Frage an die Eltern und Lehrer von (Hoch)Begabten

Hallo zusammen!

An unserer Schule gibt es schon seit einigen Jahren einen Arbeitskreis zur Förderung der Hochbegabten.

Wir möchten nun einen Flyer erstellen, in den wir Punkte aufnehmen wollen, die grade die Eltern von HBs interessieren.

Kinder, die alles andere als pflegeleicht sind, zusätzlich ADS haben, Asperger usw.

Die Gedanken gehen dahin, dass wir z.B. Lerninstitute mit einbinden wollen, das Jugendamt, den Schulpsychologischen Dienst.

Eine Notfallnummer - falls in der Schule mal wieder der Kittel brennt, die Telefonnummern von in diesem Metier aktiven Eltern unserer Schule.

Zudem soll auch für das Kollegium ein Flyer erstellt werden, um die Lehrer für solche Kinder zu sensibilisieren.
Viele Schulprobleme kommen ja, WEIL weder Eltern noch Lehrer wissen, welch schlaues Köpfchen sich hinter einer Maske verbirgt.

Meine Frage an Euch:

WAS würde Euch besonders auf den Nägeln brennen?
WIE kann man das formulieren?
WELCHE Schwerpunkte würdet Ihr setzen?
WELCHE Verhaltensauffälligkeiten sind besonders signifikant?

Ich sag dann schonmal Danke

Hi du!
Ich sende dir mal nen link für ein Forum, das einen Bereich für Hochbegabte Kids hat, aber auch für Lehrer und Eltern.
http://www.logios.de/diskussionsforen.htm
Dort tümmeln sich also hauptsächlich eltern von Hochbegabten im Bereich für Eltern. Dort kannst du es ja, falls du hier nicht genügend Ressonanz bekommen solltest, nochmals versuchen! Ich denke, die Eltern dort würden das Projekt durch gezielte Vorschläge gut unterstützen.

Grüße, Regina

Grüße

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Hallo zusammen!

Auch Hallo!
(Elter bin ich aber hoffentlich noch nicht!)

Ich habe hier einen Link eines Vereins in Lüneburg der sich damit beschäftigt. Da steht auch was zu den „Symptomen“ oder wie man das auch immer nennen will.

http://www.luenefuechse.de/index.html

Naja, die haben das teilweise sehr treffend formuliert, was ich ach aus eigenen Erfahrungen heraus bestätigen kann. Ich selbst hatte mit denen aber nichts zu tun. Die sind recht neu, denke ich.
Ach übrigens gab es in der GEO vor einigen Jahren mal einige Artikel darüber. Die waren sehr interessant…
VG, Stefan

Hallo Angelika,

wende dich doch mal an Mensa e.V. http://www.mensa.de . Mensa ist ein eingetragener Verein, der sich eben genau dieser Menschen annimmt.

Gut, unser Hauptziel ist das zusammenbringen Hochbegabter - ob Kinder oder Erwachsene sei jetzt mal nebensächlich - aber eben durch die jahrelange Erfahrung, sei es durch eigene Erfahrungen oder durch Mitglieder mit ebenfalls hochbegabten Kindern, gehe ich mal davon aus, daß dir dort sogar richtig fachkundig geholfen werden kann.

Auf jeden Fall finde ich es großartig, daß es bei euch eine solche Initiative gibt und die HB’s nicht als faul/dumm/Klassenclown/was-auch-immer abgestempelt werden. Das hätte ich mir damals für meine Schule gewünscht :-/

Viele Grüße
Anja

Dank an Euch alle
Hallo alle miteinander!

Wir wollen diesen Flyer nicht ausschließlich auf HBs ausrichten, eben WEIL diese Kinder/Familien häufig - grade an Schulen - in die Schublade
gesteckt werden „überehrgeizige Eltern wollen etwas Besonderes in ihr Kind interpretieren“.

Mittlerweile sind wir 13 ca. Jahre mit dem Thema HB in unserer Familie beschäftigt, etwas später dann ADS, und in der Schule unseres Sohnes sind wirklich einige Lehrer sehr daran interessiert Kinder mit besonderen Begabungen (oder großem Fleiß), aber auch Kinder die irgendwie aus dem Rahmen fallen aufzufangen.

Leider ist es mit „nur“ dem Auffangen oft nicht getan, weil diese kleinen Hirne Anreize benötigen.
Anreize, die man häufig nicht im herkömmlichen Unterricht nebenbei leisten kann…

Und manchmal muss man eben auch Strategien entwickeln, wie man so simple Dinge wie den täglichen (Schul)Ablauf einigermaßen schmerzfrei für alle Beteiligten organisieren kann.

Jedes Jahr am Tag der offenen Tür stehen Eltern aus unserem Arbeitskreis an einem Stand, um die verwirklichten Ideen zu präsentieren und Fragen zu beantworten.

Und jedes Jahr wieder, ganz besonders häufig beim Blick auf unseren Büchertisch auf dem auch Bücher zu HB+ADS liegen, brechen Mütter in Tränen aus, weil ihre Kinder bisher schon Unbeschreibliches erfahren haben.

Natürlich können wir auch nicht zaubern und kochen nur mit Wasser.
Wir wollen aber alles daran setzen, dass besondere Kinder auch ab und zu besonderes Augenmerk und Verständnis bekommen.

Für Eure Anregungen bedanke ich mich herzlich, sie tragen bestimmt dazu bei, für mehr Verständnis zu sorgen.

