Fotomythen

hallo
gibt es wirklich langsamere SD-Speicherkarten als die Kameraelektronik?
-gibt es wirklich 300mm Teleobjektive die eine vergleichbarer Portraitfotoqualität erbringen die eines kleinen einfachen Teleobjetivs etwa 135mm
cu
Friedrich
PS:der Chip kann nich besser werden! -
aber wird übermorgen eine mögliche Canon G13 Compactcamera die heutige Canon EOS-1Ds Mark III an Qualität doch überholen?

Hallo Friedrich,

-gibt es wirklich 300mm Teleobjektive die eine vergleichbarer
Portraitfotoqualität erbringen die eines kleinen einfachen
Teleobjetivs etwa 135mm

von der optischen Qualität sicher.
Nur ist ein Portrait mit einem 300er flacher/platter/gestauchter als das mit einem 135er.
Mag in einigen Fällen gefällig sein, aber im allgemeinen kommt so was nicht so gut.

Gandalf

Hallo!

…wobei man - wenn wir schon bei Mythen sind - noch spitzfindig ergänzen könnte, dass das Bild nicht deswegen gestauchter ist, weil die Brennweite länger ist, sondern weil bei gleichem Bildausschnitt der Abstand größer sein muss.

Gruß
Tom

Hallo Tom

…wobei man - wenn wir schon bei Mythen sind - noch
spitzfindig ergänzen könnte, dass das Bild nicht deswegen
gestauchter ist, weil die Brennweite länger ist, sondern weil
bei gleichem Bildausschnitt der Abstand größer sein muss.

was wiederum mit der Brennweite zusammenhängt.
Die Perspektive ändert sich nicht und auch nicht die Tiefenschärfe.

Gandalf

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Hi, das mit der "Untiefenschärfe kannst du aufzeichnen und abmessen, dann siehst du wie sehr sich diese verändert, wenn du die Zersterungskreise abmisst.

Offline

Moin Offline,

das mit der "Untiefenschärfe kannst du aufzeichnen und
abmessen, dann siehst du wie sehr sich diese verändert, wenn
du die Zersterungskreise abmisst.

Man sollte sich natürlich auf die gleiche Größe der Zerstreukreise einigen.

Aber wenn Du ein Bild mit einem 500 mm Objektiv macht und davon eine Kontaktkopie anfertigst und ein Bild mit einem 50 mm Objektiv und eine zehnfache Vergrößerung, dann kriegst Du (theoretisch) das gleiche Ergebniss (Linsenunzulänglichkeiten und Filmauflösung mal außen vor).

Gandalf

Hi, ja das ist eben ein Mythos.
Nein im Ernst, dieses würde nur bei gleichem Blendendurchmesser so stimmen.
Seit bald 100 Jahren wird die Blende aber als relative Öffnung eingestellt, und dann stimmt das wiederum nicht, außerdem wäre es ja (beim alten System mit Durchmesser) im Fall 50mm Blende 16 ergibt 3,125mm Durchmesser, beim 500mm nicht realistisch eine derart kleine Blende zu verwenden. Erstens wäre die Beugung zu masiv und zweitens natürlich die Belichtungsbedingungen erschwert. Entweder eine zu lange Belichtungszeit oder ein zu starkes Blitzgerät oder Leuchte. Immerhin macht das fast 6 Blendenwerte aus. Also statt 20Kg Blitzgenerator ca. 1,28 Tonnen Blitzgenerator
oder statt einer 1000 Watt Lampe eine 64.000 Watt Lampe.
oder statt 1 Sonne 64 Sonnen.

deshalb die alte fotografische Regel:

Wenn die Tiefenschärfe nicht ausreicht, einfach am selben Standpunkt bleiben und eine kürzere Optik einsetzten, das Bild dann entsprechend vergrößern, natürlich kann dann ein kleineres Filmformat verwendet werden.
Selbstverständlich nimmt nun die Gesamtschärfe dafür etwas ab (wegen dem Filmkorn etc.) aber man kommt mit der selben Lichtmenge bzw. Belichtungszeit aus, da man ja die selbe relative Öffnung verwendet.

Offline

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hallo,
warum sind bei starken Teleaufnahmen Kanten unscharf?
cu
Friedrich

Hi,
weil ein Teleobjektiv in Wirklichkeit keine lange Brennweite ist, und nur ein Bild einer kürzeren Brennweite durch die Telekonstruktion anschliesend vergrößert wird.
Durch den nun veränderten Bildausschnitt erscheint es als wäre es ein Objektiv mit langer Brennweite.

Diese Konstruktion vergrößert nun alle Fehler und Mängel des Objektive und ist nicht die optisch beste Konstruktion, allerdings sind die Objektive durch diese Bauart handlicher.

Es kann sein, dass dein Beispiel ein besonders schlechtes Teleobjektiv ist, und auch mangelnde Auflösung und Kantenschärfe aufweist.
Hier gibts natürlich wie bei anderen Produkten auch alle Qualitätsabstufungen bis zu ganz miserable.

