Fotos selbst entwickeln

Hallo zusammen,

ich möchte - zunächst als Hobby, später semi-professionell - Fotos selber entwickeln. Wie aufwändig ist es eigentlich, Farbfotos herzustellen, wie kann ich das lernen (Volkshochschulen sind meist auf Schwarzweiß fixiert!), welche Ausrüstung zu welchem Preis ist nötig? Und lohnt sich das überhaupt noch in Zeiten der Digitalfotografie?

Gruß

Boris

ich möchte - zunächst als Hobby, später semi-professionell -
Fotos selber entwickeln. Wie aufwändig ist es eigentlich,
Farbfotos herzustellen, wie kann ich das lernen
(Volkshochschulen sind meist auf Schwarzweiß fixiert!), welche
Ausrüstung zu welchem Preis ist nötig? Und lohnt sich das
überhaupt noch in Zeiten der Digitalfotografie?

Hallo Boris,

S/W-Entwicklung ist zu Hause kein Problem. Im Gegenteil, es gibt nur noch wenige Labors für professionelle Fotografie, die sowas machen und man kommt hobbymäßig mit erschwinglicher Ausstattung mit etwas Übung zu vergleichbaren Ergebnissen.

Farbentwicklung kannst wegen des beträchtlichen Aufwands vergessen.

Die Digitalfotografie ist hinsichtlich Auflösung so gut geworden, daß sogar großformatige Bilder für das Auge kaum noch Wünsche offen lassen. Der Schwachpunkt ist die Bildwiedergabe auf Papier. Professionelle Tintenstrahldrucker bringen auch großformatig gute Ergebnisse. Der preisgünstige Heimdrucker liefert nur backsige, sündhaft teure Bilder. Bis A3-Format gibts Farblaserdrucker, die Spitzenqualität liefern, aber einige zig tausend DM kosten.

Die selbst gemachte SW-Entwicklung hat also noch ihren Platz.
Die Idee mit dem VHS-Kursus ist nicht schlecht. Du bist hinterher kritikfähig, wenn Du Dir die Ausstattung besorgst.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang (und alle anderen),

dann meine Gegenfrage: Wieviel würde denn eine Digitalkamera kosten, die eine semi-professionelle Qualität liefert? Ich habe mal gehört, dass eine 500-Mark-Spiegelreflex-Kamera durchaus die Leistung einer 3000-Mark-Digitalen hat. Wie sieht das aus? Was müsste man also investieren, um Bilder zu erhalten, die beispielsweise in Zeitungen abdruckbar wären? Und: Welche Hardware ist dafür eigentlich notwendig? Fragen über Fragen. Gibt es vielleicht sogar eine empfehlenswerte Zeitung bzw. Homepage zum Thema?

Gruß

Boris

Hallo Wolfgang (und alle anderen),

also zum thema entwickeln von filmen (kleinbild 6*6 6*9 oders so)

braucht man mindestens (für s/w)

einen absolut verdunkelbaren raum, oder einen wechselsack
eine tageslichtentwicklungsdose
ein genau anzeigendes Thermometer für den bereich 10 - 40 °C
klammern um den film zum trocknen aufzuhängen
ein chemikalien satz (entwickler, fixierer, evt. stoppbad)
viel frisches sauberes wasser

und das wars dann auch schon, das klappt in timbuktu genau so wie in D’dorf
farbe wird sehr viel aufwendiger (wegen den dann nötigen komplizierteren Chemikalien, temperaturbedingungen)

ratsam wäre dann noch eine staubfreie trockengelegeheit für die filme, negativ ablageblätter, evt. diarahmen, sortierpulte, und so weiter bis beliebig teuer

