Hinweise !

Gruß

porleb

Guten Tag Porleb,
Ihre 8 Fragen sind - so fürchte ich - einerseits nicht zu beantworten,
weil Sie Dinge fragen, die sich in der Zukunft ereignen werden und
ohne hellseherische Fähigkeiten nur zu erahnen sind und andererseits
so sehr ins Eingemachte gehen, dass auch ein Steuerberater - wollte er
hinterher nicht wegen fahrlässiger Falschberatung angegengen sein -
sich zunächst eingehend informieren würde, bevor er Ihnen - entgeltpflichtig, versteht sich - eine Auskunft gibt.
Gruß
Günther

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

aufgrund gesetzlicher Beschränkungen in Deutschland (ich verweise auf die FAQ) werde ich zum Thema Steuern hier keine detaillierten Auskünfte erteilen.

a)in Bezug auf die Rendite bei einer Laufzeit von 25 Jahren?

Sofern Du denselben Fonds besparst (nur dann sind Vergleiche möglich), wird der Fondssparplan billiger sein und damit eine höhere Rendite haben. Eine fondsgebundene RV ist ein Fondssparplan mit Versicherungsmantel. Da eine Versicherung nicht kostenlos zu haben ist, beantwortet sich Deine Frage damit von selbst.

b)in Bezug auf die steuerliche Belastung in der Ansparphase?

Ein reiner Fondssparplan ist steuerlich nicht abzugsfähig. Abzugsfähig sind, unter gewissen Voraussetzungen, aber Fondssparpläne im Rahmen von Riesterverträgen (da kann auch dann der Versicherungsmantel fehlen, lediglich eine Beitragsgarantie muß vorhanden sein). Fondsgebundene RV oder LV sind im Rahmen der Höchstbetragsreglung und unter Einhaltung gewisser anderer Dinge (haltefristen u. ä.) steuerlich absetzbar.

c)in Bezug auf die steuerliche Belastung in der
Auszahlungsphase?

Ein reiner Fonds unterliegt der Abgeltungssteuer (25 % ESt, 5,5 % Soli auf die ESt und eventuell 8 bzw. 9 % KiSt auf die ESt). Das gilt für die Erträge des Fonds bei Realisierung der Erträge (also zumeist bei Auszahlung oder auch bei der Umschichtung). Fondsgebundene LV sind nach wie vor nach 12 Jahren Haltedauer nur mit 50 % der Erträge dem persönlichen Steuersatz bei Auszahlung zu unterwerfen. Bei fondsgebundenen RV sind die späteren Rentenzahlung mit dem Ertragsanteil dem persönlichen Steuersatz zu unterwerfen.

Was also besser ist, hängt entscheidend von der Entwicklung des Steuerrechts und den persönlichen Verhältnissen bei Renteneintritt ab. Niemand ist Hellseher. Nach heutiger Rechtslage ist eine nachgelagerte Besteuerung in vielen Fällen sicher besser. Aber das kann unter Umständen anders aussehen, wenn man erst später zu steuerpflichtigem Vermögen kommt.

Die vermeintliche Steuerersparnis durch die nachgelagerte Besteuerung muß dann aber die niedrigere Rendite einer fondsgebundenen Verischerung auffangen.

Aufgrund dieser vielen Unbekannten in der Gleichung kann Dir niemand eine verläßliche Aussage geben, was genau nun besser ist. Es gibt aber eine Faustregel: Zuerst ist die erwartete Rendite einer Anlageform interessant. Erst viel später müssen dann auch die Steuern mit einbezogen werden. Wer sich also eine Anlageform mit guter Rendite aussucht und lange sparen kann, macht damit nichts falsch.

d)in Bezug auf die Umschichtung auf andere Fonds in der
Sparphase?

Das kommt ganz auf die vertragliche Gestaltung an. Sowohl Depotbanken als auch Versicherungen bieten eine Vielzahl von Verträgen an. Bei manchen sind Umschichtungen komplett kostenlos, bei anderen kosten sie richtig viel Geld. Eine allgemeine Aussage ist nicht möglich.

e)in Bezug auf die jährlichen Verwaltungskosten?

Die Fondsverwaltungskosten sind identisch, wenn es derselbe Fonds ist. Bei einer fondsgebundenen Versicherung kommen dann die Kosten der Versicherung dazu. Ergo: Die Kosten eines reinen Fondssparplans sind immer niedriger als die einer fondsgebundenen Versicherung.

f)in Bezug auf die Erbschaftssteuer?

