Hallo,
zurzeit habe ich mein Fonds alle bei der Fondsplattform Ebase, wo ich für die Verwahrung der Fonds jährlich 36 € bezahlen muss. Ich bezahle dort keinen Ausgabeaufschlag auf fast alle Fonds. Auch die Umschichtung kostet mir nichts. Wenn ich Fonds kaufen oder verkaufen will, dauert es mind. eine Woche. Beim letzten Kursrutsch habe ich dies als negativen Faktor gesehen als ich mich von einigen risikoreichen Fonds schnell trennen wollte.
Nun taucht für mich die Frage, soll ich die Basis-Fonds (Aktienmarkt weltweit und Europa und Rentenfonds) bei Ebase belassen und die risikoreichen Fonds (Osteuropa, Schwellenländer) lieber bei der Fondsbörse Hamburg kaufen und verkaufen, damit ich auf schnelle Kursverluste schnell agieren kann, bzw. dort mein Stopp Loss Kurs anwenden kann ??
Gibt es irgendwo eine Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile im Internet ? Auch bezgl. der Kosten ? Was sind eure Erfahrungen dazu ??
Danke und Gruß, Marsi
Geldanlage
hallo marsi,
weder noch.
du solltest dich einfach mal mit den prinzipien der geldanlage beschäftigen. die heißen nicht verkaufen, wenn die kurse runtergehen, sondern wenn sie oben sind.
desweiteren funktioniert geldanlage, gerade bei fonds, langfristig.
deine fonds zu verkaufen, ist das allerdümmste, was du machen kannst.
es sei denn, daß management ist grottenschlecht.
was ist zu tun?
nachdenken.
- über langfristige kapitalvermehrung
- was ist überhaupt passiert?
- wieviel gewinn habe ich bis jetzt erwirtschaftet?
- wieviel ist durch diese marktkorrektur wieder weg und wieviel ist das in prozent?
- was sind fundamentaldaten und wie gehe ich damit um?
- was kann ich an instrumenten einsetzen, um in seitwärtsmärkten oder fallenden märkten zu verdienen?
das nennt man depotabsicherung.
- wieviel barmittel hab ich, um bei bodenbildung in ausgewählte märkte zu investieren?
- wie habe ich mein vermögen diversifiziert?
strubbel
€:open_mouth:)
Hallo,
ich halte es bei Aktienanlagen - auch über Fonds und Zertifikate - für wichtig, schnell auf Marktereignisse reagieren zu können. Die letzte Abwärtsbewegung hat deutlich gezeigt, daß auch ein längerfristiger Trend schnell zu Ende sein und ein Nichtreagieren zumindest auf dem Papier Geld kosten kann. Daher wäre mir eine Woche Zeit von Verkaufsauftrag bis Verkaufsausführung deutlich zu lang. In der Zeit kann man bei Aktien, Fonds und Zertifikaten (von noch risikoreicheren Investments will ich gar nicht sprechen) schon erhebliche (Buch-)Verluste erleiden.
Stopp Loss-Kurse oder zumindest ungefähre Marken, die angeben, wie viel Kursverlust man bereit ist mitzumachen, halte ich für sehr wichtig. Seiner Kapitalanlage sollte man sich nicht auf Gedeih und Verderb verpflichtet fühlen. Eine Kapitalanlage soll Rendite bringen. Tut sie es nicht oder geht die Rendite über ein gewisses Maß zurück, wird sie verkauft und das Geld in eine aussichtsreichere Anlage investiert.
Mit dieser Strategie bin ich - gerade aktuell - gut gefahren.
Beste Grüße,
Oliver Walter
hallo doc,
aber aktien machen doch nur einen teil der geldanlage aus.
was sagste denn zu herrn buffet?
woher weißt du, daß ein langjähriger trend zuende geht? die jetzige aufwärtsbewegung geht erst seit 2003, also auch nicht lange.
gehst du wirklich bei jeder stärkeren marktbewegung raus und wieder rein?
strubbel
Hallo, strubbel,
aber aktien machen doch nur einen teil der geldanlage aus.
ja, ich sprach von Aktien.
was sagste denn zu herrn buffet?
Find ich bewundernswert, daß er den Großteil seines Vermögens (37 von 44 Mrd. US-Dollar) für Soziales spenden möchte.
woher weißt du, daß ein langjähriger trend zuende geht?
Ich verschaffe mir Informationen und schätze die Entwicklung ab. Zumindest lag ich richtig, als ich mir Gedanken über das Ende der zunehmenden Dollarstärke gegenüber dem Euro und über die kürzlich erlebten Kursverluste an den Börsen weltweit gemacht habe.
die jetzige aufwärtsbewegung geht erst seit 2003, also auch nicht
lange.
O.k., über Begriffe wie „langfristig“ kann man sich streiten, finde ich aber nicht entscheidend.
gehst du wirklich bei jeder stärkeren marktbewegung raus und
wieder rein?
Bei dieser Abwärtsbewegung war meine Einschätzung zumindest richtig, daß es sich nicht um eine der bisherigen kleinen „Korrekturen“ im andauernden Aufwärtstrend handelt, von denen wir auch einige hatten. Daher bin ich - bis auf zwei marginale Positionen - komplett (und noch einigermaßen rechtzeitig) ausgestiegen. Ich warte nun die weitere Entwicklung an den Kapitalmärkten ab.