wenn um vergrößern geht, braucht man natürlich einen vergrößerer, (so ne art diaprojektor, nur sehr viel im komplexer im aufbau)
und schalen um die Photos dort in die chemikalien der reihe nach zu baden und natürlich einen absolut dunklen raum, mit einer definierten dunkelkammerbeleuchtung die die Photoschichten nicht belichtet und die chemikaliensätze , bei s/w noch sehr erträglich (fast wie beim filmentwickeln) bei farbe sehr aufwendig dann vieleicht noch ne leistungsfähige papierschere mit so 50-100 cm schneidlänge je nach format, bilderrahmen oder so wärn auch nicht schlecht, wenns unbedingd farbe sein soll, eine entwicklungtrommel mit antrieb und temperatur kontrolle, das ganze kann man beliebig teuer ausstaffieren

wenn du weitergehende fragen hast, frag ruhig

ciao norbert

Boris

dann meine Gegenfrage: Wieviel würde denn eine Digitalkamera
kosten, die eine semi-professionelle Qualität liefert? Ich
habe mal gehört, dass eine 500-Mark-Spiegelreflex-Kamera
durchaus die Leistung einer 3000-Mark-Digitalen hat. Wie sieht
das aus? Was müsste man also investieren, um Bilder zu
erhalten, die beispielsweise in Zeitungen abdruckbar wären?
Und: Welche Hardware ist dafür eigentlich notwendig? Fragen
über Fragen. Gibt es vielleicht sogar eine empfehlenswerte
Zeitung bzw. Homepage zum Thema?

Hallo Boris,

in der 3000 DM-Klasse bekommst Du mit Sicherheit eine semi-professionelle Digitalkamera.

Der Leistungsvergleich von Spiegelreflex- und Digitalkamera ist eigentlich kaum möglich. Was will man dabei zum Kriterium machen? Es sind ganz und gar unterschiedliche Konzepte mit verschiedenen Einsatzgebieten. Wer diese grundverschiedenen Techniken vergleichen will, muß klipp und klar sagen, für welche Anwendung der Vergleich stattfindet. Es gibt Anwendungen, da ist jede Digitalkamera einfach nur Sch**** und es gibt Anwendungen, da ist jede Spiegelreflex eine Krücke. Es gibt Bereiche, in denen Digitalkameras die herkömmliche Fototechnik ablösen. In anderen Bereichen ist diese Ablösung nicht in Sicht.

Wer das sofort am PC manipulierbare Bild haben will, nimmt die Digitalkamera. Wer in kürzester Zeit z. B. als Pressefotograf, hunderte Bilder machen will, abwechselnd aus nächster Nähe, großer Entfernung und in der Dämmerung, nimmt wahrscheinlich die Spiegelreflex mit Wechselobjektiven. Wieder anders entscheiden sich der Werbefotograf im Studio und der Urlaubsknipser. Wer Nachtaufnahmen macht und dabei stundenlang durch das hoch geöffnete Objektiv sehen muß, nimmt die Spiegelreflex, weil es bezahlbar keine Digitalkamera mit Wechselobjektiven gibt und weil der Akku alle Augenblick leer ist. Die eierlegende Wollmilchsau, die für alle Anwendungen in gleicher Weise gut geeignet ist, gibt es nicht.

Weil Du danach fragst: Die in der Tageszeitung realisierbare Druckqualität ist hinsichtlich Auflösung (sehr grobes Raster) so mäßig, daß sich die Frage nach der Kameratechnik dabei nicht stellt.

Nun weißt Du immer noch nicht, welche Kamera es sein soll. Verrate doch mal, was Du machen willst. Wenn es Pressefotos werden sollen, nimm eine gute Spiegelreflex. Noch nie waren sie so billig und so gut. Ich hab für meine Nikon FE vor reichlich 20 Jahren über 1000 DM bezahlt. War damals richtig viel Geld. Vergleichbares mit einem schon ordentlich geöffneten Zoom kostet inzwischen nur noch die Hälfte.

