Sag sind das Prüfungsfragen oder Fragen zu einer Seminararbeit? Versteh mich nicht falsch, aber da sind einige dabei bei denen der reine Hausverstand reicht. Ich schreib 'mal ein paar Stichworte:
- Zu den Chancen:
Wie kann sich ein Unternehmen durch den Einsatz des Forecasts
Wettbewerbsvorteile verschaffen, sprich sich besser stellen
als die Konkurrenz?
naja, genauere Planung. Effizienterer Einkauf. Besserer Ressourceneinsatz.
Welche Maßnahmen des Forecasting für zu den gewünschten
Vorteilen?
Des Forecastings: keine. Daraus abgeleitet von Beschaffung bis Treasury auf der völlig trivialen Seite: Urlaubsplanungen und so weiter.
Welche Gründe hat das Management, den Forecast im eigenen
Unternehmen anzuwenden?
Die Gleichen wie Planung anzuwenden.
- Zu den Risiken:
Wo lauern die Gefahren und was sind die Negativaspekte bei der
Anwendung des Forecast im Unternehmen? Der Forecast ist doch
ein vorwärts gerichtetes Steuerungsinstrument, welches eine
Einschätzung der kritischen Unternehmenskennzahlen für einen
festgelegten Zeitraum in die Zukunft liefert. Nun, wer
versucht mit Hilfe von Steuerungssystemen die Zukunft
abzubilden, läuft doch immer Gefahr, Fehlentscheidungen zu
treffen und hat somit ein großes Risiko.
Da kommen wir aber sofort in die Management-Philosophie. Entscheidungen zu treffen heisst immer gewisse Handlungen aufgrund bestimmter Erwartungen über zukünftige Entwicklungen festzulegen. Je konkreter diese Erwartungen aussehen - z.B. durch Szenariotechnik, Planung, Budgetierung und Forecasting - desto genauer kann das Ergebnis ausfallen. Ich schreibe „kann… ausfallen“ denn heute gibt es eine mittlerweile große Bewegung weg von der rational-kognitiven Entscheidungstheorie hin zu einer emotional-intuitiven. Entscheidungen aus dem Bauch heraus, heisst es, seien oft wesentlich nachhaltiger als Entscheidungen der Ratio. Das hängt damit zusammen, daß das bewusste Hirn weniger Komplexität verarbeiten kann als der unbewusste Teil.
Zurück zum Thema: Forecasts sind EINE Informationsgrundlage für Entscheidungen. Sie greifen in der Praxis oft zu kurz, zum Beispiel weil die Forecast-Entwicklung aperiodische Kleinstanschaffungen nicht berücksichtigt. Kauft man also Heizmaterial für’s Jahr im Februar zu günstigeren Preisen statt wie im Vorjahr monatlich so schreit ein lineares, automatisches Forecastmodell automatisch laut auf. Dann brauchts wieder einen Controller, der das Modell korrigiert. Irgendwann ist das Modell undurchschaubar, weil so komplex. Damit wird’s dann sinnlos.
Deswegen sind Forecasts auch nur EINE Informationsgrundlage. Alle Stärken und Schwächen sind gleich für jegliches andere Planungssystem. Von Genauigkeit versus Planungsaufwand, von Motivation versus „Arbeiten um die Zahlen zu erreichen“.
Welche Fehlentscheidungen könnte das Management auf Grund der
gewonnenen Information im Forecast treffen?
Eben genau die gleichen Fehlentscheidungen die sie immer treffen können. Ist der Forecast ungenau und zugleich die einzige Informationsgrundlage gehts abwärts.
stef
http://strategylife.blogspot.com