Tach Bugleba,
lächelnd las ich Deine Artikel… und da habe mir gedacht, doch mal ganz gezielt, Dir einige psychologische Fragen zu stellen, von denen ich erwarte, dass sie ernsthaft beantwortet werden.
Warum strebt der Mensch zum Wissen? Könnte dies aus dem Trieb der Sicherheitserweiterung entstehen? Oder ist es einfach nur unterhaltsam das erlernte mit der Realität zu vergleichen und Meinungsbildend anzuwenden?
Welcher menschen-formende Prozess führt dazu, dass ein Individuum zu wissen glaubt, welchen Wissensstand, Erkenntnisstand es erreicht hat? Woher nimmt dieser Mensch die ENERGIE, die er dazu benötigt den Anspruch auf Recht-haben, gibt es noch so viele Gegner, durchzuringen. Ist es die Erfahrung, die einem sagt recht zu haben? Also man induktiv auf die Fähigkeit tippt…
Woher kann Mensch sich überhaupt ein solches Selbstbewusstsein nehmen zu wissen „was die Erde zusammenhält“. Gehen wir mal davon aus, dass dieses Selbstbewusstsein aus der Erkenntnis an sich resultiert. Dann aber frage ich mich, wie es auf einem gewissen „Wissensniveau“ zu diesem letzten Funken kommt, der einem versichert: „Das ist es – das stimmt“ und einen den Anspruch auf die göttlich anmutende Überzeugung der Richtigkeit, Vollständigkeit erheben lässt? Ist das einfach nur das streben des Menschens Dinge zu vereinfachen, in ihrer Komplexität so zu reduzieren, dass sie voll fassbar und greifbar sind? Ist das gar ein überlebensnotwendiger Trieb? Von Funken rede ich, da ich der Auffassung bin (da geht’s schon los), dass gerade in der Psychologie, ein Mensch nicht in der Lage sein kann, die zahlreichen komplexen, wechselwirkenden Zusammenhänge soweit zu überblicken, dass ein eindeutiges Urteil gefällt werden kann. Da gibt mir doch sicherlich jeder recht!? Ich stelle mir einen Menschen manchmal als einen hochentwickelten Computer vor, der sein Leben lang, besonders in der Kindheit, seine komplette Umwelt abspeichert, jeden kleinsten Zusammenhang aufnimmt und sein Wissensbereich erweitert und aus all diesen Informationen, Erfahrungen und Erlebnissen wird nun sein Wesen geformt, ob er will oder nicht.
Was lässt nun den Pseudo-Wissenden, neben Geltungsbedürfnis und Selbstwertgefühl, Patentlösungen, herauszuschmettern, sich dabei als Gipfelstürmer zu fühlen und das gegebene Problem nach Schubladen verfahren anzugehen?
Was für eine Kindheit könnte man gehabt haben, wenn man dazu neigt Menschen diskriminierend nach ihrer persönlich-gewonnenen, durch Lebenserfahrung, etc., Einschätzungen, Auffassungen und Wissensstand zu behandeln und einzustufen.
Was hat man erlebt, ist einem widerfahren, wenn man vermeintliche Unfähigkeit, Dummheit verachtet und dies selbstsicher von sich gibt … und das aus der mühsam gemauerten und ersehnten Festung der „Weisheit“ heraus.
Worunter hat man dann gelitten? Das interessiert mich wirklich!
Da ich nur ein unwissender, psychologisch nicht geschulter Schüler bin, hoffe ich, dass du mir, als eine kluge Person, meine Fragen auf einem mir verständlichen Niveau beantwortest!
Noch eine: War Faust ein Dummkopf? Er wusste so viel… und meinte doch nichts zu wissen? Wie blöd kann man sein?
Danke im Voraus,
uwe