Hallo,
Ein Berater möchte mir unbedingt eine Riesterrente mit
Fondssparplan (DWS Riester Rente Premium) schmackhaft machen,
die absolut sicher sei,
mein
eingezahltes Geld sei außerdem ohnehin staatlich garantiert
und absolut sicher.
gesetzlich festgelegt ist bei Riesterverträgen generell (also nicht nur beim Riester-Fondssparen), daß die eingezahlten Beiträge am Ende der Ansparphase garantiert sind. Also besteht in dieser Hinsicht kein Risiko, daß man am Ende weniger hat, als man eingezahlt hat, selbst wenn man mit Aktienfonds spart.
weil hier in Krisenzeiten ohnehin
nicht (oder nur wenig) in Fonds investiert werde;
Bei der DWS-RiesterRente Premium wird ein bestimmtes finanzmathematisches Modell benutzt, das für jeden Anleger individuell den Anteil festlegt, der in Aktien investiert ist, und den Anteil, der in Anleihen investiert ist. Damit wird versucht, ein gewisse Rendite bei kalkuliertem Risiko zu erzielen. U.a. hängt der Anteil, der in Aktien investiert ist, von der Marktlage und der Zeit bis zum Ende der Ansparphase ab. Je näher das Ende der Ansparphase rückt, desto kleiner wird der Aktienanteil und desto größer wird der Anleiheanteil. Dadurch sinkt das Risiko, aber auch die Renditechancen.
Außerdem hat der Anleger ab dem 55. Lebensjahr die Möglichkeit einer Höchststandsgarantie: Wenn man das möchte, kann man ab diesem Zeitpunkt festlegen, daß der von dann an jeweils höchste Stand, den das angesparte Vermögen erreicht, garantiert ist.
Und warum muss das überhaupt sein
Es muß nicht diese Art des Riestervertrages sein. Welche Art Du wählst, kannst Du Dir aussuchen.
- es gibt doch auch
Riester-Modelle ohne diese Fonds, oder?
Ja.
Wäre das nicht (wie es
für mich als Laien logisch scheint) die wirklich sichere
Variante?
Inwiefern? Welche Art der Sicherheit stellst Du Dir vor?
Den „Gewinn“ an Rente, den ich bei dem Fondssparplan (nach den
optimistischen Schätzungen derjenigen, die ihn mir verlaufen
wollen) bekäme, kann mir doch in Wirklichkeit niemand
zusichern!
Das ist richtig. Garantiert wird das, was ich Dir oben schrieb.
In Aktienfonds jedweder Art habe ich nach den
Nachrichten der letzten Monate nun wirklich kein Vertrauen
mehr.
Das hat mit den Fonds erst einmal nichts zu tun, sondern mit dem Risiko des Aktienmarkts allgemein und der Finanzmarktkrise im speziellen. Das allgemeine Risiko bleibt bestehen, Krisen gehen meistens vorüber. Von dem, was im Moment am Aktienmarkt los ist, sollte man sich nicht zu sehr verunsichern lassen. Da ist auch viel Panikgeschrei dabei. Das war schon früher so, das wird auch immer so sein. Das ist Kapitalismus.
Ich bin alles andere als risikofreudig, und wer weiß
denn schon, was in 30 Jahren ist??
Unter der Annahme, daß die oben geschriebenen Garantieren gelten, kann man schlimmstenfalls nur soviel Geld herausbekommen, wie man eingezahlt hat. Allerdings zeigt die Vergangenheit, daß man mit Aktienfonds auf lange Sicht (30 Jahre z.B.) im Durchschnitt mehr Rendite macht als mit Anleihen, Festgeldern, Offenen Immobilienfonds usw. Das spricht für Aktienfonds. Garantiert ist das allerdings für die Zukunft nicht.
Wenn man noch keine Erfahrung mit Aktienfonds oder Fondssparen hat, sollte man sich für die Entscheidung Zeit nehmen und sich sehr gut und aus mehreren Quellen informieren.
Beste Grüße
PS: Wie immer ist das hier keine Anlageempfehlung und ich übernehme keinerlei Haftung für Folgen aus Anlageverhalten, das aus dem Geschriebenen resultiert oder resultieren könnte.