…und an alle, die mir bei meiner Frage auch weiterhelfen können 
Ich hatte letztens ein interessantes Gespräch mit einem bibeltreuen Christen (so bezeichnete er sich), das ich aber nicht zu Ende führen konnte. Für mich sind u.a. zwei Fragen offen geblieben, die ich hier einfach einmal stellen wollte, mit der Bitte, ob mir das jemand aus Sicht eines Bibeltreuen erklären kann.
Zum einen das Thema Sex vor der Ehe: welche Bibelstelle verbietet dies? Mir selbst sind Stellen bekannt wie beispielsweise du sollst nicht Ehe brechen oder nicht begehren deines nächsten Weibes. Aber wo steht ganz konkret, das Sex vor der Ehe verboten ist?
Wie sieht das dann beispielsweise bei einem Paar aus, dass zwar vor der Ehe Sex hatte, aber nie mit einem anderen Partner als den, den sie dann auch geheiratet haben.
Zweite Frage: Heutzutage gibt es ja die Kindstaufe. Soweit ich weiß ist das eher ein „neuerer Brauch“. Wie begründet man heute biblisch die Kindstaufe?
Vielen Dank schon jetzt für eure Antworten.
Viele Grüße von Chris
Hallo Christine,
Ganz kurz, weil wenig Zeit.
Zum einen das Thema Sex vor der Ehe: welche Bibelstelle
verbietet dies? Mir selbst sind Stellen bekannt wie
beispielsweise du sollst nicht Ehe brechen oder nicht begehren
deines nächsten Weibes. Aber wo steht ganz konkret, das Sex
vor der Ehe verboten ist?
Wie sieht das dann beispielsweise bei einem Paar aus, dass
zwar vor der Ehe Sex hatte, aber nie mit einem anderen Partner
als den, den sie dann auch geheiratet haben.
Nicht direkt. Im mosaischen Gesetz (altes Testament) war Sex nur in der Ehe erlaubt. Wenn ein Päarschen Sex hatte mussten sie heiraten und Scheidung war nicht mehr drin. Danach war Ehebruch eine gefährliche Sache.
Dazu muss man auch beachten, dass die Ehe nicht von einem Priester oder einer Amtsperson für offiziell erklärt wurde.
Man feierte Hochzeit und der Bräutigam nahm seine Braut mit nach Hause und dann vollzogen sie die Ehe.
Man könnte somit sagen, dass es keinen vorehelichen Sex gab, sondern nur ehelichen Sex (der Erste) und danach allenfalls Ehebruch.
Im neuen Testament wird Hurerei verurteilt. Im Prinzip gibt es hier kein anderes Bild.
Zweite Frage: Heutzutage gibt es ja die Kindstaufe. Soweit ich
weiß ist das eher ein „neuerer Brauch“. Wie begründet man
heute biblisch die Kindstaufe?
Gar Nicht.
Gruß
Carlos
hallo,
Im mosaischen Gesetz (altes Testament) war Sex
nur in der Ehe erlaubt.
ist SO nicht richtig.
„sex vor der ehe“ gibt es nach diesen regeln überhaupt nicht, da sex (tisch und bett teilen) automatisch eine ehe erzeugt. eine zeremonie (=vertrag) ist nur EINE der möglichen arten eine ehe zu erzeugen (wenn auch die heute praktisch einzig gültige).
Wenn ein Päarschen Sex hatte mussten
sie heiraten
das ist nicht nötig, s.o.
und Scheidung war nicht mehr drin.
scheidung war und ist drin.
gruß
datafox
Hallo
„sex vor der ehe“ gibt es nach diesen regeln überhaupt nicht,
da sex (tisch und bett teilen) automatisch eine ehe erzeugt.
An so eine Stelle in der Bibel kann ich mich auch noch erinnern. Aber das würde ja heißen, dass es auch aus biblicher Sicht dieses Verbot nicht gab, sondern das dadurch die Ehe vollzogen wurde. Würde das nicht bedeuten, dass Ehe - im kirchlichen Sinn - eigentlich nur eine „Erfindung“ der Kirche ist (einmal provokativ gefragt)?
Viele Grüße von Chris
Hallo
„sex vor der ehe“ gibt es nach diesen regeln überhaupt nicht,
da sex (tisch und bett teilen) automatisch eine ehe erzeugt.
Habe ich nicht das Gleiche geschrieben?
Wenn ein Päarschen Sex hatte mussten
sie heiraten
das ist nicht nötig, s.o.
und Scheidung war nicht mehr drin.
scheidung war und ist drin.