Gruß
Wolfgang

Hallo Norbert,

das *ist* ja das Problem: Spiegelreflexkameras sind preiswert, man kann mit ihnen Bilder machen, die bei Bedarf auch in einer Zeitung/Zeitschrift abgedruckt werden könnten - für einen Journalisten, der auf diese Weise nebenbei auch Fotos verkaufen könnte, also ideal. Problem dabei (und deshalb ja auch meine Fragen): Die Entwicklung scheint in Eigenregie zu kompliziert und teuer zu sein. Wer schnell liefern will oder muss, kann auf die Eigenproduktion aber nicht verzichten, weil ein Labor zwar innerhalb einer Stunde liefern kann, aber beispielsweise sonntags nicht geöffnet hat. Es bliebe also die Digitalkamera: Bilder wären per E-Mail oder ISDN-Filetransfer lieferbar. Nur: Privatfotos will man ja auch ausdrucken, was wieder teuer und aufwändig ist. Und: Die Anschaffung der Digitalen scheint extrem teuer zu sein.

Was ich suche, ist also eine Amateurkamera, die (auch) Pressefotos machen kann, keine Paparazzi-Aufnahmen, sondern Personen, Gebäude u.ä., möglichst mit Zoom-Funktion und auch mit Blitz bzw. Licht. Was wäre da zu empfehlen?

Gruß

Boris

Hallo Boris,

an Deiner Stelle würde ich mir eine Spiegelreflex mit einem Zoomobjektiv kaufen, egal ob Olympus, Nikon etc.
Wenn Du zusätzlich noch 250 DM für einen Scanner (z. B. von Agfa) ausgibst, bist Du für die meisten Fälle gewappnet. Du bekommst Bilder bester Qualität und kannst diese auch per Mail versenden.

Wenn Du Filme selbst entwickeln möchtest, richte Dich erst für SW ein, bevor Du an Farbe auch nur denkst und mache den Kursus an der VHS.

Außerdem: Die besten Pressebilder gibts nicht durch geniale Kameratechnik, sondern weil der Fotograf sein Handwerk versteht.

Gruß
Wolfgang

Hallo Boris,

ich habe den bisherigen Thread gelesen und sehe, dass Du aufgrund unterschiedlciher Anforderungen immer noch am schwanken bist. Ich möchte daher mal eine salomonische Antwort versuchen.

Nimm beides! Wenn der Fokus zunächst mal darauf liegt Pressebilder (BTW: Tageszeitung s/w oder Hochglanzmagazin?) zu machen (ich gehe hier jetzt erst mal von s/w bzw. farbig im normalen Tageszeitungsdruck aus), dann ist die Geschwindigkeit oberste Prio. Die nötige Qualität bieten inzwischen durchaus schon digitale Geräte für rund DM 1000,–. Achte auf ein möglichst gutes optisches Zoom, einen Anschluss für einen externen Blitz, die Latenzzeit, die Aufnahmegeschwindigkeit bei Serienaufnahmen und das weitere Zubehörprogramm. Klar, wenn man Geld hat, sind natürlich die Geräte jenseits der DM 3000,-- Grenze klasse, aber Du wirst sie hierfür eigentlich nicht brauchen.

Investiere das Geld lieber in eine zusätzliche konventionelle Spiegelreflex-Kamera, mit der Du dann die Aufnahmen machst, die besonders hohen Qualitätsansprüchen gerecht werden sollen. Dann noch einen vernünftigen Blitz, den Du mit beiden Geräten betreiben kannst, und schon kann es los gehen.

Habe selbst auch mal vor langer Zeit mein Taschengeld mit Zeitungsfotos verdient und musste damals noch jede Woche für mindestens zwei Nachmittage ins Labor, Filme und Bilder in s/w zu entwickeln. Von der erreichten Qualität war dann in der Zeitung üblicherweise kaum noch etwas zu sehen. Die Kollegen von damals laufen jetzt fast nur noch mit digitalen Geräten der Mittelklasse durch die Gegend, und die abgedruckte Qualität ist auch nicht schlechter geworden. Habe dann in den letzten Monaten mal wieder eine größere Zahl von Bildern in der Presse gehabt (Wahlkampf meiner Frau) und habe dafür auch immer die nicht mehr ganz neue Digitale (Olympus Cammedia 1400) verwendet. Selbst relativ große Farbfotos waren in der Zeitung, und ich war erstaunt, wie gut diese doch herausgekommen sind. Hätte mich selbst nie getraut, digitale Bilder mit der Auflösung (unter 1 Mio. Pixel) so groß abzudrucken.