Mit der Tiefenschärfe hat die Konstruktion allerdings nichts zu tun, die ist allein auf allgemein gültige physikalische bzw. mathematische Tatsachen beruhend.

Offline

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Hallo Friedrich,

warum sind bei starken Teleaufnahmen Kanten unscharf?

sind sie das?

Ev. sind das atmosphärische Turbulenzen, oder thermische Schlieren.

Gandalf

Hallo!

Da widerspreche ich zwar nicht, aber ich denke wir müssen klar stellen, wovon wir reden, wenn wir von einem Teleobjektiv sprechen. Sonst kommts zu Missverständnissen.

Im allgemeinen Sprachgebrauch, auch unter Fotografen, verwendet man ja den Begriff Teleobjektiv meistens für alle Objektive, deren Bildausschnitt enger ist als bei einem Objektiv mit Normalbrennweite. Ob das jetzt rein physikalisch eine längere Brennweite oder eine Telekonstruktion ist, spielt nach diesem Verständnis keine Rolle, obwohl es technisch und physikalisch gesehen natürlich nicht richtig ist.

Gruß
Tom

Hi, nein eigentlich sprechen Fotografen nicht so, sondern unterscheiden auch im Sprachgebrauch zwischen langen Brennweiten und Teleobjektiven.
Bei einer Fachkamera spricht man normalerweise von einer langen Brennweite, während Reporter oder Sportfotografen die mit der Klb „fotografieren“ ja richtigerweise vom Tele sprechen, dort wird eben auch tatsächlich ab ca. 100 mm eine Telekonstruktion verwendet.
An der Fachkamera sind aber Brennweiten von 600mm eben lange Brennweiten, und kein Fotograf würde beispielsweise ein 600mm Apo Ronar als Teleobjektiv bezeichnen.
Ich habe in meiner 30 Jährigen Berufserfahrung noch keinen Kollegen gehört, der an der Fachkamera gesagt hätte, da brauch ich jetzt ein Tele, oder ähnlich.
Weder unbewust, und schon gar nicht bewust, da man ja gerade schon beim Erwerb von Objektiven gerade auf höchste Abbildungsleistung achtet.
Wenn dann sagt das ein Amateur oder ein Kunde glaubt das es so sei.

Ausnahmen gibts bei Laufbodenkameras da gab es früher Telekonstruktionen wegen dem begrenzten Laufboden.
Ebenso gibt es bei Mittelformatkameras Telekonstruktionen.
Aber dies sind zwar Kameras die von „Fachfotografen“ benutzt werden, aber als Fachkameras bezeichnet man voll verstellbare Kameras mit echter optischer Bank.

Offline

Ja, kann ich nur bestätigen.
Es gibt zwar Weitwinkel und Normalobjektive, aber bei den langen Objektiven unterscheiden wir schon zwischen Fernobjektiven (Brennweite z.B. 300mm, da sind dann auch bei unendlich zwischen optischen Mittelpunkt und Bildebene die 30 cm Abstand) und Teleobjektiven, wo der optische Mittelpunkt durch Linsenelemente „vor“ das Objektiv gelegt wird. Dadurch wird die Baulänge, z.B. für KB-Kameras, verkürzt.
Na gut, bei 300mm für ne Fachkamera, das könnte ja auch noch ein Normalobjektiv sein bei 8x10 Inch… Ich weiß, daß sich der Hedgecoe über mehrere Seiten darüber ausgelassen hat…
Gruß
lichtpunkt

Hallo!

Nun, ich bin jetzt natürlich kein Berufsfotograf und denke jetzt auch nicht so unbedingt an Fachkameras.

Ich meine es ist doch nicht ungewöhnlich, dass man sagt, man fotografiert mit einem 135er Tele oder? Aber du hast natürlich recht, keine Frage.

Gruß
Tom

Hallo Tom,

Nun, ich bin jetzt natürlich kein Berufsfotograf und denke
jetzt auch nicht so unbedingt an Fachkameras.

Ja es ist zwar so, dass viele Fotografen bedauerlicherweise nicht mehr mit Fachkameras arbeiten, sondern mit der KLB - Digi herumknipsen, die ja übrigends Qualitativ leicht das frühere Mittelformat auf Film erreicht.
Aber es gibt trotzdem viele Kollegen die Ihren Kunden und sich selbst die Gestaltungsmöglichkeiten und Qualitäten einer Fachkamera nicht vorenthalten und selbst entsprechende Ansprüche haben. Und genau bei der modernen Fachkamera will man ja möglichst parallel einfallende Lichtstrahlen am Sensor haben, somit wäre eine Telekonstruktion doppelt schlecht.
Hingegen werden moderne Weitwinkelobjektive mit viel Aufwand mit verlängertem Auflagemaß konstruiert um möglichst weit vom Sensor entfernt zu sein. siehe z.B. : http://www.linos.com/pages/mediabase/original/HR_Dig…

Ich meine es ist doch nicht ungewöhnlich, dass man sagt, man
fotografiert mit einem 135er Tele oder?

Bei der KLB ist es ja auch zu 99,9% wirklich ein Teleobjektiv
Offline