Formulierung für Bewerbung gesucht

Hallo,

ich stehe momentan ziemlich aufm Schlauch und bitte um Hilfe für einen Einleitungssatz einer Bewerbung, die sich NICHT auf Stellenanzeigen o.ä. bezieht:

  1. sucht die Person eine Anstellung im Büro als „Allrounder“ und „klappert“ so ziemlich alle für ihn interessanten Firmen ab, die im örtlichen Tel.Buch verzeichnet sind…

  2. Bewerbung auf einen Tipp eines Bekannten, der Kunde bei einer dieser Firmen ist („auf Anraten von…“ klingt doch doof!)

Was haltet ihr allgemein für geschickter: Kurzbewerbung auf einer 2-fach bedruckten DINA-4 Seite (Flyer) oder gleich „volles Programm“?

Für Hilfe dankbar
Anke

Hallo,

Was haltet ihr allgemein für geschickter: Kurzbewerbung auf
einer 2-fach bedruckten DINA-4 Seite (Flyer) oder gleich
„volles Programm“?

DEFINITIV sollte nur eine vollständige Bewerbung, die sich nach den gängigen Standards richtet, versendet werden. Ein Faltblättchen wandert zum einen wie jeder Werbeflyer bei Vielen ungelesen in den Rundordner (Papierkorb), und selbst da, wo man den Text kurz liest, wird der Eindruck bleiben dass hier jemand mit geringstmöglichem Engagement wie mit der Gießkanne einen schnell hingerotzten und 100x kopierten Flyer ausschüttet.

Jedem normal denkenden Menschen ist klar dass sich Bewerber immer bei diversen in Frage kommenden Unternehmen bewerben und allzu heuchlerische Gründe, warum man sich nun ausgerechnet in dieser Firma bewirbt, unglaubwürdig sind. Man muß also nicht so tun als würde man seit 20 Jahren davon träumen nur in dieser einen Firma anfangen zu können.
Man sollte im Gegenzug aber auch nicht deutlich rüberbringen dass man das Unternehmen überhaupt nicht gezielt ausgesucht hat.

Insofern gehört es sich das umworbene Unternehmen und dort auch den konkreten Ansprechpartner explizit anzuschreiben.

Bewerbungsmappen zu einem Preis von 10 EUR/Stk. müssen nicht sein, es reichen auch stinknormale Klemmordner aus dem Aktionsangebot vom Aldi, 5 Stück für 99 Cent. Darin ein ordentliches Deckblatt, ein Anschreiben, Zeugniskopien, alles auf normalem Kopierpapier, Unkosten pro Blatt je nach Drucker unter 10 Cent.
Das teuerste ist dann noch das Bewerbungsfoto, aber unter dem Strich muß eine Bewerbung nicht mehr als 5 EUR kosten, und da sind Porto und Briefumschlag auch schon mit drin.

Soviel Mühe sollte man sich aber machen, es signalisiert das notwendige Interesse an gezielt angeschriebenen Unternehmen.

Zu der Formulierungsfrage: http://www.jova-nova.com/auswahl/inhalt.htm

Ich würde nicht erst einen Absatz herumlabern („Hiermit bewerbe ich mich [Ach - man hätte es nicht gemerkt wenn es nicht da stehen würde] um eine Stelle als … [komisch dass sich ein Bürokaufmann nicht als Bauarbeiter bewirbt - aber gut dass es nochmal dasteht!] weil ich einen Tipp vom Herrn X bekommen habe [sehr wichtig, weil wenn der Tipp von Herrn Y gekommen wäre wird die Bewerbung automatisch assimiliert].“)

Besser ist wenn man ohne langes Herumgequatsche auf den Punkt kommt: Was haste anzubieten und was willste? Das interessiert mich wenn ich die Bewerbung auf den Tisch bekomme!

Ich kann nicht für den Rest der Welt sprechen und es mag sein dass da auch in Personalabteilungen viele Idioten unterwegs sind. Für meinen Teil gilt aber dass ich ein ganz normaler Mensch bin und einen Bewerber ebenso sehe. Der hat wie ich gute und schlechte Seiten und geht genauso wie ich zum kacken auf den Klo.
Ich erwarte nichts Übermenschliches und akzeptiere kleine Schwächen (sofern kein Hindernis für den angestrebten Job), weil ich die - wie jeder! - selber auch habe. Was ich aber schon sehen möchte ist, dass jemand, der sich um nicht weniger als eine Stelle bewirbt, im Gegenzug zumindest soviel Engagement hat dass eine ordentliche Bewerbung vor mir liegt.

Es ist heute wirklich nicht schwer mit einem PC und der Rechtschreibprüfung einen ordentlichen Text hinzukriegen, und es kann nicht zuviel verlangt sein ein paar Blätter sauber zu kopieren und in eine Hülle zu heften. Wer das nicht hinkriegt hat entweder absolut gar keinen Respekt, oder null Motivation, oder gehört in eine Behindertenwerkstatt.

Gruß,

MecFleih

Hallöchen,

danke erstmal für deine Antwort.

