Frage(n) an 'Vegetarier'

Hallo,

angeregt durch vorstehenden Artikel, wonach ich streng genommen „Pescetarier“ (der gelegentlich „sündigt“) und der Meinung bin, mich gesund und ausgewogen zu ernähren, meine Frage(n) an „Vegetarier“ der verschiedensten Varianten:

Weshalb und in welcher Selbsteinschränkung hinsichtlich bestimmter Nahrungsmittel ernährt ihr euch „vegetarisch“?
Kleine situationsbedingte Sünden mal außen vor gelassen.

Gruß
Der Franke

Weshalb und in welcher Selbsteinschränkung
hinsichtlich bestimmter Nahrungsmittel ernährt ihr
euch „vegetarisch“?

Kleine situationsbedingte Sünden mal außen vor
gelassen.

Ich ernähre mich seit mittlerweile knapp 10 Jahren vegetarisch - das bedeutet absolut fleisch- und fischlos. Im Grunde alles was Tier ist, wird nicht gegessen. Dazu zählen auch div. Suppen oder Saucen, die mit tierischem Fett zubereitet wurden. Ebenfalls esse ich nichts, in dem Gelatine enthalten ist.

Grund war für mich damals, dass ich in keinster Weise an dem Tod eines Tieres beteiligt sein wollte. Etwas naiv, aber für ein 14-jähriges Mädchen wohl verständlich.
Mittlerweile halte ich es - neben dem moralischen Aspekt, der auch weiterhin für mich eine große Rolle spielt - auch für die gesündere Ernährungsweise.
Kleine Sünden gibt es für mich keine. Würd ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren können.

Grüße!
Sandra

Hallo Franke,

ich ernähre mich seit mittlerweile ca. 11 Jahren vegetarisch, das bedeutet (für mich) kein Fleisch, kein Fisch und nichts, worin Fleisch- oder Fischbestandteile verarbeitet wurden. Ich habe mich damals für diese Ernährungsweise entschieden, weil ich nicht für den Tod der Tiere (mit)verantwortlich sein wollte - das ist bis heute wichtig für mich. Dementsprechend gibts für mich auch keine situationsbedingten Sünden.
Gleichzeitig esse ich aber Milch- und Eierprodukte, ich muss die Kuh schließlich nicht umbringen, um ans Euter ranzukommen. Dafür achte ich bei allen Produkten, bei deren Entstehung Tiere „mitgewirkt“ haben, auf ökologische Herkunft, soweit es mir möglich ist. Das bedeutet für mich ein klein wenig mehr Garantie, dass die Tiere (siehe z.B. Legebatterie) nicht nur ausgebeutet werden.

Gruß,
Anna

Ich habe einen Ekel auf Fleisch zu beißen. Das war schon als Kind so. Dabei mag ich den Duft von Fleisch beim Grillen sehr gerne. Nur wenn ich etwas mehr Alkohol getrunken habe, kommt meine „Gier auf Fleisch“ durch. D. h., dann darf’s auch mal ein Würstchen mit viel Senf sein. Aber das war’s dann auch schon mit dem Fleisch. Fisch esse ich und auch tierische Produkte. Für die einen bin ich Vegetarier, für die anderen Pescetarierin und mir isses völlig egal! :wink:

ot Ethymologie
Hallo,

ich dachte immer, „Vegetarier“ sei einer, der sich von „Gemüse“ (–> vegetables, engl.) ernährt, musste aber bei meiner Suche nach der Ethymologie erfahren, dass es von „vegetare“, lat. = wachsen, leben abgeleitet ist. Oder aber, dass es von „vegetus“ = lebendig abgeleitet sei (jedenfalls behauptet das die englische Vegetariergesellschaft, die 1847 gegründet wurde und die Erfindung des Wortes für sich in Beschlag nimmt). Allerdings steht dann wieder der Oxford Dictionary auf meiner Seite, der meint, es wäre aus einer Verschmelzung des Wortes „vegetable“ und dem Suffix „-arian“ hervorgegangen.

Am meisten hat mir allerdings die Definition gefallen, dass der Ursprung des Wortes im Indianischen liegt und dort „zu dumm zum Jagen“ bedeutet. :wink:

Genauso habe ich immer fälschlicherweise gedacht, dass Veganer einfach ein paar Buchstaben weniger als Vegetarier haben, weil sie noch ein paar Lebensmittel weniger als Vegetarier zur Auswahl haben. Da lag ich (laut englischer Wiki) wohl richtig, auch wenn man heute denkte es hätte etwas mit „vegan“ (Vernunft - in welcher Sprache eigentlich?) zu tun. Das war wohl nur ein netter Nebeneffekt.

