Frage eines Laien zum Judentum

Hallo zusammen,

wenn es noch zutreffend ist, daß alle Menschen jüdischen Glaubens in dieser Welt, verfolgt oder nicht, gewissermaßen einen Anspruch haben, Bürger Israels zu werden, und nach dorthin auszuwandern (Beispiel: viele Juden aus der ehem. UdSSR usw.), würde mich mal interessieren, wie eígentlich der jüdische Glaube „nachgewiesen“ werden kann.

Ich meine dies im Sinne dessen, daß es sicherlich auch Wirtschaftsflüchtlinge aus ehemaligen Ostblockstaaten gibt, die vielleicht nur den jüdischen Glauben vorschieben, um eine Einbürgerung nach Israel zu bekommen.

Meine Frage sei hier politisch völlig wertfrei gestellt. Ich gönne grundsätzlich jedem Menschen die Verbesserung seiner persönlichen und wirtschaftlichen Lage.

Also: Wie prüft Israel, wenn überhaupt, ob einer tatsächlich auch wirklich Jude ist? Genügt es beschnitten zu sein, muß man Zeugen benennen oder gibt es gar eine Art Religionsausweis?

Vielen Dank für Hinweise, Andreas

hallo

diese frage gehört eigentlich zur politik…

Ich meine dies im Sinne dessen, daß es sicherlich auch
Wirtschaftsflüchtlinge aus ehemaligen Ostblockstaaten gibt,
die vielleicht nur den jüdischen Glauben vorschieben, um eine
Einbürgerung nach Israel zu bekommen.

das ist absolut korrekt. solche fälle gibt es sehr viele.

Also: Wie prüft Israel, wenn überhaupt, ob einer tatsächlich
auch wirklich Jude ist? Genügt es beschnitten zu sein, muß man
Zeugen benennen oder gibt es gar eine Art Religionsausweis?

es gilt die halachische regel: geboren von einer jüdischen mutter oder unter anerkanntem religiösem gericht konvertiert. beschneidung ist keine bedingung.

israel prüft im zweifel entweder die geburtsurkunde, die heiratsurkunde der eltern oder das konversionszeugnis. als zusatz gilt „und wer sich nicht zu einer anderen religion bekennt“.

übrigens fallen nicht nur juden unter dieses rückkehrgesetz, sondern auch nichtj. angehörige von juden.

genauere auskünfte gibt es hier:
http://www.lectlaw.com/files/int16.htm

und hier:
http://www.adl.org/Israel/Conversion/creation.html

der wichtigste absatz hier:

_>> "… Jew defined as „a person who was born of a Jewish mother or has become converted to Judaism.“ […]
In addition to defining a „Jew,“ the new law created a new class of immigrants who would have the „rights of a Jew.“ These individuals would be able to immigrate under the Law of Return but would not be recognized as Jews by the state. These individuals include any child or grandchild of a Jew (male or female), the spouse of a Jew, the spouse of a child of a Jew, and the spouse of a grandchild of a Jew. A person who has been a Jew and has voluntarily changed his religion is exempted from the Law of Return.

hope this helps
lehitraot._

Hallo Andreas,

wie lehitraot schon geschrieben hat, muss hier unterschieden werden zwischen der Halacha (Religion) und ein Einwanderungsgesetzgebung in Israel (Politik).

Nach der Halacha ist Jude wer eine jüdische Mutter hat oder zum Judentum übergetreten ist. Der Nachweis erfolgt durch Papiere, welche vertrauenswürdig sind. Sollte diese Papiere nicht vorhanden sein, dann muss die Person manchmal zum Judentum übertreten, um dort als Jude anerkannt zu sein (je nach Gemeinde).

Bei der Einwandung in Israel ist die Halacha nur ein Apsekt. Daneben kann auch jeder im Rahmen des Rückkehrergesetztes einwandern, wer nach den Nürnberger Rassengesetzten als Jude angesehen wird und entsprechende Nachteile in dem Land hat.

Bezogen auf die Einbürgerung in Israel muss man auch sehen, dass man auch als Nichtjude dort sich einbürgern lassen kann, wobei die Gesetzgebung hier offener ist, als z. B. in der BRD.

Schalom,
Eli

Besten Dank Euch beiden (OWT)
Gruß, Andreas