FRA : werden Akzente im Alltag oft vernachlässigt?

Hallo.

Ich glaube, am besten kann ein französischer Muttersprachler meine Frage beantworten.
Aber wer weiß…

Manchmal habe ich mit Franzosen zu tun und bekomme Zeichnungen, wo
französische Wörter drauf stehen (z.B. „scene“ oder „cote“).
Nun weiß ich (obwohl ich nie Französisch hatte, und auch kein Französisch kann), dass diese – wie auch viele andere Wörter – streng genommen mit Akzenten geschrieben werden. Sei mit dem „Dach“ (^) oder (´) oder (`).
Aber immer wieder begegnen mir diese Wort ohne jeglichen Akzent.

Meine Frage ist nun NICHT, was nach französischer Rechtschreibung richtig oder falsch ist, sondern ob der ‚normale‘ Franzose irritiert ist, wenn die Akzente fehlen. Ob er also leicht stutzt beim Lesen, oder ob es eigentlich (vielleicht bis auf Fälle, wo gerade der Akzent DEN Bedeutungsunterschied bringt) im Alltag vernachlässigbar ist, solange das Wort eindeutig ist.

Ist es also (aus Sicht eines Franzosen) so, wie wenn man im Deutschen im Wort „Gemüse“ die Punkte weglässt („Gemuse“), dass man als Deutscher an dieser Stelle kurz stolpert und erst raffen muss, dass da ja 2 Punkte fehlen, oder ist es eher irrelevant, so wie wenn man z.B. aus Versehen einen Großbuchstaben getippt hat „GEmüse“?

Wie ist es für einen Franzosen, wenn die Akzente fehlen?

Warren

Hi

Manchmal habe ich mit Franzosen zu tun und bekomme
Zeichnungen, wo
französische Wörter drauf stehen (z.B. „scene“ oder „cote“).
Nun weiß ich (obwohl ich nie Französisch hatte, und auch kein
Französisch kann), dass diese – wie auch viele andere Wörter
– streng genommen mit Akzenten geschrieben werden. Sei mit
dem „Dach“ (^) oder (´) oder (`).
Aber immer wieder begegnen mir diese Wort ohne jeglichen
Akzent.

mir eher selten, höxtens bei SMS oder in Chats.
Ich kann dir nur eine halbe Meinung geben, ich bin Halbfranzose :wink:

Aber mich irritiert es komplett, wenn die accents weg sind.
Ich kenne das nur aus o.g. Gründen, oder in Grossbuchstaben,(Überschriften etc, obwohl es durchaus auch Grossbuchstaben mit accents gibt). Ich gehe mal davon aus, dass es den meisten Franzosen ähnlich geht.
Nur die Jugend geht, wie in D auch, etwas salopper mit der Sprache um.

Gruss
ExNicki

Hallo Warren,.
Genau wie in D, sind ´ und ^ in der Schreibweise einzuhalten. Cote = Küste und Côte = Rippe. Ich erinnere mich sehr gut an Diktate wo ´ oder ^ falsch gesetzt waren oder fehlten = ¼ Punkt Abzug, später ½ Punkt Abzug.
Die Beste Note war eine 10, später eine 5. Wie schnell war hattest du ein 2 oder gar eine 0. Und das war nicht gerade Lustig da die Franzosen großen Wert auf die Grammatik legen.
Behaupte nun nicht dass es in Deutschland nicht so sei, aber auch ein fehlendes Komma wurde mit ¼ Punkt Abzug quittiert.
Hier nun mal 2 Links. Du kannst ja Übersetzen (Firefox macht das) lassen und du wirst feststellen wie ein Akzent den Sinn eines Wortes verändert.
http://www.cnrtl.fr/definition/c%C3%B4te
oder ohne ^
http://www.cnrtl.fr/definition/cote
Du kannst die Sprache umstellen und wirst feststellen dass es gewaltige Unterschiede gibt.
Schönen Gruß
Claude

Hallo,

Cote = Küste und Côte = Rippe.

Du meinst wohl

côte = Küste, Rippe und
cote = Quote, (Börsen-)Notierung.

Gruß
Axurit

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Hallo Warren,

Wie ist es für einen Franzosen, wenn die Akzente fehlen?

Ich glaube, im Prinzip wird es nicht anders sein als für den Deutschen. D.h., die Toleranzen werden unterschiedlich gestreut sein. Meine Toleranz z.B. ist recht groß, da ich der Rechtschreibung anderen Kriterien gegenüber eher geringeren Wert beimesse; aber es gibt Grenzen. So kann es vorkommen, dass ich eine E-Mail nicht zu Ende lese, weil die Schmerzen zu groß werden. Aber das geschieht selten, schließlich ist man durch Web-Kontakte geeicht…

Franzosen (generell) machen mehr Rechtschreibfehler als Deutsche (generell) vor Geltung der Rechtschreibreformen, was an der Vielfältigkeit der jeweiligen Fehlermöglichkeiten liegen kann, und sie sind durchschnittlich toleranter in Bezug auf Rechtschreibfehler.

Allerdings glaube ich, eine Abhängigkeit der Toleranz im Verhältnis Phonie-Graphie bemerkt zu haben, ohne das allerdings statistisch erfasst zu haben.

französische Wörter drauf stehen (z.B. „scene“ oder „cote“).

„scene“ dürfte kein Problem sein, „cote“ dagegen schon, denn das wird völlig anders ausgesprochen als „côte“. Und was phonetisch zu Missverständnissen führen kann, wird meiner nicht-dokumentierten Erfahrung nach auch weniger leicht toleriert. Vielleicht schlägt hier die Funktion der Graphie durch.