5.Mose 22:28,29
28 Falls ein Mann ein Mädchen findet, eine Jungfrau, die nicht verlobt gewesen ist, und er ergreift sie tatsächlich und liegt bei ihr, und man hat sie ertappt, 29 dann soll der Mann, der bei ihr gelegen hat, dem Vater des Mädchens fünfzig Silberschekel geben, und sie wird aufgrund der Tatsache, daß er sie erniedrigt hat, seine Frau werden. Er wird sich nicht von ihr scheiden lassen dürfen alle seine Tage.
Gruß
Carlos
Hallo,
für den bibeltreuen Christen würde sich dann doch sicher die Frage stellen, ob er nach dem NT oder dem AT handelt - oder?
Viele Grüße von Chris
5.Mose 22:28,29
28 Falls ein Mann ein Mädchen findet, eine Jungfrau, die nicht
verlobt gewesen ist, und er ergreift sie…
da geht es um eine vergewaltigung.
Die Vergewaltigung (s. Notzucht) einer J[ungfrau] wird mit einer Geldstrafe an
den Vater der Vergewaltigten, der Verpflichtung, sie zu ehelichen
(falls sie damit einverstanden ist), und dem Verbot für den Ehemann,
sich von ihr scheiden zu lassen, gesühnt (Deut. 22, 29).
http://www.juedisches-recht.de/MC-Famil-R-Jungfrau.htm
gruß
datafox
Hallo Chris
„sex vor der ehe“ gibt es nach diesen regeln überhaupt nicht,
da sex (tisch und bett teilen) automatisch eine ehe erzeugt.
An so eine Stelle in der Bibel kann ich mich auch noch
erinnern. Aber das würde ja heißen, dass es auch aus biblicher
Sicht dieses Verbot nicht gab, sondern das dadurch die Ehe
vollzogen wurde. Würde das nicht bedeuten, dass Ehe - im
kirchlichen Sinn - eigentlich nur eine „Erfindung“ der Kirche
ist (einmal provokativ gefragt)?
Ja und nein. Eigentlich ja, aber da dies damals ja gleichzeitig die „Hochzeit“ war, d.h. mit dem geschlechtsverkehr waren sie schon mann und Frau, also war es schon eine Ehe, war dies gleichzeitig eine Hochzeit vor dem Standesamt.
Da dies in unserer Gesellschaft und Rechtssprechung aber nicht so ist, sieht es anders aus. Biblisch gesehen müsste also beides erfolgen, das heisst, die offizielle Trauung (die ja heute vom Geschlechtsakt getrennt ist) gehört dazu.
Wenn man Tisch und Bett teilt und sich aber nicht trauen lassen will, ist dies ja ein zeichen, dass man eben nicht die Verpflichtung einer ehe eingehen will, was aber biblisch sein sollte, wenn man das Bett teilt.
Zur Taufe: Die Kindstaufe lässt sich ben biblisch nicht begründen.
Unter anderem gehört vor duie Taufe eine Bekehrung, was ein kind ja nicht tun kann. Für näheres, liess dasjenige welches Jesus zu Nikodemus sagte.
Gruss Beat
1 „Gefällt mir“
Aber das würde ja heißen, dass es auch aus biblicher
Sicht dieses Verbot nicht gab, sondern das dadurch die Ehe
vollzogen wurde.
dazu nochmal aus „biblischer“, sprich israelitischer sicht:
„die ehe vollziehen“ ist schonmal nicht richtig. die ehe ist ein vertragszustand zwischen einem mann und einer frau. es gibt mehrere methoden diesen zustand herbeizuführen. der heute einzig praktisch gültige ist der „erwerb“ der braut durch die übergabe eines wertgegenstandes an diese, meistens eines ringes, vor 3 zeugen. nimmt sie ihn an, hat sie zugestimmt und die ehe ist laut zuvor vereinbartem vertrag gültig (kurzfassung - in wirklichkeit könnte man ein juristisches buch drüber schreiben). eine andere methode ist einvernehmlicher geschlechtsverkehr zwischen einem mann und einer ledigen frau. nur gilt das heute nur mehr theoretisch.
Würde das nicht bedeuten, dass Ehe - im
kirchlichen Sinn - eigentlich nur eine „Erfindung“ der Kirche
ist (einmal provokativ gefragt)?
kirchenrecht hat mit jüdischem recht nicht wirklich was zu tun. das darf man nicht vergleichen. es war hier NUR vom pentateuch die rede. für das kirchliche eherecht sind offensichtlich andere schriften maßgeblich (zb. gibt es keine scheidung).
gruß
datafox
Hallo.
und Scheidung war nicht mehr drin.
scheidung war und ist drin.
5.Mose 22:28,29
[…] Er wird sich nicht
von ihr scheiden lassen dürfen alle seine Tage.
Wie datafox schon anmerkt, geht es hier um einen Spezialfall, welcher auch nur den Mann betrifft. Daneben ist die Scheidung sehr wohl in der Tora vorgesehen (siehe Devorim bzw. Deuteronomium 24:1).