Die Sache mit dem Flyer:
Meine Schwägerin z.B. MUSS vom lt. Arbeitsamt ihre Bewerbungen in Flyer-Form verschicken (hat dafür auch Vorlagen bekommen). Keine Ahnung warum sie das MUSS, denn ich sah das in meiner Ex-Firma ähnlich wie du:
Flyer = Werbung (weil leicht verwechselt) = Ablage „P“(Papierkorb) :wink:
(Nunja, ich nehm mal an, dass sie letzendlich selbst entscheiden „darf“ wo sie sich wie bewirbt)

Ich hab mir die verlinkte Seite vorher angeschaut… irgendwie kann ich mich mit dem Gedanken „gleich loslegen“ nicht anfreunden, weil ich es so nicht KENNE und auch noch nicht selbst lesen durfte. Ist wohl Umdenken erforderlich?!

Ansonsten glaub ich schon, dass ich ein vernünftiges Schreiben zu Stande bringe. Steh eben nur aufm Schlauch was diesen EINEN Satz mit dem Tipp betrifft, weil ich evtl. auf Vorteile dadurch hoffe…?!

Danke nochmal
Anke

Hallo Anke,

ich stehe momentan ziemlich aufm Schlauch und bitte um Hilfe
für einen Einleitungssatz einer Bewerbung, die sich NICHT auf
Stellenanzeigen o.ä. bezieht:

vielleicht helfen dir folgende Einleitungssätze etwas auf die Sprünge:

  • …Sie suchen einen kompetenten (Beruf), der das Berufsbild „(Berufsbild)“ nicht nur als „Traumjob“ sieht, sondern sich bewusst ist, dass außer dem Willen zur Leistung auch Teamgeist und Belastbarkeit gefordert sind?
    -…Sie suchen einen entscheidungsfreudigen und hochmotivierten (Beruf), für den Organisa-tionstalent, Kooperationsfähigkeit und Durchsetzungsvermögen nicht nur Schlagworte, sondern tagtäglich praktizierte Begriffe sind?
    -…Sie suchen einen dynamischen und engagierten (Beruf), der nicht nur unternehmerisches Denken und Handeln und einen guten Schuss Kreativität, sondern auch brancheninterne Kenntnisse in die offerierte Position einbringt?
    -…durch Ihren großen Kundenstamm und meine Fähigkeit Kunden zu beraten, sind wir ein geeignetes Team, das sich gut ergänzt.
    -…der ansprechende Internetauftritt Ihrer Firma hat mir eine lebendige Vorstellung von (Arbeit, Produkten, Firmenimage, usw.) verschafft. Es reizt mich sehr, als (Beruf) bei Ihnen tätig zu werden.

Bitte beachte, dass egal welcher Satz, natürlich auf die jeweilige Stelle und Firma zugestuzt werden muss! Und diese anfänglichen „Behauptungen“ sollten dann natürlich in den Nachfolgesätzen mit „Fleisch“ gefüllt werden…

Viel Erfolg! Karin

Hallo Anke,

ich kann dir nur berichten, was ich vor ein paar Jahren getan habe. Ich war unterbeschäftigt, wenn auch gut bezahlt als Assistentin des VErwaltungsdirektors, habe mich aber maßlos gelangweilt.

Eines Tages hab ich dann an DIE Unternehmen, die mich inhaltlich interessierten einen „rotzfrechen“ Brief auf knallgelbem Briefpapier geschrieben. Mit „rotzfrech“ meine ich, dass ich nicht lang über Formulierungen nachgedacht habe, sondern eher frei von der Leber weg geschrieben haben ‚suche eine Herausforderung, habe Kapazitäten, die nicht genutzt werden, kann was und biete dies und das… etc. blabla‘.

Ich hatte nix zu verlieren… Eine Woche nach Absendung erhielt ich einen Anruf vom damals größten deutschen Konzertveranstalter. Zwei Tage später war ich dort, 2,5 Tage später hatte ich eine Anstellungszusage auf dem Fax.

Was ich damit sagen will, zermarter dir nicht so das Hirn. Schreib, was Du möchtest, was Du zu bieten hast und was Du suchst.

Als Flyer würde ich es vielleicht nicht gerade kreieren, denn „Werbung“ bekommen die Firmen genug in den Briefkasten, u.U. realisieren sie gar nicht, dass es eine BEwerbung ist.

  1. Bewerbung auf einen Tipp eines Bekannten, der Kunde bei
    einer dieser Firmen ist („auf Anraten von…“ klingt doch
    doof!)

Hier käme es schon ein wenig darauf an, WAS für eine Kunde das ist. Ist das DER Kunde, der der kleinen Catering-Agentur 90% ihres Umsatzes einbringt? Wenn es einer der Millionen Vodafone-Kunden ist und man bewirbt sich bei Vodafone, dann ist das ziemlich albern, sich darauf zu beziehen… dann doch lieber gleich initiativ!

Wenn Du Dich auf jemanden beziehst, solltest Du auch sicher sein, dass das bei dem Unternehmen ein positiver Faktor sein wird.

Viel Erfolg weiterhin!

Grüße
Demenzia