Das war nun offtopic, wie oben bekundet, allerdings verstehe ich nach all diesem Gegoogel immer noch nicht ,warum es tatsächlich Fischesser gibt, die denken, sie seien Vegetarier.

Gruß
Elke

Hi,

Grund war für mich damals, dass ich in keinster Weise an dem
Tod eines Tieres beteiligt sein wollte.

dann interessiert mich, was du z.B. mit Kleidung machst: Trägst du Lederschuhe oder -jacken? Schläfst du auf Daunenkissen?

Ist kein Angriff, sondern reine Neugierde - ich kannte mal jemanden, der hat tatsächlich auf jede Form von tierischen Produkten verzichtet, nicht nur in der Nahrung.

Gruß
Cess

Hi,

Weshalb und in welcher Selbsteinschränkung
hinsichtlich bestimmter Nahrungsmittel ernährt ihr
euch „vegetarisch“?

bin es zwar schon lange nicht mehr, war aber lange Zeit Vegetarierin. Und das ausschließlich, weil ich den Geschmack von Fleisch einfach nicht mochte. :smile:

Gruß
Cess

Hallo!

dann interessiert mich, was du z.B. mit Kleidung machst:
Trägst du Lederschuhe oder -jacken? Schläfst du auf
Daunenkissen?

Leder - nein. Weder Schuhe noch Jacken.
Pelz selbstverständlich auch nicht. Ebenso achte ich darauf, z.b. keine Jacke mit Fellkragen zu kaufen - viel zu oft handelt es sich dabei um Hunde- oder Katzenfell.
Daunenkissen ginge gar nicht - da Allergiker :wink:

Ist kein Angriff, sondern reine Neugierde - ich kannte mal
jemanden, der hat tatsächlich auf jede Form von tierischen
Produkten verzichtet, nicht nur in der Nahrung.

Ich verstehe es nicht als Angriff, keine Sorge.
Im Gegenteil - ich finde es selbst heuchlerisch, zum Wohl der Tiere auf Fleisch und tierische Produkte zu verzichten, aber nichts dagegen zu haben, die Schlachtabfälle an den Füßen zu tragen.

Grüße!
Sandra

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Hi,

danke für die Antwort!

Im Gegenteil - ich finde es selbst heuchlerisch, zum Wohl der
Tiere auf Fleisch und tierische Produkte zu verzichten, aber
nichts dagegen zu haben, die Schlachtabfälle an den Füßen zu
tragen.

Eben, darum frage ich gerne mal nach. Ich kann es gut akzeptieren, wenn jemand sagt „ich mag kein Fleisch“, oder wenn jemand wie du sagt „ich verzichte generell auf tierische Produkte“.

Aber viele reden von den armen Tieren, denken aber nicht weiter als eben über den Tellerrand.

Gruß
Cess

intereressante debatte
hallo ihr,

das sind interessante fragen-.
als biologin und ökologin und ex-vegetarierin und mutter einer vegetarisch lebenden tochter bin ich ein bißchen „drin“ in der materie.

daher werde ich aufmerksam lesen, was hier noch zu lesen ist.

meine hinweise:
der körper stellt sich nach einer weile auf vegetatische kost um, dann kommt der ekel vor fleisch. physiologisch gesehen. soweit ich’s noch weiß. mir ging es so.

meine stieftocher verträgt kein milcheiweiß. wir sind auf soja angewiesen. nicht besonders ökologisch. seit ich sie kenne, ist eiweißaufnahme ein thema bei uns. sie ist deutlich kleiner als viele ihrer mitschülerinnen. ich habe manchmal angst, dass sie aufgrund des eiweißmangels kleiner bleibt.

mein vater hat jahrzehntelang kein fleisch gegessen und ißt nun ein wenig und dazu fisch, damit er weiterhin gesund bleibt. meine mutter ißt sehr wenig und beide sind superfit (beide laufen auch, sind ca. 70).