Angelika

Hallo Angelika,

wir sind seit rund 5 Jahren im Thema ADS und HB, haben sehr schwer betroffene Kinder *seufz* und einiges an Kindergarten- und Schulerfahrungen auf dem Buckel :-/(Klassensprung mit übelstem Mobbing, vor-vorzeitige Einschulung mit allerbestem Verlauf und nach Lehrerwechsel totaler Einbruch, von den alltäglichen „Kleinigkeiten“ mit einzelnen Lehrern ganz zu schweigen…). Allerdings fürchte ich, Du bist mir trotzdem in einigem buchstäblich um Jahre voraus, so dass ich nicht viel neues bieten kann. Ich versuche es trotzdem:

.

Meine Frage an Euch:

WAS würde Euch besonders auf den Nägeln brennen?

Man muss die Kinder, egal ob hb, ADS’ler oder in Kombination, mehr als andere bei der Stange halten. Gute Lehrer, die es durchaus gibt *g*, schaffen das - durch interessanten Unterricht, indem sie darauf achten, wenn ein solches Kind wegdriftet, indem sie einen Hypie, der zu sehr zappelt, kurz mal auf einen Botengang schicken, und ähnliches.

Solche kleinen Massnahmen kommen ALLEN Kindern zugute und reduzieren das Sündenbocksyndrom erheblich.

Außerdem: Lehrer sollen sich nicht als Hobbypsychologen aufspielen, nicht in die mit Therapeuten abgesprochene (!) Erziehung dazwischenfunken (so meinte eine besorgte Lehrerin einmal, ich sei zu streng - hat dies aber einige Monate später zurückgenommen, weil sie mit ihrer nachgiebigen, inkonsequenten Art meine Träumertochter völlig aus der Kontrolle verloren hat *g*).

WIE kann man das formulieren?

  • Diagnosen akzeptieren

  • kein Getratsche anderen Eltern gegenüber (habe ich erlebt)

  • kein Bloßstellen der Kinder

  • Hausaufgaben klar und deutlich stellen, nicht erst nach dem Klingeln, und in der nächsten Stunde auch kontrollieren

  • kein Anzweifeln der mit Kinderpsychologen abgeklärten Maßnahmen (Therapieansatz, evtl. Medikation)

  • Eltern generell nicht zur Rechtfertigung nötigen

  • bei Verdacht auf ADS/HB die Eltern zu Beratungsstellen schicken

WELCHE Schwerpunkte würdet Ihr setzen?

Die Kinder sollen so „normal“ es geht, in den Unterricht mit eingebunden werden - das ist durchaus möglich, wenn eine Lehrkraft dies möchte.

WELCHE Verhaltensauffälligkeiten sind besonders signifikant?

Hibbeln, träumen, Hausaufgaben vergessen, chaotische Hefte, aufsässiges Verhalten, Ausraster, zuspätkommen, Anweisungen definitiv nicht hören… das sollte eine Lehrkraft auch individuell mit den Eltern abklären

Ich bin in dieser Angelegenheit etwas pessimistisch, vielleicht aber auch, weil es bei uns mit allen Kindern gerade nicht so gut läuft und ich zu oft auf Leerkräfte gestoßen bin, die wahlweise ADS nicht einmal gekannt und/oder bei meinen Träumertöchtern abgetan haben, und/oder bei den kleinsten Problemen mit dem Totschlagargument „Sie ist ja auch so dünn!“ kamen (meine Töchter sind beide überdurchschnittlich groß, fallen also optisch nicht als jünger auf, sind aber sehr schmal - war ich als Kind auch. Sie essen sehr viel und gesund). Nein, ich nerve die Pädagogen keineswegs mit ständigen Gesprächen, falls der Eindruck entsteht - es sammelt sich eben im Laufe der Jahre bei mehreren Kindern.

Ich wünsche Euch sehr viel Glück - und schicke noch per mail einen Link, den ich hier nicht posten möchte (denn damit wäre es aus mit dem bißchen Anonymität durch den Nick).

Viele Grüße,

Inselchen

Hallo alle miteinander!

Auch nochmal Hallo!

Kurze Frage:
Was hat ADS eigentlich mit Hochbegabung zu tun?
Und ab wann könnte man von bei HB von ADS sprechen? Was sind „Vorstufen“?
Schließen sich HB und ADS nicht eher aus als dass sie gemeinsam auftreten. Ich meine, HB ist doch in der Regel durch hohe kognitive Fähigkeiten und ein entsprechendes Auffassungsvermögen gekennzeichnet. ADS drückt sich doch eher darin aus, dass Menschen von außen weniger aufnehemen.
Oh, mir fällt gerade ein, dass sich dies in autistischen Zügen äußern kann und die Gedankenspiele für andere unbemerkt stattfinden. Aber gibt es noch andere Bereiche in denen sie sich überschneiden?
Es interessiert mich wirklich, auch wegen meiner selbst. Niemand meinte je, ich hätte ADS, aber mir wurde oft „attestiert“, ich könne nur schwer „beim Thema bleiben“, „schweife leicht ab“ o.ä…
VG, Stefan

Hallo Stefan,

bei meinen drei Kindern habe ich alle Formen von ADS „im Haus“: eine Träumerin, eine Mischtypin und einen extremen Hypie. Dazu liegt einmal Hoch- und einmal Höchstbegabung vor, beim Jüngsten ist die Aussagekraft der Testung noch zu unsicher, aber eine Tendenz ist klar. Das nur zur Info, ansonsten bin ich nur Laie :wink:

Kurze Frage:
Was hat ADS eigentlich mit Hochbegabung zu tun?

Streng genommen : Nichts. Oder so viel wie Husten mit Schnupfen.

Beides sind zunächst isolierte Auffälligkeiten, nicht mehr und nicht weniger.

Und ab wann könnte man von bei HB von ADS sprechen?