Sofern die jeweiligen Guthaben aus dem Anlageprodukt der Erbschaftsteuer unterliegen (sprich vererbbar sind - ein Rürup-Guthaben ist beispielsweise nicht vererbbar), ist die Behandlung identisch. Allerdings kann sich die Bemessungsgrundlage unterscheiden (grobe Orientierung: Fonds = aktueller Rücknahmepreis der Anteile; RV = aktueller Rückkaufwert der Versicherung)

Auf welcher Website im Internet kann man modellhaft das
Ergebnis einer fondsgebundenen Rentenversicherung bzw. eines
Fondssparplanes durchrechnen?

Niemand kann in die Zukunft schauen. Es gibt aber Tabellen (http://www.test.de der Stiftung Warentest als neutrale Quelle beispielsweise), die die vergangene Entwicklung abbilden. Deine Herangehensweise sollte aber eine andere sein. Du solltest Dir klarwerden, wie Deine Assetverteilung aussehen soll. Willst Du also Dein Geld eher in Aktien oder eher in Renten anlegen. Das entscheidest Du nach Alter, Vorsorgebedarf und persönlichem Geschmack und Risikoverhalten. Danach suchst Du Dir Deinen Fonds aus (singular und plural). Wenn Du den hast, solltest Du für Deinen persönlichen Umstände durchrechnen, wie es mit der Steuer aussieht (nach jetziger Rechtslage). Erwartest Du im Alter hohe steuerpflichtige Einkünfte? Dann mußt Du auch im Alter auf Deine Rente mehr Steuern zahlen. Verdienst Du eher jetzt gut und möchtest im Alter nur von der Rente leben, ohne noch andere steuerpflichtigen Einkünfte zu erwarten? Dann kannst Du von der steuerlichen Absetzbarkeit der Beiträge profitieren.

Kleiner Tip zum Schluß: Man kann Riesterfondssparpläne auch übersparen. Zwar erhält man für die übersteigende Summe keine Förderung (auch nicht steuerlich), aber Abgeltungssteuer wird eben auch nicht fällig. Man versteuert die Rente bzw. die Kapitalentnahme ganz normal bei Fälligkeit.

Gruß,

Benni

Kleine Ergänzung:
Innerhalb eines Fonds kommt es zu Erträgen. Diese Erträge werden innerhalb des Fonds wieder angelegt und unterliegen der Kapitalertragssteuer. Heisst auch bei einer Einmalanlage kommt es zumindest zum Teil zu Steuern.
Darüber hinaus gibt es keine SPekulationsfrist bei Garantiezertifikaten. Diese unterliegen auch heute schon der Steuer.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Innerhalb eines Fonds kommt es zu Erträgen. Diese Erträge
werden innerhalb des Fonds wieder angelegt und unterliegen der
Kapitalertragssteuer.

Hallo,

nein, das ist falsch. Erträge innerhalb eines Fonds (auch wiederangelegte) unterliegen nicht der Kapitalertragsteuer.

Was Du aber wahrscheinlich meinst, sind die Erträge, die dem Anteilseigner zufließen. Ich betone das hier, um Mißverständnisse zu vermeiden. Da unterscheidet man zwischen ausgeschütteten und thesaurierten Erträgen. Eine gute Erklärung mit der aktuellen Rechtslage gibt es hier:

http://www.boerse-online.de/finanzen/abgeltung/49230… und auch hier

http://www.fondsvermittlung24.de/abgeltungssteuer-in…

Im Ergebnis haben also fondsgebundene Versicherungen insoweit einen steuerlichen Vorteil in der Ansparzeit, als daß ausgeschüttete Dividenden und Zinsen nicht der Abgeltungsteuer unterliegen. Bei einem Fonds und damit einem Fondssparplan unterliegen aber die ausgeschütteten Zinsen und Dividenden (nicht der internen realisierten Kursgewinne) der Abgeltungsteuer.Alleridngs ist der Anteil der Zinsen und Dividenden an der Rendite eines Fonds sehr gering. Der größte Teil der Rendite wird durch realisierte interne Kursgewinne gebildet, die steuerfrei sind - und zwar in beiden Varianten.

Benni

Richtig Benni !

Danke für die differenzierte Darstellung. Ich meinte die Erträge die wieder angelegt werden.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Kosten Fondsgebundene RV - Fondssparplan
Hallo Porleb,

welche der beiden Sparformen ist günstiger

alle bisherige Diskutanten unterstellten, dass die FRV höhere Kosten haben muss als ein Fonds. Das kann wohl für die Mehrheit der Anbieter unterstellen, aber bestimmt nicht für alle; denn auch der Fonds ist im Regelfall mit Vertriebskosten belastet, die im Versicherungsmantel entfallen. Wenn man dann noch die Nachsteuerrendite betrachtet, könnte es gewiss Anbieter geben, bei denen Du im Versicherungsmantel besser fährst.
Das gilt übrigens besonders im Fall der Riester-Fonds. Also der alte, oft gehörte Rat: vergleichen! Eine eindeutige Antwort gibt es nicht.

Gruß,
Andreas