ökologisch bin ich mir noch nicht sicher, ob der fleischverzicht die bessere variante ist. mal ab von der intensivhaltung und dem globalen rumgefliege von nahrungsmitteln ist das tier seit urzeiten im lebenskreislauf des menschen enthalten. biolandwirschaft kommt ohne tier in europa nicht längs (dünger).
ich kann mir nicht vorstellen, was es für auswirkungen hätte, wären MEHR leute vegetarier. zunächst wäre das ökologisch sicher eine erleichterung, aber vielleicht gibt es irgendwo einen point-of-break-even, wo tierhaltung unverzichtbar ist?

bedeutet der verzicht auf fleisch und leder, dass kein tier wegen einem stirbt? wie weit mag man da mit der konsequenz gehen? geht ein blick in die forstwirtschaft (jägerei) schon zu weit? wie ist es mit dem ökologischen rucksack, den man so mit sich trägt?

ich denke da oft drüber nach, wegen der tochter. ist das „naiver“ tierschutz oder „aktiver“ tierschutz… wieweit wird ihr zu erwartender „jugendkonsum“ tiere/ökosysteme in gefahr bringen…

ich selber denke, wenn fleisch, dann in maßen und aus ökohaltung ist bedingung. aus physiologischen, ökologischen und globalen gründen. verzicht ist sicher vor allem fürs persönliche wohlsein/gutsein gut.

was meint ihr?

tilli

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Hi!

Das war nun offtopic, wie oben bekundet, allerdings verstehe
ich nach all diesem Gegoogel immer noch nicht ,warum es
tatsächlich Fischesser gibt, die denken, sie seien Vegetarier.

Mir wurde von einem „Vegetarier“ einmal erklärt, dass es sich hierbei um eine „Meeresfrucht“ handle … Jahre später war der Vegetarier keiner mehr und kann über seine damaligen Aussagen bzgl. Fisch und Leder und so nur mehr herzhaft lachen …

Grüße,
Tomh

Hallo!

biolandwirschaft kommt ohne tier in
europa nicht längs (dünger).

Für den Dünger brauche ich die Tiere danach aber nicht töten. Milchkühe reichen da völlig aus.

ich kann mir nicht vorstellen, was es für auswirkungen hätte,
wären MEHR leute vegetarier. zunächst wäre das ökologisch
sicher eine erleichterung, aber vielleicht gibt es irgendwo
einen point-of-break-even, wo tierhaltung unverzichtbar ist?

Zum Beispiel?

bedeutet der verzicht auf fleisch und leder, dass kein tier
wegen einem stirbt?

So würde ich das nicht formulieren. Es ist eher so, dass ich mich persönlich von jeder Schuld freisprechen kann. Ich habe keinen Anteil daran, dass Tiere geschlachtet werden.

wie weit mag man da mit der konsequenz
gehen? geht ein blick in die forstwirtschaft (jägerei) schon
zu weit?

Kannst du genauer erklären, was du mit diesen beiden Fragen meinst?

ich denke da oft drüber nach, wegen der tochter. ist das
„naiver“ tierschutz oder „aktiver“ tierschutz…

Tja, das ist immer eine Ansichtsache. Es verhält sich damit wie bei vielen Dingen… bringt es was, wenn ich allein Müll trenne? Bringt es etwas, wenn ich allein in Zukunft meine Getränke in Glasflaschen kaufe, und und und.
Als aktiven Tierschutz würde ich es nicht bezeichnen, eher als indirekten.

wieweit wird
ihr zu erwartender „jugendkonsum“ tiere/ökosysteme in gefahr
bringen…

Was für ein zu erwartender „Jugendkonsum“?

Interessante Gedanken zum Thema!

Grüße!
Sandra

p.s.

meine tochter sagt, sie ißt kein fleisch, weil ihr die tiere leid tun.
aber leid tun ist weder artgerecht noch artenschutz…

es gibt tierschützer (!) die hängebauchschweine als kuscheltiere auf dem sofa halten…

tilli

Halo,

(…)

So würde ich das nicht formulieren. Es ist eher so, dass ich
mich persönlich von jeder Schuld freisprechen kann. Ich habe
keinen Anteil daran, dass Tiere geschlachtet werden.

Ich halte das für eine bizarre Form von Scheuklappen-Ethik, die man sich leisten kann, wenn einem alles ohne Mühe in den Einkaufswagen fällt.
Da das hier eh schon off topic ist, will ich die sich daraus ergebenden Widersprüche nicht aufzeigen, sondern nur anregen, deine Aussagen mal zu Ende zu denken.
Was wäre, wenn alle so denken und handeln würden?
Wäre das Mssensterben von Menschen besser als das von Tieren?