Auch hier gibt es klare Kriterien: Eine HB liegt vor ab einem IQ von 130. ADS liegt vor, wenn es bei einer seriösen (!!!) Diagnostik festgestellt wurde, allerdings gibt es , anders als bei einem IQ-Test, nur ein Ausschlussverfahren. Dieses ist aber so umfangreich, dass die Fehlerquote gering sein dürfte (hier werden die „Kritiker“ wieder aufschreien *g*). Ich rede von einer Diagnose durch erfahrene Psychologen, NICHT durch einen Kinderarzt oder so !

Außerdem gibt es nicht „ein bißchen“ hochbegabt, aber es gibt leichtere und schwerere ADS-Fälle. Die leichteren benötigen lediglich Aufklärung, aber keine andauernde Therapie oder Medikamente.

Was sind

„Vorstufen“?

Siehe oben - es gibt nicht „ein bißchen“ hb, und es gibt auch nicht „ein bißchen“ ADS, sondern eben auch „zerstreut, aber KEIN ADS“.

Schließen sich HB und ADS nicht eher aus als dass sie
gemeinsam auftreten. Ich meine, HB ist doch in der Regel durch
hohe kognitive Fähigkeiten und ein entsprechendes
Auffassungsvermögen gekennzeichnet.

ADS wird besonders von Hochbegabten oft gut kompensiert. Das sind dann Leute, die locker ein recht gutes Abi machen, obwohl sie nur 50 % mitbekommen wegen Träumerei und Schusseligkeit *g* - zum Beispiel.

Grundsätzlich aber bremst ein unerkanntes oder unbehandeltes ADS die HB eher aus.

ADS drückt sich doch eher
darin aus, dass Menschen von außen weniger aufnehemen.

Nicht wirklich, sie haben eine niedrigere Reizschwelle und nehmen MEHR auf, haben aber ein Problem damit, wichtiges von unwichtigem zu trennen (beobachten eine Fliege und vergessen das Ende der Rechenaufgabe, lesen ohne Zeitgefühl ein Buch und vergessen einen Termin…).

Es interessiert mich wirklich, auch wegen meiner selbst.
Niemand meinte je, ich hätte ADS, aber mir wurde oft
„attestiert“, ich könne nur schwer „beim Thema bleiben“,
„schweife leicht ab“ o.ä…

Da helfen keine Vermutungen und keine Ferndiagnosen - Gewissheit erhältst Du nur, wenn Du zur Fachkraft gehst.

Hier noch ein Link für Dich:

http://www.eigen-sinn.homepage.t-online.de/home.htm

Auf dieser Seite geht es um die Kombination ADS/HB.

Viele Grüße,

Inselchen

Hallo Inselchen

Siehe oben - es gibt nicht „ein bißchen“ hb,

Meine Frage bezog sich nur auf letzteres. Für Mitlesende ist jedoch zu sagen, dass HB (IQ>130) per Definition festgelegt ist. Das Merkmal „Höhe des IQ“ ist annähernd normalverteilt, weshalb die Definition willkürlich ist und keinen strengen Grundprinzipien zugrunde liegt. Insofern ist die Aussage, es gäbe nicht „ein bißchen“ hochbegabt, richtig, doch handelt es sich ausschließlich um die Klassierung eines stetigen Merkmals, weshalb sie einzuschränken ist…
und es gibt auch

nicht „ein bißchen“ ADS, sondern eben auch „zerstreut, aber
KEIN ADS“.

Erfreulich, dass zu wissen. Dann bin ich beruhigt.
VG, Stefan

Hallo Inselchen und Stefan!

Ich erzähle jetzt mal aus unserem „Nähkästchen“, denn unser Sohn wurde auch viel zu lange in die Kategorie des Hochbegabten, der irgendwie seltsam ist eingestuft.
Da er leistungsmäßig in der 1./2. Grundschulklasse keinerlei Schwierigkeiten hatte im Stoff mitzukommen, fiel er als unangepasstes, äußerst impulsives, wissbegieriges und schwieriges Kind auf.
Die Klassenkonstellation tat noch ihr übriges dazu, dass unser Sohn mit ca. 7 Jahren aufgrund seiner Andersartigkeit nicht mehr leben wollte.

Er hatte es so satt in der Schule, denn er wurde von seinen Klassenkameraden heftig geärgert.

Wir hatten eine einzigartige Lehrerin, der es zu verdanken ist dass alles eine glückliche Wendung genommen hat.
Wie Inselchen schon schrieb, die Kinder sind dankbar für jeden Botendienst und jede Extrabeschäftigung.

Jedenfalls kam ziemlich spät - und nur auf unsere Inititative, obendrein alles selbst bezahlt - die ADS-Diagnostik.

Großes Erwachen bei den zuvor kontaktierten Stellen, bei denen ich erstmals Hilfe suchte, als unser Sohn 3 Jahre alt war(!!)

Er hatte durch die HB das ADS weitgehendst kompensieren können, konnte bereits lesen als er in die Schule kam und beschäftigte sich auch im Unterricht oft mit Dingen am ENDE der Schulbücher, nicht etwa dort, wo die Klasse im Stoff war.

Und weil eben auffällige Kinder Läuse UND Flöhe haben können, nämlich HB plus ADS, fallen sie häufig durch´s Raster.
Ganz arm dran sind die hochbegabten Träumer, denn sie fallen ja noch nicht mal durch Stören auf.

Und deswegen sehe ich auch IQ-Tests als unverzichtbar bei jeglichen Auffälligkeiten in der Schule.
Nicht etwa, um sich die Auswertung als Schutzschild vor den Bauch zu binden, sondern um zu wissen, welche Besonderheit dieses Kind hat.

