Hallo Eckard,
Beten (in dem in diesen albernen Tests zum Ausdruck kommenden
Sinn) ist ja ein Ausdruck dafür, dass der Mensch sich nicht in
der Lage sieht, mit der Situation aus eigener Kraft fertig zu
werden.
also in obiger Studie ging es ja darum, für andere zu beten. Da kann ich naturgemäß mit meiner Kraft nichts ausrichten.
In anderen Fällen (z.B. Schönwetter für einen Ausflug) habe ich auch keine Verfügungsgewalt. Oder kannst Du mir verraten, wie man die Sonne scheinen läßt?
Der Wunsch, dass einem eine höhere Instanz
weiterhilft, kann dazu führen, dass man sich auf eben diese
eigene Kraft von vornherein gar nicht mehr besinnt, sie gar
nicht mehr einsetzt, weil es ja einfacher ist, darauf zu
hoffen, dass „von irgendwo ein Lichtlein her“ kommt. Das führt
allerdings dann zu einer Form der Unmündigkeit.
Diese Art von „Wunderglauben“ war aber in der Studie gar nicht angesprochen. Die betroffenen Frauen haben ja etwas getan. Gebetet wurde ja für das Gelingen eines Unternehmens, dessen Erfolgschance 1:x ist.
Ganz abgesehen davon kann ich mir nicht vorstellen, dass diese
Art von „Tests“ mit Glauben viel zu tun hat. Die Fragestellung
„Jetzt wollen wir einmal sehen, ob der Liebe Gott wirklich
funktioniert“ die dahintersteht hat wohl mit Glauben im
eigentlichen Sinn nichts zu tun.
Da gebe ich Dir wieder Recht.
Was den Wert dieser Studie angeht, muss ich Thomas zustimmen.
Entweder glaube ich etwas,
oder ich hinterfrage es.
Was ja kein Widerspruch ist.
Das Wort „Glauben“ im religiösen Sinn sollte eigentlich mit „Vertrauen“ übersetzt werden. Also ich hinterfrage eine These - und nachdem sie sich bestätigt hat, vertraue ich auf ihre Richtigkeit.
Gruss Harald
*der auch seinen Glauben hinterfragt hat*