Wenn Euch ein Kunde beauftragt, sagen wir, ein Logo zu entwerfen. Ihr merkt in den Gesprächen, dass der Kunde (der in solchen Dingen absoluter Laie ist) Entwurfsvorschläge einbringt, die vom Stil her Euerer Meinung nach alles andere als professionell aussehen (ich lasse die Formulierung bewusst allgemein). Alternativvorschläge interessieren ihn nicht. Er will unbedingt seine Entwürfe umgesetzt sehen, bei deren Anblick es Euch die Zehennägel aufstellt.
Lehnt Ihr solche Aufträge ab, oder macht Ihr das trotzdem, denn letztendlich muss ja der Kunde damit glücklich werden? Wie kämpft Ihr gegen den inneren Schweinehund, etwas tun zu müssen, was Euch überhaupt keinen Spaß macht, nur weil der Kunde König ist?
Kommt darauf an, ob es „nur“ optisch daneben ist oder auch von der
techn. Umsetzung her versagen würde (zu filigran, vielfarbig etc.) Im
letzteren Fall lass es auf jeden Fall bleiben. Denn letztenendes stünde
mein Name darunter. Ich seh’s auch als meine Verantwortung als Fachmann
den Kunde objektiv zu beraten - ist er dagegen resistent kann ich eh
nix für ihn tun.
Hat er dagegn nur einen schlechten Geschmack kommt’s halt nicht in
meine Referenzliste - feddich.
Kannst es auch anders sehen.
Jemand will seine abstrusen Ideen unbedingt umgesetzt sehen. Aber weil er selbst die Programme nicht bedienen kann braucht er einen der es kann.
Du bist also nur die Person die er anheuert _seine_ Vorstellung zu realisieren.
Kannst du sowas? Auch wenn es gegen jegliche Goldene Regel und den guten Geschmack verstößt?
Würd auch vorher aufklären wo es Probleme geben wird und warum, aus fachlicher Sicht. Und darauf achten das er es auch verstanden hat.
Wenn du den Kunden für mündig genug hälst selbst Entscheidungen zu treffen, schei* drauf.
wenn Du es nicht umsetzt, wird es ein anderer tun. Wenn man sich dies leisten kann, kann man natürlich sich selbst „treu“ bleiben.
Ich halte es meistens so, dass ich dem Kunden meine Bedenken schriftlich mitteile (besonders, wenn es technische Bedenken sind, z.B. bezüglich Echtfarben etc.) und sie mir abzeichnen lasse. Lässt er sich nicht überzeugen, bin ich eben Dienstleister, und der Kunde muss glücklich sein (und zahlen). Mein Name muss ja nicht immer drunter stehen!
Klar, technisch mache ich das nur so, wie es sinnvoll ist. Ihr habt Recht, Der Kunde zahlt und dann ist es sein Bier, wenn er sich mit seinem Logo blamieren will. So lange mein Name nicht darunter steht.
Ich werde nie mehr denken „mein Gott, wer hat den Mist denn entworfen“, wenn ich mal eine verhunzte alberne Grafik sehe…
ich hatte so einen letztes Jahr… es war grauenvoll. Er gibt mir seine Ideen als Skizze, ich entwickle ne Serie Entwürfe die das Thema aufnehmen, nichts gefällt ihm. Er hält mir in Besprechungen Vorträge über die Seriosität seines geschäfts, seiner Philo, seiner Idee, und will Ideen umgesetzt bekommen die jeden türkischen Handy Ankauf-Verkauf-Flyer in den Schatten stellen… es endete damit dass ich nach drei Serien von Entwürfen keine Annäherung an meiner Schmerzgrenze an seinen „Style“ geschafft habe. Er meldete sich nicht mehr, ich warte auf den Tag an dem ich mal an seiner Fa vorbeifahre und einen Meiner Entwürfe sehe… den Verdacht hatte ich nebenbei auch, dass der Typ es drauf anlegte dass ich ihn loswerden will, damit er dann was kostenlos basteln kann anhand der gelieferten Entwürfe (unbezahlt geblieben) - er war Powerpoint-Spezialist wie er mir sagte…
HH