Um ihm zu helfen, es anders zu fördern.
Hochbegabung ist nämlich, so unsere Erfahrung auch aus der örtlichen DGhK-Gruppe, keineswegs ein sicheres Ticket für eine glänzende Schullaufbahn oder ein problemloses Leben.
Ganz im Gegenteil.
Viele Menschen mögen keine Kinder, die um die Ecke denken und das, was sie denken auch noch wagen auszusprechen. Leider gehören dazu auch etliche Lehrer.

Wir haben übrigens NIE in der Schule gleich von der HB gesprochen. Spätestens am ersten Sprechtag mit neuen Lehrern kam dann der Spruch:
„Sie haben ja ein interessantes Kind, und sooo pfiffig obendrein…leider verhält es sich häufig so störend…!!“

Wir sind mittlerweile gut in Jahrgangsstufe 12 gelandet, naja, Knalltüten von Lehrern findet man überall, aber die netten und engagierten sollte man nicht vergessen.
Und damit es von der Sorte mehr gibt setze ich mich nach Kräften in der Schule mit ein.

Wünsche Euch allen einen schönen Sonntag,
Angelika

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Hallo,

ganz komme ich bei Deinem Thema nicht mit.

Du willst einen Flyer für nur eine Schule erstellen?

Da kann man in der Regel die Hochbegabten an einer Hand abzählen.

Mir scheint auch die Tendenz dahin zu gehen, dass HB alle merkwürdige Verhaltensauffälligkeiten haben sollen?

Also die „normalste“ Auffälligkeit wäre, dass diese durchweg gute Noten haben, ihre Hausaufgaben während den 5 Min Pausen erledigen und zu Hause wenig oder gar nichts für die Schule tun.

Also mir brennt da gar nichts unter den Nägeln. Sicherlich ist es gut Schulleitungen bzw. Schulpsychologen für das Thema zu sensibilisieren.

Was Du aber z.B. mit einer Notfallnummer meinst, kann ich nicht nachvollziehen.

Wie Du ja weißt gibt es diverse Gruppierungen die sich um das Thema HB bei Kindern kümmern. In diesem Sinne ist es vielleicht sinnvoll Kontaktadressen dieser Gruppen mit Infomaterial in der Schule zu veröffentlichen.

Wichtiger wäre vielmehr, dass HB, die einmal als solche erkannt wurden Schulkreisübergreifend eigene Klassenverbände bilden, soweit das logistisch möglich ist. (sicher einfacher in Großstädten)

Besten Gruß
Mathias

Hallo Mathias!

ganz komme ich bei Deinem Thema nicht mit.
Du willst einen Flyer für nur eine Schule erstellen?

Nein.
Wir haben an einem Regelgymnasium seit einigen Jahren einen Arbeitskreis, in dem wir uns insbesondere mit der Förderung von (Hoch)Begabten befassen.
Sowohl im Sinne von Binnendifferenzierung als auch mit weitergehenden Angeboten.

So haben wir z.B. nach dem Drehtürmodell nach Renzulli einige mathematisch außergewöhnlich begabte Schüler gehabt, die parallel die Oberstufe absolvierten, aber „nebenher“ Mathematik studierten und alle Scheine bei ihrem späteren Mathe-Studium an unserer Uni angerechnet bekamen.

Einen „Debating-Club“ für Klasse 9+10 gab es bereits, in dem etwa 10 Schüler mit einem Muttersprachler politische Diskussionen auf Englisch führten.

Da kann man in der Regel die Hochbegabten an einer Hand
abzählen.

Hier irrst Du! (Gauss´sche Glocke)

Mir scheint auch die Tendenz dahin zu gehen, dass HB alle
merkwürdige Verhaltensauffälligkeiten haben sollen?

Nicht alle, aber viele.

Also die „normalste“ Auffälligkeit wäre, dass diese durchweg
gute Noten haben, ihre Hausaufgaben während den 5 Min Pausen
erledigen und zu Hause wenig oder gar nichts für die Schule
tun.

Nun stellt sich mir die Frage, in wiefern Du Dich bisher mit dem Thema beschäftigt hast.
Mir scheint, noch gar nicht.
Denn Hochbegabung heißt absolut nicht, dass man gute Noten oder Hausaufgaben mit links und schon gar nicht, dass man nichts für die Schule tun muss!!!

Also mir brennt da gar nichts unter den Nägeln. Sicherlich
ist es gut Schulleitungen bzw. Schulpsychologen für das Thema
zu sensibilisieren.
Was Du aber z.B. mit einer Notfallnummer meinst, kann ich
nicht nachvollziehen.

Verständlich, doch die Eltern von HBs suchen oft nach Hilfe weil in der Regelschule für Kinder mit besonderen Denkweisen zu wenig getan wird.
Die schnelle Hilfe, wenn eine Extremsituation eingetreten ist, wäre wünschenswert.

Wie Du ja weißt gibt es diverse Gruppierungen die sich um das
Thema HB bei Kindern kümmern. In diesem Sinne ist es
vielleicht sinnvoll Kontaktadressen dieser Gruppen mit
Infomaterial in der Schule zu veröffentlichen.

Haben wir.

Wichtiger wäre vielmehr, dass HB, die einmal als solche
erkannt wurden Schulkreisübergreifend eigene Klassenverbände
bilden, soweit das logistisch möglich ist. (sicher einfacher
in Großstädten)

Ist es nicht, da viele HBs sich nicht gerne als solche outen mögen. Der Versuch einer D-Zug-Klasse an unserer Schule scheiterte exakt daran.
Zudem wollen wir auch daran arbeiten, dass Kinder, die mit ihren anderen Gedankengängen aus dem Rahmen fallen, nicht gleich in die Schublade von doof und/oder unerzogen und falsch am Gymnasium gesteckt werden, sondern man genau hinguckt WARUM sie so sind.

