hallo!
auch
der linken hand immer hin und her gespielt und dazu lediglich
einen ton mit der rechten, mit der rechten hand habe ich den
gleichen ton nicht gleichmäßig gespielt, sondern mit
unterschiedlichen rythmen, was zu meiner großen enttäuschung
dazu geführt hat, dass ich mit der linken hand JEDESMAL aus
dem rythmus gekommen bin, also quasi steckengeblieben.
Das ist vollkommen normal am Anfang, keine Sorge. Du kannst ja
erstmal paar generelle Unabhängigkeitsübungen der Hände (noch nicht
der Finger) machen, wie z.B.: kreise die linke Hand auf dem Tisch
(also wie wischen), und mit der rechten klopfst du gleichmäßig (also
grundschlagmäßig). Und Hände wechseln.
seitdem stelle ich mir klavierspielen als ungeheuer schwer vor
(und ich rede nicht vom hummelflug und solcherlei sachen, auch
leichteste melodien mit bassbegleitung) und weiss nicht, ob
dieses problem mit dem rythmus und vor allem, zwei
verschiedene stimmen zu spielen, zu bewältigen ist.
Das geht langsam, aber hat nur dann Erfolg, wenn Du viel Geduld
mitbringst und nicht von heute auf morgen sicht-/messbare Erfolge
erwartest. Prinzipiell sollte man zwar mit einem Instrument schon im
Kindesalter anfangen, und zwar aus folgenden Gründen:
- die Finger sind noch „formbarer“ (aber Du bist auch noch nicht so
alt, dass da nix mehr zu machen ist!)
- und das ist der wichtigste Grund:
Kinder messen nicht! Sie nehmen es einfach mit, machen, was man sagt,
und wenn man kritisiert, ändern sie es, ohne es persönlcih zu nehmen.
Das Problem bei erwachsenen Anfängern ist, dass sie sofort Komlexe
kriegen, wenn etwas nicht gleich klappt. Und wenn sie dann sehen, wie
die Kinder besser spielen als sie. Dabei haben diese Kinder oft schon
wesentlich länger Unterricht.
Denn eines muss man wissen: Erwachsene denken immer, sie müssten
schneller vorankommen als Kinder. Klar, im logischen Bereich
(Tonnamen, musikalische Strukturen) erfassen sie auch schneller, aber
ansonsten ist Klavierspielen ein völlig neues Feld, wo es eben
durchaus 3 Jahre dauert, bis man das Stückchen spielen kann, das
einem gefällt.
Aber dafür verlernt man es dann auch nicht mehr.
wie übt
man solche sachen, wenn man sie neu lernt? wie geht man vor,
wenn man ein neues stück einstudiert? was lernt man
normalerweise, wenn man mit klavier anfängt? wieviel stunden
sollte man am tag üben?
Anfänger spielen neue Stücke entweder erstmal einzeln, oder eine der
beiden Hände hat nur sehr wenig zu spielen.
Du wirst Rhythmusübungen bekommen, evtl. auch mal Melodien nachsingen
(sofern Du Dich nicht sträubst
, Musiktheorie erfahren, einen
ordentlichen Sitz, Arm-, Hand-, Fingerhaltung vermittelt bekommen.
Die Koordination der beiden Hände ist meiner Erfahrung nach gar nicht
mal der schwierigste Punkt dann, eher: einen schönen Klang,
organische Dynamik hinzubekommen.
Wie Du das Stück am besten einstudierst, wird der Lehrer Dir schon
sagen.
Wieviel Stunden zu üben sind, finde ich immer doof, festzulegen. Ich
selber hab immer nur die Hälfte von dem geübt, was die anderen
(zumindest angeblich!) an Zeit verwendet haben. Insofern würde ich
nicht von Anfang an eine Stunde täglich verlangen. Lieber nur 20 min,
dafür aber wirklich jeden Tag, das ist grad am Anfang wichtig, denn
sonst geht viel wieder verloren von dem, was man am Tag vorher geübt
hat.
Und noch eins: Nicht verzweifeln, wenn Du jeden Tag das Gefühl hast,
am letzten Tag habe ja alles schon viel besser geklappt. Es geht
schleichend!
VIel Glück!
Judith