Hallo, das ist ein Verwandschaftsverhältnis, das in vielen Adelskreisen lange Jahre Tradition hatte, dass man sich dann heiratete. Da es mehrfach vorkam und auch mal kreuz und dann wieder quer passierte, kam es oft zu genetischen Störungen, die dann fein unter den Tisch gekehrt wurden. Bekannt ist zB. die Bluterkrankheit von Königin Victoria (eine der wenigen Frauen, die davon befallen war).
Wenn also in der Verwandtschaft (dabei sollte man so etwa bis 1600 zurückrechnen) solche Verbindungen bisher nicht allzuhäufig vorkamen, und in der zeitlich näheren Verwandtschaft keine gravierenden Erbkrankheiten bekannt sind (irgendwelche Verwandte, die in der Nazizeit wegen Krankheiten oder Taubheit oder Schwachsinn oä. Probleme hatten? Irgendwelche Totgeburten oder als Kleinstkinder verstorbene Verwandte, die nicht durch TBC oder Diphterie oder ähnliche Infektionen dahingerafft wurden, sondern einfach so starben?)
Wenn sich also die derzeit lebende Verwandtschaft aufregt, dann sollen sie bitte auspacken, welche Erbkrankheiten sind denn in der Familie, vor denen man Angst haben soll?
Das können sie alles zusammentragen und auch einen ausreichend nach hinten verlängerten Stammbaum erforschen (lassen?, es gibt da auch Dienstleister für oder hier das Ahnenforschungsbrett).
Das können sie alles tun um zu warnen, wenn sie etwas gravierendes finden.
Bis dahin kann man sie daran erinnern, dass es so Dinge wie die Pille und Spiralen und Kondome gibt und man heute ein Kind durchaus planen kann und es notfalls auch mithilfe eines Arztes und Genetikers geht, wenn denn berechtigte Zweifel bestehen.
Aber rein theoretisch ist der Verwandtheitsgrad weit genug auseinander, weshalb auch vor dem Standesamt keine Ehehindernisse gesehen werden (und die ist bekanntlich dazu da um eine Familie zu begründen, die durch Kinder erst so richtig komplett wird, zumindest rein theoretisch - egal welche Reihenfolge man nun einhält-)
Das in der Konstellation geheiratet werden darf heißt, dass man dann auch Kinder bekommen darf. und man hat heute durchaus auch ein Recht, sich trotz vorherzusehender Risiken (sofern eine genetische Untersuchung oder bekannte Krankheiten dieses erhöhen) für ein höchstwahrscheinlich (wiegesagt, nicht auf diesen Fall bezogen, sondern so allgemein, wenn sich denn etwas herausstellt) behindertes Kind zu entscheiden.
Manch eine Behinderung birgt durchaus ungeahnte Talente (Downsyndrom-positives Sozialverhalten, Autismus -TeilGenialität, etc.)
Lasst euch also nicht verrückt machen. Bis da Kinder kommen und ob überhaupt (viele Paare bekommen heutzutage gar keine Kinder mehr) ist doch noch gar nicht gesagt.
Gruß burli