Und dass schon gar nicht wir Eltern von morgens bis abends mit den Sprösslingen üben, um sagen zu können „mein Kind ist und kann aber…“ nach dem Prinzip der Eislauf-Muttis.

Leider erleben viele HBs bzw. deren Eltern an den Schulen das übliche Schubladendenken.
Was ich bei Deinen obigen Aussagen auch leider sehe.)

Und wir möchten gerne Lehrer dafür sensibilisieren, dass es eben NICHT grundsätzlich ein Segen ist hochbegabt zu sein oder ein solches Kind zu haben, dass man eben NICHT einen problemlos lernenden und „funktionierenden“ kleinen Einstein zuhause hat, sondern häufig ein Kind, das zutiefst verzweifelt in seinem anderen Denken gefangen ist.
Das optisch 7 Jahre alt ist, aber geistig 16, das auf rhetorische Schlagabtäusche mit den Lehrern anspringt wie ein 6-Zylinder und hinterher nicht versteht, warum der Lehrer das nicht toll fand.

Angelika

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Hallo Angelika!

ganz komme ich bei Deinem Thema nicht mit.
Du willst einen Flyer für nur eine Schule erstellen?

Nein.
Wir haben an einem Regelgymnasium seit einigen Jahren einen
Arbeitskreis, in dem wir uns insbesondere mit der Förderung
von (Hoch)Begabten befassen.
Sowohl im Sinne von Binnendifferenzierung als auch mit
weitergehenden Angeboten.

So haben wir z.B. nach dem Drehtürmodell nach Renzulli einige
mathematisch außergewöhnlich begabte Schüler gehabt, die
parallel die Oberstufe absolvierten, aber „nebenher“
Mathematik studierten und alle Scheine bei ihrem späteren
Mathe-Studium an unserer Uni angerechnet bekamen.

Einen „Debating-Club“ für Klasse 9+10 gab es bereits, in dem
etwa 10 Schüler mit einem Muttersprachler politische
Diskussionen auf Englisch führten.

Also das hört sich ja alles schon sehr gut an. Da liegen schon Welten zwischen dem, was es heutzutage an Angebot gibt und vor 15 Jahren. Vom Studieren neben der Schule habe ich gerade erst gelesen.

Da kann man in der Regel die Hochbegabten an einer Hand
abzählen.

Hier irrst Du! (Gauss´sche Glocke)

Also 2/100. Normalerweise 1000 Schüler, also 20 in einer Gesamtschule, beim Gymnasium dann vielleicht 40 in den verschiedensten Klassenstufen?

Mir scheint auch die Tendenz dahin zu gehen, dass HB alle
merkwürdige Verhaltensauffälligkeiten haben sollen?

Nicht alle, aber viele.

Lustig, ich denke mal das gilt für normale Kinder auch.

Also die „normalste“ Auffälligkeit wäre, dass diese durchweg
gute Noten haben, ihre Hausaufgaben während den 5 Min Pausen
erledigen und zu Hause wenig oder gar nichts für die Schule
tun.

Nun stellt sich mir die Frage, in wiefern Du Dich bisher mit
dem Thema beschäftigt hast.
Mir scheint, noch gar nicht.
Denn Hochbegabung heißt absolut nicht, dass man gute Noten
oder Hausaufgaben mit links und schon gar nicht, dass man
nichts für die Schule tun muss!!!

Sagen wir mal so. Ich bin hochbegabt und die ich in meiner Schule damals für hochbegabt gehalten habe, ging es so wie mir, wie beschrieben.

Wichtiger wäre vielmehr, dass HB, die einmal als solche
erkannt wurden Schulkreisübergreifend eigene Klassenverbände
bilden, soweit das logistisch möglich ist. (sicher einfacher
in Großstädten)

Ist es nicht, da viele HBs sich nicht gerne als solche outen
mögen. Der Versuch einer D-Zug-Klasse an unserer Schule
scheiterte exakt daran.
Zudem wollen wir auch daran arbeiten, dass Kinder, die mit
ihren anderen Gedankengängen aus dem Rahmen fallen, nicht
gleich in die Schublade von doof und/oder unerzogen und falsch
am Gymnasium gesteckt werden, sondern man genau hinguckt WARUM
sie so sind.

Und dass schon gar nicht wir Eltern von morgens bis abends mit
den Sprösslingen üben, um sagen zu können „mein Kind ist und
kann aber…“ nach dem Prinzip der Eislauf-Muttis.

Leider erleben viele HBs bzw. deren Eltern an den Schulen das
übliche Schubladendenken.
Was ich bei Deinen obigen Aussagen auch leider sehe.

Was ist denn daran schlimm, dass ich die meisten Hochbegabten für intergrationsfähige Schüler halte, die gelangweilt gut Noten nach Hause bringen. Ist ja bei Dir schon fast ein Ausschlußkriterium.

Unerzogen sind Kinder meistens, weil sie nicht erzogen sind.

Und wir möchten gerne Lehrer dafür sensibilisieren, dass es
eben NICHT grundsätzlich ein Segen ist hochbegabt zu sein oder
ein solches Kind zu haben, dass man eben NICHT einen
problemlos lernenden und „funktionierenden“ kleinen Einstein
zuhause hat, sondern häufig ein Kind, das zutiefst verzweifelt
in seinem anderen Denken gefangen ist.

Also das hört sich schon sehr dramatisch an. Mag ja sein, dass Du gerade mit solchen Kindern zu tun hast, aber Deine Wahrnehmung hinsichtlich der Anzahl von Problemkindern unter HB scheint dadurch etwas verfärbt.

Das optisch 7 Jahre alt ist, aber geistig 16, das auf
rhetorische Schlagabtäusche mit den Lehrern anspringt wie ein
6-Zylinder und hinterher nicht versteht, warum der Lehrer das
nicht toll fand.

