Formanten bei Männern und Frauen, wo ist der Unter

Hallo,

das Problem der Formanten beim Pitch-Shifting ist mir bekannt.
Wenn also ein „a“ immer nur mit einem bestimmten Frequenzbereich verbunden werden kann, wie kann dann eine Frauenstimme höher als eine Männerstimme klingen?

Danke für alle Antworten,

Moritz

Wenn also ein „a“ immer nur mit einem bestimmten
Frequenzbereich verbunden werden kann, wie kann dann eine
Frauenstimme höher als eine Männerstimme klingen?

Der Ton a ist ja nicht nur mir einem bestimmten Frequenzbereichverbunden. Ein a folgt immerwieder, sobald das 12. Wurzel x-fache des Tones c wieder erreicht ist (wie das x bei a zu wählen ist weiss ich nicht auswendig). Ich denke nicht, dass ich dir heflen konnte, oder? ^^

Gruss

Wenn also ein „a“ immer nur mit einem bestimmten
Frequenzbereich verbunden werden kann, wie kann dann eine
Frauenstimme höher als eine Männerstimme klingen?

Der Ton a ist ja nicht nur mir einem bestimmten
Frequenzbereichverbunden. Ein a folgt immerwieder, sobald das
12. Wurzel x-fache des Tones c wieder erreicht ist (wie das x
bei a zu wählen ist weiss ich nicht auswendig). Ich denke
nicht, dass ich dir heflen konnte, oder? ^^


Hallo David und Moritz,
ich kann mir vorstellen, Moritz meint nicht die Oktaven.
Es ist ja so, dass eine weibliche Stimme grundsätzlich heller klingt, als die männliche, obwohl die gleiche Tonfrequenz erzeugt wird.
Der von einem Menschen erzeugte Ton ist keine einzelne Sinusschwinkung, wie z.B. von einem elektronischen Tongeber, sondern sie besteht aus vielen Unter- und Obertönen. Bei Frauen ist die Grundschwingung höher als bei Männern. Ich habe die Frequenzen nicht im Kopf, aber sie dürften sich im 100-Hz-Bereich befinden.
Aber auch der Resonanzraum im Rachen ist unterschiedlich. Das ist anatomisch bedingt und dadurch hört sich der eigentlich gleiche Ton bei Frauen heller an.
Die Abweichung entsteht übrigens während der Pupertät. Der Stimmapparat beim Jungen verändert sich durch die Hormonumstellung und ab da hört sich der Mann dunkler an. Stichwörter: Stimmbruch, Eunuchen.

Wieder mal eine Menge geschrieben :smile: Hoffentlich wolltest Du dies auch wissen.
Gruß, Edi

Hallo,

vergiss was meine Vorposter geschrieben haben.

Männerstimmen haben -von wenigen Ausnahmen abgesehen- grundsätzlich mehr Höhen als Frauenstimmen.
Physikalisch ausgedrückt haben Männer ein reichhaltigeres Obertonspektrum, die Formanten sind komplexer und umfangreicher aufgebaut. Das gilt sogar (und gerade) für Bassstimmen.
Man merkt das besonders eindrucksvoll, wenn man Mann und Frau tiefe (aber gleichhohe) Töne singen lässt: Unerfahrene Hörer würden die Frauenstimme fast immer eine Oktave tiefer einschätzen als die Männerstimme. Andersherum singt die Frau meistens eine Oktave höher, wenn sie gleichhoch wie mann wahrgenommen wird.
Das bedeutet dass gleichhohe Töne von Männern gesungen fast immer als höher empfunden werden.

Ein sehr gutes Beispiel ist dieses eine bekannte Lied von Frank und Nancy Sinatra (Titel fällt mir nicht ein).
Nancy singt fast immer höher.

Weiteres Indiz für alles bisher Gesagte ist, dass Männer zum Steigern nicht notwendigerweise höher singen müssen, sondern sogar tiefer gehen können. Frauen können das so gut wie nie, Steigerung bedeutet immer höher gehen.

Unter Tonhöhe versteht man immer den Grundton eines Tones (der immer ein Gemisch des Grundtones und etlichen ganzzahligen Frequenzvielfachen (=Obertönen) besteht)

Formanten sind „Gruppen“ von Obertönen, die einen Ton „Charakteristisch“ machen, und die -das ist ganz wichtig- sich nicht einfach mit der Tonhöhe mitverschieben, sondern frequenztechnisch betrachtet „ortsfest“ sind.

Gruss,
TR

Danke für die Antworten!

Formanten sind „Gruppen“ von Obertönen, die einen Ton
„Charakteristisch“ machen, und die -das ist ganz wichtig- sich
nicht einfach mit der Tonhöhe mitverschieben, sondern
frequenztechnisch betrachtet „ortsfest“ sind.