Beste Grüße,
Oliver
hallo doc oliver,
das weißt du doch erst hinterher, ob es nicht eine temporäre korrektur war.
fundamental sind die meisten werte billig.
das verhältnis von dollar und euro sind langfristig für aktien nebensache.
ich meinte eher die anlagestrategie von buffet, langfristig zu agieren.
die jetzige marktbewegung wird im rückblick auf der langfristigen kurve kaum sichtbar sein. denk nur an den kursverfall 1997 oder am 11.09.2001.
imho ist die beste strategie: nichts tun.
für absicherung ist es etwas zu spät.
dann geld zählen, sofern man welches hat, und prüfen, in welche werte man jetzt investiert.
es gibt versicherungen, die bekommt man für ein butterbrot.
strubbel
V:open_mouth:)
Hallo, strubbel,
ich habe meine Gewinne bei höheren Indexständen realisiert. Bei mir ist also alles in Butter.
Grüße,
Oliver
nochma icke mit hallo,
und wann steigst du wieder ein?
strubbel
3:open_mouth:)
Hallo, strubbel,
wenn ich zu der Ansicht gelangt bin, daß ich mit meinem Anlageverhalten nachhaltig eine Rendite erzielen kann, die das erhöhte Risiko der Börse rechtfertigt.
Beste Grüße,
Oliver
Hallo Marsi,
es ist sehr fraglich, ob Du bei einer Börse Deine Erwartungen erfüllt bekommst.
Problem:
Es ist nicht sicher, dass Du einen Käufer für Deine Fonds findest. Gerade bei „Spezialmärkten“.
Du musst schon einen doofen finden, der Dir am Ende eines mehrjährigen Anstiegs und eines beginnenden -seit Monaten vorhergesagten- Rückgangs Deine Anteile über die Börse abnimmt. Warum sollte er das tun? Du müsstest schon einen interessanteren Preis bieten, als dies die Fondsgesellschaft voraussichtlich mit dem nächsten Kurs tun würde. (Falls überhaupt jemand zu diesem Zeitpunkt in diesen Markt einsteigen will).
Dazu kommen Kosten für den Trade. Ich habe kürzlich irgendwo gelesen, dass diese bei ca. 3,5% liegen (kein Ausgabeaufschlag, Kosten für den Handel). Also auch kein Schnäppchen.
Wie kürzlich der KanAm Grundinvest die Rücknahme von Anteilen ausgesetzt hatte, hatten Anleger versucht, Ihre Anteile über die Börse zu verkaufen. Gehandelt wurde aber sehr wenig. Ich weiß nicht, ob es an der Preisgestaltung oder den Kosten lag. Aber Börse und Fonds, dass scheint noch nicht so richtig zusammen zu passen… .
ebase verkauft die Anteile an die Fondsgesellschaft. Die müssen sie immer zurücknehmen, solange die Fonds offen sind. (Gegenbeispiel Immofonds Anfang diesen Jahres)
Vielleicht wären ETFs oder Zertifikate eine Alternative. Aber das ist sicher ein ganz anderes Thema und besonders bei den Zertifikaten mit Vorsicht zu genießen (Emittentenrisiko, Kostenintransparenz).
Vielleicht ist Dein Problem über ebase gar nicht so groß wie es ausschaut. Es gibt beim Fondsgechäft zwei zu beachtende Daten:
Schlusstag und Valutatag.
Der Schlusstag ist der Kurs(tag), den Du tatsächlich bekommst. Der sollte je nach Fonds ein oder zwei Tage nach Deinem Ordereingang bei ebase liegen. Es gibt aber -gerade bei exotischen Märkten- auch Fondsgesellschaften, die sich ein oder zwei Tage zusätzlich Zeit lassen. (z.B.: Schlusstag = T(Tag des Ordereingangs) + 2)
Wann Du dann Dein Geld bekommst hängt von der Valutaregelung ab, welcher der Fonds unterliegt. Es kann z.B. bei Fidelity sein, dass Du fünf Tage nach dem Schlusskurs (Valuta = T+5) Dein Geld bekommst. Eventuell braucht ebase dann noch einen Tag für die Überweisung.
Kann aber sein, dass Du trotzdem den schnellstmöglichen Kurstag bekommen hast.
FAZIT:
-
Fonds sind kein wirklich gutes Instrument, um aktives Market-Timimg zu betreiben. Liegt in der Natur des Produktes. Ist aus meiner Erfahrung sowieso oft nahe am zocken. Aber darüber will ich gar nicht diskutieren.
-
Für 36 Euro p.a. kannst Du von ebase keinen Riesenservice erwarten. Beim Aldi stehst Du halt auch mal länger an der Kasse. Für das Geld darfst Du dort einfach keine Arbeit verursachen. Davon kannst Du keine Personaleinheit (Mensch + Arbeitsplatz + Software usw.) für 15 Minuten bezahlen… .
Ich wünsche Dir auf jeden Fall eine erfolgreiche Anlagestrategie!
Gruß Schorsch