Du diskreditierst Dich doch selber mit solchen BILD Zeitung aussagen.

Auf der einen Seite finde ich es gut, dass Du Dich da so sehr engagierst, auf der anderen Seite finde ich Deine Argumentation einseitig und zu emotionsgeladen.

Während viele Hochbegabte vielleicht schon früh logische Zusammenhänge von höchster Komplexität begreifen, befinden sie sich dennoch emotional noch im Kindesalter. Eine reine „Therapie“, die auf der Bereitstellung von mehr Lernmöglichkeiten aufbaut, sehe ich als bedenklich.

Zu häufig habe ich HB kennengelernt, die nicht Kommunizieren wollten, konnten, weil ihre Gedanken so vielfach schneller waren als ihr Körper (Mundwerk) fähig diese auszusprechen.

Wichtig sind daher auch „therapeutische“ Angebote, wie Meditation, Konzentrationsübungen und Gruppenarbeit. Gerade auf die emotionale Arbeit würde ich daher an Deiner Stelle jetzt Wert legen, da die Chancen zum Ausleben der HB ja schon ganz gut vorhanden sind.

Besten Gruß
Mathias

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Hallo Mathias!

Mir scheint auch die Tendenz dahin zu gehen, dass HB alle
merkwürdige Verhaltensauffälligkeiten haben sollen?

Nicht alle, aber viele.

Lustig, ich denke mal das gilt für normale Kinder auch.

Ich denke, an diesem Punkt ist die Diskussion für mich so gut wie beendet.

Du hast in meinen Augen keine (!!) Ahnung.
Lustig ist etwas so anderes…

Sagen wir mal so. Ich bin hochbegabt und die ich in meiner
Schule damals für hochbegabt gehalten habe, ging es so wie
mir, wie beschrieben.

Wir sprechen hier von HBs, die getestet wurden.

Was ist denn daran schlimm, dass ich die meisten Hochbegabten
für intergrationsfähige Schüler halte, die gelangweilt gut
Noten nach Hause bringen. Ist ja bei Dir schon fast ein
Ausschlußkriterium.

Wissen und Vermuten sind zwei verschiedene Paar Schuhe.
Mit wieviel getesteten HBs hattest Du bisher als Vater zu tun, als Lehrer oder als Mitglied einer Selbsthilfegruppe?

Unerzogen sind Kinder meistens, weil sie nicht erzogen sind.

Das hängt mit der Definition „unerzogen“ zusammen.

In Arbeitskreisen oder Selbsthilfegruppen erleben wir immer wieder, dass unangepasstes Verhalten - und das legen HBs nunmal häufig an den Tag, eben WEIL sie völlig anders denken - von Außenstehenden so betrachtet werden.
Ich rate Dir - bevor Du Dich an solchen Diskusssionen beteiligst - zum Austausch mit BETROFFENEN.

Harte Worte, aber nicht nur wir (er)leben eben NICHT das Klischee des problemlos integrierbaren , angepassten Überfliegers.
Das liegt leider daran, dass es viel zu viele Menschen gibt die nicht informiert sind.

Angelika

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Hallo Angelika,

Du hast insofern Recht, dass ich eigentlich ja gar nicht gefragt worden bin, da ich wirklich weder Eltern noch Lehrer von HB bin.

Mir war es dennoch wert zu versuchen Deine Vorurteile über HB auszuräumen, die in Deiner Fragestellung zum Vorschein kamen.

In Bezug auf Probleme mit HB´s bin ich wirklich kein Experte, da ich mit HB´s noch nie welche hatte.

Nur im Bezug auf Problemen von HB´s habe ich Expertenstatus, aber das spielt ja eigentlich für Dich persönlich keine Rolle, da es Dir ja erstmal primär darum geht, Deine eigenen Probleme zu lösen.

Mein Ansatz ist einfach der, dass Du Deine Probleme am besten löst, wenn Du die Probleme der/Deiner HB Kinder lösen hilfst.

Die Ansatzpunkte, die ich für wichtig halte, habe ich ja schon genannt.

Naja, irgendwann sind die Kinder gross und aus dem Haus. Spätestens dann hat sich die Sache erledigt.

Besten Gruß
Mathias

Einspruch
Hallo Mathias,

als Mutter mehrerer HB’s stimme ich Angelika komplett zu.

Du hast insofern Recht, dass ich eigentlich ja gar nicht
gefragt worden bin, da ich wirklich weder Eltern noch Lehrer
von HB bin.

Da geht es schon los. Wenn ich meine Schulzeit mit der Schule von heute vergleiche, dann gibt es ganz erhebliche Unterschiede, oft zum Nachteil der Kinder, die „anders“ sind. Ich hatte früher sehr viel mehr „Narrenfreiheit“, niemand hat an mit herumgenörgelt, weil ich als Oberschussel weder Hausaufgaben noch Heftaufschriebe auf die Reihe bekommen habe. Ich war relativ gut in der Schule, saß brav in der Ecke und basta. Dass ich erheblich mehr hätte leisten können, war kein Thema.

Heute bekommt meine ähnlich gestrickte älteste Tochter andauernd zu hören, sie sei zu ruhig, zu eigenbrötlerisch und nicht gruppentauglich genug. Du kannst Dir vorstellen, dass dieser stete Tropfen der Kritik sie nicht unbedingt aufbaut.

Dies nur als Beispiel, da Du ja zugibst, keine Erfahrung mit Kindererziehung zu haben.

Mir war es dennoch wert zu versuchen Deine Vorurteile über HB
auszuräumen, die in Deiner Fragestellung zum Vorschein kamen.