Für das Hobby und die Dinge, die einen gewissen Ewigkeitsanspruch haben, nehme ich weiterhin meine gute alte Canon AE1 Program mit den Wechselobjektiven. Es sit eine grundsolide Kamera, die vor allem noch eine vollkommen manuelle Arbeitsweise blind erlaubt. Das Labor nutze ich nur noch äußerst gelegentlich, wenn ich mal wieder Zeit hatte, einige richtig gute s/w Aufnahmen zu machen, die wirklich nur im eigenen Labor etwas werden. An farbe habe ich mich aus Gründen der Kosten und des Aufwands nie versucht. Die Urlaubsbilder wandern daher ins Großlabor (es macht übrigens kaum einen Unterschied, wo man seine Bilder zum Entwickeln abgibt, es gibt bundesweit nicht mal mehr eine Handvoll Großlabore).

Gruß vom Wiz

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Kurz und bündig…ich habs probiert:

es lohnt sich nur wenn die die Bilder absolut schnell brauchst und gleichzeitig etwa 2 Tage Vollzeit pro Woche in der Duka stehen willst.

Ansonsten hilft vielleicht ein Schnellabor, evtl. geben die auch rabatte bei einem gleichmässigen regelmässigen Auftragsvolumen

Hier kurz und in steno:

Digital ist die zukunft
ne spitzen kamera bekommst du ab cir. 2.500,00 DM

ABER: !!! das ausarbeiten am computer mußt du erst mal lernen !
und das kann dauern ! die programme sind wirklich nicht ohne.
darum gibt es dafür unendlich viele bücher und noch mehr gute magazine (Meist mit schulungsdemo)
Und farbdrucker, besonders für grössere formate, kosten !!
erst recht im unterhalt. so ein farbausdruck geht leicht in die
höhe zweistelliger DM beträge, ausschuß nicht mitgerechnet.

Kleinbild.
ist gut und easy. Für semiprofessionelle aber bitte nur
4,5 x 6, 24 x 36 schafft zwar viel aber besonders in der verarbeitung ist 4,5 x 6 deutlich überlegen !
und wenn du mal mit 4,5 x 6 gearbeitet hast, oder 6 x 7, kannst du über kleinbild nur lächeln. (wenn wir über prof. qualität sprechen !)
hier in köln macht dir gregor vergrösserungen in 30 x 40 und 40 x 60 fürn taler. das schaffst du selber nie ! Die qualität ist wirklich spitze.
wenn du aber wirklich die ultimative spitze willst, dann mußt du ein paar tage und viel geld opfern und für ein paar tage in dein labor abtauchen. ein fachlabor nimmt für spitzen, von hand bearbeitete, vergrößerungen ,mal eben locker 75,00 Dm pro stück versteht sich.

so boris, jetzt mußt du dich entscheiden !
viel spass !

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a) Mit Farb-Hobbylabors kenne ich mich nicht aus. Knipps-Bilder kommen ins Großlabors. Anspruchsvolle in ein kleines Profilabor. Die nehmen auch entsprechend Geld.
b) S/W selber entzwickeln abziehen bringt einfach Spaß (der Spaßfaktor ist ja auch was!). Man „bastelt“ herum und entwickelt sich dabei auch photographisch weiter.
c) Für Zeitungen oder ähnliches dürfte heute digital Pflicht sein. Je nach Verlag wollen die ja auch keine Abzüge mehr, sondern ziehen sich die Bilder gleich ins System. Schließlich haben die heute auch nicht mehr um 17 Uhr Redaktionsschluss!!