Liebe Grüße an alle!
Vor einiger Zeit hatte ich hier mit dem Betreff „Rat- und mutlos“ gepostet (jetzt archiviert), und ich wollte einfach nur hier erzählen, was in der Zwischenzeit passiert ist.
Ich habe mich nach dem Posting noch ein Weilchen dem Trott und Druck ergeben, aber diese Woche Montag ging es einfach nicht mehr. Ich habe morgens nach dem Aufstehen angefangen zu heulen, wollte nicht mehr auf die Arbeit und habe meinen Freund nur gebeten „Bitte hilf’ mir, bitte mach’ was, aber laß’ mich da nicht hin.“ Ich hatte totale Angst, weil ich wußte was jetzt passiert, doch die Angst, in diesem Trott weiterzumachen, war größer.
Mein Freund hat mich geschnappt und ist mir zu einem Allgemeinarzt gefahren, den er sehr gut kennt. Nach einem langen Gespräch war das Resultat: erstmal 2 Wochen krank geschrieben, an dem Tag noch einen Termin beim Radiologen zum Röntgen meiner Schulter (die Schmerzen waren immer noch schlimm), auch an dem Tag einen Termin bei der Nuklearmedizin zur Untersuchung meiner Schilddrüse, da Verdacht auf leichte Unterfunktion besteht. Und nachmittags ein Anruf, daß er (der Arzt) mit der Ambulanz der psychiatrischen Tagesklinik vereinbart hatte, daß ich sofort dort hingehen solle. Es gab dort noch einmal ein Gespräch mit einem Arzt, das war so mittelmäßig, dann einen Infotermin, der war sehr schön, Ergebnis: ich stehe auf der Warteliste zusammen mit 8 weiteren Personen, 3 Patienten werden in der Woche aufgenommen, d.h. in zwei, maximal drei Wochen bin ich dort.
Ich habe immer noch Angst, davor, was in der Therapie auf mich zukommt, habe Angst, daß noch etwas dazwischenkommt, habe Angst, was danach kommt, aber diese Angst ist wohl zum größten Teil von meiner allgemeinen Verfassung verursacht, irgendwie weiß ich das auch, kann sie aber nicht unterdrücken und sie verhindert irgendwie auch, daß ich mich freuen kann, aber ich bin nicht mehr so ganz mutlos. Der wichtigste Schritt ist jetzt gemacht, und ich werde ihn gehen.
Das wollte ich Euch einfach nur erzählen. Vielen Dank an alle, die mir mit Ihren Zeilen Mut gemacht haben.
Eure Anja