Das sind nun wirklich keine Vorurteile. Ich lebe weit weg von Angelika, aber trotzdem sind die Probleme sehr ähnlich, mehr oder weniger intensiv bei sehr, sehr vielen mir bekannten HB’s. Natürlich gibt es auch problemlose Hochleister, das bestreitet auch keiner. Sie sind hier aber nicht das Thema.

In Bezug auf Probleme mit HB´s bin ich wirklich kein Experte,
da ich mit HB´s noch nie welche hatte.

Ich weiß ja nun nicht, wie viele HB’s Du tatsächlich kennst. Ich kenne auch etliche Erwachsene, die NICHT geradeaus an der Uni gelandet sind, sondern gelangweilt durch Unterforderung irgendwann den Anschluss an den Schulstoff verpasst haben und schulisch „nach unten“ durchgereicht wurden, mit dem Etikett „dumm, ungezogen, Störenfried“. Das wirkt dann noch weit bis ins Erwachsenenalter. Aber wahrscheinlich sind das eben nicht die HB’s, von denen Du redest.

Nur im Bezug auf Problemen von HB´s habe ich Expertenstatus,
aber das spielt ja eigentlich für Dich persönlich keine Rolle,
da es Dir ja erstmal primär darum geht, Deine eigenen Probleme
zu lösen.

Hier bei w-w-w legt ja jeder selbst fest, ob er Experte ist. Du magst hb sein und/oder HB’s kennen, aber das macht Dich nun wirklich nicht zum Experten.

Mein Ansatz ist einfach der, dass Du Deine Probleme am besten
löst, wenn Du die Probleme der/Deiner HB Kinder lösen hilfst.

Hallo, es sind nicht Agelikas Privatprobleme, sondern die einer nicht unerheblichen Gruppe von Menschen !

Naja, irgendwann sind die Kinder gross und aus dem Haus.
Spätestens dann hat sich die Sache erledigt.

Och, mein Vater würde das anders sehen, denn oft genug sind die Enkelkinder ja auch etwas anders als die Norm vorschreibt :wink:

Viele Grüße,

Inselchen

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Hallo Kampfhähne :wink:

Was ihr da tut, das ist nicht besonders produktiv!!!

Die Verknüpfung, dass begabte Kinder allesamt riesige Probleme haben ist natürlich nicht richtig und der Begriff „Notfallnummer“ brachte mir auch ein Schmunzeln auf die Lippen.
Richtig ist hingegen, dass Kinder mit Hochbegabung schneller und anders, also nicht normal denken. Der Grund dafür ist eine andere Informationsverarbeitung im Gehirn. Und da diese Kinder nicht normal denken, ist eben auch ihr Verhalten oft nicht den allgemeinen Normen entsprechend. Sie denken nicht nur schneller, sondern vor allem in einer ungewöhnlichen Weise.
Und noch dazu muss man beachten, wie Intelligenz vom IQ Test gemessen wird. In den IQ-Tests wird besonders analytisches Denken gefordert. Dass Hochbegabte (nach IQ-Definition) relativ häufig Defizite auf anderen Ebenen haben, das ist die Wahrheit. Ich persönlich schneide bei IQ-Tests sehr gut ab, aber wenn es darum geht, dass ich Gesichtsausdrücke von Menschen erkennen soll, dann bin unglaublich schlecht darin. (Etwa 95% der Menschen sind besser als ich darin)
Man muss jetzt garnicht von Genies wie John Nash (a beautiful mind) oder Einstein sprechen:
Schau mal, wer an Universitäten in den mathematischen Instituten durch die Gänge läuft. Das sind kluge Menschen, die zu einem nicht geringen Teil gehörig einen an der Waffel haben. (Bitte rügt mich nicht für den Spruch, denn ich muss mich wohl auch als solchen Menschen bezeichnen)
In Wirklichkeit zeigt sich darin eine Unfähigkeit der IQ-Tests:
Sie betonen Analytik zu sehr! Viele Menschen mit IQ-Test Hochbegabung sind gar nicht so intelligent. Stattdessen sind die Fähigkeiten sehr polarisiert. Und dadurch ergibt sich die u.a. scheinbare Häufung von Problemen Hochbegabter. Insofern ist für viele der Begriff „hochbegabt“ gar nicht in der Tragweite zutreffend. Viele sind vielmehr anders als andere.

VG, Stefan

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Hallo Kampfhähne :wink:

Hallo Stefan!

Was ihr da tut, das ist nicht besonders produktiv!!!

Das sehe ich anders, weil der Ausgangspunkt für mich war, HBs und ihren Eltern an einem Regelgymnasium nicht nur bei Problemen zu helfen, sondern auch sonst etwas für sie zu tun.
Wobei leider die Probleme - und zwar auf unterschiedlichsten Ebenen - den Hauptgesprächsstoff auf den Treffen liefern.

Die Verknüpfung, dass begabte Kinder allesamt riesige Probleme

haben ist natürlich nicht richtig und der Begriff
„Notfallnummer“ brachte mir auch ein Schmunzeln auf die
Lippen.

So langsam geht mir der Hut hoch (jaja, Kampfhenne*g*) denn unsere Kinder HABEN häufig Probleme in der Schule. So, wie nicht nur ich versucht habe in meinen Postings darzustellen.

Meine Telefonnummer wird hier mittlerweile von einigen Schulen weitergegeben.
Was meinst Du, wie dankbar betroffene Familien sind im Notfall. Das ist nicht zum Lachen, auch wenn es sich Deiner Vorstellung (noch?) entzieht, weil Du eben nicht so ein Kind hast.

Richtig ist hingegen, dass Kinder mit Hochbegabung schneller
und anders, also nicht normal denken. Der Grund dafür ist eine
andere Informationsverarbeitung im Gehirn. Und da diese Kinder
nicht normal denken, ist eben auch ihr Verhalten oft nicht den
allgemeinen Normen entsprechend. Sie denken nicht nur
schneller, sondern vor allem in einer ungewöhnlichen Weise.

