Hallo,
kennt jemand vielleicht den Zusammenhang zwischen einem Carry Trade und einem Forward Rate Bias? Die Informationen im Internet sind dort etwas wenig.
Ich weiß dass ein Carry Trade das Ausnutzen von Zinsdifferenzen einzelner Länder darstellt, und das ein Forward Rate Bias die Differenz zwischen Forward Satz und der nachher gehandelten, tatsächlichen Spot Rate ist.
Nur scheinbar muss es hierbei eine Verknüpfung geben, in der man eine Carry Trade Strategie mit dem Forward Rate Bias ausnutzt. Ist das vielleicht jemandem geläufig?
Vielen Dank!
Hallo,
in diesem Zusammenhang muss man nicht nur den Forward Rate Bias, sondern auch den sog. Prediction Bias bedenken. Eine Zeit lang habe ich mal mit dieser Quelle gearbeitet
http://www3.interscience.wiley.com/journal/112772419…
Vielleicht kommst Du über EBSCo oder etwas ähnliches da dran.
Im Wesentlichen geht es bei dem Thema darum, dass die FR die späteren Spot Rates überschätzen (nach der Theorie ja gar nicht möglich, empirisch aber belegt).
Nun war es aber so, dass man aus diesen empirischen Beobachtungen gerade für sehr bedeutungsvolle Währungen eine spätere Entwicklung in Bezug auf die tatsächlichen Spot rates und damit auch den Gewinn aus dem Forward-Geschäft „prognostizieren“ konnte bzw. noch kann. So weit ich weiss, ist das Ganze aber auch von vielen Unsicherheitsfaktoren bestimmt. In den Fachjournals gibt es auf jeden Fall Konkreteres.
VG
Sebastian
Hallo,
erstmal Vielen Dank! Die Überlegungen haben mir schon weiter geholfen.
Aber so ganz verstehe ich den Zusammenhang zum Carry Trade noch nicht. Wie du schon sagtest: Sind Theorie und Empirie hier nicht dasselbe.
Das würde also bedeuten: Theoretisch geht die Literatur, gem. ungedeckter Zinsparitätentheorie davon aus, dass sich bei bestehenden Zinsdifferenzen, der Wechselkurs dementsprechend ändert, dass kein Gewinn mehr möglich sei und es Carry Trades gar nicht geben dürfte.
Aber praktisch gilt diese Theorie nicht, denn der Terminkurs schießt über die Erwartungen hinaus (in Form eines Forward Rate Bias) und deshalb hat der Investor eine Arbitragemöglichkeit. D.h. also nur die Existenz eines Forward Rate Bias macht einen Carry Trade erst möglich!
Sehe ich diesen Zusammenhang richtig?
Gruß
BAY
Hallo,
Das würde also bedeuten: Theoretisch geht die Literatur, gem.
ungedeckter Zinsparitätentheorie davon aus, dass sich bei
bestehenden Zinsdifferenzen, der Wechselkurs dementsprechend
ändert, dass kein Gewinn mehr möglich sei und es Carry Trades
gar nicht geben dürfte.
Absolut richtig. Nach der ZPT kann es gar keine CT geben. Das ist nur ein Paradebeispiel dafür, wohin es führt, wenn man zu viele abstruse Prämissen setzt (vgl. die der ZPT).
Aber praktisch gilt diese Theorie nicht, denn der Terminkurs
schießt über die Erwartungen hinaus (in Form eines Forward
Rate Bias) und deshalb hat der Investor eine
Arbitragemöglichkeit. D.h. also nur die Existenz eines Forward
Rate Bias macht einen Carry Trade erst möglich!
Ja, das stimmt. Darüber hinaus ist es so, dass bestimmte erkennbare Entwicklungen (bei den FR) Prognosen über die Vorteilhaftigkeit von CT zulassen. Also so hatte ich das immer verstanden. Allerdings liegt das bei mir jetzt auch schon eine Weile zurück
Daher der Verweis auf die einschlägigen Journals.
VG
Sebastian
Ok vielen Dank. Ich werde dann noch einige Journals welzen.
Gruß