Hi,
wir lesen zur Zeit in Deutsch Fontanes „Irrungen, Wirrungen“. Ich frage mich, warum dieses Buch als Meisterwerk gilt. Es ist meiner Meinung nach langweilig, langatmig, im Prinzip ein überflüssiges Buch. Nur was macht so ein „Roman“ jetzt zur Weltliteratur? Habt ihr dieses Buch auch gelesen? Freiwillig oder unter "Zwang? Und habt ihr das Buch anders empfunden?
Markus
Die Rezensionen bei Amazon sagen sagen dasselbe
.
Hallo, Markus
Es ist oft schwierig, die literarischen Qualitäten eines älteren Werkes
zu erleben. Die Rezensionen bei Amazon verdeutlichen dies:
http://www.amazon.de/Irrungen-Wirrungen-Theodor-Font…
Lies doch ein anderes, die deutschsprachige Literatur ist ja so
vielfältig!
Freundlich grüsst
Rolf
Versuch’s doch mit einem andern Fontane!
Hallo, Markus
Versuch’s doch mit einem der folgenden Werke Fontanes:
"Theodor Fontane - ein Erzähler von Weltrang
Brandenburg ist schön, seine Landschaften sind unverwechselbar und
seine Schriftsteller weltberühmt. Der wohl bekannteste ist Theodor
Fontane (1819 -1898), in dessen Büchern sich Landschaft und
Mentalität der Mark Brandenburg widerspiegeln. Der große deutsche
Romancier des ausgehenden 19. Jahrhunderts war schon 60 Jahre alt,
als er seinen ersten Roman veröffentlichte, und 75 Jahre alt, als er
mit „Effi Briest“ seinen endgültigen Durchbruch erlebte. In jungen
Jahren arbeitete der aus Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) stammende
Fontane als Apotheker, wechselte dann zum Journalismus und lebte
lange Zeit als Korrespondent in London. Es folgten Jahre als
Kriegsberichterstatter und Reiseschriftsteller. Mit seinen Romanen
„Effi Briest“ und „Der Stechlin“, mit der Ballade „Herr von Ribbeck
auf Ribbeck im Havelland“ und natürlich mit den „Wanderungen durch
die Mark Brandenburg“ schrieb Fontane Weltliteratur. Er gilt als
einer der bedeutendsten Erzähler des literarischen Realismus."
http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/10283…?
print=J
Freundlich grüsst
Rolf
Würd ja gerne ein anderes lesen, nur leider ist das wie geschrieben in Deutsch gefordert^^
Hi Markus,
Würd ja gerne ein anderes lesen, nur leider ist das wie
geschrieben in Deutsch gefordert^^
ich vermute mal, daß Rolf meint, daß Du dazu oder nebenbei ein anderes Buch lesen sollst. Aber das scheint zu viel verlangt zu sein 
Gandalf
Warum sollte das zuviel verlangt sein? Ich lese nebenbei auch andere Bücher, habe auch mal beim Projekt Gutenberg in anderen Bücher Fontanes gelesen. Mir geht es hier aber weniger um den Stil, wie er schreibt (den ich nebenbei bemerkt abartig finde), sondern die Berechtigung, warum dieser Roman in der Schule gelesen wird. Unser Lehrer meinte zu unserer letzten Lektüre, „Emilia Galotti“, dass diese Lektüre allein aus dem Grund gelesen wird, weil das behandelte Problem auf heute übertragbar ist. Dem kann ich zustimmen, Korruption/Willkür ist auch heute noch weit verbreitet, gerade in der Politik. Jedoch erkenne ich in Fontanes Roman kein Problem, dass sich auf heute übertragen lässt. Es gibt keine Ständegesellschaft mehr, unsere Gesellschaft ist offen (solang es nicht gegen das Gesetz ist, Beziehung zwischen Geschwistern gilt ja immer noch als verboten). Ich stelle somit also nicht Fontane an sich und seine Methoden des Schreibens in Frage, ich suche mehr nach einem Grund, warum dieser Stoff in der Schule gelehrt wird. Es gibt bestimmt andere Schriftsteller die sich mit „aktuellen“, wobei eher zeitlos das richtige Wort wäre, Problemen beschäftigt haben.
MFG
Markus
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Hi,
unabhängig davon, wie viel anderes nebenher gelesen wird - lies es doch als ein Stück Zeitgeschichte. So war’s - und im Betrachten dessen, was sich dem gegenüber bis heute verändert hat, kannst Du auch Dein Vergnügen finden. Außerdem: Der Mensch an sich hat sich seit der Steinzeit nicxht wirklich verändert im Verhalten innerhalb seines sozialen Umfelds. Stände gibt’s auch heute noch - wenn auch viel verkappter (denk mal an Adelige, angeheiratete Adelige, Altreiche und Neureiche - theoretisch eine Kaste, aber ach wie verschieden - etc.). Nimm Fontane mit einer Prise Ironie, denn so will er gelesen sein. Ich habe mich einstmals mit Effie Briest gequält und „musste“ sie dann im Studium lesen. Mein Vater hatte Fontanes gesammelte Werke - die habe ich dann mal in einer Weihnachtswoche regelrecht vertilgt. Drauf einlassen ist alles …
Grüße,
Susanne
Hi
Hmmm, die beiden Bücher (Irrungen Wirrungen und Emilia Galotti) haben wir auch letztes Jahr behandelt - zufällig auf der gleichen Schule wie ich
?
Ich fand Irrungen Wirrungen eigentlich noch relativ angenehm zu lesen im Vergleich zu dem was wir sonst noch so hatten. Und als Berechtigung - willst du ehrlich nur Bücher wie Faust in der Schule lesen
Man braucht ja auch mal was leichteres. Und ich denke irgendwann im Deutschunterricht sollte man sich schon mit der Standesgesellschaft und den damit verbundenen Romanzen beschäftigen, genau so wie man eine Komödienepoche haben sollte. Und da muss man sich dann eben für ein Buch entscheiden. (Ich weiß gar nicht - ist das Buch Lehrplanvorschrift? Bei manchen Dingen haben die Lehrer ja auch noch Auswahlmöglichkeiten, da hat das ganze dann auch noch mit persönlicher Neigung zu tun.)
gruß derjesko
Hallo Markus!
Ich studiere seit 4 Jahren Literaturwissenschaft und kann dir zu Fontane die unbefriedigende Antwort geben, daß die meisten Studenten, die ich kenne, alle Werke von dem doof finden:smile:
Der Lehrplan sieht aber Literatur aus bestimmten Epochen vor-und Fontane ist eben einer der wichtigen Vetreter…
Was nun Weltliteratur ist, kann ja keiner definieren. Reich-Ranicki z.B. betrachtet die Erstellung eines Kanons als sein Lebenswerk - also was „hohe Literatur“ ist, bleibt immer eine Spur subjektiv. Im Diskurs streiten sich die Literaten und kritiker ja genau darüber.
Ich würde aber zustimmen, daß Fontane als Stück Zeitgeschichte gelesen werden kann.
Naja, und dann gibt der Lehrplan auch, soweit ich weiß, die Form vor: Z.B. es muß eine Novelle gelesen werden, es muß eine antike Tragödie gelesen werden etc.
Frag’ deine Lehrer doch mal genauer - viel angeblich „hohe Literatur“ ist aus purer Tradition im Kanon…
Quäl’ dich eben durch das Buch durch-wird nicht das letzte mal sein 
Liebe Grüße,
Nicole