Zustimmung! Und um z.B. Lehrer eben FÜR dieses andere Verhalten zu sensibilisieren, darum geht es uns.

Und noch dazu muss man beachten, wie Intelligenz vom IQ Test
gemessen wird. In den IQ-Tests wird besonders analytisches
Denken gefordert. Dass Hochbegabte (nach IQ-Definition)
relativ häufig Defizite auf anderen Ebenen haben, das ist die
Wahrheit. Ich persönlich schneide bei IQ-Tests sehr gut ab,
aber wenn es darum geht, dass ich Gesichtsausdrücke von
Menschen erkennen soll, dann bin unglaublich schlecht darin.

Für meinen Sohn kann ich sagen, dass er eine gradezu beängstigende Antenne für die Gefühle anderer Menschen hat.

(Etwa 95% der Menschen sind besser als ich darin)
Man muss jetzt garnicht von Genies wie John Nash (a beautiful
mind) oder Einstein sprechen:
Schau mal, wer an Universitäten in den mathematischen
Instituten durch die Gänge läuft. Das sind kluge Menschen, die
zu einem nicht geringen Teil gehörig einen an der Waffel
haben. (Bitte rügt mich nicht für den Spruch, denn ich muss
mich wohl auch als solchen Menschen bezeichnen)

Jetzt muss ich grinsen.
Es gibt neben der mathematischen HB noch viele andere Facetten. Wir haben hier zuhause ein Sprachgenie, das die Naturwissenschaften als vorhandenes Übel ansieht.

In Wirklichkeit zeigt sich darin eine Unfähigkeit der
IQ-Tests:
Sie betonen Analytik zu sehr! Viele Menschen mit IQ-Test
Hochbegabung sind gar nicht so intelligent. Stattdessen sind
die Fähigkeiten sehr polarisiert. Und dadurch ergibt sich die
u.a. scheinbare Häufung von Problemen Hochbegabter. Insofern
ist für viele der Begriff „hochbegabt“ gar nicht in der
Tragweite zutreffend. Viele sind vielmehr anders als andere.

Ein Test kann nur das abfragen, was er eben abfragt. Da gebe ich Dir Recht.
Dennoch: wenn Menschen bei dieser Abfrage sehr deutlich über den Ergebnissen liegen, die im „Normalfall“ herauskommen, werden sie wohl irgendwas anders machen als die Normalen.

Angelika, die eigentlich eher friedlich ist :wink:

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Danke!
Hallo Inselchen!

Danke für die Unterstützung.

Wer HBs nicht im täglichen Leben erfährt, der wird wohl wirklich nicht nachvollziehen können wie es sein kann.

Angelika

Hallo Angelika!

Insgesamt meine ich natürlich, dass sei schon richtig, was ihr da tut.
Nur damit dir das klar ist: Ich war in den drei Schulen in denen ich war jeweils Jahrgangsbester und hatte in der Grundschule und Orientierungsstufe ärgste Probleme mit einigen Lehrern, da diese das Gefühl hatten, ich untergrabe absichtlich ihre Autorität oder so ein Mist und wurde dementsprechend von den Lehrern sanktioniert…
Wie gesagt habe ich aber bestimmt kein ADS oder so, sondern habe wahrscheinlich tatsächlich das Aspergersyndrom in einer fiesen Variante, nämlich die des Vielreders… (Das ist in der „Schulkarriere“ von Vorteil, sinst aber weniger)
Ich verstehe also durchaus, was es für Probleme gibt…

Insofern sehe ich es genauso, dass Aufklärungsarbeit betrieben werden muss, damit man solche Dinge wie HB, AD(H)S, oder AS (wie bei mir) früher erkennt und den Kindern, die damit ja auf die Welt kommen, geholfen werden kann. Nur klang dein Ausgangsartikel in meinen Augen tatsächlich etwas merkwürdig. Ich denke, bei solcher Öffentlichkeitsarbeit sollte immer betont werden, warum diese Kinder anders sind, also dass ihre HB mit einer andersartigen Denkstruktur zusammenhängt und dass sie daher nicht immer ins Schema F passen. Das soll jetzt auch ein Tipp von mir sein, denn ansonsten macht man sich schnell Feinde und einem wird unterstellt, man wolle sein etwas „unterbemitteltes“ komisches, womöglich einfach schlecht erzogenes, Kind klugreden oder so. Natürlich (für gewöhnlich) Unsinn… (Obwohl es sowas ja auch geben soll…)

Ich versteh nur nicht ganz den Sinn einer solchen Nummer. Naja, vielleicht doch. An meinem alten Gym. haben solche Kinder jetzt auch einen „Kontaktlehrer“ und werden von einem Verein betreut. Das entspräche dem dann auch etwa… Klang halt in meinen Augen nur so witzig, als wähle man die 113 :wink: Dass es für dich möglicherweise nicht witzig ist, das verstehe ich. Wir müssen ja auch nicht den gleichen Humor haben. Ich verachte deshalb ja nicht den Sinn und Zweck. (Wärst du deswegen ärgerlich, dann entzögst du dich, denke ich, auch deiner eigenen Kompetenz bezüglich Andersartigkeit von (Hoch)Begabten, da es nötig ist, andere Formen des Denkens zu akzeptieren, sofern sie nicht wirklich schädlich für dich sind und aus Argwohn oder Ähnlichem entspringen.) Und tatsächlich habe ich noch keinen Schüler mit ADS erlebt. Im Vergleich zu denen war ich für die Pädagogen wohl noch eine kleine Herausforderung…

In diesem Sinne lieben Gruß von Stefan