Also: Generell wird es nur sensiblen gallischen Gemütern aufstoßen, wenn Akzente fehlen; es sei denn, die Phonie sei betroffen. - In Schreiben an frze Behörden gilt das allerdings nicht! Die sind empfindlicher als deutsche.

Soweit mein Versuch, grüßend

Boris

Hi

Also: Generell wird es nur sensiblen gallischen Gemütern
aufstoßen, wenn Akzente fehlen; es sei denn, die Phonie sei
betroffen.

du magst recht haben, aber die Phonie ist fast immer betroffen: genau deshalb sind die accents ja da

Gruss
ExNicki

Hallo axurit,
hast du die Links aufgerufen?
Sonst würdest du nicht solch eine falsche Behauptung hier aufstellen. Kannst aber gerne den Verfassern der Links eine Beschwerde einreichen. Aber vielleicht gibt es mal einen dudidudos axurit Duden der alles erklärt.
Schönen Gruß
Claude

Hallo Boris,

Franzosen (generell) machen mehr Rechtschreibfehler als Deutsche (generell) vor Geltung der Rechtschreibreformen, was an der Vielfältigkeit der jeweiligen Fehlermöglichkeiten liegen kann, und sie sind durchschnittlich toleranter in Bezug auf Rechtschreibfehler.

Diese Aussage kann, sagen wir möchte, ich nicht so stehen lassen. Der Franzose legt schon großen Wert auf die Rechtschreibung, fast wie einige hier bei w-w-w-was darauf hinweisen.
Nun kommt es auch auf die Schicht an. Gebildete und etwas weniger gebildete – wie in D auch – machen Fehler.
Ich habe dein Posting einer Dolmetcherin (F-D –F), zugelassen beim OLG Hamm vorgelegt. Sie war schon sehr erstaunt über das was du schreibst.
Eine zusätzliche Nachfrage bei einem Neffen in F (hat sein BAC – S gemacht), wiederspricht ebenfalls deine Aussage.
Mache wir uns doch nichts vor: wenn du Schreiben bekommst die in F verfasst sind und Akzent fehlen, wird es dir nicht schwer fallen diese zu übersehen und du denkst dir dein Teil dazu.
Tödlich sind jedoch é und è , wobei ê nicht oder fast nicht so relevant sein dürfte. Kommt auf das Wort an.
Viele haben Probst mit F da die Grammatik (eigentlich einfach) Schwierigkeiten bereitet. Mein Sohn hatte F als Pflichtfach genommen und sofort wieder abgewählt. Beispiel : o , au , eau, é, ée,è , s, x etc. Das war ihm zu viel. Heute, viel in F, bereut er es. Nachzuholen ist es aber nicht mehr mit fast 40.

Also: Generell wird es nur sensiblen gallischen Gemütern aufstoßen, wenn Akzente fehlen; es sei denn, die Phonie sei betroffen. - In Schreiben an frze Behörden gilt das allerdings nicht! Die sind empfindlicher als deutsche.

In diesem Sinn und grinsenden Gruß über den letzten Satz
Claude

Hallo Claude,

sorry, aber was für ein Ton ist das denn? Ich habe gerade Deine Links aufgerufen und die haben genau das bestätigt, was Axurit an Deiner ursprünglichen Aussage korrigiert hat:

Cote = Küste und Côte = Rippe

stimmt so nicht, wie die folgenden Auszüge aus Deinen Links zeigen:

_ CÔTE1 subst. fem.
I.− ANATOMIE
A.− Os de la cage thoracique, de forme plate, allongée et incurvée, qui s’articule sur les vertèbres dorsales et rejoint ou non le sternum_ = Rippe

_ CÔTE3 subst. fem.
A.− Bord de la mer_ = Küste

Küste und Rippe werden also genau gleich geschrieben. Und das von Dir erwähne cote kommt, wie Dein Link erklärt, hauptsächlich aus dem Finanzbereich vor (während in der Definition von Küste nicht die Rede ist):

_ COTE subst. fem.
A.− FINANCES

  1. DR. FISCAL. Part que doit payer chaque contribuable, dans le cadre de la répartition d’un impôt. Cote foncière, mobilière, personnelle; cote d’impôt; payer sa cote. […]
  2. BOURSE Constatation par les agents de change du cours des valeurs, du change des monnaies, à l’issue de chaque séance de la Bourse. Marché, titre hors-cote; admission à la cote. […]_

Du hast halt einen Leichtsinnsfehler gemacht – was ja wiederum für die Wichtigkeit der Accents spricht – und wurdest darauf freundlich hingewiesen. Aber das ist doch kein Grund, hier so einen Aufstand zu machen, oder? :wink:

Gruß,
Stefan

P.S.: Wenn wir es schon von cote vs. côte haben, könnte man auch noch côté hinzunehmen, bei dem sich ja wiederum durch das Hinzufügen/Weglassen eines Accents die Bedeutung verändert…

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Hallo axurit,
hast du die Links aufgerufen?
Sonst würdest du nicht solch eine falsche Behauptung
hier aufstellen. Kannst aber gerne den Verfassern der Links
eine Beschwerde einreichen.

Beschwer du dich mal hier: http://www.cotevermeille.com/
hier: http://fr.wikipedia.org/wiki/C%C3%B4te_d%27Azur
hier: http://www.cotesdarmor.com/
und hier: http://www.tourismeci.org/

Aber vielleicht gibt es mal einen Duden der alles erklärt.

Der Duden eher nicht, ein Petit Robert tut’s auch. Und wenn man die etymologische Herkunft beider Wörter kennt, und weiss, dass der Circonflexe auf dem ê für ein nicht mehr vorhandenes s steht, ist auch ohne Wörterbuch alles klar. Kü s te, co s ta, côte.

Gruß
Axurit

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