Fotos von Münzen

Hallo,

ich versuche momentan ein paar Münzen zu fotografieren (Digital-Kamera mit Autofokus und Makro, Stativ und ein wenig direkte Beleuchtung). Da die Münzen glänzend sind, ist es schwieriger als ich gedacht hätte.

Hat jemand vielleicht einen Tipp bereit, wie ich akzeptable Ergebnisse erzielen kann?

Gruss + Danke,

Michael

Hallo Michael!

und ein wenig direkte Beleuchtung

Da liegt - wahrscheinlich - der Hase im Pfeffer.

Wirklich gute Repros (und dazu zähle ich Aufnahmen von Münzen ebenfalls) erhältst Du in der Regel nur bei Verwendung einer Studioblitz- oder Studiolichtanlage (in Verbindung mit einem Reprostativ) mit mindestens zwei, besser vier Lichtquellen, die in gleichmäßigen Abständen an den beiden Querseiten bzw. an allen vier Ecken angebracht sind.
Beispielabbildung mit zwei Leuchten: http://www.photax.se/repro/Repro11.JPG

Beim - immer nur eine Notlösung darstellen könnenden - Arbeiten mit vorhandenem Tageslicht mußt Du auf jeden Fall darauf achten, daß kein direktes Licht auf die zu photographierenden Objekte fällt.
Der Einsatz eines Polfilters ist darüber hinaus absolut sinnvoll.

Gruß, Hartmann

Hallo,

ganz so aufwendig wie hartmann die sache sieht muß es ja nicht sein.
wenn du sehr schräg, experimentieren von einer seite beleutest erhälst du sehr platische abbildungen. 2. lampe hellt die schatten auf. genügt ne stehlampe und ne nachtisch lampe.
besser ist natürlich das reprostativ mit vier lichtquellen - aber - willste das investieren für ein paar münzen just for fun ?
etwas anderes ist ein polfilter, nimmt die glitzereffekte weg.
probieren.
t.

ich versuche momentan ein paar Münzen zu fotografieren
(Digital-Kamera mit Autofokus und Makro, Stativ und ein wenig
direkte Beleuchtung). Da die Münzen glänzend sind, ist es
schwieriger als ich gedacht hätte.

Hat jemand vielleicht einen Tipp bereit, wie ich akzeptable
Ergebnisse erzielen kann?

Gruss + Danke,

Michael

Hallo Hartmann,

Der Einsatz eines Polfilters ist darüber hinaus absolut
sinnvoll.

Wobei ein Polfilter bei Reflexionen auf metallischen Oberflächen nichts bringt. Weiß ich noch aus dem Physikunterricht.

Gruß
Thomas

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Hallo Michael,

Münzen sind nicht so trivial zu photographieren.

Wie willst Du sie denn haben?
Wenn eine schattenfreie Ausleuchtung gewünscht ist, kannst Du Dir ein Leuchtzelt improvisieren.

Ein weißes Stofftuch, das allerdings noch genügend Licht durchlassen muß, rund um die Münzen montieren und möglichst viele Lichtquellen darum aufbauen.
Alternativ:
von der einen Seite Sonnenlicht und die anderen Seiten mit Styropor aufhellen.
Eine schattenfreie Ausleuchtung ist aber auch recht ‚langweilig‘

Sollen einige Schatten zu sehen sein, kannst Du in die oben beschriebene Konstruktion eine gerichtete Lichtquelle einbauen, die aber nur einen geringen Teil der Gesamtlichtmenge ausmachen sollte (ca. ein 1/4).

Gandalf

Hallo Thomas!

Wobei ein Polfilter bei Reflexionen
auf metallischen Oberflächen nichts bringt. Weiß ich noch aus
dem Physikunterricht.

Ach ja, immer diese Lehrer :wink:
In der Praxis bringt der Polfilter bessere Ergebnisse. Vielleicht (bin kein Physiker) weil …

… in der Theorie:

Bei der Reflexion von senkrecht (s) oder parallel § zur Einfallsebene linear polarisierten Lichtes an einer unmagnetischen Metalloberfläche bleibt die Polarisationsrichtung nach der Reflexion erhalten. Ist eine Magnetisierung der spiegelnden Fläche in der Einfallsebene vorhanden, so erhält die in der Fläche angeregte Schwingung der elastisch gebundenen Elektronen durch die Lorentzkraft eine Komponente normal (bei p-Licht) oder parallel (bei s-Licht) zur Einfallsebene. Diese wiederum ruft eine zusätzliche Komponente in der reflektierten Welle hervor, die KERR-Komponente genannt wird und für eine elliptische Polarisation des reflektierten Lichtes verantwortlich ist. Dies nennt man den polaren und den longitudinalen KERR-Effekt. Typischerweise ist die relative Intensität der KERR-Komponente von der Größenordnung 10-3.
http://schulzeundschultze.anphy.uni-duesseldorf.de/v…

Wenn ein Zirkularfilter auf eine metallische Oberfläche gelegt wird und dabei die Linearpolfilterseite dieser zugewandt ist, so ist in jeder Stellung Helligkeit beobachtbar, da eine Metalloberfläche auf linear polarisiertes Licht keinerlei Auswirkung hat. Ist aber die Phasenverschiebungsseite der metallischen Oberfläche hingewandt, so kommt es zur Auslöschung, da nämlich auf eine metallische Oberfläche auftreffendes rechtszirkular polarisiertes Licht in linkszirkular polarisiertes umgewandelt wird (und umgekehrt) und somit das Zirkularfilter nicht mehr durchdringen kann.
http://pluslucis.univie.ac.at/FBA/FBA95/Schloegl/sch…

Ein Polfilter kann Reflexe von Wasseroberflächen, nicht glänzenden Metalloberflächen, von Plastik, Glas, Holz und Lacken, je nach Aufnahmestand-punkt, völlig oder teilweise beseitigen.
http://www.agfanet.com/de/cafe/photocourse/classicco…

Wie auch immer: mir reicht es, daß es in der Praxis funktioniert. Über die Theorie sollen sie sich meinetwegen im Physikbrett streiten :wink:

Gruß, Hartmann.

… daß meine Erfahrungswerte auf der photodokumentarischen Erfassung von antiken (restaurierten) Münzen für ein Museum beruhen. Ich mag daher nicht ausschließen, daß es sich bei flatschneuen Münzen, Zustand polierte Platte, auf Grund anderer Oberflächenstrukturen, möglicherweise anders verhält.

Gruß, Hartmann.

Häää?

etwas anderes ist ein polfilter, nimmt die glitzereffekte weg.
probieren.

Das wäre eine Sensation, Polfilter funktionieren gerade bei metalischen Glanz nicht.

Mark