Genau darum geht es mir. Was passiert mit den Formanten, wenn ein Mann z.B. eine Oktave höher singen soll. Da die Formanten ja ortsfest sind, dürfen sich diese ja nicht verschieben. Werden dann nur die Obertöne höher gesungen? Oder oder die Grundfrequenz?

Die Charakteristik z.B. des A-Formanten muss ja erhalten bleiben.

Danke für alle Antworten,

Moritz

Hallo,

Genau darum geht es mir. Was passiert mit den Formanten, wenn
ein Mann z.B. eine Oktave höher singen soll. Da die Formanten
ja ortsfest sind, dürfen sich diese ja nicht verschieben.
Werden dann nur die Obertöne höher gesungen? Oder oder die
Grundfrequenz?

Die Charakteristik z.B. des A-Formanten muss ja erhalten
bleiben.

Weniger des A-Tones, sondern dessen, der ihn singt.

Beispiel:
Jemand singt 110 Hz A. Grundfrequenz ist 110 Hz. 1. Oberfrequenz 220, 2. 330,…, 440, 550, … das geht u.U. bis über 10.000 Hz.

Jetzt singt er eine Oktave höher:
Grundton 220 Hz, 1. Oberton 440 Hz, 660, 880, 1100,…
Es werden also ALLE enthaltenen Frequenzen mit 2 multipliziert.

Hat jemand eine ausgeprägte Formante zwischen z.B. 800 und 1500 Hz (wenn dieser Jemand singt, dann klingt es geschrien), dann bleibt die bei allen Tönen erhalten.

Gruss,
TR

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Dann habe ich es noch nicht verstanden.

Wenn jemand eine Oktave höher singt, dann muss doch ein A immer noch ein A bleiben.
Das heißt, dass nach den Formanten immer noch eine Starke Ausprägung im Bereich zwischen 800 und 1250 Hz sein muss.

Würde ich das Sprachsignal einfach mit doppelter Frequenz hören, würde ich statt dem A doch eher ein E hören, oder? Das ist das Problem des Pitch-Shifting, oder?

Irgendwie ist mir das nicht klar, auf der einen Seite stehen die Fromanten, die in ihrer Form und Frequenzbereich erhalten blieben müssen, auf der anderen Seite die Verdoppelung der Frequenz.
Das widerspricht sich doch, oder sehe ich den Wald vor lauter Bäumen nicht?

Danke für alle Antworten,

Moritz

Wenn jemand eine Oktave höher singt, dann muss doch ein A
immer noch ein A bleiben.

Ja.

Das heißt, dass nach den Formanten immer noch eine Starke
Ausprägung im Bereich zwischen 800 und 1250 Hz sein muss.

Ja.

Würde ich das Sprachsignal einfach mit doppelter Frequenz
hören, würde ich statt dem A doch eher ein E hören, oder? Das
ist das Problem des Pitch-Shifting, oder?

Richtig, denn da wandern die Formanten auf der Frequenzskala ja mit!

Irgendwie ist mir das nicht klar, auf der einen Seite stehen
die Fromanten, die in ihrer Form und Frequenzbereich erhalten
blieben müssen, auf der anderen Seite die Verdoppelung der
Frequenz.

Die Verdoppelung der Frequenzen des Grundtones und aller Obertöne, also z.B. 110, 220, 330, 440,… --> 220, 440, 660, 880,…

Bis jetzt wurden nur alle Frequenzen verdoppelt, es wurde noch keine Aussage gemacht, was mit den Lautstärken der einzelnen Frequenzen passiert. Würde man mit einem einfachen Pitch Shifter oktavieren, dann bekäme die 220Hz Frequenz des oktavierten Tomes die Lautstärke der 110Hz Frequenz des nichtoktavierten Tones.
Die 440 wären so laut wie die 220, die 660 wie die 330, usw.

bei Formantenerhalt werden die Lautstärken aber nicht mitgeshiftet, sondern unterliegen der Einhüllenden, die die Formante vorgibt.

Gruss,
TR

Formanten sind Einhüllende auf der Frequenzskala.
Obiges Beispiel mit den800-1250 Hz beschreibt nur eine Formante.
(Stimmen haben fast immer mehrere Formanten).

Das widerspricht sich doch, oder sehe ich den Wald vor lauter
Bäumen nicht?

Danke für alle Antworten,

Moritz

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Vielen Dank für die Antwort,

dann ist es mit jetzt klar.
Mir war nicht klar, dass es dann um den Erhalt der Einhüllenden in dem entsprechenden Frequenzbereich geht.

Moritz