Forecast im Bereich Controlling

Hallo,

wer kann mir bitte einige Informationen über das Thema „Forecast im Controlling“ geben? Oder hat vielleicht jemand gute Literaturtipps?

Besonders wichtig für mich zu wissen, wären die Chancen und Risiken, die ein Unternehmen durch den Einsatz des Forecast hat.

Vielen Dank im Voraus!

MfG

beefman

wer kann mir bitte einige Informationen über das Thema
„Forecast im Controlling“ geben?

Was konkret ist die Frage? Forecast ist - je nach Unternehmen - Sonderform der Planung, meist unterjährig und im Gegensatz zur Planung, die oft von oben nach unten läuft (top-down) basieren Forecasts oft auf den bisher erreichten Resultaten (bottom-up).

Was man damit erreicht ist ein rasches Erkennen eines „Gaps“ zwischen Planung und Forecast. Allerdings nur in all jenen - wenigen - Fällen, in denen keine Saisonalität vorliegt oder ein Saisonalitätsmodell in Planung und Forecast eingebaut ist.

Besonders wichtig für mich zu wissen, wären die Chancen und
Risiken, die ein Unternehmen durch den Einsatz des Forecast
hat.

Chancen siehe oben. Risken? Wer für Zahlen statt für Kunden wirtschaftet hat sowieso verloren und das für-Zahlen-arbeiten ist eine der Hauptkrankheiten großer Unternehmen.

Hallo, danke für die Antwort, aber um vielleicht etwas konkreter zu werden:

  1. Zu den Chancen:
    Wie kann sich ein Unternehmen durch den Einsatz des Forecasts Wettbewerbsvorteile verschaffen, sprich sich besser stellen als die Konkurrenz?
    Welche Maßnahmen des Forecasting für zu den gewünschten Vorteilen?
    Welche Gründe hat das Management, den Forecast im eigenen Unternehmen anzuwenden?

  2. Zu den Risiken:
    Wo lauern die Gefahren und was sind die Negativaspekte bei der Anwendung des Forecast im Unternehmen? Der Forecast ist doch ein vorwärts gerichtetes Steuerungsinstrument, welches eine Einschätzung der kritischen Unternehmenskennzahlen für einen festgelegten Zeitraum in die Zukunft liefert. Nun, wer versucht mit Hilfe von Steuerungssystemen die Zukunft abzubilden, läuft doch immer Gefahr, Fehlentscheidungen zu treffen und hat somit ein großes Risiko.
    Welche Fehlentscheidungen könnte das Management auf Grund der gewonnenen Information im Forecast treffen?

Sag sind das Prüfungsfragen oder Fragen zu einer Seminararbeit? Versteh mich nicht falsch, aber da sind einige dabei bei denen der reine Hausverstand reicht. Ich schreib 'mal ein paar Stichworte:

  1. Zu den Chancen:
    Wie kann sich ein Unternehmen durch den Einsatz des Forecasts
    Wettbewerbsvorteile verschaffen, sprich sich besser stellen
    als die Konkurrenz?

naja, genauere Planung. Effizienterer Einkauf. Besserer Ressourceneinsatz.

Welche Maßnahmen des Forecasting für zu den gewünschten
Vorteilen?

Des Forecastings: keine. Daraus abgeleitet von Beschaffung bis Treasury auf der völlig trivialen Seite: Urlaubsplanungen und so weiter.

Welche Gründe hat das Management, den Forecast im eigenen
Unternehmen anzuwenden?

Die Gleichen wie Planung anzuwenden.

  1. Zu den Risiken:
    Wo lauern die Gefahren und was sind die Negativaspekte bei der
    Anwendung des Forecast im Unternehmen? Der Forecast ist doch
    ein vorwärts gerichtetes Steuerungsinstrument, welches eine
    Einschätzung der kritischen Unternehmenskennzahlen für einen
    festgelegten Zeitraum in die Zukunft liefert. Nun, wer
    versucht mit Hilfe von Steuerungssystemen die Zukunft
    abzubilden, läuft doch immer Gefahr, Fehlentscheidungen zu
    treffen und hat somit ein großes Risiko.

Da kommen wir aber sofort in die Management-Philosophie. Entscheidungen zu treffen heisst immer gewisse Handlungen aufgrund bestimmter Erwartungen über zukünftige Entwicklungen festzulegen. Je konkreter diese Erwartungen aussehen - z.B. durch Szenariotechnik, Planung, Budgetierung und Forecasting - desto genauer kann das Ergebnis ausfallen. Ich schreibe „kann… ausfallen“ denn heute gibt es eine mittlerweile große Bewegung weg von der rational-kognitiven Entscheidungstheorie hin zu einer emotional-intuitiven. Entscheidungen aus dem Bauch heraus, heisst es, seien oft wesentlich nachhaltiger als Entscheidungen der Ratio. Das hängt damit zusammen, daß das bewusste Hirn weniger Komplexität verarbeiten kann als der unbewusste Teil.

Zurück zum Thema: Forecasts sind EINE Informationsgrundlage für Entscheidungen. Sie greifen in der Praxis oft zu kurz, zum Beispiel weil die Forecast-Entwicklung aperiodische Kleinstanschaffungen nicht berücksichtigt. Kauft man also Heizmaterial für’s Jahr im Februar zu günstigeren Preisen statt wie im Vorjahr monatlich so schreit ein lineares, automatisches Forecastmodell automatisch laut auf. Dann brauchts wieder einen Controller, der das Modell korrigiert. Irgendwann ist das Modell undurchschaubar, weil so komplex. Damit wird’s dann sinnlos.
Deswegen sind Forecasts auch nur EINE Informationsgrundlage. Alle Stärken und Schwächen sind gleich für jegliches andere Planungssystem. Von Genauigkeit versus Planungsaufwand, von Motivation versus „Arbeiten um die Zahlen zu erreichen“.

Welche Fehlentscheidungen könnte das Management auf Grund der
gewonnenen Information im Forecast treffen?

Eben genau die gleichen Fehlentscheidungen die sie immer treffen können. Ist der Forecast ungenau und zugleich die einzige Informationsgrundlage gehts abwärts.

stef
http://strategylife.blogspot.com