Hallo Anwärter,
die genauen Voraussetzungen für die Förderung von Fort- und Weiterbildungen kenne ich leider auch nicht, aber wenn ich jetzt so nen Antrag auszufüllen hätte, würde ich mich einfach mal in mein Arbeitsamt reinversetzen. Was wollen die? Na, mich loswerden, sprich vermitteln. Und das ganze noch so schnell wie möglich. Was wollen die noch? Keine Kohle in mich investieren (und nein, das ist ja nicht bös gemeint - die Kohle ist einfach nicht da).
Und Fortbildung kostet die erstmal Kohle - viel Kohle. Denn zum einen kriegt man ja weiterhin Arbeitslosengeld (das in dieser Zeit eventuell anders heisst), der Kurs selber kostet Geld und während der Laufzeit vom Kurs wird der/die/das Arbeitslose sicher nicht vermittelt. Ist also genau das, was die _nicht_ wollen.
Ausser - ja ausser Du kannst glaubhaft vermitteln, dass das für sie die günstigere Lösung ist. Das altbekannte Beispiel: da ist jemand Bäcker, entwickelt aber ne ganz schlimme Mehlallergie. Der wird nie mehr in seinem Beruf arbeiten können, da ist ne Umschulung in nen anderen Job sicher die günstigere Lösung. Ähnliches mag für den letzten Faustkeilhersteller gelten, der in seinem Beruf vielleicht auch keine Chancen mehr hat.
In beiden Fällen würde das Amt nachrechnen und sagen, „klar, die Fortbildung kostet uns jetzt x Euro, aber wenn der bis an sein Lebensende / Rentenbeginn / sonstwas arbeitslos ist, kostet uns das x+y Euro. Also ist die Umschulung billiger“
Und dazu muss Person x die Leute in ihrem Antrag führen. Ich würde nachweisen, dass es in meinem erlernten Job auf lange Sicht keine Chance auf Anstellung gibt.
Bei medizinischen Gründen (der klassische Bäcker mit Mehlallergie) ist das recht einfach (Attest) bei anderen Gründen mag das schwieriger sein. Aber das müsste sich die Person x halt für ihren Einzelfall überlegen, wie man das nachweisen kann. Sicherlich sind lange und intensive Bewerbungsbemühungen hilfreich, wenn man nachweisen kann. Aber vielleicht helfen Artikel aus Fachmagazinen, Ausschnitte aus Stellenbörsen, Aussagen von Personalern, dass man auf eine Stelle hunderttausend Bewerbungen bekommen hätte etc.
Achja, und das ganze würde ich am besten zumindest europaweit argumentieren („nichtmal die Schweiz braucht noch Faustkeilklopfer *heul*“)
Als nächstes sollte Person x argumentieren, warum im „neuen“ Job die Aussichten so viel besser aussehen. Da helfen natürlich die gleichen Medien wie im Absatz drüber erwähnt - natürlich noch einfacher, denn zu zeigen, dass es „was“ gibt, ist einfacher als zu demonstrieren, dass es „nix“ gibt. Stellenbörsen, Screenshots, Zeitungsausschnitte etc.
Achja - und ganzganz wichtig ist, dass die Person x ihre persönlichen Bemühungen zeigt. Also angenommen wir würden um eine buchhalterische Umschulung reden, dann wäre es cool zu erwähnen, dass man ja schon seit 3 Semestern den Kurs „Buchhaltung für Dummies“ belegt und inzwischen auch schon die Prüfung „der kleine Buchhalter“ mit Auszeichnung bestanden hat. Oder dass man schonmal zu Übungszwecken die Jahresbilanz vom Vorleseclub gefälscht, pardon gemacht habe.
Und gerade wenn man schon die eine oder andere Ausbildung gemacht hat, muss man natürlich rausstellen, wieso man sich sicher ist, dass es diesmal a) das richtige für einen selber und vor allem b) so sicher ist, dass man dem armen Arbeitsamt nie wieder zur Last fallen wird.
*win*
Petzi