Scholem,
Eli
Hallo Chris,
für den bibeltreuen Christen würde sich dann doch sicher die
Frage stellen, ob er nach dem NT oder dem AT handelt - oder?
Eben nicht, für einen bibeltreuen Christen ist die gesamte Bibel gültig. Er wird zwar nicht das mosaische Gesetz auf sich anwenden, denn er ist ja kein Israelit, aber die Grundsätze die dort zum tragen kommen stammen von Gott. Und der ändert seine Meinung nicht.
2. Timotheus 3:16,17
16 Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich zum Lehren, zum Zurechtweisen, zum Richtigstellen der Dinge, zur Erziehung in [der] Gerechtigkeit, 17 damit der Mensch Gottes völlig tauglich sei, vollständig ausgerüstet für jedes gute Werk.
Gruß
Carlos
Zum einen das Thema Sex vor der Ehe: welche Bibelstelle
verbietet dies? Mir selbst sind Stellen bekannt wie
beispielsweise du sollst nicht Ehe brechen oder nicht begehren
deines nächsten Weibes. Aber wo steht ganz konkret, das Sex
vor der Ehe verboten ist?
Die Bibel sagt: „Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten.“
Jesus hat die Ehebrecherin nicht verurteilt, die alle steinigen wollten…
Ob Sex vor (bzw. außerhalb) der Ehe „gut“ für mich ist, ist eine ganz andere Frage. Es steht nämlich da, dass Mann und Frau „eins“ werden. Das hebräische Wort, das dort gebraucht wird (wenn ich mich richtig erinnere „echod“) bezeichnet eine UNTRENNBARE Einheit. So eine Einheit bedarf einem gewissen Schutz. Dafür ist die Ehe da.
Zweite Frage: Heutzutage gibt es ja die Kindstaufe. Soweit ich
weiß ist das eher ein „neuerer Brauch“. Wie begründet man
heute biblisch die Kindstaufe?
Es wird oft erwähnt, dass sich Menschen mit ihrem ganzen „Haus“ taufen ließen. Spitzfindige Theologen schließen daraus, dass der ganze Haushalt getauft wurde, einschließlich der Kinder. Für mich ist das keine einleuchtende Erklärung. Ich ließ mich letztes Jahr erneut taufen, im wesentlichen aus dem folgenden Grund: Die Taufe ist ein Symbol für Beerdigung und Auferstehung, mit Jesus Christus als Vorbild, dass der alte Mensch tot ist, und mit Jesus Christus zu neuem Leben auferstanden ist. Als ich ein Kind war, war der alte Mensch noch am leben. Einen lebenden Menschen kann man nicht in der Taufe „beerdigen“.
Gruß,
Jan
Hallo,
vielen Dank für die Antwort.
Ich hoffe, ich darf noch eine zweite Frage stellen - ich muss ja gestehen, dass ich katholisch und evangelisch schon irgendwie mit Glauben an die Bibel verbinde (auch wenn mir scheint, dass dies in einigen Fällen nicht soist oder anders ausgelegt wird.). Veruteilen dich dann nicht die Evangelen und Katholiken aufgrund der zweiten Taufe?
Viele Grüße von Chris
Hallo,
da sieht man meine ganze Unkenntnis, aber es interessiert mich. Ich frage mich aber dann tasächlich - da ich bisher, wie auch schon geschrieben, evangelisch und katholisch mit dem Glauben an die Bibel verbunden habe, ob diese Glaubensrichtungen nicht doch sehr interpretativ verfahren. Wenn ich das hier so lese, habe ich fast das Gefühl, dass die evangelische und katholische Kirche in manchen Dingen gar nicht so als bibeltreu bezeichnet werden dürften… Aber um so etwas beurteilen zu können, müsste ich natürlich auch mehr darüber wissen.
Viele Grüße von Chris
Wenn ich das hier so lese, habe ich fast das Gefühl, dass die
evangelische und katholische Kirche in manchen Dingen gar
nicht so als bibeltreu bezeichnet werden dürften…
Genau zu diesem Schluss bin ich auch gekommen. für mich sind diese beiden Kirchen verlogen. Im Endeffekt geht es nur um Geld u Macht (gerade bei der katholischen Kirche).
LG
Andrea
ausgelegt wird.). Veruteilen dich dann nicht die Evangelen und
Katholiken aufgrund der zweiten Taufe?
Hi Chris,
das hast Du gut erkannt
So etwas passiert schon manchmal - mal unterschwellig, mal etwas heftiger. Aber es ist mir egal. Wer den anderen verurteilt, der verdammt sich selbst. Was für mich am wichtigsten ist, ist das eigene Verhältnis zu Gott, nicht was andere Menschen über mich denken.
Gruß,
Jan