Gruss,
TR

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Hi,

meine tochter sagt, sie ißt kein fleisch, weil ihr die tiere
leid tun.
aber leid tun ist weder artgerecht noch artenschutz…

ich glaube aber, das ist in einem gewissen Alter normal. Ich würde dem begegnen, indem ich mit ihr durchspreche, für welche Produkte Tierprodukte genutzt werden, ob das Tier dafür sterben muss oder nicht und welche Alternativen es in der Tierhaltung gibt. Vielleicht merkt sie dann mit der Zeit, dass „das Tier tut mir leid“ nicht viel aussagt und auch nicht viel bringt.

Schöne Feiertage
Cess

antwort gescheitert
hallo leute,

leider ist mein versuch zweimal gescheitert, hier eine antwort zum thema einzustellen.
die moderation war der meinung, ernährung und lebensmittelproduktion seien getrennt zu beurteilen, weshalb meine ausführungen in das brett „umwelt“ gestellt werden sollen.
da ich kaum glaube, dass die hiesigen vegetarier im brett „umwelt“ weiterlesen wollen, kann ich euch nur anbieten, euch meine antwort zuzumailen.
oder wir fragen die moderation, ob wir hier auch ausnahmsweise mal über zusammenhänge schreiben dürfen.
dann müßtet ihr euch dazu bitte mal äußern.

frohe festtage.

tilli

intereressante debatte, bitte ermöglichen!

Halo,

(…)

So würde ich das nicht formulieren. Es ist eher so, dass ich
mich persönlich von jeder Schuld freisprechen kann. Ich habe
keinen Anteil daran, dass Tiere geschlachtet werden.

Ich halte das für eine bizarre Form von Scheuklappen-Ethik,
die man sich leisten kann, wenn einem alles ohne Mühe in den
Einkaufswagen fällt.
Da das hier eh schon off topic ist, will ich die sich daraus
ergebenden Widersprüche nicht aufzeigen, sondern nur anregen,
deine Aussagen mal zu Ende zu denken.
Was wäre, wenn alle so denken und handeln würden?
Wäre das Mssensterben von Menschen besser als das von Tieren?

ja, ein guter hinweis.
ich hoffe, dass wir dieses thema hier umfassender behandeln können. ich habe dazu eine reihe von interessanten anmerkungen.

ich denke nämlich nicht, dass es off topic ist, sich beim thema ernährung mit den folgen zu beschäftigen.
der nächste artikel wird ohnehin ein anderes thema haben.

tilli

Hallo,

ich halte eine grössere Diskussion zu diesem Thema für überflüssig, da Fakten hinlänglich bekannt sind und das alles sowieso unter „Glauben“ fällt.

Wenn du den Eindruck hast, der Moderator überschreitet Grenzen, dann wende dich ans Team. Ich weiss definitiv, dass es was bringen kann.

Gruss,
TR

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Hallo,

ich halte eine grössere Diskussion zu diesem Thema für
überflüssig, da Fakten hinlänglich bekannt sind und das alles
sowieso unter „Glauben“ fällt.

eben DAS meine ich nicht. ich meinte die „harten“ naturwissenschaftlichen und produktionstechnischen fakten, denen zugrundeliegt, dass tiere für menschen sterben, egal wer sie ißt. .

Wenn du den Eindruck hast, der Moderator überschreitet
Grenzen, dann wende dich ans Team. Ich weiss definitiv, dass
es was bringen kann.

nein, ich glaube nicht, dass es daran lag. es ist immer ein dilemma, die themen einerseits zu trennen und zu gliedern. sonst läuft es im forum wild. und andererseits zusammenhänge diskutieren zuzulassen.
das übersteigt meine kompetenz, zu beurteilen, wann es aus dem ruder läuft.

ich wollte im grunde nur diese eine antwort setzen, weil mir schien, dass meine gedanken zum vegetarismus HIER neu sind. im umweltbrett sind sie das wahrscheinlich nicht.

grüße
tilli

Hi,

Vielleicht merkt sie dann mit der Zeit, dass

„das Tier tut mir leid“ nicht viel aussagt und auch nicht viel
bringt.

und DANN ist heiligabend unser vorletztes tier (katze) überfahren worden…
war ein hartes jahr. von vierzehn tieren ist eins übrig. das erste huhn hat ein hund gerissen, resthühner und -hasen und meerschweinchen sind einem marder zum opfer gefallen.

reichlich gute gelegenheiten die frage zu besprechen, was besser ist: tiere einsperren oder freilassen, trotz der gefahr dort draussen…
das arme kind.

grüße
tilli